Beiträge von Moebius

    Was ist eigentlich mit Nymphicus passiert?

    Man liest hier gar nicht mehr, wie schlimm alles noch werden wird, wenn wir nicht sofort in den härtesten Lockdown wechseln ...

    Corona war am 3. Mai vorbei.

    Mal ehrlich, es gab mehr als einen User hier, der sich ausschließlich angemeldet hat, um sich an Corona-Diskussionen zu beteiligen und der zu keinem anderen Thema was geschrieben hat.

    Da kann man jetzt noch wirklich überrascht sein, dass die entsprechenden Accounts verschwinden, wenn das Thema akut durch ist und es nur noch um Aufräumarbeiten geht.

    Wir sind jetzt bei ca. 35% Erstgeimpften. In der Grundgesamtheit sind aber 20% Kinder und Jugendliche enthalten, die sich aktuell noch nicht impfen lassen können und 20% Unwillige. Es fehlen also noch ca. 25% bis sich jeder impfwillige Erwachsene erstimpfen lassen konnte, das werden wir in ca. 5 Wochen schaffen.

    Die Bestellung enthält sicher einiges an Luft für den Fall, dass aufgrund von Mutationen zusätzliche Impfungen notwendig werden, was ich im Prinzip auch für vernünftig halte. Außerdem sind nur die Hälfte fest bestellt, auf die übrigen hat man nur eine Option.

    Interessant ist, dass Moderna offenbar in Europa komplett raus ist.

    Die Menge reicht für die Erst- und Zweitimpfung aller Kinder und Jugendlichen und zwei bis drei Booster für jeden EU-Europäer, ich würde sagen, das ist recht großzügig dimensioniert.

    Nebenbei gesagt ist es der größte Einzelvertrag für ein Medikament in der Geschichte der Menschheit, mehr kann man nun wirklich nicht verlangen.

    Stimmt, die Patentaussage scheint bei Biontech eine Falschmeldung zu sein, ist aber auch ein Nebenkriegsschauplatz, mit dem Präparat von Moderna hätte jeder Nacharmer sein Glück bereits versuchen können, aber auch da finde ich eine Zeile aus dem Artikel bezeichnend: "Das Unternehmen macht kaum Anstalten, andere Firmen in die Geheimnisse der Herstellung seiner mRNA-Impfstoffe einzuweihen." Ja, schon frech, dass Moderna nicht sein Personal zu den Konkurrenten schickt, um denen aktiv dabei zu helfen, ihr Produkt nach zu bauen ... (und nur dann würde es wohl funktionieren).


    Immerhin scheint die EU aus ihren Fehlern des letzen Jahres gelernt zu haben, man sollte es kaum glauben:

    Der angekündigte EU-Vertrag zum Kauf von bis zu 1,8 Milliarden weiteren Dosen Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer ist unter Dach und Fach. Dies teilte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen am Samstag auf Twitter mit.

    Die Menge soll bis 2023 geliefert werden. 900 Millionen Dosen sollen fest bestellt werden, weitere 900 Millionen Dosen sind eine Option.

    Damit sollen Impfungen von Erwachsenen aufgefrischt und die 70 bis 80 Millionen Kinder in der EU gegen das Coronavirus immunisiert werden.

    ...

    Ich rufe nicht, habe mich damit noch nicht auseinandergesetzt. Die Impfstoffentwicklung muss sich also lohnen, damit sich jemand das antut. Trotzdem muss der Impfstoff dann weltweit verfügbar (bezahlbar) sein. Wie soll das gehen, ohne Geld aus den Industrienationen? Und hat Deutschland nicht schon einen Haufen Kohle investiert? Ist es evtl. möglich, dass vor allem die Leute, die fröhlich an Biontech- Aktien verdienen, keinen Bock auf Freigabe der Patente haben?

    Biontech hat sein Patent heute zur Nutzung frei gegeben, Moderna hat das schon vor Monaten gemacht.

    Schlicht: es kann keiner Nutzen, schon gar nicht irgendwelche Firmen in Indien oder Bangladesch, die sonst Impfstoffe aus Hühnereiern ziehen.

    Es geht nicht um die Patente, sondern um die Fertigungskompetenz, die die Firmen über 20 Jahre aufgebaut haben.

    Bei dem Vorschlag von Biden stehen ganz andere Gedanken dahinter, dort ging es darum, nicht nur die Patente frei zu geben, sondern die Hersteller zu verpflichten aktiv am Technologietransfer mit zu wirken. Die Strippenzieher dahinter sind die US-Pharma Riesen, die leider mRNA-Verschlafen haben und auf diesem Wege hoffen, die Kompetenz zum Bau noch schnell erwerben zu können, denen geht es auch nicht um den Corona-Impfstoff, sondern allein um den Technologieerwerb (das hat Pfizer wahrscheinlich schon versucht, indem sie Biontech kaufen wollten, das haben die Eigentümer aber wohl abgelehnt, zumindest gab es vor 2 Monaten mal ein ziemlich deutliches "auf Distanz gehen" zu einander, als Pfizer angekündigt hat, jetzt eine eigene mRNA-Forschung auf zu bauen und Biontech darauf hingewiesen hat, sie könnten inzwischen auch ohne Pfizer klar kommen).

    Und natürlich bin ich gegen einen "Technologietransfer" der mRNA-Technologie als Gratis-Geschenk nach China und in die USA, nicht nur, weil ich an den Aktien verdiene, sondern auch, weil zum ersten mal seit 20 Jahren Deutschland bei einer Spitzentechnologie, die das Zeug hat in einer Branche ein wirklicher Gamechanger zu sein, führend ist.

    Die Verlogenheit von Bidens Vorschlag wird doch schon darin offensichtlich, dass die Ausfuhrverbote aus den USA weiterhin in Kraft bleiben - dort Lagern 70 Millionen Dosen Astrazeneca, die gar nicht eingesetzt werden können, weil in den USA nicht zugelassen, die Produktion in anderen Ländern wird massiv erschwert, weil die USA sogar die Ausfuhr von Basisrohstoffen verhindert. Biden könnte mit einer Unterschrift dafür sorgen, dass kurzfristig zig Millionen Menschen auf der Welt zusätzlich geimpft werden können, stattdessen will er bis Dezember WTO-Verhandlungen über den Transfer der mRNA-Technologie führen.

    Grippe ist wohl auch insgesamt ein eher schwieriges Virus, Corona lässt sich offenbar besser per Impfung angreifen.

    Aber man sollte auch eine Sache nicht unterschätzen:

    wir haben zum ersten Mal seit Jahrzehnten einen Forschungsschub in dem Bereich. Vor Corona war der globale Impfstoffmarkt gerade mal 10 Milliarden pro Jahr groß, etwa 1% der gesamten Medikamentenmarktes. Bei Grippe ist seit Jahren nichts wesentlich neues passiert, abgesehen davon, dass man die neuen Varianten in die bestehenden Impfstoffe eingepflegt hat. Die großen Pharma-Riesen haben die Weiterentwicklung von Impfstoffen schon seit Jahren abgeschrieben, weil man in dem Bereich kein Geld verdienen konnte. Mit einem völlig neuen Grippeimpfstoff kann ich vielleicht 200 Mio im Jahr Umsatz machen, die Entwicklung kostet mich 2 Milliarden.

    Wer hätte eigentlich in den letzten 20 Jahren einen Impfstoff gegen HIV entwickeln sollen, wenn man sich ausrechnen kann, dass man etwa 5 Milliarden in die Hand nehmen muss, eine ungewisse Erfolgsaussicht hat und damit rechnen muss, dass sich in Europa und den USA kaum einer Impfen lässt und man in Afrika kein Geld dafür nehmen kann? Nur mal so als Gedanke für diejenigen, die jetzt direkt nach einer Freigabe der Patente auf die Corona-Impfstoffe rufen.

    Es ist ja kein Zufall, dass die mRNA-Spezialisten sich ursprünglich auf Krebs fokussiert haben, obwohl die Technologie beim Impfen offenbar hervorragend funktioniert. Mit Krebs, Diabetes und Bluthochdruck lässt sich bisher sehr viel zuverlässiger Geld verdienen, als mit Impfstoffen. Wer möchte, dass wir bei Malaria, HIV, Grippe, ... weiter kommen, muss bereit sein, daran etwas zu ändern.

    Moderna hat vor ein paar Monaten sehr gute Studiendaten für einen HIV-Impfstoff vorgelegt, die Technologie kann das. Wäre die wirtschaftliche Bedeutung von Impfstoffen in den letzten 10 Jahren besser gewesen, dann wäre der HIV-Impfstoff längst fertig.

    Pfizer/Biontech haben gestern dem IOC Impfdosen für alle an der Olympiade teilnehmenden Sportler und Betreuer gespendet. Einem "gemeinnützige" Verein, zur Durchführung einer Veranstaltung, mit der dieser etwa 10 Milliarden $ Umsatz macht, während in weiten Teilen der Welt die Pandemie noch in vollem Gange sein wird.

    Ich persönlich hätte denen das doppelte berechnet.

    Bei so was könnte ich mich aufregen:

    Zitat

    Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor zu schnellen Lockerungen. Ab einer Impfquote von 40 Prozent würden die Fallzahlen exponentiell runtergehen, erläutert der SPD-Politiker in der ZDF-Sendung "Maybrit Illner".

    Eigentlich müsste Lauterbach mit seinem Background grundlegende Kenntnisse von mathematischer Modellierung haben, hat er vermutlich auch, aber bei bestimmten öffentlichen Auftritten handelt er auffällig oft nach dem Prinzip, irgendwelche Pseudo-Fachbegriffe in die Kamera zu werfen, damit es sich wissenschaftlich anhört.

    Ich habe gerade von dieser Sache mit Lehmann gelesen und das könnte man auf diverse Lebensbereiche übertragen, sicher auch auf den Lehrerberuf.

    Die "Sache" ist eine ganz offensichtliche rassistische Entgleisung von jemandem, der sein ganzes Leben in der Öffentlichkeit steht und es definitiv besser wissen muss und da hat auch niemand "seine Existenz verloren", sondern einen Beratervertrag, den er sowieso nur noch braucht um hin und wieder mal einen Grund zu haben, aus dem Haus zu gehen, nachdem er in seiner Karriere einen vermutlich dreistelligen Millionenbetrag verdient hat.

    Zitat

    In Kanada darf der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer nun auch 12- bis 15-Jährigen verabreicht werden. Dies teilt die federführende Gesundheitsbehörde mit. Sie bezeichnete die Genehmigung als wichtigen Meilenstein im Kampf gegen die Pandemie.

    Die USA werden in den nächsten Tagen folgen. Die EU - man bleibt sich treu - wird die Zulassung im Juni prüfen.

    (Ist zumindest der aktuelle Stand, die Erfahrung zeigt ja, dass irgendwann doch die Hektik ausbricht, wenn sich die Presseberichte darüber häufen, was in anderen Ländern geht und bei uns nicht.)

    Ich würde davon ausgehen, dass du nach einem solchen Studium überhaupt keinen Rechtsanspruch auf Anerkennung in Deutschland hast und sich die Regeln immer nach der aktuellen Marktlage richten - wenn Grundschullehrkräfte gebraucht werden, wird man dir das Studium anerkennen und dich zum Referendariat zulassen, wenn man genug Lehrkräfte hat, nicht. Mt einer Antwort, die garantiert in 5 Jahren noch Gültigkeit hat, wir also vermutlich niemand dienen können.

    Natürlich kann jeder selber entscheiden, ob er sich impfen lässt oder nicht. Jedes Kollegium wird auch Mitglieder haben, die sich vor dem Sammeltermin anderweitig individuell impfen lassen konnten.

    Das brauch man dem Dienstherrn aktuell nicht mal mit zu teilen.

    Interessant wird es werden, wenn das Thema "Rückgabe von Grundrechten" auch in Schulen ankommt und Geimpfte zB nicht mehr mit in Quarantäne müssen. Dann muss man natürlich mitteilen - und unter Umständen auch nachweisen - dass man geimpft ist. Oder wenn irgendwann wieder Fahrten stattfinden, aber bestimmte Unterkünfte, Länder oder Ziele nur Geimpfte rein lassen.

    Auch in den nächsten Jahren kommen noch spannende Probleme auf uns zu...

    Es sterben 1,5% der Corona-Infizierten und die Impfverweigerer sind überwiegend Leute, die es sich aufgrund eines geringen Risikos leisten können.

    Davon abgesehen ist diese "wenn sie drauf gehen, kriegen sie halt, was sie verdienen"-Rhetorik auch einfach billige Polemik.

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