Beiträge von Firelilly

    Ehrliche Frage: Würde man den Ausgleich gewährt bekommen? Hat jemand schon einmal von einem solchen Fall mitbekommen?

    Es würde einem gesagt werden, man sei selber verantwortlich dafür für ausrechend Ausgleichs- und Erholungszeiten zu sorgen. Selbstverständlich darf aber kein Unterricht ausfallen und keine Konferenz verpasst werden. So läuft es immer und es würde mich wirklich zutiefst verwundern, wenn es anders wäre.

    Wie in allen anderen Berufen auch, bei denen auch mal Dienstreisen anstehen.

    Da kann ich aber nur lachen. Ich kenne keine Akademiker, die bei einer Dienstreise in einer Jugendherberge unterkommen müssen und sich von so billigem Essen ernähren. Die Dienstreise, auf die man als studierter Mensch in einem Unternehmen geht, ist von einer Klassenfahrt so weit entfernt, wie eine Mercedes S Klasse von einem Trabant.

    afür darf aber explizit kein Unterricht ausfallen. Es geht also nur an schulinternen Fortbildungstagen, pädagogischen Tagen etc.

    Und jetzt kommt unsere Schule (SLH):

    Zwang auf Fahrten zu gehen, keine Bezahlung von Mehrarbeit bei Teilzeitkräften und gar kein zeitlicher Ausgleich. Also man kann nicht einmal schulinterne Fortbildungstage oder pädagogische Tage. Schleswig-Holstein ist ein schönes Land. Aber für den Lehrerberuf ist es cancer. Ganz klarer 16.er Platz im Bundeslandranking.

    Darüber hinaus hast du im Unterricht eine andere Präsenzanforderung als in Fächern ohne potentielles Unfallrisiko.

    Beispiel Projektwoche Chemie:

    Wir bieten eine Chemieprojektwoche für die Mittelstufe an, in der die SuS eigentlich durchgängig experimentieren, auswerten usw.

    Es braucht jedes Mal sehr viel Zeit die Materialien und Chemikalien für die einzelen Stationen bereitzustellen (man kann schlecht die Aufbewahrungsgefäße hinstellen, die werden verunreinigt) und man ist von vormittags bis zum frühen Nachmittag konstant im Einsatz, weil man ständig die SuS im Labor beaufsichtigen muss und ständig helfen muss. Die Chemie-KuK gehen nach dieser Woche alle am Stock. Wir sind eine kleine Fachschaft und im Dauereinsatz in diesen Tagen, selbst bei Doppelbesetzung schlaucht es total. Ab und an muss man doch auf Toilette und kommt ins Lehrerzimmer, wo KuK korrigieren, lachen, schwätzen. Wie geht das? Na so!

    -> Beispiel: Religion in der Projektwoche

    Die Religionsfachschaft richtet in der Zeit die Projektwoche für die Unterstufe aus. Die SuS bekommen verschiedene Bibelstellen, sowie den Auftrag diese visuell zu gestalten, Texte dazu zu schreiben oder eine Art kleines Theaterstück dazu zu entwickeln.

    Die Arbeitsaufträge und Texte werden kopiert (Vorbereitungszeit ein minimaler Bruchteil dessen, was die Experimente der Chemie bedürfen), mit einer Instruktion am Montag morgen an die SuS verteilt und dann die SuS nur noch beaufsichtigt. Dabei wechseln sich die Religionskollegen locker ab, die SuS arbeiten in kleinen Gruppen in der Aula, dem Klassenraum und an verschiedenen anderen Sitzgelegenheiten der Schule. Ab und an schlendert man da als Religionslehrer mal vorbei, fragt man nach Fortschritten. Dann geht man zurück ins Lehrerzimmer, korrigiert oder chillt einfach entspannt ne Runde.

    Am Freitag setzt man sich gemütlich hinten ins Klassenzimmer und lauscht den Präsentationen der SuS. Pünktlich Freitag Mittag startet man schon vorentspannt in das Wochenende. O-Ton:"Nach der Projektwoche bin ich immer sowas von entspannt, da habe ich immer richtig neu Kraft. Und der Korrekturstapel ist auch weg".

    Die Chemiefachschaft muss Freitag Mittag erstmal die ganzen Chemikalien und Gerätschaften wegräumen (oftmals noch sauber machen, da SuS das doch nicht so richtig machen und die Spülmaschine eh gleich voll ist) und geht am späteren Nachmittag hundemüde, gestress und ko ins Wochenende. Dort wartet dann der Korrekturstapel.

    Den SuS machts riesig Spaß und Naturwissenschaft läuft bei uns an der Schule... aber auf Kosten der KuK, die das aber natürlich der Kinderaugen wegen in der Form weitermachen. Fast alle anderen Fachschaften lassen die SuS irgendetwas ausarbeiten und beaufsichtigen ganz locker. Eine Fachschaft ist sogar so geschickt und bildet ältere SuS dazu aus die Unterstufenschüler zu beschäftigen und chillt dann noch mehr.

    Ähnlich beschissen wie in Chemieprojektwochen läuft es übrigens für Biologen im mündlichen Abitur: Während andere KuK korrigieren und chillen, sich Prüfungen anschauen, müssen die Biologen, weil jeder Idiot Bio als Naturwissenschaft im mündl. Abi wählt, unzählige Prüfungen vorbereiten und im Akkord abnehmen. Auf Teilzeit nimmt man natürlich keine Rücksicht, denn es ist ja Abitur. Also schön 25 Prüfungen vorbereiten und abarbeiten. Chemie / Bio ist eine Todeskombo bei uns.

    Meine Empfehlung: Nimm Sport, Reli, Musik oder Kunst als Fach zu Chemie.

    Das Problem ist doch, dass der Dienstherr und Schulleitungen die "Soll" Bestimmungen, wenn um die Arbeitsbedigungen der Lehrer geht aushebeln, weil "schulorganisatorische Gründe blaaaa" dem entgegen stehen.
    Wenn aber etwas passiert und ein Lehrer sich darauf beruft "ich habe alles probiert, aber es ließ sich aus Gründen XY nicht machen", dann ist das nicht gültig.
    Das System ist so, dass der einfache A13-Lehrer der Dumme ist in jeglicher Hinsicht.

    Wie besuchst du eigentlich deine Praktikanten? Mit dem Dienstwagen? Mit öffentlichen Verkehrsmitteln? Ich würde mir das schriftlich geben lassen von der SL, wie du da zu den Besuchen kommen sollst.
    Fahrtwege als Arbeitszeit notieren mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (denn er wird nicht das Risiko eingehen dich anzuweisen mit dem Privatwagen zu fahren).
    Wer einem ans Bein pinkelt, dem gehört gehörig zurückgepinkelt.

    Der Handwerker muss übrigens anders kalkulieren als ein Lehrer. Werkzeug ist teuer.

    Jo, und ein 6-jähriges Studium ohne Einnahmen und zusätzlich zu entrichtenden Studiengebühren war in seiner Gesamtsumme extrem teuer.
    Wie kann es sein, dass man sich mühsam (und kostenintensiv, denn in der Zeit verdient der Handwerker schon) eine Hochschulqualifikation erarbeitet um dann
    weniger Stundenlohn zu bekommen, weil "das Werkzeug des Handwerkers ja so teuer ist". Das ist einfach Unfug und Augenwischerei, face it, als Lehrer verdient man schlecht.
    Das sieht man eben auch an solchen Stundenlöhnen.
    Wenn ihr mal das Geld, das ein Lehrer in seinem Leben verdient (langer Ausbildungsweg durch Abitur und Studium) mit einrechnet, dann verdienen wir aufs Leben gerechnet schon ziemlich schlecht.

    Ich habe z.B. an einem Tag der Woche nur zwei Stunden Unterricht. Das ist mein effizientester Tag bei Vorbereitung, Orga, Korrektur etc.
    Wenn ich an diesem Tag krank bin, sind es gerade mal diese 2 Std. Unterricht, die wegfallen, aber für mich bedeutet es insgesamt, dass ich wesentlich mehr an anderen Tagen arbeiten muss.
    Nicht umsonst ist ja das Deputat nicht gleich der wöchentlichen Arbeitszeit, bei Krankheit bleibt das aber außen vor.

    Ja ganz genau. Das ist machen sich aber wenige Lehrer überhaupt bewusst, dass in unserem Beruf bei Krankheit sozusagen Arbeitsstunden nachgearbeitet werden müssen systembedingt. Oder sie haben Denkfehler:

    Das kommt bei uns drauf an, wie lange man krank ist. Fällt ein einzelner Krankheitstag auf einen Prüfungstermin, dann verschiebe ich eben die Prüfung. Das ist keine Mehrarbeit in der Freizeit, es spielt ja keine Rolle ob ich die Prüfung an diesem oder an einem anderen Tag korrigiere.

    Doch tut es, denk doch mal nach!

    Das Problem ist bei unserem Beruf nur leider, dass nicht wie bei vielen anderen Jobs ein Stapel Arbeit liegenbleibt oder halt länger dauert, sondern dass andere die Arbeit übernehmen müssen. Und das macht dann eben wütend auf entsprechende Kollegen.
    Ein Beispiel: Ein Kollege hatte eine Klassenlehrerschaft, vieles lief schief, die Konsequenz: er bekommt keine Klassenlehrerschaft mehr vom SL zugewiesen, dafür haben aber andere nun zwei oder drei

    Ist bei uns auch so, diejenigen, die z.B. ständig in Konflikt mit Eltern geraten werden in der Regel um die Klassenleitung drumherum kommen.
    Merkste selber wie perfide das System ist, oder? Mega geschickt für den Dienstherren.

    Genauso das Problem bei Krankheit: Ist der Chirurg oder die Bäckereifachverkäuferin krank, so kommt er / sie nächste Woche wieder und arbeitet mit normalen Wochenstunden (!) weiter, weil ein Großteil oder zu leistenden Arbeitsstunden entfallen und nicht nachgeholt werden.
    Ist die Lehrkraft krank, entfallen nur die Unterrichtsstunden, aber dies ist ja nur ein Teil der Arbeit. Die durch Krankheit verpassten Arbeitsstunden beim Korrigieren der Stapel von Klausuren, die durch Krankheit in der Woche entfallenen zwei Stunden, in denen man die Klassenfahrt weiter organisiert hätte, die fallen nicht weg. Die müssen nachgearbeitet werden? Ja wann denn? Na, als Überstunden in der nächsten Woche (oder am Wochenende) oder wie auch immer. Es fällt bei Krankheit bei Lehrern nur ein kleiner Teil der Arbeit weg, der Rest muss in der Freizeit nachgeholt werden.

    Angenommen man braucht für die Korrektur eines Klausurenstapels in der Oberstufe 15 Stunden und würde die auf drei Wochen verteilen. Eine Woche krank heißt dann nicht, dass die 5 Stunden Korrekturen wegfallen, sondern es bedeutet 5 weitere Stunden, die man in die anderen Wochen reinquetschen muss.
    Zusätzlich gilt das für die entfallenen Elterngespräche und tausend anderen Dinge. Mit anderen Worten, ein Großteil der Arbeit muss nachgeholt werden bei Krankheit.
    Das ist so, als würde man zu einer Bäckereifachverkäuferin sagen: Sie haben 15 Arbeitsstunden durch Krankheit verpasst? Sie bleiben in nächster Zeit erstmal 30 Minuten länger in ihrer Schicht, bis sie die Zeit wieder reingeholt haben.
    Achja, am besten sollte man für die "wegfallenden" Unterrichtsstunden bei uns auch Arbeitsaufträge schicken xD Als das dann endlich mal gekippt wurde nach dem Motto "krank ist krank" (hat laaaange gedauert!), heißt es halt: Sie halten bitte für jeden Kurs im VORAUS Material bereit für den Fall einer Krankheit xD

    Ist deine Empfehlung wirklich, bewusst eine Burnout-Erkrankung zu riskieren? Oder ist die Empfehlung eher, den Dienstpflichten nicht mehr nachzukommen? Dann war es das nämlich auch schnell mit der Unkündbarkeit.

    Nein, meine Empfehlung ist rechtzeitig vor Eintritt einer Burnout-Erkrankung (und die droht Lehrern nun einmal berufsbedingt) mit Hilfe des Arztes und entsprechenden Kuren, Krankschreibungen usw. die Gesundheit zu erhalten.
    Es kann imho nicht sein, dass man auf Teilzeit geht und dem Dienstherrn Geld schenkt, weil die Arbeitslast nicht tragbar ist.
    Dann doch lieber eine volle Stelle haben und sich selbst dabei genau beobachten und bei psychischen, somatischen oder psychosomatischen Symptomen rechtzeitig zum Arzt gehen.

    Das mit der Überlastungsanzeige sehe ich sehr zwiespältig, das könnte sehr schnell zur Waffe der Schulleitung werden.

    Seit wann ist Dienst nach Vorschrift eine Dienstpflichtverletzung? Und wenn die SL einen am Wochenende zur Dienstpflichterfüllung am Tag der offenen Tür einbestellt dann kommt man auch seiner Dienstpflicht nach, wenn man die SL möglichst zeitnah darüber informiert, wenn man eine Migräneattacke hat und den Dienst nicht antreten kann.
    Ich rede nicht davon, dass man z.B. einfach seine Aufsicht schwänzen soll und stattdessen irgendwo eine echte Pause zur Erholung macht.
    Nochmal etwas zur Unkündbarkeit. Ich beziehe mich schon auf Beamte, die auf Lebenszeit verbeamtet sind, bei Beamten auf Probe und Widerruf ist das Beamtenrecht noch einmal anders.

    Als Beamter auf Lebenszeit kann man nicht wegen schlechter Leistung aus dem Dienst entlassen werden, noch nicht einmal in den Ruhestand versetzt werden. Das ist etwas, was viel mehr Beamte wissen sollten, was aber natürlich in vielen Seminaren im Referendariat aus Kalkül nicht deutlich behandelt wird. Da ist es schonmal ganz nützlich wenn der Unterricht in Beamtenrecht durch Externe (bei uns ein vollausgebildeter Jurist) durchgeführt wird.

    Wenn "Angebot und Nachfrage" nur metonymisch gebraucht wird für "der Arbeitgeber zahlt so wenig, wie möglich, um die erwartete Leistung zu kriegen"

    Beim Lehrerberuf spielt auch ganz stark mit rein, dass der Dienstherr sich ins Fäustchen lachend so wenig zahlen kann, weil die KuK untereinander einen pseudomoralischen Druck aufbauen.
    Da würde man aus einer vermeintlich moralisch höheren Position als moralisch nicht integer gebrandmarkt, wenn man aufgrund der Arbeitsbedingungen nur minimalsten Einsatz zeigte.
    Es ginge um "das Wohl" der Kinder und, so zwischen den Zeilen, dafür müsse man auch bereit sein für wenig Geld, besser noch ganz umsonst, arbeiten zu wollen.
    Deshalb ist es für KuK sogar akzeptiert fürs Arbeiten noch Geld draufzulegen und Fortbildungen, Arbeitsmaterialen usw. aus eigener Tasche bezahlen.

    Zwar mindert das das Gehalt, aber für viele Lehrer an diesen Schularten ist eine Mehrbelastung nicht mehr möglich.

    Ich empfehle in Vollzeit bleiben und wenn die Mehrbelastung gesundheitlich ihren Tribut fordert (denn ja, mehr ist tatsächlich nicht möglich!) entsprechende Gesunderhaltungsmaßnahmen mit Hilfe eines Arztes durchführen.
    Es kann nicht sein, dass man die Belastung hochschraubt und Lehrer dann ihr Gehalt mindern. Lasst das nicht mit euch machen!
    Man behandelt euch wie der letzte Dreck als Beamter, schlagt endlich zurück! Denn der Dienstherr lacht, dass man als Beamter verpflichtet ist so viel zu arbeiten und jedem Ruf von "Dienstpflicht" zu folgen.
    Lacht doch mal zurück mit der Unkündbarkeit.

    Das Argument vom freien Markt hab ich bei Lehrern nie verstanden. Es gibt doch nicht X Firmen, die um die Studienabgänger konkurrieren. Der Staat hat im Grunde eine Monopolstellung, die er ausnutzt.

    Und sogar noch schlimmer, die meisten Lehrer sind Beamten und unter dem Deckmantel der Alimentierung werden die dann wie Leibeigene behandelt. Nach dem Motto: Ihr bekommt später mal eine Pension, also müsst ihr mit geringem Gehalt (rechnet doch einmal euren Stundenlohn aus bei der ganzen unbezahlten Merharbeit) vorliebnehmen.
    In die Wirtschaft wechseln ist keine Alternative, weil die da natürlich über die Qualifikation eines Lehrers lachen. Man ist also gefangen in dem Beruf ohne Alternativen und dem Dienstherrn ausgeliefert.

    Was ich dazu meine? Ich meine, dass den Pensionären bislang noch dermaßen der Arsch vergoldet wird, dass es von einer ungeheuren Weltfremdheit zeugt, wenn jemand meint, auch nur ein pensionierter Beamter in D müsse "sich etwas dazuverdienen" und von den Gewerkschaften verlangt, dieses himmelschreiende Elend anzugehen.

    Unglaublich! Die Pension ist teuer erkauft, die ist doch bereits eingerechnet. Dafür, dass man in der Pension mehr rausbekommt als bei der Rente, bekommt man während seines Arbeitslebens eben nicht sonderlich viel.
    Und mal ganz ehrlich, damit die Pension halbwegs hoch ausfällt muss man sein Arbeitsleben lang Vollzeit gearbeitet haben.

    In einem Beruf, bei dem Reihenweise KuK frühpensioniert werden, weil sie aufgrund der psychischen Belastung (oder Lärmtinnitus, Burnout oder eine andere Lehrerberufskrankheit) nicht mehr anders können ist das gar nicht so selbstverständlich. Es geht eben auch ein nicht unerheblicher Anteil der KuK in Teilzeit (schaut mal den Prozentsatz an bei euch an den Schulen!), weil sie sonst ganz ausfallen würden.

    In Nds hat die Gewerkschaft eine Arbeitszeitstudie durchgeführt. Hat noch nicht viel gebracht, aber immerhin wird das Thema gerade diskutiert.

    Niedersachsen ist ein Paradies im Vergleich zu SLH. Höheres Gehalt, deutlich weniger Pflichtstunden, kein Zwang zur Klassenfahrt. Allein das sind schon einmal Werte im Bereich von 500 Euro pro Monat. Gibt es Weihnachtsgeld in NDS? Also in Niedersachsen mag es so sein, das es "Jammern" ist, in SLH ist es tatsächlich katastrophal.

    Die Gewerkschaft macht bei euch nichts? Bist du in der Gewerkschaft? Engagierst du dich?

    Ich bin in einer der beiden großen Lehrergewerkschaften, zahle da brav meinen Beitrag. Ich engagiere mich nicht, ich zahle meinen Beitrag.
    Ich unterschreibe freilig fleißig Petitionen und teile die im Kollegium.
    Aber in SLH wird man nach wie vor verarscht, nicht einen Zentimeter Land haben die Gewerkschaften da gewonnen, nicht mal einen Millimeter.

    Personalrat, Personalversammlung gemeinsame Linie gegen den SL. Letztlich ist die SL auf das Godwill seiner Lehrkräfte angewiesen. Wenn das Kollegium zusammenhält, kann man viel erreichen.

    Es ist wie überall, es gibt die, die auf A14 schielen, einen großen Anteil an jungen Kollegen (enthusiastisch, in der Probezeit noch abhängig vom good will der Schulleitung), eine Schulleitung die Querulanten mit schlechten Stundenplänen unter Druck setzt und noch einige andere Mechanismen die verhindern, dass die Arbeitslast abnimmt.
    Die Kollegen sind durchaus sehr nett, ich fühle mich da sehr wohl, aber es sind leider auch ganz viele dabei (Frauen single, keine Kinder), die quasi mit ihrem Beruf verheiratet sind. Schrecklich.
    Das ist übrigens ein Teufelskreis, die sehen immer ausgezehrter (oder das genaue Gegenteil aus), kriegen dann schon um so unwahrscheinlicher einen Kerl, und stürzen sich noch mehr in die Arbeit (um zumindest da Bestätigung zu bekommen). Auszubaden haben es dann alle mit einem "normalen" Leben.

    Ich hätte aber auch kein Problem mit einer Überlastungsanzeige. Ich weiß nicht wovor man da Angst haben sollte. Sinnvollerweise macht man das dann natürlich als Gruppe. Alle Lehrer einer Schule, viele Lehrer eines Bundeslandes etc..

    Die Blöße wollen sich im Kollegium einfach wenige geben. Das ist so quasi wie zu sagen man sei psychisch erkrankt.

    Achja auch ein guter Draht zu den Elternvertretern kann vom Vorteil sein. "Leider haben wir momentan so viele Aufgaben, dass ich es nicht schaffe eine Klassenfahrt zu organisieren." (Ist in Nds freiwillig). Solche Extraaufgaben sind auch das erste, was liegen bleibt.

    Das liest sich sehr bitter. Bei uns werden Leute, teilweise mit 50% Deputat gegen ihren Willen zwangsverpflichtet. Und zwar zusätzlich zur Klassenleitung und Profilkursleitung.

    Gesamtarbeitsbelastung? Sehe ich durchaus problematisch. Letztlich muss man prüfen, ob die geleisteten Stunden im Einklang mit der vorgesehenen wöchentlichen Arbeitszeit stehen. Natürlich inklusive Ferien abzüglich Urlaubstage etc.. Wenn das nicht passt, wäre das eine Aufgabe für Personalrat, Gewerkschaft, Überlastungsanzeige, Klage usw. Aber das eine hat erstmal grundsätzlich nichts mit den anderen zu tun.

    Wie kann man denn prüfen, ob die geleisteten Stunden im Einklang mit der Arbeitszeit stehen?
    Es heißt dann sofort: "Dann müssen Sie an anderer Stelle sparen, schneller korrigieren usw."
    Personalrat? Macht nichts.
    Gewerkschaft? Hat ja noch nicht einmal das gestohlene Weihnachtsgeld in SLH wiederbeschafft.
    Überlastungsanzeige oder Klage? "Dann müssen Sie an anderer Stelle sparen, schneller korrigieren usw." + "Sie sind überlastet? Perfektes Bossingopfer!" oder "Sie verklagen den Dienstherrn? Willkommen auf der Liste, ab jetzt wird man ihnen auch noch von höherer Stelle ans Bein pinkeln".

    Bei uns sind tatsächlich jegliche Zusatzeinsätze und Zusatzarbeiten "drin". Es gibt nicht eine Sache, die mal als "zu viel" gegolten hat. Ist alles Dienstpflicht, alles!
    Und jedes Jahr kommen fünf Dinge mehr hinzu, während vielleicht eine Sache wegfällt.

    Vermutlich ist es bald so, dass man komplett ohne Unterrichtsvorbereitung und nur mit Minimalstkorrekturen trotzdem mehr Stunden arbeitet als das eigentlich Soll.
    Ach quatsch, das ist schon so. Die Leute bereiten aber selbstverständlich immer noch vor und machen gewissenhafte Korrekturen.
    Wie machen die das? Na klar, die stellen einen Antrag auf Teilzeit, arbeiten dann offiziell 75% und in Wirklichkeit arbeiten sie 120%.
    Die Korrekturen und Unterrichtsvorbereitung machen die halt in ihrer Freizeit (die sie sich mit einigen Hundert Euro pro Monat weniger Gehalt erkauft haben).
    Man kann doch keine schluderige Arbeit abliefern, es geht doch um Kinder!!!!

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