Beiträge von Moebius

    Wie haltet Ihr das denn mit SuS bzw. deren Familien, wenn sie sich nachweislich nicht an die Kontaktbeschränkungen halten?

    Die Eltern eines Kindes schicken immer Fotos und einen Bericht vom Wochenende für den Erzählkreis (das Kind spricht nicht).

    Sie treffen sich weiterhin jedes Wochenende mit mehreren befreundeten Familien gleichzeitig.

    Ich ringe da immer mit mir, wie ich da vorgehen soll. Weise ich die Familie auf die Regelungen hin? Melde ich das irgendwo?

    Auch wenn es in den Medien gerne aktuell anders suggeriert wird - es gibt keine Kontaktbeschränkungen im privaten Bereich. Die "10 Personen / 2 Haushalte-Releglung" ist eine "dringende Empfehlung", aber nichts, was man durchsetzen oder sanktionieren könnte.

    Weiß eigentlich jemand, wie das mit den Genesenen berechnet bzw. geschätzt wird? Mir fällt auf, dass die Zahl der Genesenen häufig unter der Zahl der Neuinfektionen vor 2 Wochen liegt. Oder wird da ein längerer Zeitraum für die "Genesung" genommen?

    Positiv getestete mit mildem Verlauf zählen 14 Tage lang als krank. Die Fälle, die hospitalisiert und mehrfach getestet werden, zählen so lange, bis sie gesund oder verstorben sind.

    90% der getesteten dürften unter die 14-Tage Regel fallen, so dass die durchschnittliche Krankheitsdauer nur geringfügig darüber liegen dürfte, also so bei 15-16 Tagen.

    Wenn die Neuinfektionen stagnieren und auf einem ähnlichen Niveau über Wochen bleiben, müsste doch die Zahl der aktuell Infizierten trotzdem irgendwann sinken, oder hab ich da einen Denkfehler?

    Wenn die Zahl der Neuinfektionen stagniert, dürfte sich die Zahl der Erkrankten langfristig etwa beim 15-16-fachen der durchschnittlichen täglichen Neuinfektionen einpendeln. Das passt aktuell auch ziemlich genau, 18 300 * 16 = 292 800, gemeldet sind knapp 300 000 aktuell erkrankte.

    Ich sag jetzt mal nicht, wieviele aus der Klasse meines Kindes ans Gymnasium gegangen sind... 🤭

    Selbst mir ist die Kinnlade runtergefallen.

    Wir haben hier eine Grundschule, bei der jedes Jahr 85%-90% der Schüler auf das Gymnasium wechseln. Die Schüler von dieser Schule haben auch am wenigsten Probleme und machen zu einem überproportional hohen Anteil später auch ihr Abitur.

    Ich schrieb zweierlei. Wenn es so ist, muss es zur Anzeige gebracht werden. Dann mach das doch einfach.

    Es geht nicht darum, irgendwas zur Anzeige zu bringen oder ein objektives Problem zu lösen, es geht darum, dass man sich in einer unangenehmen Situation besser fühlt, wenn man darüber schimpfen kann, dass andere mit ihrem unmöglichen Verhalten für das Problem verantwortlich sind, weil das angenehmer ist, als sich ein zu gestehen, dass man dem Problem im Grunde hilflos gegenüber steht. Das läuft unter Psychohygiene.

    Mir geht es gar nicht um die Autorin, die ist in einer Situation persönlich betroffen und da ist es eben so, dass man nicht objektiv ist und auch nicht sein muss. Ich kann verstehen, dass es Leuten nahe geht, wenn das eigene Kind, Enkelkind, etc. in seiner schulischen Situation unglücklich ist.

    Mich amüsiert eher, dass dann gleich ein halbes dutzend andere darauf anspringen und überhaupt nichts zum eigentlichen Sachverhalt beitragen, sondern mit irgendwelchen Anekdoten a la "ich habe mal Gymnasiallehrer auf Fortbildungen getroffen und die hatten alle hässliche Pullis an" in ein Gesamtbild einstimmen.

    Und zur Ausgangsfrage:

    Natürlich machen Gymnasien heute auch Einführungswochen, versuchen Schülern Struktur und Orientierung zu geben, etc., zumindest meins.

    Wie sehr sie sich darum bemühen, einzelne Schüler zu gewinnen und zu halten, hängt nach meiner Erfahrung vor allem von der Konkurrenzsituation vor Ort und der eigenen Auslastung ab. Das ist bei anderen Schulformen aber ähnlich.

    Und wie Eltern das wahrnehmen hängt auch oft von der Situation des eigenen Kindes ab. Hat das Kind leistungstechnisch zu kämpfen, dann wird "rücksichtslos gesiebt", kommt es problemlos mit, dann "hat die Schule ein tolles Leistungsniveau".

    Es fällt nicht das erste mal auf, dass Diskussionen, bei denen User sich hier zu Schulformen äußern, in denen sie nicht unterrichten, hier genau so schnell in das Ausbreiten von Vorurteilen und Klischees abdriften, wie bei nicht-Lehrern.

    Schon lustig, wenn wir uns gerne darüber aufregen, dass der Lehrerberuf und unsere Arbeit gesellschaftlich nicht den Stellenwert hat, den wir für angemessen halten, gleichzeitig gegenüber Lehrern anderer Schulformen kein Stück besser sind.

    Aber wahrscheinlich stimmt der Satz der Münsteraner Bezirksregierung.

    "Eltern, die in Sorge um ihre Kinder sind, Lokalpolitiker/innen unter Druck und nicht zuletzt Ihre Kolleginnen/en wollen nicht hören, dass Sie Zweifel haben“, so heißt es in dem Schreiben wörtlich.

    Ich persönlich hätte kein Problem damit, zu hören, dass meine Schulleitung Zweifel hat. Die habe ich und so ziemlich jeder andere auch und damit ehrlich um zu gehen, zeigt auch, dass man nicht dogmatisch irgend eine Position verteidigt. Das steigert mein Vertrauen darin, dass der oder die Verantwortliche das Geschehen auch kritisch hinterfragt und wenn nötig auch reagiert.

    Misstrauisch werde ich eher dann, wenn ich das Gefühl habe, jeden dritten Tag ein Schreiben zu bekommen, das im Wesentlichen nur aus Durchhalteparolen besteht.

    ...

    Weiterhin nicht bereit seien die Länder zu einer Halbierung von Schulklassen, wie es das Kanzleramt vergangene Woche vorgeschlagen hatte, hieß es weiter. Allerdings soll laut "Business Insider" und "Berliner Morgenpost" der Präsenzunterricht für ältere Schüler weiter heruntergefahren werden. Zudem könnten die Weihnachtsferien bundesweit um eine Woche bis zum 10. Januar verlängert werden, wenn das Infektionsgeschehen dies erfordere, hieß es.

    ...

    In allen großen Bundesländern dauern die Weihnachtsferien eh bis zum 10.1., der Zweck erschließt sich mir auch nicht, da war für mich der Vorschlag, die Ferien ein paar tage früher zu beginnen, rational schon eher nachvollziehbar, wegen der Möglichkeit zur Selbstisolation. Was genau sich unter "Präsenzunterricht bei älteren Schüler herunterfahren" verbirgt, bleibt vage.

    Beim Impfstoff von Biontech/Pfizer wird zunächst auch in den USA geimpft, dann in Europa und bei Alten oder Personen im Gesundheitswesen kann das schon 2021 der Fall sein. Für uns auch realistisch 2022.

    Solche Gerüchte zu verbreiten ist mal deutlich gesagt fahrlässiger Unsinn.

    Der Impfstoff wird aktuell in sechs Werken produziert, drei davon liegen in Deutschland. Es gibt einen Vertrag zwischen EU und Pfizer/Biontech, der die Quotierung regelt und sicherstellt, dass die EU ab Zulassung an lieferbaren Chargen beteiligt wird. Der Impfstoff ist ausschließlich durch Deutschland in der Entwicklung gefördert worden und nicht mit US-Geldern, die USA haben keinerlei vorrangige Zugriffsrechte.

    Es ging am Wochenende noch ein Interview des Chefs von Biotech durch die Presse, in dem dieser sagt, dass er erwartet, dass bis zum nächsten Herbst die Impfquote so hoch sein kann, das dann keine größeren Einschränkungen mehr notwendig sind.

    Dass Lehrer sich häufiger infizieren, kann ich also nicht belegen, weil Lehrer sich also häufiger infizieren?

    Wenn du untersuchen willst, ob Lehrer ein erhöhtes Infektionsrisiko besitzen, musst du die Zahlen von Lehrern in Relation zu einer Gruppe setzen, die keine Lehrer sind, bei denen die übrigen relevanten Parameter aber übereinstimmen, zumindest dann, wenn du aus dem Ergebnis irgendwelche Folgerungen ableiten will.

    Und das weist du auch, das ist wirklich Basiswissen, für jemanden, der schon mal im Stadion empirisch gearbeitet hat.

    In den Veröffentlichungen des RKI wird an der 14 Tage-Regel abzüglich der Todesfälle festgehalten, die individuellen Krankheitsverläufe werden nicht systematisch erfasst. Genesen beim RKI = alle Erkrankten die 14 Tage überleben. Das ist einfach so, Du kannst jetzt noch soviel Dinge anführen, die in der Realität natürlich zutreffen, für die Zahlenerfassung des RKI spielt da keine Rolle, dementsprechend ist meine Rechnung statistisch sauber.

    Wenn du annimmst, dass Lehrer nur milde Verläufe haben (nur dann zählt man 14 Tage nach dem Test als gesund) mag das rein rechnerisch stimmen, das ist nicht das Problem. Das Problem ist, das du so tust, als ob man durch dem Vergleich mit der Gesamtgruppe ("überdurchschnittlich") irgendeine Erkenntnis gewinnen könnte und das ist Quatsch, weil Lehrer altersmäßig nur einen Ausschnitt der Gesamtbevölkerung abbilden und die Testhäufgkeit vermutlich auch nicht die gleiche ist.

    Rein mathematisch wäre vermutlich auch die Aussage korrekt, dass Bergarbeiter doppelt so häufig Prostatakrebs haben, wie die Gesamtbevölkerung. Trotzdem kann man daraus nichts ableiten.

    Doch ergibt es, weil das RKI eine pauschale Tageszahl von 14 Tagen ansetzt, das habe ich recherchiert. Bis zur "Genesung" also muss man die 14 Tage Rohinzidenz von 420 nur durch 2 Teilen um auf den Wert zu kommen. Meine Zahl ist völlig korrekt.

    Wenn man nur nach "Beweisen" für eine These sucht, die man sowieso schon sicher zu wissen meint, kann man das natürlich so machen.

    Wenn man das ernsthaft betrachten wollte, könnte man eher die Zahl der aktuell insgesamt Erkrankten betrachten, was aktuell ca. 285 000 sind, also 0,35% der Bevölkerung. Aber auch dann bringt einen dieser Vergleich 0 weiter, zum Beispiel weil die Krankheitsdauern in verschiedenen Altersklassen sehr unterschiedlich sind, weil die Angabe der Zahl der Erkrankten nicht auf Diagnostik beruht, sondern darauf, dass positiv getestete Personen nach einer bestimmten Frist automatisch wieder als gesund gezählt werden, etc.

Werbung