Beiträge von Moebius

    Nymphicus

    Das ist so falsch, aktuell wird immer noch der gleiche Wirkstoff gespritzt und nach der Boosterimpfung ist die Wirksamkeit - auch gegen Delta - wieder bei 95% und direkt nach 1./2.-Impfung ist der Schutz gegen Delta auch gut. Der Rückgang liegt am zeitlichen Effekt der Immunität, nicht so sehr an anderen Virenvarianten.

    Eine Anpassung der Wirkstoffe ist Herstellerseitig jederzeit möglich und auch erfolgt, Biontech hat auf Beta und Delta optimierte Varianten und führt dazu auch Studien mit kleineren Gruppen durch.

    https://investors.biontech.de/static-files/c…df-51ce1c68335e (S. 30)

    Das Produkt selbst hat man bisher trotzdem nicht geändert, zum einen aus dem oben genannten Grund (der Unterschied in der Wirksamkeit ist zumindest bei den Antikörpern minimal), zum anderen, weil eine Änderung des Impfstoffes derzeit dazu führen würde, dass dieser ein neues Zulassungsverfahren durchlaufen müsste.

    Es läuft eine Blueprint-Studie, die zukünftige Anpassungen ohne neue Zulassung, wie beim Grippeimpfstoff, ermöglichen soll, das muss die FDA dann aber erst mal absegnen (wie man gesehen hat, git die in diesem Fragen den Takt an, Europa zieht dann irgendwann nach).

    Man hat sicher darauf gehofft, dass die Impfung eine längere Halbwertzeit hat. Es gibt aber wohl vorsichtige (bisher aber nicht belastbare) Anzeichen dafür, dass der Rückgang nach der 3. Impfung langsamer verläuft. Es wäre wahrscheinlich am sinnvollsten, die Boosterimpfung als Teil des regulären Impfschemas zu betrachten und von vornherein zu sagen, dass der vollständige Impfschutz mit Erstimpfung, Zweitimpfung nach vier Woche und Drittimpfung nach vier Monaten erreicht wird.

    Als Booster sind meines Wissens nur Moderna und Biontech zugelassen (die anderen nimmt D auch gar nicht mehr ab sondern spendet sie direkt), Moderna allerdings noch nicht all zu lange. Bei Biontech sind 1./2.-Impfung identisch mit dem Booster und austauschbar, bei Moderna hat der Booster nur die halbe Dosis mRNA. Ich weiß nicht, ob man da einfach die Hälfte der normalen Menge spritzen darf, wahrscheinlich eher nicht*. Wenn der Booster ein anderes Produkt ist, ist die Frage, ob der überhaupt schon geliefert wurde. Bisher kenne ich nur Boosterimpfungen mit Biontech.

    *Moderna wird nach Dosen bezahlt und der Booster ist trotz halber Dosis nicht günstiger. Wenn die Länder jetzt einfach die Hälfte des Regelpräparates spritzen würden statt den Booster zu kaufen, könnte man das unterlaufen, das ist wahrscheinlich nicht zugelassen.

    Moebius : Wie schaut´s eigentlich mit deinen Aktien aus? Du hattest mal geschrieben, dass du Biontech-Aktien hast... hast du den Lehrerberuf schon an den Nagel gehängt und schreibst nun vom Strand in Costa Rica (wo 1G-gilt)?

    Ich halte noch, auch wenn es schon um nennenswerte Beträge geht, dann doch nicht so viel, dass ich die Brocken hin schmeißen könnte (und wollte). Eher in der Größenordnung einiger Zusatzgehälter.

    Aktuell finde ich die Aktie auch wieder attraktiv bewertet, den Ausstieg zum Höchstkurs habe ich nicht erwischt (das klappt sowieso nie) und ich halte die Firma auch unabhängig vom Corona-Impfstoff für interessant.

    In Bremen @karuna wurde wohl von Beginn an darauf geachtet unglaublich niederschwellige Angebote zu machen, also hin zu den Leuten, Moscheen/Kulturvereine/Sozialorganisationen/Dolmetscher mit einbeziehen, damit es weder an der Erreichbarkeit, noch dem Verständnis oder der Komplexität einen Termin zu vereinbaren scheitern kann. Das hat offensichtlich sehr gut funktioniert und sehr viele dazu motiviert, sich impfen zu lassen.

    In meiner Heimatstadt sind von 170 000 Einwohnern 150 000 vollständig geimpft (wobei bei den Impfungen wahrscheinlich ein paar Auswärtige mitgezählt wurden), bei der Gruppe über 12 dürfte die Impfquote bei ca. 90% liegen. Wir haben eine Inzidenz von 75 bei ca. 300 in Deutschland. Das haben wir ganz wesentlich einer einzelnen Arztpraxis zu verdanken. Eine Facharztpraxis aus einem ganz anderen Gebiet hat bei Beginn der Impfkampagne angrenzende Büroräume gemietet, mehr Personal eingestellt und ein generalstabsmäßiges Impfmanagement aufgezogen, von einer sofort funktionierenden Online-Anmeldung über Sicherheitsbelehrung mit 100 Personen über Zoom bis zu einer eigene "Impfstraße" mit 8 Impfungen pro 15 Minuten. Dazu hat die Praxis jede Gelegenheit genutzt: Impfbus mit 1500 Impfungen im sozialen Brennpunkt am Wochenende, Impfungen im Evakuierungszentrum bei einer Bombenräumung, auf dem Wochenmarkt, etc.

    Dass wir aktuell nur etwa ein fünftel der Bundesinzidenz haben, zeigt aber vor allem, wie irre es ist, dass wir aktuell immer noch Diskussionen mit Impfskeptikern darüber führen müssen, ob die Impfung auf die Infektion eindämmt, oder ob die Geimpften nicht vielleicht sogar die Welle anheizen, weil sie ja alle unerkannte Überträger sind. Impfen hilft.

    Anthroposophen sind eine relativ kleine Gruppe und sicher nicht relevant genug, um für die Corona-Impfproblematik verantwortlich zu sein (und der Text oben ist von einem Sekten-Aussteiger geschrieben und vermutlich nicht ganz objektiv). Die Gründe, warum sich Anthroposophen nicht impfen lassen, sind allerdings schon die gleichen, die auch das Gesamtproblem verursachen.

    Weil es gerade so schön passt:

    Zitat

    https://www.spiegel.de/kultur/waldorf…6d-a22ccab54013

    Denn Rudolf Steiner (1861 bis 1925), der Begründer der Anthroposophie, ist für die Deutschen eine ganz ähnliche Figur wie L. Ron Hubbard für die Amerikaner. Ein Sektengründer und Großspinner, der einige Stränge der Kulturgeschichte verbindet und daraus ein Glaubenssystem gemacht hat. Hyperindividualismus, Selbstverbesserungsideologie und Zukunftsglaube ist es bei Hubbard. Goethekult, Moderne-Kritik und Reformbewegungsglaube an die Natur ist es bei Steiner.

    Allerdings werden sich die Ärzte nicht an Empfehlungen der Bayrischen Staatsregierung halten, sondern doch wohl eher an die der Stiko und die Zulassung und da ist der Booster frühestens nach 6 Monaten vorgesehen.

    DIe Waldorfys, die ich in einer Elterngruppe kennenkennengelent habe, würde ich übrigens auch eher dem rechten Spektrum zuordnen. Die schicken ihre Kinder auch aus dem Grund auf diese Schule, weil man da so schön unter sich ist. Man hat da halt nicht Merve oder Muhammed neben dem Kind sitzen.

    Man kann drüber streiten, ob Steiner rechts war oder die Dinge unter Berücksichtigung der Entstehungszeit anders zu betrachten sind, aber links würde ich ihn auf keinen Fall einordnen.

    https://de.wikipedia.org/wiki/Rudolf_St…_Antisemitismus

    Es gibt inzwischen tausende Talkshow-Mitschnitte, Zeitungsartikel, etc, in denen Impfgegner die Gründe für ihre Impfgegnerschaft erklären, inklusive anschließender Widerlegung dieser Gründe, worauf dann wahlweise der beleidigte Rückzug, das "aber dem vertraue ich nicht" oder das Wechseln zu neuen Gründen folgt.

    Die Leute sind nicht Impfgegner, weil sie sachliche Gründe dafür haben, die Leute sind Impfgegner und suchen sich die passenden Gründe, um das zu rechtfertigen. Daraus folgt leider auch, dass die "wir müssen die Leute überzeugen und dürfen keinen Druck ausüben"-Strategie am Problem vorbei geht und in den aller meisten Fällen keinen Erfolg haben wird.

    Immerhin scheint in den USA die Zulassung für 5-11 Jährige unmittelbar bevor zu stehen, die FDA hat gestern festgestellt, dass die Vorteile die Risiken deutlich überwiegen. Bleibt zu hoffen, dass die ständige Impfkommission diese Einschätzung dieses mal ohne wochenlanges Hickhack und 17 Interviews von Herrn Meininger schafft.

    Das wäre für sichern Schulunterricht schon wichtig. Gerade bei Kindern und Jugendlichen habe ich allerdings den Eindruck, dass die Impfbereitschaft sehr stark mit Bildungsgrad und familiären Umfeld korreliert. Bei uns geht die Impfquote in vielen Klassen ab 8 gegen 100%, ich kenne aber auch andere Schulen, an denen es deutlich anders aussieht.

    Einen großen Beitrag zur Impfbereitschaft hat die niedersächsische Regelung geschafft, Betreibern die Wahl zu lassen, ob sie 3g mit Sicherheitsmaßnahmen oder 2g mit deutlich weniger Sicherheitsmaßnahmen. Alle Clubs sind natürlich auf 2g gegangen, weil Tanzen mit Maske und Abstand halt nicht begeistert. Damit war für Oberstufenschüler klar, dass in den nächsten 12 Monaten alle Partys ohne sie stattfinden, wenn sie sich nicht impfen lassen.

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