Beiträge von Auct

    Was ist denn bitte ein "klassisches Gymnasialkind" deiner Meinung nach?

    Also meiner Erfahrung nach zu urteilen: "eigentlich" alle.


    Eigentlich.
    Denn: Ich sehe, dass viele Kinder, die mittlerweile am Gymnasium sind, sehr große Probleme haben, sich dem Stoff zu widmen. Hier beschriebener Fall ist einer davon.


    Ich vermute, dass das sehr stark mit dem Elternhaus zusammenhängt. Will sagen: Wenn ein Kind die notwendige, "natürliche" Unterstützung durch die Eltern erhält, dann hat es in der Schule ein leichteres Leben, kann den Stoff aufnehmen, weil es nicht durch irgendwelche (innerlichen) Probleme abgelenkt wird, oder anders gesagt: die nötigen Kapazitäten frei hat, um sich auf´s Lernen = die Aufnahme von Unbekanntem, zu konzentrieren.


    Zurzeit habe ich einige Schüler, denen DAS (= Elternhaus) fehlt. Ein paar schaffen es auch so (bewusst erinnere ich mich an ein Scheidungskind, das große Startschwierigkeiten hatte, es dann aber doch irgendwie "packte") viele geraten aber auch unter die Räder.


    Die Frage ist daher eigentlich: Wie schaffe ich (= wir Lehrer) es, dass das Kind es trotzdem packt? Können wir überhaupt etwas tun?
    Die Vorschläge bzgl. Eigenverantwortung fand ich sehr gut.

    Bei mir in der Klasse, bzw an meiner Schule sind wohl 80 Prozent der Schüler genau so (bis auf das Weinen - dafür werden andere beleidigt o.ä.). Hauptschule halt.
    Immer wieder an Regeln erinnern, Rituale einüben, explizit die Schritte das Verhalten vorgeben, die/das erwartet werden/wird, bevor(!) der Schüler mit etwas anfängt usw. Zum Beispiel "Achtung, jetzt erkläre ich etwas" oder beim Aufräumen genau benennen was wohin soll etc.
    Ständige Gespräche mit Mitschüler : Einzeltisch und nur für Partnerarbeit zusammensetzen. Evt neben deinen Tisch platzieren, so dass du ihn gut im Blick hast, bremsen/unterstützen kannst?

    • Es ist bestimmt mühsam, aber sei froh, dass du nur einen davon hast ;)

    Ja, ehrlich gesagt habe ich das auch schon vermutet. Eigentlich ist es kein klassisches Gymnasialkind. Es ist nicht "dumm", sondern hat einfach nur so viele (familienhaus bedingte) Defizite, dass es möglicherweise irgendwann nicht mehr an der Gym-Schulform bleiben wird.


    Das ist so schade! - Und Danke für Deine hilfreichen Tipps. Präventives Vorhersehen, so weit denke ich noch gar nicht, aber auch das kann sicherlich helfen.


    Wiederholung ist die Mutter der Didaktik. ;)

    Soso, na dann wäre ich auch nicht allzu zimperlich. Ändert aber nichts daran, dass es anstrengend bleibt und ich umso klarer wäre in den Aussagen, was ich erwarte ;)


    @Luiselotte, ich hatte doch ein schlechtes Gewissen, mich mit Minervas Federn zu schmücken. So cool muss man erst mal sein :P

    Es ist wirklich total anstrengend. Lehrer nolens volens die Therapeuten der Gesellschaft ...

    Hast du schon Mal versucht ihm zusätzliche Aufmerksamkeit zu schenken. Beispielsweise könnte er die Aufgabe bekommen, jeden Arbeitsauftrag zu wiederholen. Das könntest du auch ritualisieren. Anfangs könntest du es auch einleiten mit: "Achtung Mäxchen, gleich bist du dran die Aufgabe zu wiederholen."


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    @Krabappel als Harry-Potter-Fan bin ich ehrlich enttäuscht über den Wechsel deines Profilbildes. :(

    Das ist auch ein guter Hinweis in dem Sinne, dass Schülerenergie in die "richtige" Richtung gelenkt wird. In der Grundschule kann das eventuell auch funktionieren (oder 5. Klasse) ... aber ja, doch, ich glaube, ich sehe da eine Möglichkeit, wenn auch etwas anders gelagert.

    ich finde das geschilderte Verhalten zwar anstrengend, aber nicht wirklich unterirdisch.
    Ruhig bleiben,


    Nicht die 528ste Erklärung geben, sondern ihm den Ball zurückgeben: Was kannst du tun, damit du es verstehst?
    kurze, knappe Antworten,
    ihm keine Bühne geben.

    Das könnte ich vielleicht ausdauernder handhaben. Danke!


    Ergänzt mit "Was machst Du gerade?" bei Störungen (+ Wie ist es richtig?)


    Ja, das ist ein guter Tipp. Noch mehr auf die Selbstverantwortung zurück verweisen.

    Danke für die Antworten!


    Ihr habt natürlich Recht, gerade Miss Jones, Elternhaus. Dazu kann ich leider hier nix weiter ausführen, aber die Chancen, was das anbelangt, sind eher bescheiden. Leider. (Wurde schon mehrmals angesprochen usw., keine Einsicht, Lehrer sind "die Bösen" ... schwierig.)


    Es ist kein Heimkind.


    Status in der Klasse ist kompliziert, da den Mitschülern das Verhalten schon lange negativ auffällt. Es gab schon häufiger die von euch angesprochene Reaktion der Mitschüler auf wiederholtes Fragen und/oder Störungen. Sehe mich eher in der Position, die Reaktionen einzudämmen, da mittlerweile teils recht offensiv.


    Gespräch mit Schüler habe ich schon mehrmals gesucht, da kommen relativ viele "Anschuldigungen", was die anderen und/oder ich alles falsch machen. (Elternhaus lässt grüßen.) Gespräche dauern sehr lange (ganze Pause), was wiederum Grund zu Annahme gibt, dass Kind zu Hause wenig Aufmerksamkeit erhält und kaum Freunde hat. "In der Regel" fliehen die Schüler ja eher in die Pause, als sich stundenlang mit dem Lehrer zu unterhalten. ;)


    Tja. "In der Regel" kenne ich das auch, dass sich so ein Verhalten irgendwann raus wächst, hier liegt aber mehr im Argen.


    Und, ganz richtig: Ich bin kein Therapeut und habe auch noch 26 andere SchülerInnen zu betreuen.


    ...

    Hallo!


    Es ging um einen emotional sensiblen Schüler in einer 7. Klasse, der ständig wegen irgendwelcher Kleinigkeiten auffällt. Z.B. Tasche einpacken 5 Minuten vor Unterrichtsende, Fragen stellen (Lehrer hat vorher alles erklärt, man kann seinen Sitznachbarn fragen(?)), Gespräche mit Sitznachbarn, wenn andere Schüler Ergebnisse vorlesen ... das ganze Programm eben. Ständig wird die Aufmerksamkeit der Lehrkraft eingefordert, selbstständiges Arbeiten oder Arbeiten mit Mitschülern sind für dieses Kind sehr schwierig. Wenn man auf das Verhalten sachlich hinweist, z.B. Lass Deine Sachen bitte auf dem Tisch/ Wir sind noch nicht am Ende der Stunde, Ich habe die Aufgabe gerade schon erklärt, wird geschmollt, bisweilen sogar geweint. - Was ich sehr ungewöhnlich finde in einer 7. Klasse.


    Kurzum, das ist ein Kind, was sehr unsicher agiert und sich total nach Aufmerksamkeit sehnt (Familiengeschichte bestätigt das), und damit seine Mitschüler und auch mich sehr beschäftigt.


    Wie geht ihr mit solchen Schülern um?

    Danke schon mal!


    Elternzeit und Beurlaubung unterscheiden sich rechtlich sehr, soweit mir bekannt ist.


    Ich frage mich: Gibt es eigentlich eine Obergrenze, was die Zahl der Stunden anbelangt?


    Für Elternzeit gilt meines Wissens, dass man arbeiten darf insofern, als dass es dem Grund der Elternzeit nicht entgegen steht. Ich denke, da mehr als 15+ Stunden zu bekommen, wird schwierig.


    Wie aber sieht das während einer Beurlaubung aus?


    Mal angenommen: Wäre es möglich, als beurlaubter Beamter eine Vollzeitstelle, z.B. als Angestellter, anzunehmen?

    Hallo!


    Mich würde interessieren, ob es unter euch jemanden gibt, der eine (Neben)tätigkeit als beurlaubter Beamter angenommen hat. Beispielsweise 1. Beurlaubung zur Kinderbetreuung a x Jahre und dann 2. eine kleinere oder größere Arbeit nebenher.


    Im Beamtenrecht ist das ja recht schwammig formuliert: "Es dürfen grundsätzlich nur solche (Neben-)tätigkeiten angenommen werden, die dem Zweck des Urlaubs nicht zuwiderlaufen und es ist eine Genehmigung für die Tätigkeit einzuholen."


    Daher wollte ich mal rumfragen, wie eure Erfahrungen damit sind, welche Arbeit in welchem Umfang als "zulässig" gilt usw.


    Danke!

    Mal so aus dem Nähkästchen plauder ...


    Ich finde Klassenfahrten auch nicht besonders berauschend. Es kostet, selbst mit sehr netten und pflegeleichten Schülern, einfach wahnsinnig viel Zeit und Energie.
    Im besten Fall kann man selber etwas machen, das man noch nicht kennt/ etwas Neues kennenleren, aber in den allermeisten Fällen greift man ja auf Altbewährtes zurück, weil man dann eine gewisse Sicherheit hat (aber auch gähnende Langeweile, wenn Programm xyz sich zum wiederholten Male abspielt.)


    Bin und war aber selber im Schnitt zwei Mal im Schuljahr auf Klassen, - bzw. Kursfahrt. Dazu kommen dann noch diverse Tages- oder auch Übernachtungsfahrten in Zusammenhang mit meiner Funktion als Personalrat.


    Das liegt u.a. auch daran, dass sich manche Kollegen leider völlig rausziehen, was Klassenfahrten anbelangt. Ich kann es total verstehen, wenn Kollegen nicht mit ihren Schülern wegfahren wollen, weil diese sich nicht benehmen können. Da könnte man aber auch die Schüler, die das betrifft, im Vorfeld von der Fahrt ausschließen.
    Nur des Aufwandes wegen "Nein" zu sagen, finde ich gelinde gesagt unkollegial.

    Nebentätigkeit oder Freizeitbeschäftigung, das ist hier - in der Tat - die Frage. Aber auch irgendwie nicht. Ich glaub, der hat sich da soweit eingerichtet und ICH wollte damit auch keine schlafenden Hunde wecken. Die Frage war ja eher generell auf "öffentliches Zurschaustellen" bezogen.

    Hallo zusammen!


    Hatte gestern ein längeres Gespräch mit zwei Freunden und fand das Thema so spannend, dass ich es einfach mal hier in die Runde werfen wollte. "Wir" sind ja (auch) ein online-Forum. Aber dabei sind "wir" ziemlich anonym und es gibt ja heute 100.000 Möglichkeiten, sein Leben, seine Ideen und Ansichten ins Internet zu platzieren.


    Beide Freunde sind auch Lehrer.


    Freund A ist totaler Gegener davon, weil er der Meinung ist, dass das im schlimmsten Fall irgendwann gegen einen verwendet werden kann.
    Freund B ist Deutschlehrer und schriftstellerisch sehr aktiv. Er hat einen eigenen Blog und schon ein paar Bücher als Selfpublisher veröffentlich. Ins Rollen kam die Diskussion daher, dass ich ihm vorschlug, seine Schreiberei einfach öffentlich zu machen (er schreibt unter Pseudonym).
    Freund B meinte, er wolle das nicht. Zwar schreibt er nix verwerfliches, aber es sind zum Teil sehr private Geschichten (im persönlichen Bereich) und da fühle er sich einfach sicherer mit Pseudonym.
    Freund A war daraufhin ziemlich entsetzt und meinte, das grenze schon an grobe Fahrlässigkeit, argumentierte mit Anzeigepflicht beim Direktor usw. (weil Freund B damit auch Geld verdient, er schweigt sich aber darüber aus, wie viel).
    Freund B. - Künstlerseele - wirkte dann ziemlich geknickt. - Ich persönlich denke aber auch, dass eine Offenbarung seines Namens ihm ggf. auch neue Kunden bringen könnte, immerhin haben Lehrer ja ein großes Netzwerk und z.B. Frau Rowling und andere waren ja auch mal Lehrer ...
    Ich sehe das also nicht so eng.


    Ich selber bin so mittelmäßig unterwegs. Kein eigenes Blog, aber schon hier und da mal Foreneinträge und sowas. Immer unter Pseudonym.


    Ja, was meint ihr? Was kann denn wohl so schlimmstenfalls passieren??? (Oder bestenfalls?)


    Gruß!

    Hallo zusammen!


    Die Frage ist bewusst überspitzt formuliert, Direktor käme mir jetzt eher weniger in den Sinn, aber mich würde schon interessieren, wie man die schulische Karriereleiter hinaufklettern kann.


    Mir ist klar: es gibt an Schulen Leitungsfunktionen, die ausgeschrieben (und zumeist schulintern) vergeben werden; wobei gerade das Direktorenamt oder hohe andere Ämter (Stellvertreter) auch gerne mal von außerhalb besetzt werden.


    Was aber, wenn man jetzt z.B. schon 10 Jahre ganz normaler Lehrer in Bundesland xy ist und dann irgendwo in Bundesland Z z.B. ganz viele "Oberstufenkoordinatoren" (o.ä.) gesucht werden. Stellt man da dann auch einen Versetzungsantrag oder bewirbt man sich einfach auf so eine Stelle?


    Außerdem gibt es ja auch zunehmend Privatschulen. Wie läuft das da? (Würde jetzt mal sagen, dass Bewerbung aus dem Staatssystem an Privatschule wohl unproblematischer ist als andersrum. - Aber ginge das auch?)


    Bei Bedarf geht alles, oder?


    Oder muss man diesen "cursum honorum" (Ämterlaufbahn) durchlaufen und darf sich als A13 gar nicht auf eine A15er Stelle bewerben?


    Bin gespannt auf eure Antworten/Erfahrungen!


    Grüße


    Auct

    Hallo zusammen!


    Mich würde mal interessieren, wie ihr an eurer Schule im Personalrat die Stunden verteilt. Ich weiß, dass man je nach Größe des Kollegiums - also der Wahlberechtigten - entsprechend Stunden gut geschrieben bekommt.


    Frage: teilt ihr diese "gerecht" unter den Personalratsmitgliedern auf, - oder werden diese so verteilt, dass z.B. der Vorsitzende mehr bekommt als die normalen Mitglieder?



    Evtl. versteht der ein oder andere das Problem ... ;)


    Beste Grüße
    Auct

    Hallo zusammen!


    Sitze gerade an der Steuererklärung und wollte mich mal umhören, welche Tipps und Tricks ihr ggf. über die Jahre gesammelt habt. Ich persönlich kann insbesondere Werbungskosten geltend machen (Kilometer zur Arbeit, Fachliteratur, Rechnung für Essen (anteilig, wenn z.B. langer Tag mit Konferenzen)). Dann natürlich - ebenfalls anteilig - das häusliche Arbeitszimmer.


    Nun ist es so, dass ich im letzten Jahr im Urlaub war, allerdings (auch) aus dem Grund, weil ich mich dort umgesehen habe für eine anstehende Kursfahrt. Genauso fahre ich häufig aus privaten(?) Gründen in Ausstellungen oder gucke mir historische Stätten an. - Wo ich dann im Nachhinein oft mit Schülern bin.
    Hier verschwimmt m.E. privates und berufliches.
    Hat jemand von euch solche "Reisen" schon mal angegeben? - Ist schon klar, dass ich die nicht 100% absetzen kann. Das wollte ich auch nicht. Aber gerade im letzten Jahr kam es häufig vor, dass ich auch aus beruflichen Gründen mal hier und dort war.


    Auct

    Spontan: In einer kreativen Tätigkeit verarbeitet man die Wahrnehmung und Einstellung über politische Begebenheiten oder eigene Erlebnisse/ Gefühle und drückt das durch Mittler, wie Töne/Material/Wörter/Methoden... aus.


    Den Lehrerberuf würde ich nicht als kreativen Beruf bezeichnen, da die Vermittlung von vorgegebenen Lernzielen mit ausdrücklich nicht erwünschter eigener Interpretation im Mittelpunkt steht.
    Dass ich mir beispielsweise eine besondere Technik überlege, um den Dreisatz zu erklären, würde ich nicht als kreativ bezeichnen. Sondern da schöpfe ich aus dem Wissen um Proportionalität, Didaktik, Alltagsprobleme der SchülerInnen und ggf. noch Erinnerungen, was ich mal irgendwo gesehen habe. Selbst wenn ich eine ganz eigene Idee der Vermittlung entwickeln sollte, sehe ich darin weniger einen kreativen, als vielleicht flexiblen Denkprozess?

    Toller Beitrag!


    Auch den anderen herzlichen Dank!


    Warum ich das frage? - Aus persönlichen Gründen. :)

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