Beiträge von Firelilly

    Ich hoffe in NRW muss man kein Attest bringen, wenn man sich für einen Tag bzw. nachmittags krank meldet.

    Sei froh, dass du anscheinend nicht auf der Todesliste der Moderatoren bist. Für so einen Satz hat man mir locker ne mehrmonatige Strafe aufgebrummt.
    Sehe es aber ganz genauso wie Du, bekommst von mir einen Daumen hoch!

    Ich werde ja oft für ein Mann gehalten, vermutlich weil ich manchmal so einen aggressiven Ton an den Tag lege.

    Wurde mir auch schon mal unterstellt bzw. es angenommen :autsch: Wenn die Leute mich sehen würden dann.... naja okay würden sie mich vielleicht als typische Modetussi anstatt Lehrerin abstempeln, aber zumindest wäre da kein Vorwurf mehr ein Kerl zu sein. :victory:

    Kann ich für Sachsen nicht bestätigen. Und wundert mich auch für Bayern ehrlich gesagt. Leg doch mal spaßeshalber deinen Schülern Material aus deinen eigenen Grundkursen hin, ich kann mir nicht vorstellen, dass wir (im Durchschnitt) besser/intelligenter/geübter waren

    Für Schleswig-Holstein kann ich Keckks bestätigen. Das, was wir früher im Leistungskurs gemacht haben könnte ich niemals im Profilkurs bringen, dafür ist das durchschnittliche Niveau zu niedrig. Zugegeben, die Leistungskurse waren 5 stündig, aber dennoch sind im Gegensatz zu früher viel mehr SuS auf dem Gymnasium, die damals eher auf die Real- oder gar Hauptschule gegangen wären. Dadurch, dass diese heute in den gymnasialen Klassen sitzen, ist das Niveau (zumindest in Naturwissenschaft kann ich das beurteilen) deutlich niedriger.
    Es gibt natürlich immer noch sehr intelligente, gute SuS. Allerdings werden die viel stärker als früher ausgebremst in ihrer Entwicklung. Das sind unzählige Effekte, wovon das Gefühl "es eben auch ohne Anstrengung zu schaffen gut mitzukommen" nur eines von vielen ist, die dazu führen, dass die intelligenten SuS heute weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleiben.
    Selber der leistungsorientierteste Lehrer passt seinen Unterricht an um die ganzen schwachen SuS nicht gänzlich abzuhängen.
    Besonders beklagen das die Mathelehrer: Seitdem es in SLH keine Grundkurse und Leistungskurse mehr gibt in Mathe, sondern es ministeriell verlangt wird alle SuS (!) auf erhöhtem Anforderungsniveau (irgendwo zwischen ehemaligem LK und Grundkurs) zu unterrichten, können sie die paar guten Matheschüler so gar nicht mehr entfalten. Die ganzen Kurse leiden unter den Matheversagern.
    Anstatt, dass man alle guten SuS in einen Kurs steckt und die so richtig gut fordern könnte, sind diese schön verteilt in jedem Kurs und vegetieren neben den ganzen (armen Würstchen), die Mathe nicht abwählen können und auf erhöhtem Anforderungsniveau unterrichtet werden müssen, dahin.
    Ein weiterer Faktor der mich sehr nervt:
    Selbst nicht sonderlich intelligente SuS sind immer noch so plietsch Kurse zu wählen, wo sie leicht Punkte einfahren. Sie wählen Geographie, Geschichte usw.
    Das bekommen auch die sehr guten SuS mit und sehen natürlich nicht ein Fach wie Physik oder Chemie zu wählen, womit sie sich eventuell den Abischnitt versauen.
    Wie oft habe ich gehört "Frau X, mich interessiert Chemie sehr und ich würde auch gerne Profil wählen. Aber ich wähle Geo, Sport, whatever, weil ich später Medizin studieren möchte (!!!!)"
    Dass Chemie für angehende Mediziner inhaltlich wichtig wäre interessiert nicht, es wird geschaut, wo man leicht punkten kann.
    Also muss man in den Naturwissenschaften (Physik, Chemie ohne Zentralabitur) die Ansprüche enorm absenken, damit es halbwegs gleichwertig zu diesen Fächern ist im Anspruch.
    Ich fände es viel schöner, wenn die Biologen, Geographen usw. ordentlich anziehen würden, anstatt, dass die Naturwissenschaften seichter werden. Aber setz so etwas mal im Kollegium durch!

    Und da fängt die Wertschätzung m.E. An wollsocken. Deswegen bin ich ja auch gegen die Finanzierung von Festivitäten im ÖD. Nicht aus Missgunst sondern weil ich finde, dass ein vernünftiger Arbeitsplatz bzw eine vernünftige Ausstattung viel wichtiger ist.

    Du verstehst es nicht, oder? Ein Dienstherr, der merkt, dass die Lehrer trotzdem motiviert ("zum Wohle der Kinder") arbeiten, wenn man ihnen das Weihnachtsgeld streicht, ihnen keine Weihnachtsfeier bietet, sie niedere Aufgaben machen lässt, der wird auch ohne mit der Wimper zu zucken bei der Ausstattung sparen, während die Leute im Ministerium schön weich sitzen.
    Der wird Akademiker Legehennenstyle auf kleinste Tische im Leherzimmer zusammenpferchen, erwarten, dass sie sich Lösungsbände, Ordner, usw. selber kaufen, sie mit ihren Privatautos SuS im Praktikum besuchen lassen und komplett gar nichts machen, wenn man auf dem Weg dahin verunfallt. Dieser Dienstherr ist eine Rabenmutter. Und die Lehrerschaft Kinder, die trotzem alles tun um ihr zu gefallen.

    Keine Weihnachtsfeier zu wollen um dafür eine bessere Ausstattung zu bekommen zeugt davon, wie verdreht du denkst. Eine bessere Ausstattung muss unabhängig von irgendwelchen Wertschätzungen her.
    Es ist eine absolute Frechheit, was Lehrern zugemutet wird. Das ist total Schmalspur, was man da bekommt. Und ich gewöhne mir immer mehr an mich selber zu zwingen auch so zu arbeiten.
    Wenn man high end Arbeitsergebnisse will, dann sollte man auch für high end Bedingungen sorgen. Wenn die Bedingungen Mülltonne sind, muss man sich nicht wundern, wenn man eben nicht arbeitet, als wäre man Elite.
    Wir haben an der Nachbarschule Oberstufenleitung, die arbeitet wie ein Tier, ist perfekt organisiert, treibt nebenbei Schulentwicklung voran. Wenn dieselbe Frau in einem Unternehmen in Leitungsposition wäre, würde sie das Zehnfache verdienen. Und eben nicht nur monetär, sie würde eben auch ein ganz anderes Büro haben usw.
    Eine Idealistin. die aber eben dazu beiträgt, dass der Dienstherr schallend lacht:"Wie toll ist das denn, ich verarsche die von vorne bis hinten und die leistet herausragende Arbeit! So günstig muss man erstmal an Spitzenkräfte kommen, ich bin ein Genie!"

    Wollsocken:
    Wir haben alles das, was Du beschrieben hast nicht. Trotzdem erwartet man, dass wir mit vollem Arbeitseinsatz arbeiten. Fühle mich in dem Beruf sowas von verarscht. Wie gesagt, ich habe keine Probleme mit Schülern oder dem Unterrichten (habe mich hier im Forum auch noch nie darüber beschwert!), aber die Arbeitsbedingungen und Arbeitsmenge finde ich sowas von unerträglich.
    Bei euch scheint es ja wenigstens so zu sein, dass ihr euch besser auf das Unterrichten konzentrieren könnt und nicht noch unbezahlt Überstunden machen müsst um RGs zu spülen, PCs zu warten usw.
    Aber das ist in der Forschung in Deutschland auch katastrophal, deshalb gehen so viele Spitzenforscher nach Amerika usw. (wäre auch ein Angebot für mich gewesen, aber ich wollte nicht nach Amerika).
    Deutschland schafft sich ab.

    Ich habe ja keine Ahnung, wie das bei euch konkret läuft. Aber ganz pauschal: Das größte Problem, das wir an der Schule haben, ist neben der Einstellung "Das mache ich für die Kinder irgendwie möglich" die Angst davor, deutlich zu formulieren, welche Konsequenzen in gewissen Situationen haben werden. Da werden unmögliche Dienstanweisungen umgesetzt, und um das möglich zu machen, verbiegen sich die Kollegen auch noch, damit keiner sieht, wo sie dafür weniger leisten. Ich kommuniziere das inzwischen sehr offensiv:
    "Wenn ich die Klasse von Kollegen X als Mehrarbeit übernehmen muss, muss Ihnen klar sein, dass der Unterricht dort keine hohe Qualität haben kann. Das wird eher eine Form der Beschäftigung, denn ich arbeite am Limit."
    "Wenn ich die Aufgabe XY übernehmen muss, wird das nur auf Kosten der Abiturvorbereitung der Kurses Z gehen, denn ich habe aktuell keine weiteren Ressourcen."
    "Wenn ich die Aufgabe ABC übernehmen soll, kann ich leider die Aufgabe DEF nicht erfüllen. Dann gibt es dieses Jahr eben kein DEF."

    In Frappers Fall könnte das heißen, dass er klar kommuniziert, dass er nicht mehr alle Inklusionskinder betreuen kann, oder dass er eben entsprechend weniger Zeit pro Kind zur Verfügung hat, oder dass er eben gewisse Übungen mangels Material nicht durchführen kann oder oder oder. Wie gesagt, ich kenne euer System nicht, aber einfach stillschweigend das Beste aus der Situation zu machen, wird nicht zu Veränderungen führen.
    Übrigens kommuniziere ich meine Statements oben im Zweifelsfall durchaus auch Eltern und Schüler: "Ich kann dieses Jahr keine Übungsklausur fürs Abi korrigieren, weil ich von der Schulleitung angewiesen wurde, XY zu machen und deshalb keine zeitlichen Ressourcen habe."

    Finde ich ganz toll. Wenn man das allerdings bei uns machen würde, dann würde man kräftig angeraunzt werden.
    Und wenn man Eltern und Schülern gegenüber Äußerungen macht (letzter Absatz bei Dir), dann würde man cholerisch zusammengebrüllt werden wie unprofessionell man sei so etwas gegenüber Eltern und Schülern zu äußern.
    Naja, man kann nur hoffen, dass die Schulleitung bei uns nicht mehr so lange macht (sind aber noch einige Jahre) oder die cholerische Persönlichkeitsstörung mit kardiovaskulären Folgen vor der Pension zuschlägt.
    Aber wirklich Hut ab, dass du den Mut hast etwas mal nicht zu machen bzw. so offensiv zu kommunizieren. Wenn mehr Kollegen so wären, dann wären die Arbeitsbedingungen vielleicht endlich tragbar. Dann würde der Job auch Spaß machen, denn das Unterrichten, Umgang mit SuS usw. ist ja in Ordnung. Aber der Rahmen ist halt grauenvoll.

    Der Steuerzahler zahlt meinen Lohn. Nicht mehr nicht weniger. Geld für eine Feier hat aber nicht mit meinem Lohn zu tun sondern ist ein Extra, das ich als Steuerzahler nicht bereit bin zu bezahlen.
    Vor allem weil ich genug Kollegen kenne, die eben eine solche „Belohnung“ in kleinster Weise verdient haben.

    Ganz widerlich, Kapa. Da willst du den Kollegen keine Weihnachtsfeier gönnen, weil sie in deinen Augen nicht gut arbeiten. Es mag vereinzelt Lehrer geben, die den Job gnadenlos ausnutzen und sich auf die faule Haut legen. In meinem Kollegium ist das Gegenteil der Fall, da wird extrem sorgfältig und gewissenhaft gearbeitet. Selbst ich, die wenig Zusatzaufgaben freiwillig übernommen hat, ist dafür sehr gewissenhaft im Kerngeschäft (Unterricht). Allein das verschlingt schon meine Arbeitszeit bzw. geht darüber hinaus, in Abiturzeit sogar extrem darüber hinaus. Ein Großteil der Kolleginnen und Kollegen ist darüber hinaus auch durch vielfältiges Zusatzengagement aktiv.
    Und selbst wenn es (wovon es eigentlich mehr geben müsste, das wäre eigentlich gesünder!!!) ein paar Kolleginnen und Kollegen gibt, die nur das Mindeste machen, glaubst du, dass in jedem Unternehmen nur Maximalleister sind?
    Ein Lehrerkollegium ist ein Querschnitt durch die Gesellschaft, wobei ich ziemlich fest behaupten würde, dass unter den Lehrern prozentual sogar mehr engagierte Leute sind, als es in einem durchschnittlichen, wirtschaftlichen Unternehmen den Fall ist. Einfach, weil ganz viele diese Verantwortung gegenüber den Kindern spüren, dass man eben mal nicht die Klausur larifari korrigiert. Wie oft habe ich aber in Unternehmen Sachbearbeiter (oder Kundenservice...), die sich nicht so verpflichtet fühlen gewissenhaft und sorgfältig zu arbeiten.
    Aber auch die bekommen eine Weihnachtsfeier.
    Nein, ganz ehrlich Kapa, ganz ekelhafte Einstellung.
    Im Übrigen bin ich als Steuerzahlerin auch bei so manchen Dingen nicht bereit diese zu bezahlen, aber Weihnachtsfeiern als Wertschätzung von Arbeit allemal.

    Insofern ist der Staat schon dumm, selbst bei der letzten Kleinigkeit zur Verbesserung des Betriebsklimas geizig zu sein.
    Die Folgen der schlechten Arbeitsbedingungen sieht man in einigen Fächern ja auch deutlich.

    Eigentlich müsste man das noch deutlicher zeigen.

    Mikael und was kann der Steuerzahler jetzt dafür, dass dein Dienstherr dir die Sahnestücken weggenommen hat in der Vergangenheit?

    Sahnestückchen? Lustig, eine bezahlte Weihnachtsfeier ist eher Standard als Sahnestückchen.
    Im übrigen, der Steuerzahler möchte, dass seine Kinder mit mehr als Dienst nach Vorschrift unterrichten und gewertschätzt werden, aber er gönnt dem Lehrer dann keine Weihnachtsfeier?! Was ist das für ein perfides Denken.
    Ich gönne jedem (!) Mitarbeiter im öffentlichen Dienst genauso eine finanzierte Weihnachtsfeier, wie es auch in der Wirtschaft üblich ist.
    Warum sollte im öffentlichen Dienst keine Wertschätzung dieser Form erfolgen?

    Im Übrigen, die Wegfall des Weihnachtsgelds in SLH ist ein riesiger Skandal. Das sollte auch nur vorübergehend sein.
    Ich empfinde es ganz klar als Diebstahl!

    Das schreibt jemand, dem Beziehungsarbeit wichtig ist und diese als wichtige Arbeitentlastung begreift.


    Pausenaufsichten haben extrem wenig mit Beziehungsarbeit zutun und diesen marginalen Anteil dann auch noch als Arbeitsentlastung zu begreifen empfinde ich fast als krank. Pausenaufsichten führen dazu, dass ich mich metnal und praktisch nicht auf den kommenden Unterricht vorbereiten kann, erhöhen mein Streßlevel und sind einfach nur als BE- statt entlastend zu sehen.
    Man kann solche "Pausen" nicht mal nutzen um Dinge für den Chemieunterricht auf- oder abzubauen (denn dafür haben wir kein Personal). Echte Pausen hat man als Lehrer eh nicht. Wenn ich das mit anderen Berufen vergleiche, wo eine Pause tasächlich eine Pause ist. Arbeit ist das. Und wenn man Aufsicht hat, dann sogar noch eine, die die Unterrichtsqualität negativ beeinflusst.

    Wie immer kommst du vom Hölzchen auf's (auf DEIN) Stöckchen. Ich möchte z. B. nicht, dass von meinen Steuergeldern irgendwelche Weihnachtsfeiern bezahlt werden. Nicht im Finanzamt, nicht im Bauamt und nicht in Schulen.

    Ich hingegen finde, dass es zur Wertschätzung von Mitarbeitern gehört. Und auch im Finanzamt und Bauamt fände ich es eine angemessene Sache, wenn auch diese Mitarbeiter Wertschätzung erführen. Da gibts viel mehr rausgeschmissenes Geld als ordentlich arbeitenden Menschen eine, wie in der wirtschaft übliche, Anerkennung zukommen zu lassen.


    Ich sehe übrigens nicht, was Pausenaufsichten zur "niederen Tätigkeit" machen würde.

    Das kann aber auch nur jemand schreiben, der komplett im Mikrokosmos Schule lebt. Natürlich ist das eine niedere Tätigkeit und in keinster Weise eine, für die man jetzt durch Lehrer durchführen lassen müsste.
    Es ist einfach nur traurig. Ich stelle mir ein großes Unternehmen vor mit unter anderem rund 80 beschäftigten Akademikern.
    Da jemand natürlich den Einlass kontrollieren muss ins Gebäude gibt es in jedem Unternehmen entsprechendes Personal. Genauso natürlich auch in der Nacht, ich glaube die nennt man Nachtwächter.
    Jetzt stelle man sich vor, dass die Unternehmensleitung sagen würde: Das ist keine niedere Tätigkeit, das muss jeder mal machen! Und so werden die Akademiker im Reihumverfahren (so wie bei unseren Pausenaufsichten) eingeteilt diese Dieste ab und an zu unternehmen.

    Ich sage Dir, ein Grund, warum Lehrer so einen schlechten Ruf haben und nicht als Akademiker (sondern eher als Erzieher, Kindermädchen etc.) wahrgenommen werden ist, dass wir genau so etwas alles machen.
    Da ist doch völlig klar, dass man nicht als Akademiker wahrgenommen wird.

    Heute verweigerte meine Seiteneinsteigerin die Pausenaufsichten. So etwas niederes möchte sie nicht machen .

    Klingt, wenn man durchs Referendariat so erzogen ist, natürlich total komisch, dass jemand Pausenaufsichten in Frage stellen könnte.
    Ich muss ganz ehrlich sagen: Pausenaufsichten, Eintrag und Kontrolle von Entschuldigungen, Eintreiben von Geld für Wandertage, Organisation (und Durchfürung) einer Klassenfahrt, Etikettieren von Chemikalien, Spülen von Laborgeräten und tausend andere Aufgaben könnte man durchaus durch anderes Personal (je nach Tätigkeit durch günstige, relativ unqualifizierte Kräfte) durchführen lassen.
    Kaum ein Unternehmen würde es sich leisten derartige Aufgaben durch Akademiker durchführen zu lassen.
    Wenn ein Arzt im Krankenhaus die Schwester beauftragt das Erbrochene wegzumachen, dann ist das normal, wenn ich als Lehrer auch nur auf die Idee komme irgendeine kleine Tätigkeit anderen (Hausmeister, Sekretärin) zu übertragen, dann ist Alarm.
    Für Lehrer ist es auch normal eine Weihnachstfeier so zu organisieren, dass jeder selber Sachen auf eigene Kosten mitbringt und danach auch noch der Raum selber gewischt wird, denn das kann man ja auch niemandem zumuten, dass Putzkräfte auch noch unsere Weihnachtsfeier aufräumen.
    Lehrer werden darauf gepolt "niedere Tätigkeiten", wie deine Seiteneinsteigerin sie nennt, zu verrichten.

    Sie werden so indoktriniert, dass sie aufschreien, wenn jemand, der etwas anderes als den Mikrokosmus Schule (und dessen niederen Tätigkeiten) kennengelernt hat, solche Tätigkeiten in Frage stellt.
    Mir ist klar, dass man Pausenaufsichten und andere niedere Tätigkeiten nicht abtreten kann aus schulorganisatorischen Gründen, aber es wäre längst an der Zeit das mal zu hinterfragen.


    Wer soll das ihres Erachtens machen, wenn nicht Lehrer?

    Irgendein Personal, das man für so etwas einstellt? Macht doch jedes Unternehmen. Personal für "höhere" und für "niedere" Tätigkeiten einstellen.
    Wenn es keine Putzkräfte geben würde, wärst Du gleich so jemand, der sagen würde: "Natürlich putzen wir die Schule, nachdem die Schüler nach hause gegangen sind. Wer soll das denn sonst machen, wenn nicht Lehrer?"

    vor wenigen Monaten den Berufseinstieg in Unternehmen geschafft (guter Arbeitgeber, ordentliche Bezahlung, Job macht soweit Spaß)

    Bleib in dem Beruf!

    1. Ruiniere ich mir die Möglichkeiten in die Wirtschaft nach dem Ref wieder einzusteigen dadurch, dass ich direkt nach dem Studium (8 Monate Job zwischendrin) für das Ref an die Schule gehe (nach Ref dann 30/31. Jahre alt, gute Praktika, bisschen Berufserfahrung, sehr guter Masterschnitt)?

    Lehrer sind bei Personalern generell nicht gerne gesehen. Könnte mir vorstellen, dass das Ref, auch wenn es nicht soooo viel verlorene Zeit ist, ein klein bisschen negativ ankommt.


    2. Gibt es eurer Meinung nach einen "idealen" oder "idealere" Zeitpunkt(e) das Ref zu absolvieren? Z.B. könnte ich mir vorstellen, dass ein Ref mit Mitte/Ende 30 deutlich anstrengender wird als jetzt mit Ende 20. Sowohl was die Belastbarkeit angeht als auch das "sich etwas sagen lassen"-Gefühl.

    Ich glaube das Referendariat baut so ein bisschen darauf, dass die Lehramtsstudenten noch nicht in der Wirtschaft waren vorher:
    Man hat es als frisch gebackener Akademiker, der noch kein Geld verdient hat und keinen Vergleich hat, deutlich leichter das schlecht bezahlte und psychisch belastende Ref zu überstehen. Jemand, der gewohnt ist nicht für einen Appel und ein Ei zu arbeiten und wohlmöglich noch Wert darauf legt als fertig studierter Mensch zumindest nicht wie ein Lehrling behandelt zu werden, der könnte in der Tat mehr dran zu knabbern haben.


    Bereut ihr die Entscheidung gewechselt zu haben? (Hier muss ich noch mal betonen, dass ich wirklich Bock auf den Lehrberuf habe und den Quereinstieg nicht irgendwie als Notlösung oder Ähnliches sehe. Ich hadere sogar sehr damit einen Job aufzugeben, der mir aktuell wirklich Spaß macht, mir halt nur langfristig nicht die Perspektive gibt mit Menschen intensiv zusammenzuarbeiten).

    Auch an dieser Stelle. Hör auf dein Hadern! "Mit Menschen intensiv zusammenarbeiten" ist mit Sicherheit kein Grund die besseren Bedingungen, die dein jetziger Beruf bietet, aufzugeben.
    Lehrer kannst Du über Seiteinstieg usw. immer noch werden, aber zurück in die Wirtschaft gehen, nachdem Du Lehrer warst? Das geht nicht oder kaum. Da denken die Unternehmen einfach viel zu sehr, warum einen ehemaligen Lehrer nehmen, wenn man (!!!) auch jemanden nehmen kann, der etwas kann! Denn wirklich geschätzt wird in der Wirtschaft nicht, dass man gelernt hat mit pubertierenden Jugendlichen klarzukommen oder, dass man Skills hat wie "Krankmeldungen der Schüler akribisch ins Klassenbuch einzutragen" oder "Klassenreisen in Jugendherbergen mit schrecklichen Zimmern zu organisieren".
    Die wollen in der Wirtschaft leider richtige skills. Und als Lehrer ist man halt in einem Paralleluniversum, fernab jeglicher moderner Methoden und Vorgänge. Je länger man im Paralleluniversum Schule verbringt, desto unrelevanter werden die fachlichen Qualitäten.
    Ich selber habe mein Diplom mit summa cum laude abgeschlossen, aber ob ich heute noch Chancen hätte? Auch, wenn ich fachlich mich bestimmt sehr gut einarbeiten könnte, warum sollten sie jemanden nehmen, die schon X-Jahre nichts anderes gemacht hat als "Kinder zu hüten" (so denken die meisten in der Wirtschaft und so falsch liegen sie ja nicht), wenn sie auch jemanden bekommen können, der in derselben Zeit bereits in einem Unternehmen tätig war und dort mit modernsten Techniken und Erkenntnissen umgehen musste.

    Was hat das Gehalt jetzt mit der Frage zu tun?

    Ich möchte damit zum Ausdruck bringen, dass ich es für rausgeschmissenes Geld halte, wenn jemand mit der Gehaltsklasse an der Heizung lehnt.
    Dass Schulbegleiter oftmals nicht wirklich Sinnvolles beitragen kann ich noch halbwegs ertragen, die bekommen für ihr "neben dem Schüler Zeit absitzen" (ja, ist bei manchen tatsächlich kaum mehr!) eben auch nicht viel Geld.
    Aber wenn jemand mit A13 an der Heizung lehnt fühle ich mich verarscht.

    Ich stehe dann meistens seitlich an der Heizung

    Das deckt sich mit dem, was Sonderpädagogen und insbesondere auch Schulbegleitungen bei uns "leisten". Eine Hilfe ist das nicht, im Gegenteil, eher stören die Person noch.
    Leicht verdientes Geld, Hut ab.
    Ich würde von einem studierten Sonderpädagogen erwarten, dass die Person zu meinem Unterricht binnendifferenziertes Material erstellt. Selbstständig. Klar muss ich sagen worum es thematisch geht, aber dann.... bitte ran an den Speck, ich habe nicht noch Zeit mir Gedanken zu machen, wie ich den A13 bezahlten Sonderpädagogen einbauen kann. Das ist dann nämlich für mich Zusatzarbeit und keine Entlastung.

    Wenn Lehrer ihr Tätigkeiten auch nur annähernd so abrechnen könnten wie Kieferorthopäden würde das gesamte System zusammenbrechen.
    Dann gäbe es aber ganz ganz schnell nichtakademische Hilfskräfte, die Klassenfahrten organisieren und durchführen würden, Entschuldigungen mit Fehlzeiten im Klassenbuch abgleichen würden usw.
    Das würde kein Dienstherr bezahlen können und wollen. Das System Lehrer zu allem heranzuziehen funktioniert nur durch die pauschale Alimentierung.

    Mehrheit der SuS wünschte sich sehnsuchtsvoll den Hund im Klassenraum, zwei SuS waren aus religiösen/kulturellen Gründen komplett dagegen, also war und ist der Einsatz des Hundes natürlich in dieser Klasse komplett ausgeschlossen.

    Was ist das denn für ein Quatsch. Dass man den Hund bei vorhandenen Allergien nicht einsetzt okay, aber aus religiösen Gründen?
    Soll ich aus religiösen Gründen auch auf den Evolutionsunterricht verzichten, wenn sich da welche gestört fühlen?


    Da vielen Muslimen diese religiösen Regeln nicht detailliert bekannt sind, ist daraus eine weniger religiös begründbare als damit kulturell tradierte Zurückhaltung im Umgang mit Hunden entstanden, die viele Muslime die ihren Glauben praktizieren (die religiösen Vorschriften aber eben nicht exakt kennen) zeigen. Da werden Hunde dann einfach pauschal als "haram" angesehen. Religion ist dann der offizielle Grund, tatsächlich dürften Muslime aber auch ihrer Religion nach Hunde streicheln, müssten sich eben nur zu Gebetszeiten umziehen.

    Das wird ja noch viel lustiger, die verstehen ihren Koran falsch und vermeiden deshalb den Kontakt zu den Hunden?
    Und dann wird in der Schule auch noch zum Schaden der Mehrheit Rücksicht genommen auf etwas, das eigentlich nur durch Fehlinterpretation ihrer Religion begründet ist?
    Da wird mir richtig schlecht.

    Mit dem, was Du hier schreibst, degradierst Du nämlich jeden Arzt zu einer Attest-Ausstell-Maschine. Und wenn der Arzt sich weigert das Attest auszustellen, ist er ein schlechter Arzt.

    Ein Arzt, der die vom Patienten geäußerten Beschwerden bagetellisiert ist ein schlechter Arzt, ja. Da stehe ich zu 100% hinter der Aussage.
    Wenn der Arzt die die ganz starke Vermutung hat, dass der Patient nicht wirklich körperlich oder psychisch krank ist, dann sollte eine Anemnese durchzuführen, was den Patienten dazu veranlasst. Er würde den Patienten dann vielleicht eher zum Psychologen weiterüberweisen, der vielleicht erarbeiten kann, wieso ein Mensch sich gezwungen sieht die Reißleine zu ziehen. Stichwort: Coping Strategien entwickeln.
    Jemanden aber mit "sie haben nichts, gehen sie arbeiten" nach hause zu schicken ist wie du so ironisch schreibst, ganz großes Tennis. Menschen, die so etwas gutheißen, tragen durchaus eine Teilschuld an Suiziden, Burnout Fällen usw. Diese "stell Dich mal nicht so an" Haltung ist etwas ganz Ekelhaftes, die vielen psychisch und physisch chronisch kranken Menschen enorm schadet. Und genau diese Einstellung ist es, die viele Erkrankungen und Probleme ächtet.
    Es gibt zum Beispiel auch hypersensible Menschen, die Schmerz und Streß in einem ganz anderen Ausmaß wahrnehmen, als es so Holzklötze tun.

    Die meisten Erkrankungen kann man halt nicht sehen. Selbst den Bandscheibenvorfall sieht man nur im bildgebenden Verfahren, könnte also sein, dass du nur simulierst und "au" schreist, um die Krankschreibung zu erzwingen. Gilt für psychischene Erkrankungen natürlich sowieso. Es nicht so lustig, wenn einem ein Arzt nicht glaubt.

    Unsere Dauerschwänzer gehen übrigens gar nicht zum Arzt, sie kommen einfach nicht. Und wenn ein Ausnahmekandidat das machen würde, um eine Klausur 3 Tage später zu schreiben- sein Problem.

    Ganz genau!

    Hab von ihm sogar schon aus dem Nebenzimmer gehört, er war etwas lauter, daß er einem Patienten ausreichende Gesundheit für die Arbeitsfähigkeit attestiert hat.
    Was ist eigentlich, wenn einer meiner Schüler jetzt zu dem Arzt geht von wegen "Attest für die Klassenarbeit", er ist während der Klassenarbeit in der Praxis und der Arzt sagt: "Sie sind gesund."

    Wenn man seinem Hausarzt sagt, dass man sich (körperlich, psychisch) nicht in der Lage fühlt zu arbeiten und der einem sagt, dass man sich doch bitte in die Arbeit schleppen soll, dann würde ich ganz stark darüber nachdenken, ob der mich überhaupt ernst nimmt.
    Und dem Schüler würde ich dringend raten den Arzt zu wechseln, das ist los!
    Selbst wenn der Schüler die Mühen auf sich nimmt zum Arzt zu gehen, weil er einfach nicht mehr klar kommt mit dem Druck der Klausuren, dann ist es erstmal sinnvoll, dass ein Arzt dem Ganzen auf den Grund geht.

    Das perverseste was ein Mediziner machen kann ist es, die Probleme seiner Patienten nicht ernst zu nehmen.
    Man stelle sich folgendes vor:
    Schülerin kommt zum Arzt und klagt über Kopfschmerzen, Kraftlosigkeit und sagt, dass sie psychisch fertig sei und zuhause bleiben wollte um Kraft zu tanken. Der Arzt sagt: Achso, eine Klassenarbeit? Die simuliert bestimmt nur, geh in die Schule.
    Drei Monate später liest er in der Zeitung, dass sich eine Schülerin aus Überforderung und psychischen Problemen das Leben genommen hat.
    Übertrieben? Überhaupt nicht. Natürlich spielen da viele Faktoren ein Rolle, aber AUCH beim Hausarzt hätte ein Ernstnehmen des Patientengesprächs der Anstoß zur Heilung sein können.

    Schaut euch mal an was der ständige Druck für psychische Erkrankungen hervorbringt.
    Im Lehrerberuf gibt es ein Burnout Quote, die sich gewaschen hat.
    Toll, wenn der Hausarzt dann vorher gesagt hat:"Ach, das ist nur ein bisschen Schlaflosigkeit und Stress, natürlich sind sie arbeitsfähig".
    Auf jeden Lehrer, der einmal zu oft zum Arzt geht wegen Überforderung und psychischen und psychosomatischen (!) Problemen und eigentlich hätte arbeiten können, kommen fünf (wenn nicht zehn) Lehrer, die wegen solcher Beschwerden NICHT zum Arzt gehen und es hätten mal besser tun sollen.
    Ich behaupte die schlechten Arbeitsbedingungen der Lehrer (und vieler andere Berufe) kommen auch zu einen signifikanten Teil dadurch zustande, dass die Menschen unter Druck versuchen so lange zu funktionieren, bis es wirklich mal rumms macht. Würden die Menschen mehr auf ihren Körper hören (dürfen !!!), wäre das Arbeiten ganzheitlicher, nachhaltiger, erholsamer.

    Inklusion an den Schulen gibts, da nimmt man Rücksicht auf jedes noch so gestörte Verhalten, aber wenn Kollegen psychisch krank und überfordert sind, dann wird gehackt wie bei den Krähen.

    So kenne ich das auch. Im Prinzp ganz einfach: Wenn du Urlaubstage, die du durch Krankheit nicht wahrnehmen kannst, ausgeglichen haben willst, @Firelilly, musst du eben an deiner Schule durchsetzen, dass man seine 30 Urlaubstage für die Ferien konkret anmeldet. Passiert ja auch an einigen Schulen. Dann dürfte das kein Problem sein.
    Im Umkehrschluss würde das dann wohl bedeuten, dass der Schulleiter dich an Ferientagen, für die du keinen Urlaub angemeldet hast, zu Arbeiten heranziehen kann.

    Und was ist mit den ganzen Überstunden? Wie werden die dann ausgeglichen? Man hat doch explizit mehr als 30 Tage frei, damit man die während der Schulzeit anfallenden Überstunden kompensiert.
    Das kann doch nicht wahr sein. Da wird einem eine nach oben offene Arbeitszeit aufgedrückt (wie gerne würde ich, wie jeder andere Mensch, jede Überstunde aufschreiben!) und dann soll man nur 30 Urlaubstage haben?
    Das wäre der moment, wo ich sofort raus wäre.

Werbung