Beiträge von Moebius

    Es waren schon infizierte Schüler oder auch Lehrer in Schulen, was bisher aber eben nicht zu einem massenhaften Ausbruch mit dutzenden Infektionen geführt hat, sondern immer nur zu maximal einer Hand voll oder Einzelfällen. In so fern ist die Realität im Augenblick einfach, dass das Containment-Konzept in der Schule bisher funktioniert.

    Die rumänischen Schlachthofmitarbeiter gehen definitiv mit in die deutsche Statistik ein.

    Ich meine mich zu erinnern, dass in D einfach nur anonymisierten die Zahl der positiven Tests gezählt werden, so dass mehrfach Getestete auch unter Umständen mehrfach in die Statistik eingehen können, das aber ohne Gewähr.

    Nachtrag: Bei dem Gottesdienst der Baptistengemeinde haben sich inzwischen 107 Personen angesteckt. Als im Köllner Dom die erste Messe stattgefunden hat, durften 70 (?) Personen teilnehmen, da man mehr nicht unter Einhaltung der Abstandsregeln unterbringen konnte. Wenn die Gemeinde also nicht gerade eine Messehalle gemietet hat, brauch mir keiner mit "wir haben uns aber an die Sicherheitsvorgaben gehalten" zu kommen, selbst wenn unter den Infizierten schon Folgeinfektionen enthalten sind.

    Die angemessene Reaktion wäre eigentlich, alle Mitglieder der Gemeinde unter häusliche Quarantäne zu stellen (auf wahrheitsgemäße Teilnehmerlisten würde ich da nicht setzen) und jegliche weitere Gottesdienste in dieser Gemeinde zu unterbinden, bis die ganze Region mindestens 2 Wochen Corona-frei ist, notfalls mit polizeilichem Zwang. Genau hier hakt es meiner Befürchtung nach dann in Deutschland - wir haben vernünftige Regeln und zu 90% vernünftige Menschen, aber ein Durchsetzungsproblem bei den übrigen 10%.

    Jeder Vergleich passt nur begrenzt und hinkt an anderen Stellen gewaltig.

    Es ist nur so, dass der Mensch große Probleme damit hat, ein statistisches Risiko auf sich selber runter zu brechen, gerade wenn es um Dinge geht, die in den Medien sehr präsent sind. Da hilft so ein Vergleich dann doch etwas bei der Einordnung.

    Zur Wahrheit gehört allerdings auch, dass es bei den Eindämmungsmaßnahmen zu keinem Zeitpunkt um das persönliche Risiko einzelner ging, sondern immer um die gesamtgesellschaftlichen Folgen.

    Zoom hat lediglich einen bestimmte Datenweitergabe an Facebook beendet. Es bleibt das Grundproblem, dass Zoom ein gewerblicher Anbieter ist, dessen Geschäftsmodell darauf beruht eine Dienstleistung gratis an zu bieten und sein Geld dann mit den Daten der Nutzer zu verdienen.

    Jitsi und BigBlueButton sind Open Source Projekte ohne Gewinnerzielungsabsicht.

    Weder der Gottesdienst einer evangelikalen Kirche für russischstämmige Auswanderer noch eine Veranstaltung einer Kneipe in Leer sind repräsentative Beispiele für den Rest in Deutschland. Beide können noch so sehr behaupten, sie hätten sich an alles gehalten, genau daran habe ich doch ganz erhebliche Zweifel. Zu den fundamentalistischeren religiösen Gemeinschaften habe ich mich schon geäußert, als Gottesdienste wieder erlaubt wurden, da wird man ein Einhalten der Regeln nur erzwingen können, wenn man die Polizei direkt mit daneben stellt. Und bei der Geschichte in Leer lese ich immer wieder, die Infektion hätte sich beim "Preopeneing" ereignet, was wahrscheinlich eine Umschreibung für "wir haben schon mal Party gemacht, bevor wir es eigentlich durften" ist. Und da soll ich glauben, dass man sich an alle anderen Sicherheitsregeln gehalten hat?

    Man muss sich die Fälle angucken und man muss auch seine Schlüsse daraus ziehen. Um ein generelles Problem daraus zu machen taugen beide Fälle nicht.

    Man sollte sich klar machen, dass wir mit den aktuellen Neuinfektionszahlen und der bekannten Mortalitätsrate in einem Bereich sind, wo etwa genau so viele Menschen an Covid19 sterben, wie im Straßenverkehr (wobei sehr unterschiedliche Gruppen betroffen sind). Damit ist Covid19 jetzt nicht harmlos. Ich schnalle mich ja auch an, fahre ein Auto mit vernünftiger Sicherheitsausstattung und achte darauf, dass sich meine Schüler an der Bushaltestelle vor der Schule vernünftig benehmen.

    Ich bleibe aber nicht zu Hause oder kriege Panik wenn ich vor die Tür muss, weil ich sofort Bilder im Kopf habe, wie ich von einem LKW überrollt werde. Und ich poste auch keine Artikel im Internet darüber, wie gefährlich die Peruanischen Andenstraßen sind um damit zu begründen, dass man den Verkehr in Deutschland noch viel stärker einschränken müsste.

    Ich habe einen anderen Verdacht, aber keine Belege: Gibt es irgendwo aktuelle Zahlen zu der Anzahl durchgeführter Tests? Egal auf welcher Ebene, Kreis, Bundesland, Bund?

    Wenn du damit andeuten wolltest, dass der Rückgang dadurch zu stände kommt, dass man weniger testet:

    Zitat von n-tv

    +++ 17:16 Zahl der positiven Tests in Deutschland auf neuem Tiefststand +++

    Bei den bundesweiten Labortests auf das neue Coronavirus sind immer weniger Proben positiv. Das geht aus dem jüngsten Bulletin des Robert Koch-Instituts hervor, das veröffentlicht wurde. Demnach waren in der 20. Kalenderwoche vom 11. bis zum 17. Mai von 425.842 übermittelten Testergebnissen aus 176 Laboren 1,7 Prozent positiv. Das ist der niedrigste Wert seit Beginn dieser Statistik Mitte März. Die Anzahl der wöchentlichen Tests und der meldenden Labore schwankt allerdings. In der 18. Kalenderwoche lag die Anzahl der Positiv-Tests bei 3,9 Prozent, in der 19. Woche bei 2,7 Prozent. Den höchsten Wert gab es in der 14. Kalenderwoche Anfang April mit 9 Prozent - bei insgesamt 408.348 Testergebnissen aus 154 Laboren.

    Technische Ausstattung ist ein Baustein, mehr aber auch nicht. Ich bin teilweise durchaus positiv überrascht von den Fortschritten, die Schüler doch auch gemacht haben, am Ende des Tages ist und bleibt es aber eine Notlösung. Onlineunterricht kann echten Präsenzunterricht nicht ersetzen, in keiner Jahrgangsstufe.

    Bei den insgesamt niedrigen Infektionszahlen würde ich das jetzt nicht für unwahrscheinlich halten. Und wie gesagt: dass es in Schulen auch zu einzelnen Ansteckungen kommt, kann jetzt auch nicht überraschen. Andererseits sind sechs Fällen auch noch kein Cluster, wenn es denn dabei bleiben sollte.

    Interessant wäre aber noch die Frage, wer es denn eingeschleppt hat, dazu wird man aus Datenschutzgründen aber wahrscheinlich nichts erfahren.

    In den letzten sieben Tagen gab es und Deutschland etwa 4500 Infektionsfälle.

    Rein statistisch dürften etwa 40 Personen darunter sein, die als Lehrer arbeiten und etwa 100-200 Schüler in der Altersgruppe einer weiterführenden Schule, wenn ich mal jüngere Kinder wegen des unklaren Infektionsrisikos außen vor lasse.

    Oder man hört einfach auf in einen einzelnen Fall irgend eine Ursache oder Schuld hinein spekulieren zu wollen.

    Die Maßnahmen dienen zur Verringerung der Infektionswahrscheinlichkeit. Null wird die nicht werden, so lange das Virus noch da ist, egal was man macht.

    Gerade 9 Tage her, aber ich muss mich inzwischen doch etwas revidieren:

    Der starke Rückgang in den letzten 2 Wochen geht überwiegend auf das Konto der vorher stark betroffenen Bundesländer wie Bayern. Bei den anderen konnte man bereits sehen, dass die Zahlen nach einem stärkeren Rückgang dann auf niedrigem Niveau stagnieren. MV zB hat seit Wochen immer eine Hand voll Neuinfektionen pro Tag. Das ist auch nicht überraschen, weil die Krankheit teilweise verdeckt weiter zirkuliert und symptomfreie Infektionsketten dann in der 3. oder 4. Generation doch irgendwann zu Symptomen führen und entdeckt werden.

    Es ist also nicht überraschend, dass eine geringe Zahl an Neuinfektionen über eine längeren Zeitraum erhalten bleibt und auf ganz Deutschland hochgerechnet sind das dann 500-1000. Und so lange wir in diesem Bereich liegen, schwankt R0 halt um 1.

    Wenn es sehr gut läuft (woran ich eher Zweifel habe), hat man das verbliebene Dunkelfeld dann irgendwann abgearbeitet und die Zahlen sinken noch weiter. Es kann aber auch sein, dass uns dieses Level langfristig einfach erhalten bleibt.

    Nachdem der Rückgang sich zwischenzeitlich doch scheinbar verlangsamt hat, sind wir im 7-Tages-Mittel jetzt doch wieder bei einem Rückgang von 38% im Vergleich zur Vorwoche. Das entspricht dem Maximalwert, oder anders: zu keinem Zeitpunkt ist die Zahl der Neuinfektionen stärker zurückgegangen, als aktuell. Und das trotz der lokalen Hotspots in der Fleischindustrie und Asylbewerberheimen.

    Das ist schön aber irgendwie doch ziemlich rätselhaft: keine der Lockerungen scheint bisher irgend einen messbaren negativen Einfluss auf die Entwicklung zu haben.

    Hast du das Foto selber gemacht? Ansonsten würde ich dem tatsächlich mit einem gewissen Misstrauen begegnen.

    Haben denn Clubs und Kneipen in der Schweiz komplett wieder auf, so sieht das Bild ja aus?

    Dann ist das in Deutschland bisher definitiv anderes, ich war jetzt ein mal Essen und habe viele Läden so im Vorbeigehen gesehen. Nur noch die Hälfte der Sitzplätze, Namensliste, Schutzmasken und co. werden hier eingehalten.

    In Relation zum Durchschnittseinkommen sind die Preise in der deutschen Gastronomie international ausgesprochen billig (den Begriff wähle ich bewusst), das geht nur, weil bereits jetzt die Einkommenssituation der meisten Beschäftigten ziemlich prekär ist (kaum irgendwo wird so viel gegen den Mindestlohn verstoßen, wie und er Gastronomie) und das gilt auch für viele Selbständige, die als Inhaber eines Restaurants auch mal nach 60 Wochenstunden mit weniger als 2000 € netto im Monat nach Hause gehen.

    Und ich finde es hat ein bisschen einen unangenehmen Beigeschmack, wenn man als Außenstehender da jetzt meint, das müsse noch billiger werden, vor allem, wenn man das als Beamter mit einem sicheren und doppelt so hohen Gehalt tut. Wenn es dir zu teuer ist, geh halt nicht essen. Natürlich ist das ein Bereich, in dem in einer Wirtschaftskrise schnell gespart werden kann. Die Gastronomie kann sich auf harte Zeiten gefasst machen.

    Das jetzt aber ausgerechnet der Grund sein soll, dass die Leute in 2 Monaten auf einmal wieder kochen gelernt hätten, bezweifle ich doch etwas.

    Ich glaube nicht, dass die Einkommenssituation im deutschen Gastrogewerbe eine Korrektur der Preise nach unten zu lässt, schon gar nicht, wenn man nur noch die Hälfte der Gäste bedienen darf. Nicht umsonst war der Gastrobereich der erste, bei dem es mit Beginn der Krise sofort Insolvenzen gab (Vapiano).

    Es dürfte eher darauf hinaus laufen, dass das Angebot sinkt, dadurch dass ein Teil der Läden zu macht und der Rest dann mit höheren Preisen überleben kann, weil es weniger Alternativen gibt.

    Hier sind die Restaurants wieder auf, wir sind aber relativ weit weg vom Normalbetrieb vor März. Es dürfen maximal 50% der Sitzplätze belegt werden, jeder Gast muss mit Namen und Adresse angemeldet sein, etc. . Faktisch wird aber ein anderer Punkt dazu führen, dass die aktuelle Situation kein großes Problem werden wird: das Wetter ist schön und alles will in die Außengastronomie, keiner in den Gastraum. Da ist die Ansteckungsgefahr einfach von Natur aus deutlich niedriger.

    Sorgen muss man sich machen, wenn irgendwann der "Partybetrieb" in Bars und Clubs wieder los geht, da gibt es ja nun viele belegte Fälle von Ausbruchsclustern. Da sehe ich auch nicht, wie man diese Veranstaltungen "sicher" kriegen will.

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