Beiträge von Seph

    Hallo Zusammen

    ich frag hier für eine Freundin. Sie ist Lehrerin in NRW und bekommt ihr Kind im Februar 2020. Nach dem Mutterschutz wollte sie zwei Lebensmonate Elterngeld beantragen. Im Anschluss beginnen die Sommerferien. Sie würde in den Sommerferien kein Elterngeld beziehen. Bekommt sie dann ihr normales Gehalt?

    Das kommt, wie die Vorredner bereits beschrieben haben, entscheidend darauf an, was sie nach den Sommerferien vor hat. Will sie die Elternzeit lediglich während der Sommerferien unterbrechen, um volles Gehalt zu erhalten, und nach den Sommerferien fortsetzen, wäre das rechtsmissbräuchlich. Möchte sie jedoch direkt nach den Sommerferien wieder in den Beruf einsteigen, dürfte es keine Probleme geben.

    Ausserdem geht der Trend bei uns eindeutig zum Zweithandy. Das ältere kriegt dann immer der Lehrer.

    Das höre ich immer wieder und halte es für eine Urban Legend. Und selbst wenn es stimmt: dann nimmt man halt das Zweithandy bei Nutzung ebenfalls ab und denkt spätestens dann aufgrund des
    fortgesetzten Regelverstoßes langsam mal über weitergehende Konsequenzen nach.

    Momentan sind wir 3 Kolleginnen und jede hat 10 Stunden in den Friseurklassen, dazu gibt es eine Vereinbarung mit der SL.Weil ich aufgrund meiner Behinderung bestimmte Anforderungen an den Stundenplan habe (nennt sich "Integrationsvereinbarung"), wollen sie die nicht umsetzen, solange ich darauf bestehe, weiterhin Friseure zu unterrichten.

    Das klingt, als würden 2 Nebenbedingungen an den Stundenplan miteinander kollidieren und ggf. unvereinbar sein. Auf der einen Seite der gleichverteilte Einsatz in einem bestimmtem Fach und auf der anderen Seite zeitliche Zwänge an die Lage dieser Stunden, die andere Kolleginnen und Kollegen evtl. auch haben. Je mehr Nebenbedingungen auftauchen, desto schwieriger wird es, einen Plan zu bauen, der diese ermöglicht. Hier hilft aber letztlich nur ein Gespräch mit der Schulleitung, wie Krabappel bereits vorschlägt.

    Super Idee. Ist das eigentlich Versicherungsbetrug oder nur Verarsche des Arbeitgebers? Ich würde das Vorgehen auf jeden Fall an die große Glocke hängen, wenn mir mein Arbeitsplatz nicht so wichtig ist.

    Zumindest bei gesetzlich Versicherten ist das auf jeden Fall Versicherungsbetrug (wegen der Lohnfortzahlung) und bei allen zudem natürlich auch als Verhalten des Arbeitnehmers unzulässig. Bei Angestellten kann das eine fristlose Kündigung nach sich ziehen, bei Beamten Disziplinarmaßnahmen. Da hilft es auch nicht, dass der Schulleiter das Vorgehen deckt, er leistet damit letztlich nur Beihilfe bei der Schädigung des Dienstherren.

    Mit diesen Fächern ist das durchaus aussichtsreich, den Einstieg zu schaffen. Ob man dann nach dem Referendariat eine Stelle in direkter Nähe erhält, lässt sich unmöglich genau sagen, da das entscheidend vom Bedarf der Schulen abhängt.
    Tendentiell gibt es in diesen Fächern aber eher zu wenig als zu viele Bewerber.

    https://bass.schul-welt.de/6043.htm#1-1p65

    Schau mal in §66 Abs. 6: Die ständige Vertretung und die Verbindungslehrerinnen und -lehrer nehmen beratend an der Schulkonferenz teil.

    Daraus lese ich, dass der Konrektor beratend teilnehmen darf, aber nicht stimmberechtigt ist. Als Vertreter des Kollegiums muss also jemand anderes bestimmt werden.

    Ich möchte die Rechtsauffassung von @CDL und @Nitram teilen. §66 Abs. 6 regelt lediglich die Aufgaben der ständigen Stellvertretung im Fall der Absenz der Schulleiterin oder des Schulleiters. Das verbietet aber nicht, dass sich Mitglieder der erweiterten Schulleitung selbst als Vertreter der Lehrkräfte aufstellen und wählen lassen dürfen.

    Andersherum haben sie immer das Recht, beratend an Sitzungen teilzunehmen, auch wenn sie nicht als Vertreter der Lehrkräfte gewählt wurden.

    darf ich fragen, welche das sind? Klingt interessant...

    Ausgangspunkt war ein Gespräch mit der Klasse über Belastungssituationen im Alltag, bei dem auch Schüler rückmeldeten, dass sie nach einem Schultag in solchem Lärm total fertig sind und seitens der Schüler ebenfalls das Interesse bestand, den Geräuschpegel zurückzufahren. Neben eher klassischem Einsatz von "Lärmwächtern" analog zu Zeitwächtern in Gruppenphasen haben wir im wesentlichen vier miteinander vernetzte Maßnahmen in unsere gemeinsame Arbeit eingeführt:

    -> gezieltes Training der Abfolge "konsequente Stillarbeit" -> "Austauschphase Tandems oder Kleingruppen" --> "Vorstellung, Austausch Plenum" über erst kurze, dann länger werdende Zeiträume
    -> für kurze Austauschphasen konsequentes Flüstern als einzig tolerierte Lautstärke, Selbstkontrolle durch Berühren des eigenen Halses mit der Hand: beim Flüstern vibriert da nichts, beim Sprechen schon. Nach kurzer Zeit hat
    bereits das rein optische Signal, die Hand zum Hals zu führen, als Erinnerung ausgereicht
    -> für längere Austauschphasen Erweiterung des Raums auf Tische im Flurbereich oder draußen (muss die Raumsituation hergeben), dann kann in einem Bereich still gearbeitet und im anderen bereits gesprochen werden
    -> in Plenumsphasen konsequentes zurücksetzen von "Dränglern", dadurch kein Schnippsen oder herein rufen mehr. Auch das wurde mit der Klasse vorab besprochen und gilt immer nur für den Moment. Ohne Schnippsen u.ä.
    werden die betreffenden Schüler gerne sofort wieder eingebunden.

    Ich bin kein Lehrer, aber habe ausgerechnet dazu eben was auf
    Youtube gesehen. Etwas das man evtl. als Lehrer/in ausprobieren könnte. Es geht um "The Good Behavior Game". Die Klasse wird während des Unterrichts in zwei Gruppen geteilt. Jene, die sich am besten (am leisesten) verhält wird am Ende belohnt. Die besonders lauten SuS reagieren auf peer pressure scheinbar eher als auf LuL.

    Kann in der Praxis dazu führen, dass die SuS in der "schlechten" Gruppe erst recht aufdrehen, da es ja eh aussichtslos sei, mal eine Belohnung zu erhalten. Sinnvoller scheinen mir da Zwischenschritte, die von allen Gruppen erreichbar sind und die Kriterien im Lauf der Zeit etwa strenger zu machen. Und dann ist man nah an Klassikern des Classroom-Managements dran. Ich denke da an die schrittweise Einführung echter Stillarbeitsphasen (anfangs vlt. nur 1min, dann Zeiträume ausdehnen), feste Rituale für (Zwischen-)Fragen, Austauschphasen usw.

    Zur Ausgangsfrage: Mich hat in einigen Klassen vor allem die Lautstärke während Erarbeitungsphasen in Partner- und Gruppenarbeiten gestört. Das war nicht einmal böswillig von den SuS, sondern sie konnten einfach ihre eigene Lautstärke nicht einschätzen und haben sich unbewusst gegenseitig in der Lautstärke überboten. Also haben wir Mechanismen zum Selbstfeedback der Lautstärke entwickelt, danach war es sehr viel angenehmer.

    Das ist meines Erachtens nach eine Urban Legend und geht auch nicht so aus dem Gesetzestext hervor. Also ich wüsste dafür keine Grundlage.

    So pauschal ist es das wirklich und gleichzeitig gibt es wohl Fälle (mir ist zumindest einer bekannt), in denen die sehr gewählte Lage der Elternzeit als rechtsmissbräuchlich und damit unzulässig erkannt wurde.

    Das fand ich auf km-bw.de:

    Englisch wäre überbelegt. Trotzdem hätte ich theoretisch damit etwas bessere Chancen als nur Ethik und Wirtschaft?

    Das sind durchaus ernstzunehmende Hinweise. Wie die Chancen in 6-7 Jahren (Studium+Referendariat) aussehen, wage ich nicht zu beurteilen. Wir haben vor kurzem auch gezielt eine Stelle ausgeschrieben mit einer landesweit eigentlich überbelegten Fachkombination, weil wir just diese gerade gebraucht haben. Und andersherum kenne ich bei der Stundenverteilung das Problem, Lehrkräfte mit Fächern, die kaum unterrichtet werden, zu verplanen.

    Man kann fernab von Fachkombinationsüberlegungen auch so herangehen: Die besten Einstellungschancen hat man wahrscheinlich, wenn man aufgrund der Wahl seiner Wunschfächer und der entsprechend hohen intrinsischen Motivation einen sehr guten Abschluss erreicht und flexibel bei der Standortwahl ist. Ein drittes Fach verbessert die Einstellungschancen grundsätzlich schon, da ein flexiblerer Einsatz möglich ist. Die Arbeitsbelastung im Studium und auch im Referendariat könnte dann aber sehr hoch sein.

    Und da liegt eben ein ganz wesentlicher Denkfehler, er hat ja sein eigenes Elterngeld und kann natürlich auch zwei volle Monate nehmen, egal was die Mutter macht!

    Stimmt, ich habe mich von dem Vorhaben, nur Elterngeld Plus zu beantragen, blenden lassen. Entscheidend für die Planung der beiden dürfte sein, dass sie keine 24 Monate Elterngeld Plus bekommen kann.

    Dass im Mutterschutz die regulären Bezüge voll auf das Elterngeld angerechnet werden, sollte keine Überraschung sein. Warum sollte man auch auf einmal mehr als seine vorherigen Bezüge erhalten? Letztlich ist das Elterngeld ja nur dafür da, um anfangs die bestehende Einkommenslücke zu schließen, die aber in den ersten 8 Wochen schlicht nicht besteht. Dass ihr am Ende nur auf 22 Monate kommt, dürfte damit zusammen hängen, dass du trotz Elterngeldplus nur 2 statt 4 Monate zu Hausen bleiben möchtest. Nach dem Mutterschutz hat deine Partnerin noch Anspruch auf 10 volle Monatsbezüge bzw. 20 halbe und du dementsprechend nur auf 2 halbe.

    Edit:
    @Susannea war schneller ;)

    ...naja, wenn man Systembetreuer wird, ist das oft auch stressig ohne Ende, du bist ja in den Augen der meisten schuld, wenn die Beamer nicht funktionieren und du bist der Heinz, der das dann backen darf. Personalverantwortung haste als Seminarlehrer oder Fachbetreuer auch, und oft nicht zu knapp, Druck von oben ist sehr chefabhängig, Umzug meistens auch inbegriffen, um anderswo die gewünschte Funktionsstelle antreten zu können. Also so völlig gechillt auf eine der wenigen A15-Stellen kommt man eher nicht bzw. die Leute, die das packen, sind meiner Erfahrung nach eher die Leistungsträger, die eh schon von sich aus machen und tun.

    Ja klar sind das tendentiell eher die Leistungsträger. Die Vergleiche vom typischen Lehrergehalt A12/A13 nach oben in die Wirtschaft, die man hier im Forum häufig unter "Wir Lehrer verdienen ja so schlecht" liest, beziehen sich aber ebenfalls ausschließlich auf Positionen in solchen Ebenen. Auch ein A13 Sold in den mittleren bis hohen Erfahrungsstufen (-> keine Berufsanfänger mehr) entspricht vom Nettoeinkommen bei Angestellten zwischen 70k bis über 80k/Jahr. Das sind i.d.R. bestens ausgebildete Akademiker und oft bereits mit Positionen im unteren und mittleren Management verbunden. Führungspositionen in großen Schule werden, wie gingergirl bereits schrieb, entsprechend noch einmal besser dotiert bei überschaubar bleibendem Arbeitsaufwand. Das einzige, was ich persönlich wirklich unangemessen finde mit Blick auf den Umfang der Führungsaufgaben ist die Bezahlung von Schulleiterinnen und Schulleitern. Personalverantwortung für über 100 Personen wird in der Wirtschaft i.d.R. wirklich mit mehr als einem A16-Äquivalent vergütet (oder gar nur A14/A15 je nach Schulart und -größe).

    Ein Problem der Kombination könnte sein, dass beide Fächer in der Stundentafel eher untergeordnete Rollen spielen, der Bedarf pro Schule also eher gering ist. Das macht es manchmal schwer, entsprechende Lehrkräfte einzusetzen, v.a. wenn ein Vollzeitdeputat unterzubringen ist. Das wiederum kann (Teil-)Abordnungen nötig machen. Aber das ist letztlich nur der Blick in die (kaputte) Glaskugel. Genauso kann es sein, dass eine Schule in deiner Nähe just wenn du fertig bist genau diese Kombination benötigt, das weiß man vorher leider nicht. Generell scheint mir eine Kombination mit einem Kernfach wie Englisch da aber etwas aussichtsreicher.

    Ich persönlich habe kein Problem damit, hätte aber - genau wie die TE keine Lust das für einen kompletten Jahrgang eventuell machen zu müssen.

    Soviel anders ist das doch heute schon nicht. UK gehört nicht dem Schengenabkommen an und hat nie auf Grenzkontrollen verzichtet. Auch jetzt schon müssen die Mitreisenden in der Gruppe mit Personalausweisnummer etc. vorab angegeben werden. Was soll sich durch den Brexit denn groß verändern?

    Tja, da sind sie wieder, die "Lehrer-Gehaltskönige" aus der Uckermark, aus Ostfriesland oder aus "hinter den Kassler Bergen, bei den sieben Zwergen"...
    Gruß !

    Wenn es dir so wichtig ist, mehr als dein ganzes Umfeld zu verdienen, hält dich sicher niemand auf, einen Versetzungsantrag in ebenjene Regionen zu stellen. Komischerweise verdiene ich auch in einer Großstadt mehr als ein Großteil des Bekanntenkreises (mal abgesehen von noch höher eingruppierten Beamten ;) ). Und vor allem mehr, als andere mit realen knapp 40 Stunden/Arbeitswoche Jobs.

    Bei uns grundsätzlich auch so. Man kann die Eltern vorab auf die Möglichkeit von Reisekostenrücktrittsversicherungen hinweisen, bei denen es durchaus welche gibt, die eine Nichtversetzung oder einen Schulwechsel als Abbruchgrund akzeptieren. Das sollte aber explizit in den Vertragsbedingungen festgehalten sein.

    Ich versteh's auch nicht. In meinem Freundes- und Bekanntenkreis verdiene ich mit das meiste. Manche haben in etwa den gleichen Verdienst, nur Einzelne verdienen etwas mehr, aber auch nicht so viel mehr. Da sind auch viele Akademiker drunter mit spürbar weniger als ich. Der Verdienst ist es wirklich nicht, der den Lehrerberuf unattraktiv macht.


    Das kann ich nur unterschreiben, auch wenn das einige hier im Forum schon aus Prinzip heraus anders sehen mögen. Als wir im Juni/Juli hier schon einmal darüber diskutiert haben, bin ich diesbezüglich sehr scharf angegangen worden. Schön, dass es hier noch mehr Leute gibt, die nicht nur auf die oberen 5-10% der Einkommen in Deutschland schauen und die zugehörigen Arbeitsbedingungen ausblenden.

    Ich bin durchaus zufrieden mit dem Einkommens-/Arbeitszeit-Verhältnis, insbesondere wenn man doch etwas Karriere machen kann im Schulsystem. Und auch auf Funktionsstellen ist man, wenn man sich halbwegs organisieren kann, weit weg von den öfter besungenen 50-60+ Stunden/Woche als Dauerzustand.

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