Beiträge von MrsPace

    Und das soll was genau bedeuten?!

    Volle Zustimmung, Mrs. Pace. Bis auf eins, vor einer Klasse auftreten empfinde ich schon als eine Rolle. Ich habe auch unter Kollegen eine gewisse Rolle, mit meinem Mann bespreche ich anderes, als mit meinen Kindern etc., ich heule nicht rum im Klassenzimmer und meiner Schwiegermutter würde ich keinen Fidget Spinner aus der Hand nehmen... Vor Gruppen sprechen kann man als einziges extra lernen. Alles andere lernt man m.E. nur durch probieren im Klassenzimmer. Das geht, so das Gerücht, 7 Jahre :)

    Ja, ich stimme dir zu. Ich meinte "Rolle" jetzt im Sinne von "sich verbiegen". Es gibt bei uns zum Beispiel eine Kollegin, die nimmt sich jedes Jahr vor, doch endlich mal "strenger" zu sein. In Wirklichkeit ist sie ein herzensguter Mensch, der es mit anderen Strategien wesentlich einfacher hätte, als den Schülern was vorzuspielen, was man nicht ist.

    Dass man im Leben unterschiedliche Rollen einnimmt (Mutter, Ehefrau, Lehrerin, Tante, Mannschaftskameradin, etc.), ist natürlich so, da hast du Recht. Trotzdem muss das nicht heißen, dass man in jeder dieser "Rollen" Theater spielen muss.

    Hallo,

    ich habe mir mal ein paar Stellen von deinem Eingangspost herausgepickt, auf die ich kurz eingehen möchte.

    ich bin gerade in der Anfangsphase des Referendariats und habe das Gefühl, dass es unglaublich viele Baustellen gibt, an denen ich arbeiten muss.

    Du hast überhaupt KEINE Baustellen. Du erlernst den Beruf erst! Das Referendariat soll dich auf diesen Beruf vorbereiten. Du bist gerade einmal in der Anfangsphase! Schließe erstmal das Referendariat erfolgreich ab. Damit wirst du genug zu tun haben. Nutze die ersten drei Berufsjahre, um deinen Weg zu finden und wenn du DANN noch das Gefühl haben solltest, es gäbe "Baustellen", kannst du immer noch auf Fortbildungen, Seminare, etc. gehen.

    "Lehrer sein", "unterrichten" ist wie Vieles im Leben "learning by doing". Jeder Lehrer ist ein Individuum und muss seinen eigenen Weg finden. Wenn man sich generell von seiner Persönlichkeitsstruktur, seinem Wesen und seinem Charakter für den Beruf eignet, wird man diesen Weg auch finden! Und dann muss man im Berufsleben auch keine "Rolle" spielen!

    Die Hilfestellungen, die ich im Seminar in Form von Dokumentenbergen erhalte, helfen mir nicht.

    Dann fordere das ein, was dir fehlt! Dein Fachleiter ist auf solche Hinweise angewiesen. Überleg dir, was dir hilft/helfen würde, tue dich mit deinen Mitreferendaren zusammen und tragt euer Anliegen vor. Wie soll der Fachleiter wissen, dass ihr in diesem oder jenem Bereich mehr "Bedarf" habt, wenn keiner den Mund aufmacht?

    Ich habe das dringende Bedürfnis danach, mich z.B. mit Themen wie Unterrichtsmethoden, Gruppendynamik, Auftreten vor der Klasse, sinnvolle Unterrichtsplanung etc. auseinander zu setzen.

    Das ist genau das, was du im Referendariat lernen sollst. Es wird auch sicher noch thematisiert werden! Wenn nicht, wie gesagt, einfordern!

    Auch ein Workshop zum Einsatz von Stimme würde mir gut tun.

    Das ist in der Tat sinnvoll, auch am Anfang des Berufslebens. Jeder Hausarzt wird dir mal 10 Stunden Logopädie verschreiben, wenn du Lehrerin bist/wirst. Allerdings würde ich das NICHT in den Ferien machen sondern begleitend zum Schulalltag. Dann kannst du das Erlernte gleich umsetzen und einüben.

    Die Schüler sprechen im Unterricht andere Sprachen und man muss besonders autoritär auftreten, um sich Gehör zu verschaffen. Beim Hospitieren bekomme ich mit, dass alle Lehrer unglaublich viel Schreien und dabei auch beleidigend werden, um die Klasse wirklich in den Griff zu bekommen.

    Wer sagt das, dass man besonders autoritär auftreten muss um solche Klassen in den Griff zu bekommen? Ich unterrichte an einer beruflichen Schule mit hohem Migrantenanteil. Die Schüler kommen teilweise von der Hauptschule, Werkrealschule, etc. Ich musste noch nicht ein einziges Mal autoritär auftreten und bin bisher mit allen Klassen zurecht gekommen.

    Von Kollegen die schreien oder beleidigend werden, kannst du in punkto Klassenführung nichts lernen! Halte dich an die Kollegen, die führungsstark sind und ihre Klassen im Griff haben. Ich empfehle dir mal bei Sportkollegen zu hospitieren. Die haben ja meist auch ein zweites Fach, das vielleicht mit einem deiner Fächer deckungsgleich ist.

    Weil oben jemand was schrieb von wegen man müsste als Lehrer eine Rolle spielen... Bloß nicht! Willst du 40 Jahre "Theater" spielen?! Ich kenne Kollegen, die das machen und das geht ihnen extrem an die Substanz. Jeder Tag ist mehr oder minder ein Kampf. Man muss an so Vieles denken. "Ach nein, ich muss ja streng sein und die harte Nuss spielen." Warum? Zumal die Schüler das merken und dir was husten werden. Sie sind ja nicht blöd; sie merken das genau, wenn ihnen was vorgespielt wird.

    Sei authentisch, freundlich, gehe mit den Schülern respektvoll um, sei um jeden einzelnen Schüler bemüht, lebe ihnen deine Werte vor, sei dabei konsequent und fair und du wirst keine Probleme haben. Du musst weder Lieblingslehrerin noch das größte A****l*ch sein, um den Schulalltag zu meistern!

    kennt ihr Möglichkeiten, wie ich mich während der Sommerferien weiterbilden kann?

    Gott bewahre! Erholen sollst du dich in den Sommerferien! Weiterbilden kannst du dich wie gesagt immer noch, wenn du feststellst, dass du nach drei Berufsjahren noch Bereiche hast, in denen es so gar nicht läuft...

    Wie gesagt, überstehe jetzt erstmal das Ref und dann kannst du immer noch schauen!

    Einfach mal "Landesinterne Versetzung Baden-Württemberg" googlen. Da findest du die benötigten Informationen.

    Ohne Sozialpunkte (Heirat, Kinder, Wohneigentum) könnte es allerdings schwierig werden, wegzukommen. Wir haben Kollegen an der Schule, die stellen seit sechs, sieben Jahren Anträge und kommen nicht weg...

    Eigentlich unglaublich, dass es immer wieder Personen gibt, die den höchsten deutschen Bildungsabschluss besitzen, aber an solchen simplen Fragen scheitern... Gott sei Dank gibt es heutzutage Internet...

    Das Thema aber beschäftigt mich immer noch, denn ich habe es täglich mit "Lieblingslehrern" zu tun: Kolleginnen und Kollegen, die 15 Minuten vor Stundenende den Unterricht beenden, die Schüler im Unterricht essen und Musik hören lassen, die Schüler während des Unterrichts Baseballmützen tragen lassen (sind bei uns laut Hausordnung verboten), die nochmal ein Auge zudrücken, wenn Schüler unentschuldigt bei Leistungsfeststellungen fehlen, die Einsen für minimale Leistungen verteilen bzw. deren Notenspektrum nur von 1 bis 2 geht, die nicht eingehaltene Fristen (z.B. bei der Abgabe von Entschuldigungen) "übersehen", die nach Klassenfahrten verschmitzt lächelnd im Lehrerzimmer von Hasischwolken in den Fluren der Jugendherberge erzählen, die zu einer Schulausschluss-Konferenz nicht kommen und eine SMS schicken "Bin gegen einen Schulausschluss!" ohne eine Alternativlösung vorzuschlagen, die auf Täuschungshandlungen mit Erklärungsversuchen reagieren, um dem Schüler doch keine 6 geben zu müssen, und so weiter.
    Tatsächlich sind die eben genannten Kollegen bei den Schülern sehr beliebt, ich mag die meisten übrigens auch sehr.

    Da habe ich aber ganz gegenteilige Erfahrungen gemacht... Solche Kolleginnen und Kollegen haben es bei den Schülern sicher "leichter", beliebt sind sie aber meiner Erfahrung nach nicht...

    Solche Kolleginnen und Kollegen werden von Schülern weder geschätzt noch respektiert. Im Gegenteil. Die Schüler tanzen ihnen auf der Nase rum und es wird sich lustig gemacht, wie naiv Herr/Frau XY doch ist.

    Zudem stellt sich mir die Frage, ob das überhaupt Not tut, Lieblingslehrerin zu sein. Finde ich nicht...

    Ich frage mich, wieso du dir das so zu Herzen nimmst. Zum einen Ohr rein, zum anderen raus.

    Das kann dir doch auf gut Deutsch am A*** vorbeigehen. Wenn es das nicht tut, gäbe es vielleicht deinerseits Handlungsbedarf?

    Umziehen würde ich deswegen nicht. Zumal es immer weniger Schüler an der Schule geben wird, die dich noch kennen.

    Ich hatte schon Jahre, da war ich an JEDER der bei uns angebotenen Abschlussprüfungen beteiligt. Abitur, Fachhochschulreife, Fachschulreife und KMK-Prüfung in Englisch.

    Dieses Jahr hatte ich "nur" Doppelabitur und FHSR. Trotzdem 150+ Prüfungsklausuren korrigiert wegen mehrstufigen Korrekturverfahren.

    Man bekommt wenn man Glück hat Korrekturtage. Mehr Entschädigung gibt es nicht.

    Ach so, das kam aus deinem Beitrag nicht raus, dass du konkrete Schulen wissen willst.

    Also in Ulm gibt es nur eine kaufmännische Schule. Die Friedrich-List-Schule. Die würde ich dann als erste Präferenz angeben.

    Die Robert-Bosch-Schule ist gewerblich. Die werden nur sehr bedingt für dich Verwendung haben. Am Gewerbe wird nur wenig Wirtschaft unterrichtet. Die Valckenburgschule ist hauswirtschaftlich. Da wird es ähnlich aussehen.

    In Ehingen (20 Min von Ulm) gibt es noch eine kaufmännische Schule. Soweit ich weiß, auch noch in Laichingen.

    Das müsste es dann gewesen sein im Alb-Donau-Kreis.

    Also an deiner Stelle würde ich nur FLS, KS Ehingen und KS Laichingen angeben.

    Bin gebürtig aus Ulm übrigens. ;) Hab auch Kontakte zur FLS. Könnte mal nachfragen ob sie Bedarf haben.

    Es wird nicht unterschieden zwischen kaufmännisch und gewerblich. Du bewirbst dich für den VD an den Beruflichen Schulen und wirst dann einer Schule zugewiesen. Ob das eine kaufmännische, eine gewerbliche oder eine hauswirtschaftliche Schule sein wird, kann dir hier keiner vorhersagen.

    Kaufmännisch ist aber schon die wahrscheinlichste Variante.

    Muss man Studienfahrten bei euch als Lehrer etwa selbst bezahlen? Bei uns in NRW ist dieses strikt verboten. Da muss das Land zahlen ...
    Wäre ja noch schöner.

    Man kann sich theoretisch Freiplätze einrechnen lassen. Wird aber in der Regel nicht gemacht, weil die Fahrten sonst für die Schüler zu teuer wären. Wir sind angehalten "interessante" Ziele anzubieten. London, Dublin, Rom, Moskau, Malaga. Bodensee, Nordsee, Ostsee, Alpen ist alles out und wird nicht "gebucht". Wie im Reisebüro. Erstattet vom Land bekommt man einen Bruchteil. Die letzte Fahrt (London) hat 360€/Person gekostet. Erstattet bekam ich 93,56€.

    Bei uns dürfen TZ Kollegen mit kleinen Kindern Wünsche bzgl. ihrer Stundenplangestaltung angeben:
    z.B.
    - Bitte nur einmal in der Woche Nachmittagsunterricht (ggf. Tag angeben, an dem es gar nicht geht) / bitte kein Nachmittagsunterricht
    - Bitte erst zur 2. Stunde Unterricht (ggf. mit Einschränkung der Tage)

    I.d.R. klappt das auch.

    Insbesondere sollte die SL bei ihrer Konferenzplanung auf die Belange der Kollegen / auf die regionalen Probleme mit der Kinderbetreuung Rücksicht nehme.

    Und ja: Es hat etwas mit Familienfreundlichkeit zu tun.

    Das ist doch auch völlig ok so und wie gesagt, man hat ja auch ein Recht darauf. In BaWü zumindest kann man da einen Antrag stellen, dessen eventuelle Nichtberücksichtigung dann schriftlich begründet werden muss. Der ÖPR schaut da auch drauf.

    Aber ich beobachte halt, dass es nicht wenige Kolleginnen und Kollegen gibt, die sich mit der "Ausrede Kinder" die Rosinen rauspicken und andere Kollegen dann deshalb eindeutig mehr belastet sind. Wir sind ein sehr junges Kollegium und Gott bewahre, ich als Kinderlose erlaube mir zum Beispiel ein Jahr mal KEINE Studienfahrt oder KEIN Projekt anzubieten... Oh wei, da werde ich dann von der SL höchst persönlich angesprochen, ich solle doch, weil ich hätte ja keine Kinder. Und das sehe ich halt auch nicht immer ein! Zumal es auch eine finanzielle Sache ist, gerade bei Studienfahrten, etc.

    Es hat weder was mit Ausbeutung noch mit Familienunfreudlichkeit zu tun. Sie hat sich diesen Job ausgesucht und weiß, dass es, gerade im Sommer eben oft vorkommt, dass sie Donnerstag bis Montag auf Veranstaltung ist. Sie hat die Freiheit, sich jederzeit einen anderen Job zu suchen, wenn sie das mit der Kinderbetreuung nicht unter einen Hut bekommt. Genauso wie keiner gezwungen ist, Lehrer zu sein.

    Wenn man einen gewöhnlichen Halbtagsjob mit planbareren Zeiten (8-13 Uhr, etc.) benötigt, weil man es eben nicht anders hinbekommt mit der Kinderbetreuung, kann man sich doch gerne einen solchen Job suchen. Wo ist das Problem?!

    In den meisten Fällen kann man sich doch frei entscheiden, ob man Kinder möchte oder nicht. Und in der Regel überlegt man sich auch vorher, wie und ob das dann mit der beruflichen Situation vereinbar ist oder nicht.

    Alle Kollegen, die bei uns anfangen, wissen, dass sie, wenn es "blöd" läuft, Freitag die 10./11. Stunde unterrichten können müssen. Und wenn das einen mal trifft, muss man eben schauen.

    Ich hatte auch schon Fälle, gab es plötzlich Kollisionen zwischen Privat- und Berufsleben. Ja, ist halt so. Kann man nichts machen.

    Ja, schön. Das war ja auch eine sinnvolle Unterbringung. Ich hatte ja aber geschrieben, dass die örtlichen öffentlichen Unterbringungsmöglichkeiten hier Freitagnachmittag leider geschlossen sind. Da finde ich es ehrlich gesagt ziemlich ... zu schreiben, dass Freitag doch total zumutbar wäre, da das bei dir doch so toll geklappt hat.

    Dann muss man eben einen Hort finden, der auch freitags bis 17 Uhr auf hat...

    Ich kenne echt nur Lehrer die so einen Zauber um Betreuungsmöglichkeiten machen... In der Wirtschaft heißt es, das sind die Arbeitszeiten, wenn dir das nicht passt, ist halt Pech. Darfst du dir gerne einen anderen Job suchen.

    Meine Schwester hat eine vierjährige Tochter und arbeitet im Eventmanagement. Da interessiert sich auch keiner, wie sie das organisiert, wenn sie über's WE nach Luxemburg auf eine Veranstaltung muss...

Werbung