Beiträge von MrsPace

    Ich habe mit Kollege y gerade gesprochen, können wir da Dienstag die 1+2 gegen Mittwochs die 7+8 Stunde tauschen? Würde bei uns beiden passen. Außerdem würde ich freitags in der 5. gerne in Raum a301, habe schon nachgeguckt, der ist dann auch frei...

    Also damit wäre ich vorsichtig. Bei Teilen unserer Schulleitung würde sich frau ganz schön auf den Schlips getreten fühlen, wenn man so käme... Denn frau selbst ist ja allwissend und hat alles im Griff und wehe die Untertanen tragen solche Anliegen an die Obrigkeit heran... :autsch:

    Ich beobachte den Thread schon lange und wollte auch noch meinen Senf dazugeben.

    Meine Schüler lernen schon lang nicht mehr explizit "Vokabeln", zumindest nicht in Listen. Ich halte dieses Vorgehen (besonders im fortgeschrittenen Unterricht) für absolut ineffektiv. Erstens lädt es absolut zum "Bulimie-Lernen" ein; zweitens sind viele Vokabellisten zu den jeweiligen Units im Buch oft sehr sehr schlecht zusammengestellt. Oft sind da Vokabeln drunter, die da (aus unterschiedlichen Gründen) einfach nicht (mehr) hingehören. Fachwortschatz vermischt mit Alltagswortschatz. Null oder viel zu wenig Kontext. Irgendwelche von den Autoren erfundenen Definitionen, die den Kern der Bedeutung selten treffen. (Warum man da nicht einfach die Definition vom OALD abschreibt, keine Ahnung...) Es ist einfach sinnlos, sowas zum Lernen aufzugeben...

    Ich denke, man kann sich gut daran orientieren, wenn man überlegt, wie man seine Muttersprache gelernt hat... Da hat man ja auch keine Vokabellisten ins Hirn geballtert. Da ging es um Konfrontation mit der Sprache auf allen Kanälen. Hören, Sprechen, Lesen, Schreiben. In dieser Reihenfolge.

    Ich spreche in meinem Unterricht ausschließlich Englisch. Spricht mich ein Schüler auf Deutsch an, verstehe ich es nicht. Es wird NICHTS auf Deutsch gemacht; auch nicht irgendwelcher Orga-Kram oder die Notenbekanntgabe. Englisch, Englisch, Englisch. Wenn mich ein Schüler in der Pause sprechen will, auf Englisch.

    Ich arbeite fast ausschließlich (bis auf Prüfungsvorbereitung, da nehme ich das Schulbuch bzw. halt alte Prüfungsaufgaben) mit authentischen Materialien. Bei mir wird man keinen Text finden, der irgendwie vereinfacht oder gekürzt wurde. Die Schüler bekommen es so "nackt" wie es im Guardian, etc. drin war. Videos, Audios, etc. die man verwenden will, kann man ja in der Regel eh nicht verändern. Die Schüler bekommen ausreichend Zeit, sich mit den Materialien intensiv auseinander zu setzen. Es braucht halt, solange es braucht, bis alles verstanden ist. Sie haben einen Mund um mich (auf Englisch) zu fragen, wenn sie einzelne Wörter oder Phrasen oder auch mal ganze Passagen nicht verstehen. Dann paraphrasiere ich (auf Englisch) oder wenn es komplexer ist, erkläre ich es einfach (auf Englisch) auf eine andere Art und Weise. Für die Feinarbeit haben sie dann immer noch Google Translate.

    Weiterhin sorge ich dafür, dass die Schüler zum Sprechen kommen. Und zwar nicht im Rahmen von "fill in the gap" sondern zusammenhängend, mehrere Minuten am Stück. Jeder Schüler hält bei mir pro Jahr mindestens zwei Referate. Zusätzlich nehmen sie sich beim Sprechen auf und ich gebe ihnen individuelles Feedback.

    Wenn es möglich ist, haue ich mit jedem Bildungsgang mindestens einmal ins Englisch-sprachige Ausland ab. Mit dem BK2 (das ich nur ein Jahr habe) klappt es leider nicht immer. Mit der Oberstufe aber schon. Und da werden dann Dinge ausgesucht, die die Schüler interessieren. Da schaut man sich halt mal ein Stadion an oder geht halt in die WB Studios wegen Harry Potter. Ins Natural History Museum können sie auch in Deutschland. Dinosaurier sehen überall gleich aus. Es geht mir da um die Sprache. Und die Motivation der Schüler ist um einiges höher, wenn es um Dinge geht, die sie interessieren. (Wie viele Schüler im Stadion plötzlich vollkommen freiwillig mit dem Guide Englisch sprechen konnten (weil sie Dieses oder Jenes wissen wollten), mag man kaum glauben...)

    Als Lernhinweise für Tests gibt es von mir nur Folgendes: Wenn Sie diese, diese und diese Materialien inhaltlich und sprachlich problemlos verstehen und die Inhalte in eigenen Worten unter Verwendung des Fachvokabulars wiedergeben können, werden Sie im Test mindestens eine gute Leistung erzielen. Für eine sehr gute Leistung erwarte ich eine Beschäftigung mit der Sprache/dem Stoff über das was im Unterricht gemacht wird hinaus. Aber auch da wissen die Schüler, was sie für eine 1 machen müssen.

    Meine Klassen kommen im Abi in der Regel mit einem Schnitt um die 8 NP zurück. In der Kommunikationsprüfung in der 13 hatte ich schon zweistellige Durchschnitte. Und da saßen sehrwohl Kolleginnen und Kollegen dabei, die keine Noten herschenken. Selbst im BK2 sind die Kolleginnen und Kollegen begeistert von der Qualität der mündlichen Leistungen in der mündlichen Prüfung.

    Und das wie gesagt ohne, dass auch nur einmal eine Vokabelliste auswendig gelernt wurde...

    Natürlich gibt es immer Schüler, die mit Englisch abgeschlossen haben und/oder einfach nicht die Mühe aufbringen wollen, bei meinem Vorgehen mitzuziehen. Joah, dann sei es so. Aber solche Schüler gibt es in jedem Fach und in jeder Klasse. Von dem Großteil der Schüler erhalte ich aber immer sehr zufriedenstellendes Feedback zu meinem Englisch-Unterricht.

    Wobei ich vielleicht dazusagen muss, dass ich selbst Englisch auf C2-Niveau spreche, da ich einen Großteil meiner Familie im englischsprachigen Ausland habe, wo in der Regel auch von Fremden angenommen wird, dass ich Muttersprachlerin bin, wenn ich zu Besuch bin.

    Wie viel Zeit verwendest du auf solche Videos? Ist ja nicht gerade wenig Arbeit, so etwas zu erstellen.

    Das kommt zum Einen darauf an, wie viel Routine man da schon hat und zum anderen aufs Thema.

    Anfangs habe ich da massig Zeit gebraucht. Sicherlich zwei bis drei Zeitstunden pro Video. Mittlerweile mache ich so ein Video in 45-60 min. Einfach, weil ich schon sehr viele gemacht habe und mittlerweile sehr gut weiß, wie ich was am besten erkläre.

    Was die Themen betrifft: Eine Bernoullikette, bei der ist ich kurz den Sachverhalt schildern kann und sagen kann, welcher Parameter für was steht, ist viel schneller erklärt als das Riemann-Integral. Letzteres ist zerstückelt in vier Videos, weil es anders einfach zu komplex ist.

    Jo, das ist Frontalunterricht. Auch sehr beliebte und gepriesene YouTube-Kanäle (z.B. simple Club, musstewissen), die Schulstoff erklären, sind technisch gesehen Frontalunterricht, nur ohne direkte Nachfragemöglichkeit.

    Wobei man Frontalunterricht halt weder anhalten noch mehrfach anschauen kann. Daher haben solche Lern- und Erklärvideos schon einen Mehrwert. Und wenn sie gut gemacht sind, sind auch keine Nachfragen nötig. Deswegen mache ich meine Videos alle selbst.

    Ich habe früher selbst privat Nachhilfe gegeben, halte heute aber gar nichts mehr davon. Der Nachhilfe-Lehrer betet vor, der Nachhilfe-Schüler macht nach. In der Klausur ist dann keiner mehr da, der vorbetet, also geht sie genauso den Bach hinunter wie sonst auch.

    Gute professionelle Angebote, die die SuS in Kleingruppen gezielt individuell fördern... Da könnte ich mir eher vorstellen, dass es funktioniert.

    Generell sehe ich Nachhilfe aber eher kritisch. Zum Auffüllen von Lücken, klar. Aber wer in mehreren Fächern Nachhilfe braucht um den Stoff des laufenden Unterrichts zu verstehen, sollte sich doch fragen, ob er an dieser Schulart richtig ist. Nicht selten höre ich auch, „Wir machen das eh nachher nochmal in der Nachhilfe.“ und im Unterricht wird sich zurückgelehnt.

    Es ist wie so oft im Leben: Legt man sich einen ausgeklügelten Plan B zurecht, heißt das oft, dass man wohl eher nicht vor hat, sich für Plan A ausreichend Mühe zu geben.

    Ich rate meinen Schülern und ihren Eltern eher von Nachhilfe ab, da ich mir sicher bin, dass mein Unterricht derart gestaltet ist, dass ein „normaler“ Schüler mit angemessenem aber nicht übertriebenen Engagement ohne Nachhilfe auf einen grünen Zweig kommen müsste. Das gilt für meine beiden Fächer.

    Ich kann das Problem auch nur sehr schlecht nachvollziehen. Ich habe fast jedes Schuljahr 13er in beiden Fächern. Sprich in der Regel um die 50 Klausuren Erstkorrektur. Bei der Zweit- und Drittkorrektur nimmt die SL Gott sei Dank Rücksicht auf diese Doppelbelastung so dass es da oft bei zweimal um die 20 bleibt... Trotzdem sind das halt insgesamt knapp 100 Klausuren (für die ich wenn es gut läuft sechs Korrekturtage insgesamt bekomme).

    Dazu habe ich meist noch ein Berufskolleg 2 (auch Oberstufe) in Englisch, bei dem auch eine Erst- und Zweitkorrektur anfällt. Hier sind es insgesamt an die 60 Klausuren...

    Nächstes Schuljahr wird bei mir ausnahmsweise mal recht chillig. Ich kann Bugwelle abbauen, habe daher nur 20 Stunden und "nur" 13er und BK2 in Englisch. Sonst keine Prüfungsklassen. Das Jahr drauf, aber wieder dasselbe Spiel. 13er in Mathe, 13er in Englisch, BK2 in Englisch und Abschlussklasse Wirtschaftsschule in Mathe...

    Wenn meine Freundinnen und Freunde, die alle am allgemeinbildenden Gymnasium unterrichten, sich beschwerden, sie müssten schon wieder eine Kursstufe unterrichten und hätten dann zwei Jahre hintereinander Abi... Meine Güte, ich sage schon gar nichts mehr dazu... :autsch:

    Noch an den/die TE, falls er/sie überhaupt noch mitliest: Sehe das als Chance. Du bist gezwungen, dein Zeitmanagement zu optimieren. Finde einen Weg. Ich kann das nur empfehlen. Ich habe mir über die Jahre auch zwangsweise ein optimales Zeitmanagement angeeignet und so gibt es während des Schuljahres echt lange Phasen, in denen um spätestens 16 Uhr der Griffel fällt.

    Ich nutze zum Beispiel die Sommerferien um sporadisch mal was fürs kommende Schuljahr vorzubereiten. Ich habe kommendes Schuljahr sechs Klassen. Zwei davon einstündig Englisch in der Berufsschule. Da gibt es Türschwellen-Didaktik, bzw. ich orientiere mich daran, was ich in den Durchläufen davor gemacht habe. Die anderen Klassen sind alle Oberstufe. BG und BK. Da steht der Unterricht komplett bis auf das zweite Halbjahr der 13. Klasse. Ferien haben wir seit 2,5 Wochen, aber es war so heiß, dass man eh nur in den frühen Morgen- und späten Abendstunden raus kann. Männe darf noch eine Woche arbeiten bis zum Urlaub; die Hunde liegen regungslos auf den Fliesen. Und bevor ich irgendwie Zeit totschlage, mache ich halt was für die Schule. ;)

    Grundsteuer wird umgelegt auf den Mieter.

    Ich gehe jetzt mal davon aus, das der Ratgeber die Grundsteuer meinte, die man einmalig beim Kauf der Immobilie bezahlt.

    Das musst du dem Finanzamt noch mal verklickern, welche großartigen Bürokosten bei der Vermietung eines Gästezimmers hier anfallen.

    Naja, die die anfallen (Porto, etc.) werde ich halt angeben.


    Wenn die Miete eine bestimmte Grenze unter der ortsüblichen Miete ist, wird euch das Finanzamt sowieso alles streichen.

    Tut sie nicht. Bzw. wo zahlt man für ein WG-Zimmer (außerhalb der größeren Stadt) mehr als 350-450€ warm? Wir sind da vollkommen im Rahmen.

    Ich habe tatsächlich schon Kolleginnen und Kollegen angesprochen, die Fantasie-Noten machen.

    Eine Kollegin hat sich das gesamte Schuljahr über das Verhalten eines meiner Schüler beschwert... Kommt zu spät, schwänzt ihren Unterricht, hat seine Materialien nicht dabei, verpasst Klausuren, etc.

    Im Verhalten hatte er am Ende des Jahres ne 2 von ihr bekommen. Habe das dann nur kommentiert mit „Naja, so schlimm kann xy nicht gewesen sein, wenn es noch für ne 2 im Verhalten bei Ihnen reicht.“

    Also nach meinem Rechtsverständnis kannst du natürlich nur anteilig die Abschreibung des Kaufpreises berechnen. Ich hoffe das hast du beachtet?

    320.000 € Kaufpreis für ein Zimmer scheint mir nämlich etwas hoch...

    Und selbstverständlich gehen auch die Nebenkosten/Grundsteuer nur anteilig.

    Ja. Anteilig. Ich dachte, man rechnet noch die Fläche dazu, die die Mieterin mitbenutzen darf? Ist dem nicht so? Wenn nein, müssen wir nochmal neu kalkulieren.

    Gewinn werden wir aber trotzdem keinen machen, denke ich. ;)

    Steuerliche Nachteile gibt es hier so oder so nicht, da ihr Steuern ja nur auf den Gewinn zahlt, und trotz Steuern dann mehr Geld als vorher habt. Und generell erhöht es natürlich den Steuersatz für das gesamte Einkommen. Trotzdem habt ihr insgesamt aber mehr als vorher.
    Wenn ihr mehr Ausgaben als Einnahmen habt, würde ich mir das allerdings stark überlegen. Dann subventioniert ihr eure ehemalige Schüler. Bei dieser einmaligen kurzen Vermietung dürfte das aber nicht der Fall sein. Bei längeren Vermietungen kann das durchaus mal sein, wenn man Investitionen in die Wohnung tätigt, z.B. neue Dusche im Badezimmer.

    Ja, so ähnlich hatten wir uns das auch ausgerechnet. Gewinn werden wir nämlich mit der Vermietung keinen machen bei der geringen Kaltmiete, die wir verlangen werden.

    Wir können ja schonmal 2% des Kaufpreises pro Jahr abschreiben, also könnten wir 6.400€ im Jahr Mieteinnahmen haben. Das ist weit mehr als das, was wir tatsächlich verlangen. Zudem kann man Grundsteuer, Zinsen, Kontoführungsgebühren, Bürokosten und Hausnebenkosten als Werbungskosten geltend machen...

    Also wenn ich das so überschlage, sollten wir vielleicht was Neues kaufen, hier ausziehen und das ganze Dinge vermieten... :aufgepasst:

    Dass wir das Mädel quasi subventionieren und die Miete nur symbolisch ist, ist uns klar. Nennt man wie gesagt "Gefallen".

    Die Einnahmen musst du bei der Steuererklärung bei Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung angeben.


    Ansonsten würde ich persönlich davon Abstand nehmen, hier einfach nur aus Mitleid an eine ehemalige Schülerin zu vermieten.

    Das ist mir bekannt, danke. Allerdings können wir die Kosten ja abschreiben und somit werden uns durch die Vermietung steuerlich vermutlich keine Nachteile entstehen.

    Ansonsten müssen wir das ja wissen, ob und an wen wir vermieten.

    Gefühlt hat fast jeder: Verhalten: gut, Mitarbeit: gut.......ich habe mich mal umgehört inzwischen. Und wer das nicht hat, fällt in der Tat auf. Eine eins ist seeehr ungewöhnlich.

    Manchmal wundere ich mich aber echt über die Notengebung meiner Kolleginnen und Kollegen... Da bekommen Schüler, die an die 300 Fehlstunden haben, Klausuren unentschuldigt verpassen, zu spät kommen, ihre Materialien nicht dabei haben, etc. noch eine 2 in Verhalten... Bei mir ist das eine 4. und auch nur deswegen weil eine 5 nicht geht...

    Hallo,

    ich wünsche dir einen guten Start!

    Die ersten Stunden: Lerne erstmal in aller Ruhe deine neuen Klassen kennen. Ich verwende immer sehr viel Zeit darauf. Zum Einen ist es mir wichtig, dass ich die Schüler sehr schnell mit Namen kenne. Zum Anderen kläre ich zu Beginn gerne ab, wie es um die gegenseitigen Erwartungen steht. Erst dürfen die Schüler im Think-Pair-Share Prinzip sagen, was sie erwarten. Danach bin ich dran und lasse sie wissen, was ich von ihnen erwarte.

    Disziplin/sicheres Auftreten/Präsenz: Da kann ich dir nur raten: Sei jederzeit authentisch. Wenn du eigentlich eine gutmütige, nachsichtige Person bist und versuchst „künstlich“ möglichst streng zu sein, nehmen dir das die Schüler nicht ab. Es gibt andere Mittel und Wege eine Klasse gut zu führen als mit „Strenge“ und „Disziplin“.

    weitere Ausbildung: Ich denke die ersten drei Berufsjahre solltest du erstmal dafür nutzen, dein Alltagsgeschäft auf die Reihe zu bringen. Fortbildungen, etc. laufen dir nicht weg.

    Zeitmanagement: Versuche dir über die ersten Jahre ein Zeitmanagement-System für deine individuellen Bedürfnisse zu entwickeln. Das wird dir immens nützen. Bis 23 Uhr am Schreibtisch hocken MUSS nicht sein!

Werbung