Beiträge von Frechdachs

    Mir ist lieber, ein potentieller Kollege kennt seine Grenzen als, dass wir jemanden an der Schule haben, der überfordert ist. Und Migranten haben nun mal spezielle Probleme (Sprachprobleme, kulturelle Probleme, Fluchttraumata, Analphabetismus,...), die für einen Lehrer schon irgendwo Mehrarbeit erfordern (aufgrund Sprachprobleme schwierige Gespräche, Besprechungen mit anderen bzw vorgesetzten Behörden,...). Hier muss mal an Unterstützungsprogramme und ggf auch Mehrvergütung gedacht werden.

    Im Großstadtbereich trifft man auch häufiger als auf dem Land auf Schüler (Verhaltenskreativität, Verwahrlosung, Gewalt, ...), die den Kontakt zum Jugendamt oder anderen Stellen erfordern. Hier ist der Migrationshintergrund wurscht, die sind meiner Erfahrung nach gleichverteilt. Aber als Lehrer muss man dem auch gewachsen sein. Auch hier wäre eine Mehrarbeitsvergütung (Brennpunktschulenzuschlag/Stadtzuschlag/etc.) mal denkbar.
    Meinen heftigsten Fall, ein Deutscher, hatte ich aber auf einer sehr ländlichen Schule im Referendariat.

    Aber zur Ausgangsfrage: Wie lange meine Kollegen auf eine Stelle in Kärnten gewartet haben, kann ich nicht sagen, da sie ja letztlich in Wien eine Stelle angetreten haben.

    Ich kann dir nicht sagen, ob du die alte oder die neue Lehrerausbildung absolvierst oder absolviert hast. :D

    Auch die hiesigen Regelungen zur Induktionsphase sind unterschiedlich.

    Mal allgemein angemerkt:
    Versuche, das Referendariat zu umgehen, sind meistens erfolglos. Könnte vielleicht klappen mit einem (Universitäts-)Master, der Induktionsphase und einige Jahre Berufserfahrung. Andernfalls, ggf. trotzdem (kommt noch auf dein Zielbundesland an) musst du einen Anpassungslehrgang (verkürztes Ref.) machen.

    Vielleicht stehend oder halbsitzend (mit Stehhilfen für Stehberufe, habe ich bei meinem Bruder auf der Arbeit gesehen) vor einem Rednerpult oder die Tests an eine Wand kleben (Klebeband) oder Pinnwand picken.
    Ich lege oder setze mich auch manchmal auf den Boden (Yogamatte) oder stehend vor einem bauchnabelhohen Schrank - brauche auch etwas Bewegung dabei.

    Solange gewisse "Gutachten" z.B. Dyskalkulie unter Umständen eher Gefälligkeitsgutachten und von Personen mit eher zweifelhafter Ausbildung (Zwölfwochenfernkurse ohne erforderliche Vorkenntnisse) erstellt werden, sehe ich diese durchaus kritisch und äußere mich darüber!
    Insbesondere, wenn ich merke, dass manche Kinder so ein Gutachten zu recht bekommen würden, es aber aus Gründen des Geldmangels nicht bekommen. Gekaufte Dyskalkuliegutachten sind leider häufig. Diese Vorgehensweise ist natürlich für den Abbau von Vorurteilen nicht gerade förderlich.
    Wenn ich bei einem Schüler Probleme vermute, helfe ich ihm - wie ihr alle auch, ob mit oder ohne Gutachten. Einen Nachteilsausgleich kann ich als Lehrerin auch ohne diesen Zettel gewähren. Ich unterrichte auch in Integrationsklassen und bin daher eh einiges gewöhnt. Auch die Kinder können mit dieser Vielfalt meistens gut umgehen (manchmal kann ein Autist z.B. schon anstrengend sein und ich bin ja auch keine Sonderschullehrerin, Therapeutin,...).

    Aber ich finde es gut, wenn die Gesellschaft für psychische Erkrankungen offener wird und sich Betroffene nicht mehr verstecken müssen.

    Als ich weg bin, waren es 27 Stunden + 3 Vertretungsstunden pro Woche. Allerdings sind die Klassen etwas größer (bis zu 32 Schüler) und Teamteaching gibt es nicht. Du bist wirklich alleine in der Klasse. Ein weiterer wesentlicher Unterschied ist: Von dir als Lehrerin wird mehr Methodenvielfalt erwartet, aber die Schüler können mit diesen Methoden auch arbeiten. So wird der Unterricht abwechslungsreicher. Könnte für dich aber am Anfang mehr Vorbereitungszeit bedeuten, wird aber später zu einem Vorteil (Schüler arbeiten selbständiger, ...). Durch diese Selbständigkeit sind die Schüler aber auch selbstbewusster (würde ich mich darauf einstellen - umgekehrt musste ich mich ganz schön dran gewöhnen, was erstmal nicht so leicht war). Das ist, was mir erstmal so spontan einfällt.
    Mit Biologie als Fach wirst du evtl. im Fach Nawi eingesetzt, das ist eine Kombination aus Physik, Chemie, Biologie, Technik,... (Naturwissenschaften). Weiter kommt es natürlich darauf an, wo du hin magst. Es ist ein großer Unterschied zwischen einer Schule im tiefen Hunsrück oder einer Schule in Worms (z.B. die nach einer Sage benannten). Deshalb meine Frage nach der Region, wo du hinmöchtest?

    Du kannst mir auch gerne per PN schreiben

    In Deutschland brauchst du den Master, um als Lehrer arbeiten zu können. Und gerade Rheinland-Pfalz ist sehr sehr übergenau.Gegebenenfalls musst du sogar das Referendariat (evtl in gekürzter Version) machen. Wie viele Berufsjahre hast du schon?

    Über das rheinland-pfälzische Schulsystem und die Unterschiede zu Österreich (dein Bundesland hier wäre auch nicht schlecht zu wissen, weil auch hier gibt es Unterschiede) könnte ich natürlich viel schreiben, weiß aber nicht konkret, was du wissen möchtest.

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