Besser kann man fast nicht raten. Ich erlebe das jeden Tag bei mir: Je mehr und je individueller Du einen Schüler berätst (bei uns ist oft die zukünftige Schullaufbahn ein Problem), je mehr wichtige Leute du mit seinem Anliegen nervst, je mehr du für ihn möglich zu machen versuchst... desto größer ist die Sicherheit, dass hinterher gar nichts dabei herauskommt. Deshalb gehe ich mit solchen Herausforderungen mittlerweile entspannt um - ich engagiere mich gern, ich mache auch gern ein paar Telefonate (nein, das ist gelogen - telefonieren ist die Hölle!!), aber ich verfalle nicht mehr in Aktionismus. Et kütt wie et kütt, sagt man wohl in Köln.
Danke für die Blumen. ![]()
Einen Einwand hätte ich: Ich finde es schon wichtig, dass man die Schüler individuell berät! Nur muss man wissen wie. Es bringt nichts, Ihnen hinterher zu laufen und mit dem erhobenen Zeigefinger dazustehen. Man muss ihnen verständlich machen, dass sie für sich selbst verantwortlich sind. Das hört sich jetzt vielleicht hart an, aber ein stückweit ist es mir auch egal, wenn jemand der partout eine Null-Bock-Stimmung an den Tag legt, total abschifft... Ich bin bereit, jede Unterstützung zu liefern, die dem Schüler irgendwie nützlich erscheint, aber eben nur auf Nachfrage. Ich biete nicht von mir aus alles Mögliche an und hoffe, das es jemand nutzt.
Den Schülern tut es auch gut, wenn man ihnen vermittelt, dass jeder Einzelne in der Klasse gesehen wird. Ich kann dir zu jedem meiner Schüler adhoc über das Leistungsvermögen, etc. Auskunft geben. Und zwar ohne ins Notenbuch zu gucken. Das zu erreichen, braucht Zeit und viele Freiräume, die man sich auch erstmal irgendwie schaffen muss. Ich „unterrichte“ quasi nur noch SOL. Anders geht das nicht.