Beiträge von Frechdachs

    Es wird auch in Österreich keine Impfpflicht geben. Die Österreicher sind Impfskeptiker, auch was andere Impfungen betrifft. Einzelne Unternehmen haben schon veröffentlicht, dass sie nur Geimpfte einstellen werden. Dann bleiben halt Bewerber und Kunden weg.

    Was ist mit Menschen, die sich aus gesundheitlichen Gründen nicht impfen lassen können?

    Mir geht es mit Erdkunde so. In meinen anderen Fächern ist der Bedarf höher. Ich kann mich sozusagen sogar selbst einteilen, da ich an der Lehrfächerverteilung beteiligt bin. Ich kann alsombestätigen, dass es von Schulleitern und Stellvertretern kein böser Wille ist.

    Wenn es dein Herzenswunsch ist, dann rede mit demjenigen, der die Lehrfächerverteilung macht.

    Ich würde ebenfalls der Beibehaltung der Schulbesuchspflicht das Wort reden. Und zwar nicht trotz, sondern gerade wegen der Erfahrungen des letzten Jahres.

    Nur die Schulbesuchspflicht stellt sicher, dass auch Kinder aus Familien, bei denen Schulbildung aus den unterschiedlichsten Gründen ("Ich hab auch keinen Abschluss und aus mir ist was geworden", "Wieso Schule? Du sollst heiraten!", "Und wer passt auf deine Geschwister auf?", "Wie morgens um 7 aus den Federn?", "Die Lehrer sind alles Satanisten und die Mitschüler latente Lüstlinge und Vergewaltiger!") eher abgelehnt wird, dennoch teilhaben können und müssen.

    Spätestens seit Corona ist mir bewusst, für wie viele meiner Schüler die Schule die einzige strukturgebende, interressierte, fordernde und fördernde, soziale Kompetenzen und Wissen vermittelnde Instanz ist. Die Eltern sind diesbezüglich in einer gewissen sozialen Schicht häufig Totalausfälle. Eine Nichtbeschulung in der Schule endete bei denen auch nicht etwa beim gemeinsamen Lernen mit Mama und Papa, sondern beim Chillen am Busbahnhof, der Shisha-Bar, dem Einkaufszentrum oder beim Zocken.

    Wer schon einmal den Prozess mitgemacht hat, wie schwer, zäh und langwierig bereits jetzt die Durchsetzung der Schulpflicht bei schulverweigernden Eltern ist, der mag sich gar nicht vorstellen, was wäre, wenn es die Pflicht nicht mehr gäbe. Eine Kontrolle oder gar Sanktionierung des Homeschoolings halte ich für nicht umsetzbar.

    Dem kann ich nicht ganz zustimmen. Hier in Österreich gibt es keine Schulbesuchspflicht. Jeder Schüler kann sich zu Beginn eines Schuljahres vom Schulbesuch abmelden. In einer Externistenprüfung wird der Jahresstoff am Ende des Schuljahres abgeprüft (bei Durchfallen muss der Schüler ab dann am Unterricht in der Schule teilnehmen). Es sind eher normale Familien, eher bildungsnah, die diese Möglichkeit wahrnehmen. Irgendwelche Spinner sind eher weniger dabei. Hatte meinen jüngsten Sohn auch eine zeitlang im Homeschooling.

    Habe an anderer Stelle sehr ausführlich darüber geschrieben. Es gab mal einen Thread darüber.

    An anderer Stelle bin ich aber ganz bei dir: Schüler aus sehr bildungsfernen (auch sehr religiösen) Familien waren im Distance Learning nicht bzw. schlecht erreichbar. Diese Schüler wurden ganz abgehängt und sind auch jetzt im Präsenzunterricht nur schwer zu integrieren bzw. (schulische) Strukturen gingen völlig verloren. Solche Familien melden sich zum Glück aber normalerweise eher nicht zum Homeschooling ab.

    Du kannst aber als Prüfling leichter damit leben, wenn z. B. bestimmte Impulse zur Anschlussbildung (bleiben wir doch ruhig bei dem Beispiel) dann doch nicht funktionieren wie geplant - und du dann aufgrund deiner tatsächlich falschen Einschätzung eine Abwertung erhältst. Besser damit leben, als wenn gar nicht klar ist, ob die Anschlussbildung nicht vielleicht doch funktioniert hätte - du aber trotzdem abgewertet wirst.

    Beim zweiten Teil muss ich dir leider auch teilweise widersprechen: Einfach weil die Heterogenität selbst innerhalb einer Lerngruppe einer Schulform doch immens groß sein kann und ich als Lehrbegleiter in dieser Lerngruppe diese aber wirklich besser einschätzen kann (weil ich ja ständig drin bin) als mein Fachleiter. Auch dazu gerne ein aktuelles Beispiel: In diesem Jahr ist an unserer Schule die BF II (es gibt 2 Klassen gerade) eine ziemliche Katastrophe. Ich kann das durchaus auch vergleichsweise bestätigen, meine BF II aus dem letzten Jahr war viel stärker. Stärker im Sinne von wenigstens einigen Lernern, die irgendwas machen manchmal. Die jetzigen beiden Klassen sind wirklich passiv und sehr schwach. Was nicht nur ich "behaupte", sondern auch alle anderen Refis und Lehrer, die da sonst drin sind. Es werden wahrscheinlich mindestens 40 % wiederholen. Wobei sich Einige schon selbst abgemeldet haben - oder ihre Eltern. Dass jetzt mein Fachleiter aber an seiner Schule eine BF II hat, die vergleichsweise stark ist, führte ihn bei einigen meiner Impulse, die ich ZUSÄTZLICH zur Verfügung gestellt hatte, zur Frage, ob die denn hätten sein müssen. Und da war es einfach nur klasse, dass zwar die Fachleiter nicht in meinen Unterrichtsbesuch gehen dürften, aber unsere Schulleitung es getan hatte. Die dann zu eben dieser Frage meinten, dass ohne meine zusätzlichen Impulse in eben dieser Lerngruppe gar nichts funktioniert hätte. Bei einer reinen Entwurfsbesprechung wäre dann die Fachleitung bei ihrer Meinung geblieben - und es hätte auch kein Gegenbeweis erbracht werden können....Daher Glück gehabt. Ich gebe dir aber in dem Punkt absolut Recht, dass du dir immer Gedanken machen solltest (auch in Präsenzunterrichtsbesuchen), was du machst, wenn doch etwas nicht funktioniert. Oder umgekehrt: Mein Kollege hätte trotzdem zusätzlich zu seinen gestellten Impulsen noch welche "in petto" haben sollen, für den Fall, dass seine gestellten Impulse vom FAchleiter angezweifelt werden. Ich selbst hatte eine reine Entwurfsbesprechung: Da hatte ich aber mit so viel differenziertem Unterrichtsmaterial "aufgewartet", dass es unmöglich war, selbst bei größtmöglicher Heterogenität nichts zu finden.

    Das und andere Beiträge von dir hören sich nach meinem Seminar (in RLP) an.

    Ich hatte zum Beispiel eine zu hohe Meldequote 🤣. Im Nachhinein kann ich darüber lachen, damals ging ich im Ref teilweise durch die Hölle. Ein Mitreferendar (Vornote 2 oder gute 3) ist durchgefallen, weil er wegen eines Missgeschicks nervös wurde und leicht aus dem Konzept geriet. Examensnoten schwankten um bis zu 3 Noten nach unten 😥.

    Wir wurden sogar dazu angehalten, Hausübungen zu geben (sind seit Anfang Mai mit allen im Präsenzunterricht und hatten ca 7 Monate DL bzw Wechselunterricht). Begründet wurde es damit, dass die Schüler schnell wieder an schulische Strukturen herangeführt werden. Dazu gehören Hausübungen, Tests,... (nur Schularbeiten - in D Klassenarbeiten wurden in der Anzahl reduziert).

    Ich persönlich habe in der ersten Woche Präsenzunterricht Inhalte wiederholt und auf Hausübungen verzichtet. Bei mir haben sich die Eltern eher beunruhigt erkundigt, warum es keine HÜ gäbe? Ab der 2. Woche Präsenz habe ich wieder mit HÜ gegeben.

    Hatten wir das hier schon?

    https://www.dgkjp.de/unwahre-behaup…endpsychiatrie/

    Die Gesellschaft für Kinder- und Jugendpsychiatrie stellt sich gegen Berichte, dass "Triage" in Einrichtungen der Kinderpsychiatrie betrieben werde.

    Das stimmt leider nicht für Österreich. (siehe Geschäftsbericht AKH). Habe dazu an anderer Stelle mehr geschrieben.

    Es gebe auch Kinder, die durch Schulschließungen und Lockdown erheblich entlastet werden, "nimmt man etwa Mobbing-Erfahrungen als gravierende Ursache für psychische Störungen, und die derzeit Behandlung gerade nicht suchen."

    Das Gefühl hatte ich bei einigen meiner Schüler übrigens auch. Einige sind regelrecht aufgeblüht, haben in Ruhe zu Hause ihre Aufgaben gemacht.

    Der letzte Satz der dgkjp stimmt auch absolut:
    "Schulöffnungenn alleine werden leider kinder- und jugendpsychiatrische Störungen nicht beheben."

    Dem stimme ich aber zu.

    Hallo nochmal ganz allgemein, habe mir noch nicht alle antworten angesehen, aber hab gesehen, dass die Frage nach dem Bundesland aufkam.

    Ich bin aus Österreich, hier sind die Regeln ein wenig anders leider.

    Jede Lehrpraxis besteht aus dem theoretischen Teil und dem praktischen Teil danach. Wenn man negativ ist, darf man einmal im Jahr darauf wiederholen. Wenn es dann wieder nicht klappt, fällt man komplett durch.

    Soweit die Situation hier...

    Ich möchte mich auch für die vielen aufmunternden Worte bedanken!!

    Hi, ich möchte dir auch Mut machen. Gib nicht auf. Aus welchem Bundesland bist du? Liebe Grüße

    Bei uns ist es rechtlich verboten. Wir dürfen keine Geschenke annehmen, aber auch keine Geschenke geben.

    Wir wollten auch Schülern unsere Altgeräte schenken, was wir aber nicht durften. Jetzt verleihen wir sie.

    Apropos Schulen, wir mussten ja in Präsenz arbeiten seit März, der eine oder andere sitzt sich immer mal den Allerwertesten in Quarantäne platt. Ansonsten haben wir uns ans Testen gewöhnt und es läuft soweit.

    Wie ist es bei euch? Gibt's jemanden, der gar nicht mehr in Präsenz war seit Dezember? Oder mussten alle zumindest zwischenzeitlich in den Wechselunterricht?

    Wir waren nach den Weihnachtsferien im DL, dann ein paar Wochen Wechselunterricht, nach den Osterferien wieder im DL und die letzten beiden Wochen im Wechselunterricht. Seit heute sind wir wieder im Präsenzunterricht mit allen. Die Schüler sind total durch den Wind. Es war anstrengend heute. Meine Klasse war aufgeregt und aufgedreht, aber es wurden in den Pausen heute morgen auch aufgeschobene Streitigkeiten der letzten Monate ausgetragen.

    Das Testen läuft gut bei uns. Manchmal versuchen Kinder die Tests zu manipulieren, damit sie positiv sind (Sie haben dann zwei Wochen frei).

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