Beiträge von Moebius

    Im Radio hieß es, diese Reste sollten nach der Vorschrift an medizinisches Personal, Polilzei und Feuerwehrleute verimpft werden. Nicht jedoch an Lokalpolitiker.

    Es gingen auch Fälle durch die Presse, bei denen private Freunde des Impfstellenleiters oder ähnliches geimpft worden wären, allerdings ist da auch viel mediale Aufregung dabei und es passiert aktuell schnell, dass auf irgend etwas mit dem Finger gezeigt wird und die öffentliche Empörung erst mal hoch kocht. Das haben wir wochenlang mit irgendwelchem angeblichen Fehlverhalten bei Corona-Ausbrüchen durch, wovon sich die Hälfte hinterher als Luftnummer rausgestellt hat. Ich würde erst mal abwarten. Es wäre allerdings eine gute Idee, wenn es für die Verwendung übriggebliebener Dosen transparente Kriterien geben würde.

    Es gibt keine absoluten Zahlen zu den Mutationen, es gibt bisher keinen Rückgang im Tempo der Abnahme der Neuinfektionen, den es geben müsste, wenn der steigende Anteil der Mutationen bei uns ein Problem wäre. Und es geht in den nächsten 3 Wochen gerade mal um Frisöre und zusätzlichen Wechselunterricht in den Grundschulen in einigen Bundesländern. Daraus ein "der Lockdown ist gescheitert" zu machen ist eine hysterische Überhöhung. Mal wieder.

    Wenn die Fallzahlen insgesamt schrumpfen und gleichzeitig der Anteil der Mutante wächst, heißt das zwangsläufig, dass der R-Wert der Mutante über 1 beträgt und die Wildvariante unter 1.

    Das ist mathematisch grober Unfug.

    Wenn am 1. Januar 900 Personen an Variante 1 erkranken und 100 Personen an Variante 2

    und am 1. Februar erkranken 420 Personen an Variante 1 und 80 Personen an Variante 2

    dann ist der Anteil von Variante 2 von 10% auf 16% gestiegen, in absoluten Zahlen sind beide gefallen, beide R-Werte sind also unter 1.

    (Und da es keine verlässlichen absoluten Zahlen über die Varianten in Deutschland gibt, ist alles andere auch reine Spekulation. Ganz davon abgesehen, dass man es nicht beurteilen kann, in wie fern sich das ganze nur um einen Verdrängungsprozess handelt.)

    Natürlich gibt es, nebenbei gesagt, eine weitere "Welle". (Allerdings nicht unbedingt eine dritte, denn wenn ich mir als Mathematiker den Verlauf der Inzidenz der letzten 12 Monate angucke sehe ich aktuell eine Funktion mit 5 Hochpunkten.) Die Idee, man könnte die Infektionszahlen ein Mal auf nahe Null drücken und dann bleiben sie da, ist Traumtänzerei. Corona bleibt erst mal.

    Es wird immer wieder Phasen mit Anstiegen geben. Ziel muss es sein, dafür zu sorgen, dass diese nicht plötzlich und steil sind und dass man frühzeitig reagiert um zu verhindern, dass eine Überlastung des Gesundheitswesens entsteht.

    Und da bin ich ganz froh, dass wir jetzt langsam die ersten Lockerungen kriegen, weil das auch heißt, dass der Einfluss auf das Infektionsgeschehen erst mal in kleinen Schritten geschieht. Je später man Maßnahmen zurück nimmt um so größer wird der Druck, mehr auf einmal zu machen.

    Mit dieser Strategie sind wir bisher wesentlich besser gefahren, als andere Staaten in Europa, die jedes mal strengere Lockdowns hatten und die dann - zwangsläufig - nach vergleichsweise kurzer Zeit in großen Schritten zurücknehmen mussten.

    +++ 18:45 Länder sollen selbst über Schulöffnungen entscheiden +++

    +++ 20:26 Berlin will Grundschulen ab 22. Februar öffnen +++

    +++ 20:35 Brandenburgs Grundschulen könnten noch im Februar öffnen +++

    +++ 20:50 Hessen kündigt erste Öffnungen von Schulen und Kitas an +++

    +++ 20:50 NRW plant landesweit Präsenzunterricht ab 50er-Inzidenz +++

    Nur mal ein kurzer Eindruck aus dem Newsticker zu Corona.

    Ich hatte vor 2 Wochen mal darauf getippt, dass nach dem 14.2. Schulen und Friseure wieder auf machen und alles andere erst mal verschoben wird. Schulen und Friseure war wohl richtig getroffen, zeitlich lag ich um 1-2 Wochen daneben, je nach Bundesland.

    Mal sehen, ob wir es damit bis zum Frühling schaffen.

    Bis vor 15 Jahren war ich durchaus großer Simpsons-Fan, allerdings hat sich die Serien im einen Augen leider überlebt. Und das liegt nicht zwingend an der langen Laufzeit. Der Humor von South Park zB sicher nicht jedermanns Sache, aber die Serie hat bis heute einen sehr kritischen Bezug zum aktuellen Geschehen und sehr viel politischen Biss, das ist bei den Simpsons leider komplett verloren gegangen.

    Bevor ich für meinen unsachlichen Beitrag vom Frosch ermahnt werden:

    In diesem Thread kommt es immer wieder zum Abdriften vom Thema und zum wenig sachlichen behaken einzelner Diskussionspartner. Mir ist bewusst, dass ich mich mit solchen Kommentaren daran beteilige, aber ich habe auch schon x-Mal darum gebeten das zu unterlassen und sachfremde Beiträge zu löschen und das passiert halt fast nie und irgendwann kann ich es mir dann auch nicht verkneifen. Ich würde mir bei Threads mit einem klaren Thema eine viel stringentere Moderation wünschen, dann kann man meine nicht produktiven Kommentare gerne mit löschen.
    (Und das ist ausdrücklich keine Kritik am Frosch, der kann halt auch nicht alles alleine machen. Aber in diesem Thema geht es mir echt auf die Nerven.)

    Das halte ich für maßlos übertrieben.

    "Maßlos übertrieben" ist ja hier das durchgängige Motiv.

    Kleiner Realität-Check:

    - Astrazeneca wirkt nicht bei der Südafrika-Variante, kann aber angepasst werden, das dauert ca. 8-12 Wochen (bleibt aber zweite Wahl)

    - Biontech wirkt bei England und Südafrika, Brasilien ist noch nicht untersucht, Moderna ebenso

    - es war von Anfang an klar, dass Impfstoffe im Laufe der Zeit angepasst werden müssen

    - der 7-Tage-Schnitt der Neuinfektionen hat sich vom Hoch inzwischen ungefähr gedrittelt auf heute etwas über 9000 pro Tag

    - die England-Variante hat sich inzwischen auf ca. 8% der Infektionen in Deutschland ausgebreitet, nicht "explosionsartig", sondern relativ langsam über einen Zeitraum von ca. 8 Wochen.

    - diese Ausbreitung hat in Deutschland bisher keine signifikanten Auswirkungen auf das Infektionsgeschehen, der Rückgang der Infektionen ist über die letzten 4 Wochen relativ konstant, die Zeit davor ist von Feiertagseffekten überdeckt.

    Oh Mann. Gleich der erste Satz im Artikel:

    Eine Studie belegt: Moderate bis schwere Covid-19-Erkrankungen gehen mit den Impfungen zurück. Die Frage nach der Herdenimmunität bleibt aber weiter offen.

    Infektion Erkrankung. Herdenimmunität kann es nur geben, wenn die Impfung vor einer Infektion schützt. Ist eigentlich nicht sooo schwer zu verstehen.

    Und natürlich schützt die Impfung nicht vollständig vor Infektion, wenn sie nur zu 95% vor der Erkrankung schützt, kann der Schutz vor Infektion ja höchstens <=95% sein. Aber wo im Intervall von 0%-95% er liegt, ist nach wie vor völlig offen.

    Eine Studie aus Israel bestätigt, dass der Corona-Impfstoff von Biontech und Pfizer eine Woche nach der zweiten Impfdosis die angestrebte Wirksamkeit von 95 Prozent erreicht.

    Auch zeigen die Daten der Studie, dass es bereits zehn Tage nach der ersten Dosis einen 50-prozentigen Schutz vor einer Infektion gibt. Damit kommt die Studie zu den gleichen Schlussfolgerungen wie die Impfstoff-Entwickler in ihrer Phase-III-Studie.

    Ob jetzt "signifikant weniger" oder "50%", auf jeden Fall hat nie jemand behauptet, dass am Tag der 2. Impfung (oder auch 3 Tage später) der Impfschutz bereits voll vorhanden ist, sonst könnte man sich die ja schenken. Und natürlich schützt die Impfung nicht vollständig vor Infektion, wenn sie nur zu 95% vor der Erkrankung schützt, kann der Schutz vor Infektion ja höchstens <=95% sein. Aber wo im Intervall von 0%-95% er liegt, ist nach wie vor völlig offen.

    Was hast du denn erwartet, dass das für dich eine Enttäuschung ist?

    Es heisst, dass am 2. Februar die ersten positiven Tests bei Mitarbeitern aufgefallen sind und erst danach das komplette Heim getestet wurde - ob per Schnelltest oder PCR ist völlig unklar. Gemäss Studie von BioNtech und Pfizer kommt es ausserdem nach der 1. Impfung schon kaum noch zu symptomatischen Erkrankungen. Realistisch betrachtet spricht der Vorfall eher dafür, dass die Impfung nicht vor Infektion schützt.

    Der Impfschutz ist nach Studiendaten 2 Wochen nach der 2. Impfung aufgebaut, 2 Wochen nach der 1. Impfung liegt er ungefähr bei 50%.

    Und da keine von uns wirklich beurteilen kann, wie der Ausbruch ohne Impfung ausgesehen hätte (vielleicht hätte es dann 140 Infizierte gegeben und nicht 14), ist es wirklich eine völlig wilde Spekulation aus diesem Ausbruch etwas über die Wirksamkeit der Impfung ableiten zu wollen.

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