Beiträge von Moebius

    Und in Wahrheit hatte ich bei der letzten Schriftlichen einen Schnitt von einer 3.8 raus. Echt jetzt ... Meint ihr das ernst, dass Prüfungsaufgaben geleakt werden? Wie schäbig seid ihr eigentlich drauf?!

    Etwas, was 500 Personen kennen, ist nicht mehr geheim. Wann es dann 1000 oder 2000 Personen sind, die es kennen, ist nur eine Frage der Zeit, da braucht es weder kriminelle Energie noch böse Absicht, das ist eine Frage von Statistik.

    Der aktuell weltweit größte Leak wurde wurde von einem 21jährigen Spinner verursacht, dem ich persönlich vorher nicht mein Auto anvertraut hätte. Das eigentliche Problem war aber nicht, dass er Zugang zu diesen Dokumenten hatte, sondern dass offenbar tausende Personen Zugang zu diesen Dokumenten hatten.

    Zentralabitur hat für mich exakt einen Vorteil: Ich muss die Klausur nicht selber erstellen (und in Physik sind das mehrere Tage Arbeit).

    Die Sau der allgemeinen Vergleichbarkeit, die seit ein paar Jahren durchs Dorf getrieben wird, halte ich für überflüssig.

    Sinnvoll wäre es, der Noteninflation entgegen zu wirken, indem man ein allgemeines System zur vergleichbaren Normierung von Noten für die Bewerbung auf Studienplätze festlegt (einfache Lösung: jedes Jahr werden die Abiturnoten für jedes Bundesland gesammelt, dann erhält jeder Abiturient zusätzlich eine Bewerbernote, bei der der Mittelwert für jedes Bundesland auf 2,5 und die Standardabweichung auf 0,5 festgelegt werden eventuell noch mit einem Korrekturfaktor für den Anteil der Abiturienten an einem Jahrgang). Dann kann jedes Bundesland ansonsten machen, was es will.

    Zitat

    Bin ich hier eigentlich der Einzige der es befremdlich findet, wenn sich hier im Forum Lehrer über Ihre Schüler lustig machen?

    Wir können uns ja nicht nur über Seiteneinsteiger lustig machen, etwas Abwechslung muss schon sein.

    Ernsthaft: hier kommt jemand mit einer "Hier bin ich, die Welt hat auf mich gewartet!" Einstellung und will sich den für sich bequemsten Weg für den Seiteneinstieg präsentieren lassen und überhaupt, wo kriege ich denn die höchste Antrittsprämie?

    Jetzt kommt die bittere Erkenntnis, dass das wohl doch nicht so funktioniert, da kann man sich natürlich nicht einfach so aus dem Forum verabschieden, sondern muss den fiesen Lehrern noch mal erklären, dass sie eigentlich von gestern, überheblich, überbezahlt, ... sind.

    Hatten wir doch schon 100 mal.

    Kann man diesen Prozess nicht beschleunigen und direkt zu dem Ergebnis kommen, dass der User hier vielleicht noch letzte, ernst gemeinte Fragen zum Seiteneinstieg stellen kann, aber ansonsten keine Schreibberechtigung hat?

    Ist das jetzt lustig gemeint?

    Nein, ernst.

    Im anderen Thread wurde ausgeführt, dass viele Seiteneinsteiger scheitern, weil sie mit völlig falschen Vorstellungen in den Seiteneinstieg gehen. Nach deinen Äußerungen in diesem Thread bist du für mich ganz klar einer dieser Kandidaten. Sorry, das ist nicht böse gemeint, aber man tut dir keinen Gefallen, indem man es nett verpackt und deine falschen Vorstellungen noch mit "Lebe deinen Traum"-Cheerleader-Sprüchen unterstützt.

    Nicht "jeder kann Lehrer werden", man kann sich als Seiteneinsteiger nicht das aussuchen, was einem spontan am nettesten erscheint obwohl es nichts mit dem eigenen Studium zu tun hat, man kann nicht Bundesland und Bedingungen nach den für eine selbst bequemsten Konditionen aussuchen und es ist harte Arbeit und viele scheitern.

    Überlege dir was anderes, aber vergiss das mit dem Seiteneinstieg.

    Der Vorgang steht da schon konkreter drin, als es bisher bekannt war.

    Nach dem Artikel war der Auslöser die Entscheidung der Schulleiterin, den offenen Ganztag nicht in Kellerräumen stattfinden zu lassen. Dies hat zu einer zeitlichen Verzögerung geführt, durch die der AWO Gelder entgangen sind. Diese hat dann eine Dienstaufsichtsbeschwerde bei der Behörde getätigt, der Schuldezernent der Stadt hat nachgefasst und der Behörde mitgeteilt, dass man mit der Schulleiterin nicht mehr zusammenarbeiten möchte.

    Das ergibt für mich jetzt schon ein schlüssiges Gesamtbild, das mich zu dem oben genannten Schluss kommen lässt.

    Spekulationen, die Schulleiterin hätte sich noch etwas substantielles zu schulden kommen lassen, was die ganze Nummer rechtfertigen würde, sind genau das - Spekulationen, deren einzige Grundlage eigentlich darin besteht, dass der Vorgang an sich so eben nicht zu rechtfertigen ist.

    Und da die Zeitung offensichtlich im direkten Umfeld des Geschehens recherchiert hat, komme ich für mich jetzt mal zu dem Ergebnis, dass da nicht mehr war. Die Kollegin hat einfach nur ihren Job besonders engagiert gemacht und hat dafür die Quittung bekommen.

    Mal ne Verständnisfrage: Wieso hat NRW schon die Abiturklausuren für Physik und Informatik? Die sind bei uns in Niedersachsen erst im Mai dran. Oder macht NRW ein eigenes Zentralabitur? :gruebel:

    À+

    Aktuell gibt es länderübergreifende Aufgaben in Mathe, Deutsch und Englisch, diese Klausuren müssen deutschlandweit am gleichen Tage geschrieben werden. In den anderen Fächern kommt das noch, in Physik zB ab 2025.

    Was mich interessiert:

    Wieso werden in NRW Biologie, Physik und Chemie an einem Tag geschrieben, können die SuS dann nur eines der drei Fächer auf erhöhtem Niveau wählen?

    Übrigens prophezeite ich an dieser Stelle bereits die nächste Katastrophe:

    Die Abiturklausuren sich an vielen Schulen angekommen und fertig gedruckt, eine mittlere dreistellige Anzahl an Personen hatte sie bereits in der Hand.

    Nie und nimmer bleiben die bis Freitag vertraulich und unter Verschluss, spätestens Donnerstag tauchen die irgendwo im Netz auf.

    Ich finds eigentlich ganz schön, von der niedersächsischen Grenze aus zugucken zu können, wen man nicht selbst in den Arsch gekniffen ist, ist es ganz unterhaltsam.

    Tatsächlich grenzt es für mich an ein Wunder, dass es bei den Abiklausuren noch nie einen großflächigen breach gab, bei dem die Klausuren am Abend vorher im Netz zirkuliert sind. Kleinere Vorfälle dieser Art gab es schon, wenn ich mich richtig erinnere, aber nur mit einigen wenigen Personen.

    Aus Niedersachsen, aber mit Sicherheit übertragbar:

    Nur wenige Seiteneinsteiger sind spät Berufene, die wirklich Lehrer werden wollen. Viele sind in ihrem ursprünglichen Beruf nicht erfolgreich, oft aus Gründen, die auch in ihnen selber liegen. Es ist ein Konstruktionsfehler des Seiteneinstiegs-Systems, dass es nicht nur aber in großen Teilen eigentlich ungeeignete Kandidaten anzieht. (Und das sehen wir oft genug auch bei "Hallo, ich denke über den Seiteneinstieg nach"-Anfragen in diesem Forum.)

    Ich hatte in meinem Berufsleben mit 4 Seiteneinsteigern so engen Kontakt, dass ich mir zutraue ihre Eignung beurteilen zu können. Einer ist hervorragend und seit 20 Jahren zufrieden im Beruf. Eine hat die Anforderungen einigermaßen gepackt, aber nach 2 Jahren hingeschmissen, weil ihr die Belastung für das verdiente Geld zu groß war (mehr als halbe Stundenzahl schaffte sie nicht), zwei waren eine Katastrophe bis hin zur Selbst- und Fremdgefährdung, die waren kaum in der Lage pünktlich mit den SuS am Klassenraum zu erscheinen.

    Ganz grob würde ich behaupten, dass man diese Quote auf die Gesamtgruppe hochrechnen kann.

    Gut, wenn die Vorgänge wirklich so stimmen, wie sie in dem Artikel beschrieben werden, kann man das Ganze eigentlich wirklich nur als Skandal bezeichnen. das gilt ganz sicher für das Verhalten von AWO, Bildungsdezernet und Bürgermeister, aber auch für die Behörde, die eine Kollegin, die sachlich absolut richtig und engagiert gehandelt hat, hier einfach abschießt um Außenstehenden einen Gefallen zu tun.

    Sorry, aber das ist jetzt Populismus, wir hatten jahrelang eine Inflation unter 2%, und die langjährige Inflation lag unter dem Euro nicht höher als unter der DM. Und der sprunghafte Anstieg im letzten Jahr ist kriegsbedingt und kommt aktuell auch deutlich zurück. Man kann darüber diskutieren, wie wirksam Erhöhung von Leitzinsen in diesem Fall überhaupt waren, da die Ursachen nicht in der Binnenkonjunktur lagen.

    Ich persönlich habe die Petition auch nicht unterschrieben, weil ich tatsächlich nicht weiß, ob man der Kollegin damit einen Gefallen tut.

    Man kann nur eines immer wieder betonen: es ist existentiell wichtig für Betroffene in solchen oder ähnlichen Situationen sich qualifizierte Unterstützung zu holen - Personalrat, Rechtsberatung des Verbandes, Fachanwalt (in dieser Reihenfolge) - und sich vor allem nicht in Gesprächen überrumpeln zu lassen. Kein Gespräch alleine führen, auf neue Vorwürfe oder "Angebote" niemals spontan antworten sondern immer nur nach sorgfältiger Beratung.

    Auch die Kollegin darf sich nicht detailliert öffentlich zu dem Verfahren äußern, auch sie ist an die üblichen, beamtenrechlichen Einschränkungen gebunden.

    Hier verhält sie sich derzeit absolut korrekt.

    Und Petitionen über Gesetzesänderungen nutzen ihr aktuell nichts.

    Nein, darf sie meines Erachtens nicht, oder zumindest nur sehr begrenzt.

    Jetzt ist der Drops kommunikativ gelutscht, die Fehler sind vorher passiert.

    Konkretes wird man nicht hören. Wenn die Kollegin sich wirklich etwas substantielles zu schulden hätte lassen kommen, hätte sie immer noch ein Recht auf Datenschutz, so ein Fall wird dann nicht in der Öffentlichkeit verhandelt.

    Letztlich kann man sich nur ein Bild machen, mit den von außen nachvollziehbaren Informationen. Und da bleibe ich bei meiner Einschätzung, dass die Behörde einen anderen Verfahrensweg gegangen wäre, wenn sie substantielle Vorwürfe gegen die Kollegin hätte oder wenn es wirklich darum gehen würde, ein objektives Problem an der anderen Schule zu lösen.

    Man kann eine Schulleitung problemlos anweisen eine zweite Schule mit zu leiten, das ist auch der gängige Weg, dazu ist keine Abordnung nötig. Und aus dem Grund, den ich oben beschrieben habe, wäre eine Abordnung auch ein sehr schlecht geeigneter Weg zur Lösung dieses Problems.

    Man kann jemanden ja erst mal Abordnen.

    Wenn er denn ein halbes Jahr an der neuen Schule ist, kann man ihn fragen, ob er nicht einer freiwilligen Versetzung zustimmen möchte.

    Wenn er dann ablehnt, kann man ihn noch mal nachdrücklich fragen.

    Man kann ihm erklären, dass er vielleicht nicht mehr zu seinen Vorstellungen an seine alte Schule zurück kann, da ist doch inzwischen eine andere Lösung gefunden und eigentlich gar kein Platz mehr für ihn.

    Und so weiter. Man braucht als Betroffener in solchen Fällen wirklich ein dickes Fell.

    Und letztlich ist auch eine dauerhafte Versetzung beamtenrechtlich möglich, nachdem man selber die Voraussetzungen dafür geschaffen hat: Man ordnet die Schulleitung ab, verteilt die Aufgaben der Schulleitung an der alten Schule an andere KuK und setzt eine kommissarische Schulleitung ein, dann versetzt man die alte Schulleitung anschließend dauerhaft mit der Begründung, sie würde als Schulleitung an der alten Schule nicht mehr gebraucht.

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