Ich habe auch Erfahrungen, aber keine fundierten Kenntnisse.
Oft sind die Flüchtlingskinder vorher unbeschult, werden aber aufgrund ihres Alters in eine höhere Klasse eingeteilt. Da ich über keine Grundschulausbildung verfüge, fällt mir dieser Aspekt im Alltag am schwersten. Aber unter anderem Dank euch konnte ich mir beim stillen Mitlesen einige Tipps von Grundschul- und Sonderschulkollegen hier holen (Danke
) . Aber auch meine Vorgesetzten sind sehr hilfsbereit. Die übergeordnete Behörde schickte Material, wie spezielle Schulbücher und ermöglichte auch Zusatzstunden für Deutschförderung und Sozialarbeit.
Besonders in Erinnerung ist mir ein Mädchen (10 Jahre alt). Sie sprach kein Wort und hatte vor allem Panik (vor allem Knallgeräusche, Fensterscheiben, Männer, Scheren, ...). Es dauerte leider einige Zeit (ca. einen Monat) bis ich merkte, dass sie weder schreiben noch lesen konnte. Sie malte die Buchstaben und Zahlen von der Tafel ab. Die Schülerin war aus irgendwelchen, mir unbekannten Gründen, total auf mich fixiert und folgte mir im Schulhaus überall hin. In dieser Zeit merkte ich oft meine Grenzen. Im Laufe der Zeit entwickelte sie auch Vertrauen zu anderen Kollegen. Aber erst nachdem sie sie ganz genau beobachtete, vor allem wie sich die Kollegen mir gegenüber verhielten (nicht unbedingt negativ, eine andere Fachkombination oder der Klassenraum auf einer anderen Etage reichte schon).
Bei den sonstigen Flüchtlingskindern zeigen sich ähnliche Verhaltensweisen wie schon von euch beschrieben.