Natürlich wird der potentielle neue Arbeitgeber belogen. Wenn der erläutert, dass er für die nahe Zukunft eine verlässlichen Arbeitnehmer braucht, der eine Klassenleitung übernehmen soll und eine Planstelle in Aussicht stellt und man darauf hin erklärt, dass sich das mit den eigenen Vorstellungen deckt und man sehr gerne die Chance hätte, sich im Schulbetrieb einzubringen und die Klassenleitung zuverlässig zu übernehmen, dann ist das schlicht und ergreifend gelogen. Dass hier juristisch gesehen niemand sagen muss, dass sie schwanger ist, steht gar nicht zur Debatte.
Nein, das ist keine Lüge. Andersherum ist bereits die Umschreibung, man suche eine verlässliche AN mit dem Ziel, diese Bestätigung zu bekommen, letztlich die unzulässige Frage nach einer bestehenden Schwangerschaft o.ä. Man zwingt die Bewerberin ja direkt dazu, nichts zu sagen. Moralisch ist das also eher von SL-Seite fragwürdig als von AN-Seite.
Ja, es ist super nervig, wenn eine neue Lehrkraft, auf die man sich freut, gleich erst einmal wieder ausfällt. Wenn man genau diese Lehrkraft einstellen wollte, freut man sich aber auch noch darauf, sie im nächsten Jahr dann als Bereicherung für die eigene Schule einzusetzen und "schluckt die Kröte" erst einmal. Ich fände es übrigens gerade im Bildungsbereich auch seltsam, Probleme mit jungen Familien zu haben.
Mal abgesehen von der Zeit, die man für die Umplanung oder Anforderung von Vertretungslehrkräften benötigt, passiert in unserer Branche auch nichts, wenn mal Lehrkräfte ausfallen. Das bedeutet nicht gleich den Betriebsuntergang, persönliche Verluste usw.