Und jetzt würfe mich interessieren, wie du auf diese abwegige Idee kommst.
Das hat Chili eigentlich umfassend erläutert:
Weil wir Deutschlehrer*innen zwar Linguistik studieren, aber deskriptiv und im historischen Wandel zb. nicht formativ und didaktisch.
Wir unterrichten Literatur(analyse, -interpretation, -auseinandersetzung), setzen uns mit verschiedenen Textformen, mit Redemitteln, usw. auseinander aber dabei ist die Grammatik nur ein (allerdings wichtiges, wie ich finde) Mittel unter anderen.
Wir Fremdsprachenlehrer*innen allerdings lernen Methoden der Wortschatzeinführung, sind damit vertraut, dass Sprachen unterschiedliche Mittel haben, haben gelernt, kontrastiv zu arbeiten und denken nicht (vielleicht wie ein naiver Germanist es tun würde), dass es "nun mal so ist". Wir haben das Handwerkzeug für grammatische Strukturen, auch wenn wir diese erstmal für eine andere Sprache erworben haben.
Es geht hier wohlgemerkt um DaZ/DaF-Unterricht, nicht um Alphabetisierung.
Und DaF/DaZ ist nun mal in erster Linie Fremdsprachenunterricht. Genauso könnte eine Englischlehrer, der zufällig gut Französisch kann, besser für einen ausfallenden Französischlehrer einspringen, als es ein Deutschlehrer könnte, selbst wenn er auch gut Französisch kann.
Ungünstig ist fachfremder Unterricht immer, keine Frage. Aber es gibt halt Fächer, die sind anderen näher als andere. Und Fremdsprachenlehrer können eben besser Fremdsprachen unterrichten als Deutschlehrer.