Beiträge von WillG

    Ich habe für meine Promotion etwas vorbereitet. Ihr würdet mir sehr helfen und es wäre auch für euch sehr interessant, die Frage zu beantworten.

    https://de.surveymonkey.com/r/FQP5R97

    Wie stellst du eigentlich sicher, dass wirklich nur Eisesser auf deine Umfrage antworten, wenn du den Link einfach in ein öffentliches Forum stellst? Sind die Ergebnisse dann überhaupt valide?

    Der Vergleich hinkt doch.

    Ja, der Vergleich mit dem Apotheker hinkt. Der Vergleich des Beamten im Schuldienst mit "der Wirtschaft" hinkt aber eben auch, weil es eben ganz grundsätzlich unterschiedliche Formen der Beschäftigung sind.
    Das ist übrigens ein Punkt, der - völlig zurecht - auch regelmäßig angebracht wird, wenn Kollegen sich beschweren, dass dies oder das für Beschäftigte in der freien Wirtschaft besser wäre. Auch das kann man einfach nicht vergleichen.

    Beamte haben gewisse Privilegien. Dafür geben sie an anderer Stelle Freiheiten und Rechte auf. Priviligien durch Vortäuschung falscher Tatsachen auszunutzen, ist nicht okay. Aber die Privilegien, die man sich eben durch die Aufgabe von Rechte und Freiheiten erkauft, in ihrem Sinne zu nutzen, eben bspw. wirklich krankgeschrieben zu sein, bis man körperlich und geistig wieder fit und dienstfähig (nicht arbeitsfähig!) ist, entspricht der Fürsorgepflicht des Dienstherrn im Dienstverhältnis.

    Wie gesagt, ich persönlich bin zwar froh über meinen Beamtenstatus, finde aber objektiv betrachtet nicht, dass Lehrer unbedingt Beamte sein müssen. Solange sie das aber sind, müssen sie sich halt mit Abordnungen und Versetzungen und Erhöhung der Pflichtstundenzahl abfinden (- bzw. halt politisch dagegen vorgehen -) und damit, dass sie nicht streiken dürfen. Im Gegenzug muss sich der Dienstherr mit den Pensionen abfinden und damit, dass der Beamte im Sinne der Gesunderhaltung vielleicht im Einzelfall länger krankgeschrieben bleibt als ein Beschäftigter in der Wirtschaft. Quid pro quo.

    Und du glaubst in einem normalen Beruf wäre das auch so gewesen?

    Also ich finde, dass ich einen ziemlich normalen Beruf habe.

    Ich habe es oben schon geschrieben: In dieser Hinsicht haben wir keinen normalen Beruf. Wir sind in einem Dienstverhältnis, bei dem Loyalität gegenüber dem Dienstherr, aber eben auch die Fürsorgepflicht des Dienstherrn nochmal deutlich höher gehängt sind als in einem normalen Beschäftigungsverhältnis. Beide Seiten, sowohl der Dienstherr als auch die Beamten, erkaufen sich die Privilegien, die damit einher gehen, teuer.

    Es gibt immer jede Menge Gerüchte in Lehrerzimmern, und jeder glaubt, genau Bescheid zu wissen.
    Die Realität ist fast immer anders. Die genauen Umstände und wirklichen Begründungen kann keiner genau wissen. Ist ja auch logisch, wir versuchen ja alle diskret mit unseren gesundheitlichen und psychischen Beeinträchtigungen umzugehen.

    Natürlich gibt es Kollegen, die das System ausnutzen. Und natürlich gibt es Situationen, in denen man ohne Verbeamtung vielleicht mehr ertragen würde. Aber erstens wissen wir einfach in der Regel nicht, was genau der Grund für eine Krankmeldung ist, und zweitens ist das eben ein Teil des Beamtendeals. Ich habe hier im Forum in letzter Zeit immer mal wieder darauf hingewiesen, dass manche Unannehmlichkeiten eben Teil des Beamtendeals sind, aus dem man ja auch viele Vorteile hat. Das ist jetzt das Gegenstück: Als Beamter muss ich mich eben nicht bis zum Zusammenbruch aufarbeiten. Ich habe eine Gesunderhaltungspflicht, und der kann ich nachkommen, weil ich durch den Beamtenstatus geschützt bin.

    All das zusammen genommen gilt meiner Meinung nach immer: Man sollte nicht über Kollegen, die längere Zeit ausfallen, urteilen.

    Sorry, es ist eine Dienstpflicht, auf Fahrten zu fahren, aber ich reagiere langsam allergisch auf Kolleg*innen, die so viele tolle Ideen haben, aber nicht die Voraussetzungen im Vorfeld klären (habe ich das passende Personal dafür?).

    Ich zitiere es, einfach um es nochmal verbal liken zu können. Like!

    Nun ja, mit "streng" meine ich, dass nur Landeskinder eingestellt werden, auch wenn man als Feigenblatt auch angibt, Bewerbungen aus anderen Ländern zu akzeptieren. Genau so, wie Planstellen oft schon unter der Hand vergeben sind, aber trotzdem ausgeschrieben werden.

    Es gibt in Bayern für Planstellen keine Ausschreibungen, in denen "Feigenblätter" angegeben werden oder in denen Stellen gelistet sein könnten, die unter der Hand schon vergeben sind.

    Es gibt ein zentrales Stellenvergabeverfahren, dort registriert man sich - als Bewerber aus einem anderen Bundesland nach Anerkennung der Lehramtsabschlüsse, und wird dann gemäß Notenschnitt zugeteilt.
    Da das ganze Verfahren dadurch wenig transparent ist, kann ich nicht ausschließen, dass es hier oder da ein wenig Gemauschel gibt, wenn Schulleiter gut vernetzt sind, aber dass grundsätzlich Bewerbungen aus anderen Bundesländern benachteiligt werden, zumal während des Lehrermangels, habe ich noch nicht gehört und kann ich mir auch nicht vorstellen.

    Ich glaube, das ist so ein Fall, wo beide "Seiten", also die Fragestellerin und die Antwortenden auf ihre Weise irgendwie Recht haben.
    Natürlich hilft es langfristig mehr, wenn man mit Impulsfragen dahin gebracht wird, die richtigen Planungsschritte selbst zu gehen. "Hilf mir es selbst zu tun!" und so weiter.

    Gleichzeitig kann ich mich noch gut an Tage im Ref erinnern, wo ich einfach nur überfordert war und froh war, wenn mir jemand einfach gesagt hat, was ich jetzt machen soll. Gerade auch, weil am Anfang halt alles so verdammt viel länger dauert. Bis man den richtigen Text findet, bis man sich eine Fragestellung überlegt etc.

    Am Ende bringt es langfristig nichts, wenn man Refs diese Mühen abnimmt, zumal ohne die angefragten Zusatzinfos einfach keine gute Antwort gegeben werden kann. Das ist absolut richtig. Ich kann aber auch irgendwie nachempfinden, dass die TE auf etwas anderes gehofft hat und durch die Nachfragen frustriert wurde.

    Teilzeit im Schuldienst ist einfach nicht 1 zu 1 vergleichbar mit Teilzeit in der Konzernbehörde.

    Und warum eigentlich nicht? Wir reden hier im Forum sehr viel darüber, wie man es vermeiden kann, über die vorgesehene Arbeitszeit hinaus zu arbeiten, wir diskutieren über Arbeitszeiterfassung und über Verfügbarkeit bei Abendveranstaltungen oder in Ferien etc. Wir haben das durchaus berechtigte Anliegen, dass wir für unsere Arbeit bezahlt werden und dass wir Leistung, für die wir nicht bezahlt werden, nicht erbringen müssen. Ebenso dürfte es wohl in der "Konzernbehörde" laufen.
    Warum sollte das bei TZ plötzlich anders sein?

    Und was hat "arm" und "bedauernswert" damit zu tun? Wenn ich heute 20 Millionen im Jackpot gewinne und in der Folge meine Stundenzahl auf 50% reduziere, habe ich ebenso Anrecht darauf, dass ich meine "Entlastungs- und Freizeitausgleichsminuten" bekomme wie andere, die aus dringender Notwendigkeit reduzieren. Ich zahle ja dafür.

    Wie gesagt, ich kann den Frust durchaus verstehen: Es ist eine deutliche Belastung in Arbeitsgruppen und Teams, auf die Verfügbarkeit von TZ-Kräften Rücksicht nehmen zu müssen. Das erlebe ich auch selbst und es ist anstrengend und nervig. Aber es ist NICHT die Schuld der TZ-Kollegen.

    Und wenn man wieder da ist, wird erstmal nahezu minimale Teilzeit gearbeitet und vehement um jede Entlastungs-, Freizeitausgleichs-, Mehrarbeitsminute gefeilscht bis aufs Blut.

    Na ja, wer Teilzeit arbeitet, bezahlt buchstäblich seine Entlastungs- und Freizeitausgleichsminuten mit barer Münze. Vor dem Hintergrund, dass das sowieso nie zu 100% gemäß der Reduzierung klappt, ist schon nachvollziehbar, dass sie darum kämpfen.

    Gleichwohl verstehe ich den Frust, wenn man mit TZ Kollegen zusammenarbeitet, die eben nicht wie VZ Kollegen verfügbar sind. Das ist aber nicht deren Schuld, sondern mal wieder ein systemisches Problem.

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