Beiträge von Sommertraum

    Wenn die Niveaustufe vergleichbar ist mit der bayerischen Haupt- bzw. Mittelschule (kann ich aus deinen Angaben nicht sicher rauslesen), dann ist es ganz normal, dass deine Schüler das trotz intensiven Übens im letzten Jahr nicht gut können. Die Unterscheidung der Zeiten fällt ihnen schon im Deutschen schwer und im Englischen bleibt es ein Kampf bis zum Ende der Schulzeit, sowohl Bildung als auch Unterscheidung. Nach wochenlangem Üben sitzt es einigermaßen, kaum macht man etwas anderes (oder hatte Ferien), ist es wieder weg.

    Englisch ist insgesamt ein großes Problemfach für viele unserer Hauptschüler. Schon das langfristige Abspeichern von Vokabeln klappt oft nicht und Grammatik ist für manche kaum begreifbar

    Sollten deine Schüler eher Realschulniveau haben, müssten sie eigentlich mehr können..

    Habe ich nie in Abrede gestellt, darum ging es auch nicht.
    Was meine "kurze Erfahrungszeit als Lehrkraft" anbelangt, mag ich im Schuldienst zwar neu sein, habe aber insgesamt schon fast 15 Jährchen im pädagogischen Bereich an Berufserfahrung auf dem Buckel, kenne durchaus auch andere KuK, als die mit denen ich aktuell arbeite. Lass uns davon ausgehen, dass wir uns ungeachtet konkreter Berufserfahrung im Schuldienst (wobei ich auch da ein paar Jährchen mehr vorzuweisen habe durch Vetretungstätigkeit als lediglich ein Ref) auf Augenhöhe unterhalten wenn es um die simple Frage geht wie kollegial der Umgang sein kann oder auch nicht ist statt hier ein faktisches "Schnauze halten, hast eh keinen noch Plan" rhetorisch hübsch zu verpacken. Wenn du dir aber in der Rolle der erfahrenen Kämpin die der grünohrigen Junglehrerin mal sagt wo´s langgeht gefällst, dann mach mal.

    Dein Ton und deine Wortwahl erübrigen jede weitere Diskussion ...

    @CDL
    Da ich mich nicht aufgeregt habe, muss ich auch nicht tief durchatmen. Deine Aussage wirkte auf mich so, nicht mehr und nicht weniger habe ich geschrieben. Auch habe ich dich nicht persönlich angegriffen, sodass eine ellenlange Rechtfertigung deinersits nicht nötig gewesen wäre. Tief durchatmen musst also eher du!
    Wenn dir in deiner erst kurzen Erfahrungszeit als Lehrkraft derartige Kollegen nicht untergekommen sind - schön für dich. Aber glaube mir - leider gibt es sie. Und leider gibt es durchaus Klassen, bei denen die beste Klassenführung regelmäßige massive Unterrichtsstörungen nicht verhindern kann.

    In dem Fall vielleicht die Selbsterziehung zu konsequenterer Klassenführung, dann müsstest du dich nicht daran stoßen, dass mit Unterrichtsstörungen so oft so lasch umgegangen wird Kippelfritze. :weissnicht:

    Diese Aussage empfinde ich als extrem anmaßend und unverschämt! Woher nimmst du das Recht, eine dir unbekannte Person sowie seine Klassenführung derart zu beurteilen?

    Gleichzeitig erinnert mich diese Aussage an eine weitere nervige Sache an unserem Beruf: Kollegen, bei denen immer alles super läuft, die über alle(s) erhaben sind und Probleme bei ihren Kollegen grundsätzlich in deren Unterrichtsstil und / oder Lehrerpersönlichkeit sehen (damit meine ich jetzt aber nicht dich, CDL, da ich dich ja nicht persönlich kenne).

    Wie es läuft, hängt einerseits vom Betreuungsbedarf des Schülers und andererseits von den Interessen bzw. der Arbeitseinstellung des Schulbegleiters ab. Normalerweise sollten sie sich nur um ihr zu betreuendes Kind kümmern und bei Bedarf unterstützen. Manche engagieren sich auch für andere Schüler und unterstützen die Lehrkraft, wenn diese das will. Es kann jedoch auch passieren, dass eine Schulbegleitung den ganzen Vormittag nur mit Zeitschriften/Büchern/Smartphone beschäftigt ist oder sich als Lehrkraft aufspielt. Es ist erschreckend, was man hier alles erlebt!

    Es ist einfach eine gesellschaftliche Erwartung, dass Frau mit Kind maximal in TZ arbeitet. Frau ohne Kind wird Kinder bekommen, Frau mit einem Kind wird weitere Kinder bekommen, Frau mit mehreren Kindern wird andauernd fehlen, weil eines der Kinder krank ist.

    Für mich ist das nicht nur gesellschaftliche Erwartung, sondern es gibt - leider - zahlreiche Frauen, die das freiwillig so WOLLEN und genau wie von dir beschrieben auch ausleben.

    Schwanger = ich kann natürlich nicht mehr arbeiten und lasse mich krankschreiben

    Baby da = erst mal ausgiebig daheim bleiben und dann ein paar Stündchen arbeiten. Der Arbeitgeber orientiert sich bitteschön zu 100% an meinen Einsatzwünschen, die Kollegen natürlich auch

    Kind hustet = ich bleibe daheim, schließlich stehen mir ja pro Kind jährlich 10 bezahlte Krankentage zu

    Das ist natürlich sehr übespitzt ausgedrückt, aber nicht wenige Frauen agieren so und verschlechtern damit für alle Frauen in dieser Altersspanne die berufliche Situation.

    Nichts für ungut, aber du hast noch nie richtig gearbeitet, auch nicht in deinem studierten Beruf. Trotzdem hast du eine extrem eingefahrene negative Meinung bzgl. der freien Wirtschaft im Allgemeinen und dem von dir gewählten Berufsfeld im Speziellen. Ich hoffe für dich, dass du nach deinem Lehramtsstudium tatsächlich die Arbeitsbedingungen vorfindest, die du dir momentan (ohne Ahnung) vorstellst.

    Im Übrigen bin ich noch nie in irgendeiner Form frauendiskriminierend behandelt worden, weder beruflich noch privat.

    Auch in meinem Ref. wurde explizit Unterricht gefordert, der nicht "Alltagsunterricht" ist. (Die Ref. sollten unter Beweis stellen, dass sie auf der ganzen Klaviatur spielen können.)

    So war es bei mir vor vielen Jahren auch und was ich von den heutigen LAAs mitbekomme, ist es immer noch so. Materialschlacht mit Einsatz aller zu Verfügung stehenden Medien und Methoden, wenig Sprechanteil des Lehrers. Manchmal hat(te) man den Eindruck, all das zählt in diesen Stunden mehr als der Lernzuwachs.

    Eben, dein Eindruck, also evtl.eine Aussage über dein Kollegium, nicht insgesamt, bundesweit alle Lehrer. So ein bisserl differenzieren dürften wir da schon allesamt, statt Mikaels polemischen Spruch noch undifferenziert zu füttern.

    Entschuldige, dass ich meinen Eindruck geschildert habe ... Einen Anspruch auf Allgemeingültigkeit habe ich nie erhoben!

    Ich kann mir nicht vorstellen, jeden Tag in eine Schule zu fahren, wo ich von Lehrern, Schülern, Eltern und letztlich auch der Schulaufsicht Kontra kriege weil der Laden nicht läuft und ich noch nicht mal jemand anderem die Schuld dafür zuschieben kann.

    Das setzt voraus, dass die SL ihre eigenen Fehler erkennt. Meine Erfahrung zeigt leider, dass das nicht oft der Fall ist.

    Na gut, ich gehe halt auch immer von Bayern aus. Da wurde mit dem neuen Dienstrecht vor ca. 10 Jahren die funktionslose Beförderungsmöglichkeit für Lehrer an GS, Mittelschule und Förderschule ermöglicht in A12AZ bzw. A13. Seither wurden tausende von Kollegen befördert, allein bei der letzten Runde 1800 (https://www.bllv.de/vollstaendiger…er-lehrkraefte/). Es gibt jedes Jahr zwei Runden zur Beförderung.
    MilaB: in Bayern wären deine Aussichten auf A13 bei deinen Zusatzaufgaben auf jeden Fall gegeben!

    Das liest sich so toll, die Realität ist jedoch ernüchternd: In der Regel muss man viele, viele Dienstjahre haben, um in den Genuss der Beförderung zu kommen, A13 gibt's meist erst wenige Jahre vor der Pensionierung. An meiner (großen) Schule bekommt es derzeit keiner. Abgesehen davon werden oft diejenigen befördert, die sich jahrelang krumm und buckelig arbeiten und sowieso für ein reguläres Beförderungsamt (Schulleitung, Seminarleiter) vorgesehen sind. Der "normale" Kollege, der auch pflichtbewusst und engagiert seine Arbeit macht, hat das Nachsehen.

    yestoerty: Aber selbst in Steuerklasse IV kommen mit Kirchensteuer in A14, Gehaltsendstufe verheiratet, in Bayern als Gymnasiallehrer noch 3800 Euro rum. Krankenkasse schon weg. Wirklich brutto. ist nix zu meckern!

    Und zum Ausgleich werden die Gehälter der Grund- und Mittelschullehrer niedrig gehalten. In Bayern verdient der Schulleiter an diesen Schularten weniger als der klassische Gymnasiallehrer.

    Meinem Eindruck nach sind im Mittelschulbereich heute die Noten nicht besser/ schlechter als in den letzten gut 20 Jahren, egal ob gerade gute oder schlechte Einstellungschancen bestanden. Die 3 war schon immer die Durchschnittsnote mit Ausreißern nach unten und oben. Allerdings hatte ich immer den Eindruck, dass im Grundschulbereich bessere Noten verteilt wurden, was aber nicht stimmen muss.

    Okay und wie machst du das mit der Betreuung/Beschäftigung genau? Ich meine, erziehen tut man seine Kinder sowieso. Frühstück machen, Brote schmieren, Freunde einladen, zu Freunden bringen, Hausaufgaben überwachen, Vokabeln lernen, Dummheiten verbieten, Hobbies ermöglichen (oder ggf. erzwingen), abends was zusammen spielen, Wochenende gestalten, Essen kochen, gesellschaftsrelevante und persönliche Gespräche inszenieren, trösten, aufmuntern, anmeckern, zum Aufräumen anhalten, bei größeren Problemen verzweifeln, Pubertät verstehen, Streit schlichten, vorlesen, in die Bücherei bringen, Ferien planen... neben der (Vollzeit)Arbeit bin ich permanent mit Kindererziehung beschäftigt.
    Müsste ich auch noch von 13-16 Uhr mit meinen Kindern basteln, experimentieren, werkeln, chinesisch lernen und eine Fußballmannschaft ersetzen, fühlte ich außer Erschöpfung wohl nicht viel anderes. Und sicher würde ich all das nicht besser machen als die ausgebildeten Erzieher und die anwesende Kindergruppe im Hort. Zur Erinnerung: wir reden hier nicht von Wochenkrippen ;)

    Daher mein ehrliches Interesse: was machst du mit deinen Kindern den ganzen Tag, was sie woanders nicht hätten?

    Ich mache nichts anderes als du, nur in wesentlich entspannterer Laune. Dadurch, dass ich weniger arbeite, brauche ich weniger Erholungszeit für mich, was das häusliche Miteinander durchaus positiv beeinflusst. Darüber hinaus sind die Kinder wesentlich besser drauf, wenn sie mittags heimkommen statt um 17 Uhr ohne eine echte Rückzugsphase gehabt zu haben. Wir haben weniger Zeitdruck und gehen Vieles mit mehr Ruhe an. Das tut allen Beteiligten gut.

    Außerdem halte ich es für enorm wichtig, dass Kinder Freiräume haben, innerhalb derer sie selbst entscheiden dürfen, was sie gerade tun wollen und was nicht. Dieser Freiraum fehlt mir in der Ganztagsbetreuung. Gleichzeitig fehlt auch die Rückzugsmöglichkeit. Für mich ist es extrem anstrengend, dauerhaft in der gleichen Gruppe von Leuten zu sein, ohne dass ich mich mal alleine absondern und abschalten kann. Den Kindern geht es nicht anders.

    Weiß nicht, wie ich mir das vorstellen soll. Teilzeitarbeiten, Mittach kochen, Kind A zum Ballett kutschieren, Kind B vom Reiten holen? Und, lass mich raten, wer macht's am Ende und wer geht arbeiten?

    Ich könnte mir nicht vorstellen, Vollzeit zu arbeiten und damit weite Teile der Erziehung in fremde Hände zu geben.

    ...ähem.
    In der Großstadt gibt es genügend Schulen, wo die Schule ggf schon einen extra für sie zugeteilten Polizisten hat... und einige Schulen haben quasi täglich "Besuch", sowohl von blau-silber als auch rot-weiß. Jeweils mit Blaulicht und Tatütata.
    Ist nicht schön, aber wahr.

    Aus Erfahrung muss ich leider sagen, dass trotz Blaulicht und Tätütata kaum strafrechtliche Konsequenzen folgen. Die (abschreckende) Wirkung bleibt folglich gering. Traurig, aber Realität.

    Schulrechtlich gibt es dank Schulpflicht, Inklusion und Sprengelbindung (Bayern) an "niedrigen" Schularten auch nichts zu befürchten.

    Ich finde, nicht einmal der letzte Satz ist gegen den Lehrer, sondern gegen den Unterricht.

    Und der ist halt schlecht - und ja, dazu braucht man den vorletzten Satz -, weil er so oft ausfällt.
    Länder, stellt mehr Lehrer ein, ist der Appell des Kommentars.

    Wobei der Unterricht ja nicht nur wegen des Lehrermangels ausfällt, sondern in erster Linie wegen der gefühlt 13468 Projekte und Aktivitäten, die ja ach so wichtig sind.

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