Beiträge von Moebius

    Streik bei Landesbeamten wird es wohl aus offensichtlichen Gründen nicht geben.

    Es war bei den letzten Abschlüssen schon so, dass einzelne Länder bei der Übertragung nach der Tarifrunde auf Beamte eher über das hinaus gegangen sind, was vorher vereinbart wurde. Der Druck, attraktiv zu bleiben um beim Kampf um Personal nicht völlig unter die Räder zu kommen, ist in den Ländern durchaus angekommen. Ich bin vorsichtig optimistisch, dass das Ergebnis für Landesbeamte im Herbst grob vergleichbar sein wird.

    Darf ich fragen, warum das so ist?

    Weil die Schule dich nicht bezahlt, sondern das Land und darum entscheidet das Land, welche Schule welche Stellen bekommt. Natürlich wünschen die Schulen sich alles mögliche, der Dienstherr versucht mit den vorhandenen personellen und finanziellen Ressourcen die best mögliche, gleichmäßige Versorgung hin zu bekommen.

    Der Großteil der Bevölkerung kann sich beispielsweise kein Eigenheim mehr leisten. Verglichen mit den Ergebnissen in der Privatwirtschaft, ist das Ergebnis zu schwach.

    Das stimmt ganz objektiv betrachtet nicht. Die meisten aktuellen Abschlüsse bewegen sich in dieser Größenordnung, eher knapp darunter. Beispiel:

    IG-Metall 8,5 % in 2 Schritten für 2023/24.

    Schau doch mal die zeit- und wirkungsgleiche Übertragung der letzten 15 Jahre an, es ist natürlich mehr als nur grob übertragbar...

    Für uns wird es schon deswegen nicht mehr "zeit- und wirkungsgleich" sein, weil wir für das laufende Jahr bereits mit 1,2% abgespeist wurden, bei den 3000 € steuerfreie Einmalzahlung sehe ich also mindestens dunkelgrau. Und vermutlich wird unser Abschluss dann auch nach hinten raus wieder 6 Monate länger laufen.

    Noch mal langsam für alle:

    Praktisch niemand in diesem Forum dürfte von dieser Tarifrunde und dem Ergebnis direkt betroffen sein. Es ist für uns nur in soweit wichtig, als dass aufgrund der Taklung der Laufzeiten und Tarifverhandlungen die Bundes- und Kommunalbeschäftigten oft die Richtung vorgeben. Es ist seit Jahren so, dass die Verhandlungen für Bundes- und Kommunalbeschäftigte oft mit großer medialer Begleitung und Streiks stattfinden und für die Landesbeschäftigten die Abschlüsse dann ein halbes Jahr später weitgehend geräuschlos sehr ähnlich erfolgen.

    Die Tarifparteien haben sich gestern nacht im wesentlichen auf den Vorschlag der Schlichter geeinigt.

    Nach Berechnung der Gewerkschaft entspricht die Erhöhung insgesamt 11% im Durchschnitt. Das wäre absolut in Ordnung. Zum Teil dürfte das aber auf die andere Bezügestruktur der Beschäftigten zurück zu führen sein. Ich würde bei mir auf gut 9% kommen. Schauen wir mal, was die Besoldungsrunde der Landesbeamten im Herbst bringt.

    Das Risiko medizinische Versorgung zu benötigen ist um ein Vielfaches höher.

    Das Risiko, einer Existenzbedrohung sieht aber schon anders aus. Wenn man ehrlich ist, könnte man (zumindest in unserer Einkommensklasse) die Krankenversicherung problemlos auf ein System umstellen, bei dem jeder 2000 € Eigenbeteiligung hat und gesamtgesellschaftlich würden wir damit vermutlich einiges sparen. Wichtig ist eine Krankenversicherung, wenn ich mit dramatischen Dingen im Krankenhaus lande und fünf- oder sechsstellige Beträge auf mich zukommen würden, wenn ich sie nicht hätte. Das Risiko ist in der Größenordnung einer Dienstunfähigkeit.

    Ganz nebenbei:

    Ein Burnout ist nicht die psychische Erkrankung, die zu einer dauerhaften Dienstunfähigkeit führt. In der Regel für der zu einem Aufenthalt in einer psychosomatischen Klinik, einer begleitenden Therapie und einem Wiedereinstieg nach einem Schulwechsel.

    Mit einem Burnout ist man vielleicht 6 Monate raus, aber nicht dDU.

    Psychische Erkrankungen, die zu einer dDU führen, sind komplex, in der Regel mit einem persönlichen Schicksalsschlag verbunden und treffen oft KuK, die sehr engagiert wirken und die sich lange Zeit keine Hilfe holen.

    Nein, ich meine es wirklich ernst.

    Ich wüsste gerne ein Beispiel, indem man als Lehrer Dienstunfähig ist, das Leben aber nicht quasi schon vorbei ist.

    Und nein, Burnout zählt nicht.

    Ich erspare mir das Raussuchen von Beispielen, wenn du schon präventiv mit dem klassischen "psychische Erkrankungen sind keine echten Erkrankungen" vorlegst, ist das keine Basis auf der ich mit dir diskutieren möchte. Das es von dem Feld der psychischen Erkrankungen abgesehen auch noch andere Beispiele gibt, ist dir selber auch klar, aber du bist hier in der männertypischen Schiene "mir passiert so was nicht und die, denen es passiert, sind alles Weicheier".

    Meine Aussagen beruhen auf 15 Jahren Arbeit im Personalrat, bei der ich auch mit betroffenen KuK zu tun hatte. Aus der Erfahrung würde ich jedem empfehlen, eine DUV zu haben, die zumindest die schlimmsten Folgen einer Dienstunfähigkeit abdeckt.

    Die Mindestversorgung beträgt etwa 1800 €, zu versteuern und minus 30% Krankenversicherung.

    Natürlich sind die Beiträge weg und bringen keine Rendite, so lange man die Versicherung nicht braucht. Das ist bei einer Krankenversicherung nicht anders.

    Gerade bei Beamten ist eine Dienstunfähigkeitsversicherung im übrigen besondern wichtig: ein normaler Angestellter kann im Falle einer Berufsunfähigkeit möglicherweise eine Umschulung machen und in einem anderen Bereich weiter arbeiten, bei Beamten ist das nicht möglich - man müsste dafür die Entlassung aus dem Beamtenverhältnis beantragen und würde sämtliche Versorgungsansprüche verlieren.

    Wie weit man sich absichern möchte, muss jeder selber wissen. Ich persönlich habe eine Dienstunfähigkeit über 1000 € bis zum 60. Lebensjahr abgeschlossen und zahle ca. 60€ pro Monat. Ich habe mich nur soweit abgesichert, dass ich im Leistungsfall über die Runden kommen würde, mit Mindestversorgung und DU läge ich bei knapp 3000€. Natürlich kann man den Vertrag auch irgendwann kündigen, wenn man deutlich über die Mindestversorgung hinaus kommen würde, falls man das möchte.

    Wer sich allerdings einredet, er würde das Geld lieber anderweitig investieren, weil er da eine bessere Rendite hätte, hat das Prinzip einer Versicherung nicht verstanden.

    Angebote von verschiedenen Anbietern einholen, sollte selbstverständlich sein, vorher würde ich auch mal in die einschlägige Fachliteratur gucken ("Finanztest"), die bewerten solche Angebote regelmäßig. Wichtig ist, dass es sich um eine Versicherung ohne abstrakte Verweisungen handelt.

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