Bei uns war auch von vornherein klar, dass wir unseren Kindern die Ausbildung finanzieren (soweit es uns möglich ist). Unsere Tochter studiert 300 km entfernt. Sie bekommt von uns das Zimmer im Studentenwohnheim gezahlt und 400 € für alles weitere (Lebensmittel, Kosten für die Uni, Zugtickets, ...). Damit kommt sie aus. Sie kann keine Riesensprünge machen, es bleibt ihr aber jeden Monat etwas übrig, das für den Urlaub spart. Insgesamt war sie im Umgang mit Geld immer schon sehr vernünftig.
Auch meine Eltern haben mir mein Studium komplett finanziert und ich würde mich nicht als unselbständig bezeichnen. Ich wusste immer (genau wie unsere Tochter), dass Geld nicht einfach so vom Himmel fällt. Dafür habe ich flott studiert und unsere Tochter bisher genauso und dazu mit guten Noten. Das ist uns das Geld allemal wert.
Das ist bei uns ähnlich. Im Herbst beginnt Kind 2 zu studieren und auch das werden wir stemmen. In den Semesterferien arbeitet sie und stockt damit ihr Einkommen auf.
Auch ich habe von meinen Eltern eine ähnliche Unterstützung erhalten, obwohl deren finanzielle Situation deutlich schlechter war als unsere heute.
Allerdings stelle ich im Vergleich zu meinen DINK- bzw. Single- Freunden fest, dass wir einen komplett anderen, viel sparsameren Lebensstil haben, ohne dass ich das als Einschränkung wahrnehmen würde. Wir fahren auch 2x im Jahr als komplette Familie in den Urlaub in gute Hotels und wohnen im abbezahlten Eigentum. Wo wir sparen, sind eher Kleinigkeiten im Alltag: selber kochen statt ständig essen gehen oder liefern lassen, wir sind nicht jedes Wochenende teuer unterwegs, geputzt wird selber, insgesamt nehmen wir viel weniger Dienstleistungen in Anspruch. Auch unsere Urlaubsziele unterscheiden sich. Aber nicht einmal in meinem Leben habe ich meine Entscheidung für Kinder bereut oder wäre gar neidisch auf deren Lebensstil gewesen. Ganz im Gegenteil, mir würde ganz schön viel fehlen, hätte ich meine große Familie nicht!