Beiträge von Moebius

    Die Verfügbarkeit von Tests sollte auch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese trotzdem Geld kosten (irgendwo habe ich mal 130 € gelesen, beschwören würde ich es aber nicht). Auch für eine Kleinstadt benötigt man da ein Millionenbudget, alleine für die Tests.

    Außerdem findet man nur aktive Infektionen für überstandene benötigt man Antikörpertests, die wiederum erst einige Zeit nach der Infektion zu finden sind. Da laufen diverse Studien, zB in Heinsberg gibt es ja bereits Ergebnisse.

    Ich frage mich ganz naiv, ob es auch daran liegen kann, dass die so klein sind und man sich daher als Erwachsener nicht in der unmittelbaren Gefahrenzone befindet? 🤔

    Bei Grippe ist es aber erwiesenermaßen so, dass Schulen sehr stark zur Verbreitung beitragen.

    Es ist und bleibt ein Rätsel.

    Ich muss es aber auch nicht lösen um es zumindest für mich als gute Nachricht einzuordnen.

    Die Virusausbreitung in Österreich ist inzwischen detaillierter untersucht worden:

    Verwunderlich ist, dass die Ergebnisse der AGES kein einziges Cluster in Schulen oder Kitas ergeben haben - auch vor den Schulschließungen. Infektionsepidemiologin Schmid führt das darauf zurück, dass insgesamt signifikant weniger Kinder betroffen sind und diese sich meist in Haushalten angesteckt hätten. Allerdings sei in Familien kein einziges Mal ein Kind als Infektionsquelle vorgekommen, sagte sie der APA.

    Ich meine so Kleinigkeiten, wie 2 m statt 1,50 m Abstand. Regelmäßigeres Händewaschen mind alle 2 Stunden. Maskenpflicht, wo der Mindestabstand nicht eingehalten wird. Mehrfache Desinfektion auch während des Schultages. Kleinere Gruppen. Oft werden die Klassen in drei Gruppen geteilt. Dafür Einsatz von weiteren Personal. Erzieher etc. Feste Gruppen und Gruppenzuteilung. Aufenthalt möglichst im Freien statt im Klassenraum.

    Alleine von den Sachen wird bei uns 0 eingehalten. Selbst die 1,50 m werden gerne mal großzügig ausgelegt.

    Und du hast die Möglichkeit eines objektiven Vergleichs der Einhaltung der im Prinzip identischen Vorgaben in Dänemark im Vergleich zu Deutschland?

    Dass man nicht Trennschaft nach einem fixem Datum die Wirkung einer bestimmten Maßnahme ablesen kann, ist ja nun schon häufiger thematisiert worden. Wenn 12 Tage nach einer bestimmten Änderung die Reproduktionsrate auf dem tiefsten Wert liegt, kann man sich aber schon ein bisschen aus dem Fenster lehnen und festhalten, dass die Änderung zumindest keine wesentliche Änderung zum größeren Wachstum verursacht hat, sonst müsste zumindest eine andere Tendenz erkennbar sein.

    Aber wie gesagt: wenn die Fallzahlen kleiner werden, werden die Kennzahlen auch weniger aussagekräftig. Vielleicht muss man sich so langsam davon lösen, in Zukunft soll ja vor allem auf das regionale Auftreten von Neuinfektionen geachtet werden, das finde ich eigentlich ganz gut, weil es zumindest transparent ist.

    Das leuchtet ein, aber die Vorsichtsmaßnahmen bestehen (bald) nur aus Abstand, der mehr oder weniger eingehalten werden kann oder wird und Mundschutz und Großveranstaltungen. Das reicht?

    ...
    Egal wie man zu den Öffnungen steht. Die Botschaft, dass der aktuelle Kurs gefährlich ist trotz Vorsichtsmaßnahmen, wäre schon wichtig.

    Mit den aktuellen Maßnahmen sind ganz grob auf dem Niveau von Schweden (nicht mit identischen Maßnahmen, aber in der Summe ungefähr vergleichbar) und die haben auch kein Wachstum der Neuinfektionen mehr. Es ist also grundsätzlich möglich, aber eine Garantie, dass es funktioniert gibt es natürlich nicht.

    Ich habe auch nicht das Gefühl, dass die von dir formulierte Botschaft zu kurz kommt, mahnende Stimmen gibt es ja so viele, dass jeder das auch wahrnehmen sollte.

    Allerdings würde ich mir auch wünschen, dass auf die verbliebenen Einschränkungen konsequent geachtet und auch sanktioniert wird, weil es sicher einige gibt, die denken, sie können machen was sie wollen. Deutschland hat eigentlich nie ein Reglungsproblem aber bei der Umsetzung wird oft auf den mündigen Bürger verwiesen und das ist hier nicht ungefährlich.

    Ich habe gehört, die neuen Regelungen in NRW werden dieses mal durch ein Laufband auf einem großen, fliegenden Zeppelin mitgeteilt. Also Morgen zwischen 12 und 15 Uhr alle man nach oben gucken.

    Ich denke, dass beim Begriff "zweite Welle" teilweise aneinander vorbei geredet wird. Wird es Phasen geben, in denen es zu neuen, regionalen Ausbrüchen kommt, weil es zB in einem bestimmten Zusammenhang eine größere Zahl Neuinfektionen gegeben hat, die nicht gleich entdeckt wurden? Ja, ziemlich scher. und diese "begrenzten Ausbrüche" können natürlich größer und weitreichender sein, wenn die Sorgfalt nachlässt und irgendwann die jahreszeitlichen Bedingungen dem Virus wieder mehr in die Hände spielen.

    Und ich denke, das ist das, womit Droste und co. im Prinzip auch rechnen. Natürlich kann man diese Phase, wo solche Ereignisse dann häufiger auftreten, also "zweite Welle" bezeichnen. Einen zeitweisen Wiederanstieg der Neuinfektionen wird es geben, wenn kein Wunder geschieht.

    Das Bild, dass teilweise in den Medien, teilweise von einzelnen auch hier, von einer "zweiten Welle" gezeichnet wird, ist aber ein anderes: die grundsätzlichen Bedingungen für die Virusausbreitung ändern sich in ganz Deutschland zum ungünstigen, der Virus wächst wieder insgesamt exponentiell mit einem hohen R0 und es wird auch noch zu spät reagiert. Wir haben quasi die ersten drei Wochen von Heinsberg in ganz Deutschland gleichzeitig. Das ist etwa das, was bei der Spanischen Grippe passiert ist und im zweiten Jahr zu deutlich mehr Toten geführt hat, als im ersten. Das halte ich für ausgeschlossen. Man bräuchte quasi ein Wegfallen aller Vorsichtsmaßnahmen, eine wieder völlig ahnungslose Bevölkerung und eine blinde Medizin, die wochenlang nicht mehr auf Corona testet.

    Das RKI weist R0 heute mit 0,65 aus und damit mit dem bisher niedrigsten Wert.

    Man kann also festhalten, dass die ersten Lockerungen bisher genau so wenig zu einer größeren Neuansteckungsrate Gefahr haben, wie das Osterwochenende.

    Realistischerweise würde ich jetzt aber so langsam erwarten, dass wir uns wieder Richtung 1 bewegen, wenn wir mit dem Wert in eine Region kommen, in der er eigentlich keine großen Sinn mehr macht, weil die Fallzahlen einfach zu klein werden und normale stochastische Schwankungen mögliche Tendenzen überdecken. Es ist sowieso die Frage, ein wie weites Absinken man erwarten kann, wenn man nicht damit rechnen soll, dass die Infektion komplett wieder verschwindet. Ein paar hundert Neuinfektionen pro Tag werden wir wahrscheinlich längerfristig behalten.

    Schichtbetrieb heißt verschiedene Schichten an einem Tag, zumindest bei VW.

    Wenn es das nicht geben soll, heißt das, dass die Schüler tageweise abwechselnd kommen müssen.

    Die Sitz- und Putzproblematik ist in meinen Augen ein Argument für den Wechsel in A und B Wochen statt den täglichen Wechsel zwischen verschiedenen Schülergruppen. Dadurch entschärft sich die Problematik noch mal deutlich stärker, weil es eine Wartephase von 3 Tagen gibt, bevor ein anderer Schüler am gleichen Platz sitzt.

    Interessante Tatsache zum Thema "Wir sind gezwungenermaßen in einem naturwissenschaftlichen Experiment":

    Ein besonderer Mikrokosmos waren ja von Anfang an die Kreuzfahrtschiffe. Es gab einige Fälle am Anfang der Infektionswelle, bei denen von tausenden Passagieren in kürzester Zeit 1/3 infiziert waren. Vor einigen Tagen gab es einen Infektionsfall auf "Mein Schiff 3", mit dem der Reeder die Besatzungen mehrer Schiffe nach Deutschland zurückgeholt hatte. Die übrigen knapp 3000 Angestellten wurden durchgetestet, heute wurde bekannt gegeben, dass davon nur 9 infiziert sind.

    Das ist für mich ein starkes Indiz dafür, welchen bemerkenswert großen Einfluss allgemeine "Achtsamkeit" und Verhalten auf die Ausbreitung haben können. Auch wenn die Angestellten vermutlich auf dem Schiff nicht gemeinsam am Pool gelegen haben, waren es sicher trotzdem sehr beengte Verhältnisse und 3000 Mann muss man da dann erst mal versorgen, ohne dass sich eine Infektionskrankheit großflächig ausbreitet.

    Nur zur Info: An drei weiterführenden Schulen in Geilenkirchen sind drei Schüler positiv auf das Coronavirus getestet worden.

    Ich bin kein Freund von Verschwörungstheorien. Seltsam ist es aber schon, dass das seit heute Morgen bislang nur eine kleine lokale Meldung in den Printmedien ist. Noch vor kurzer Zeit wäre die Welle kurzfristig sehr hoch geschwappt. Aber jetzt, wo wir uns alle ganz schnell locker machen sollen...

    Es gibt pro Tag zwar deutlich weniger aber immer noch um die 800-1000 Neuinfektionen. Auch wenn Kinder seltener betroffen sind, kann man sich rein statistisch sicher sein, dass da jeden Tag auch Schüler drunter sein werden.

    Für uns ist das wichtig, aber da muss man auch mal die Perspektive wechseln, aus Sicht der Öffentlichkeit ist es nicht relevanter, dass es Schüler oder Lehrer betrifft, als wenn es sich um Busfahrer, Dentalhygienikerinnen oder Supermarktkassierer handelt. Viele haben beruflich Kontakt mit anderen Personen, in den letzten Wochen oft wesentlich mehr als wir.

    Moin,

    muss man Entlastungsstunden aufgrund von Funktionen im Schulalltag "nehmen" oder gibt es auch die Möglichkeit das volle Stundendeputat zu unterrichten und sich diese z. B. auszahlen zu lassen o.ä.?

    :top:

    Grundsätzlich fließen Entlastungsstunden wie normale Unterrichtsstunden in das Gesamtdebutat ein. Kommt man mit seiner Arbeitszeit über die Debutatsobergrenze - egal ob durch Anrechnung oder Unterricht - gibt es in allen Bundesländern die Möglichkeit sich diese Stunden als Mehrarbeit auszahlen zu lassen. Dieser Weg ist aber nicht attraktiv, da die Mehrarbeitsvergütung niedriger ist, als die regulären Bezüge pro Stunde, außerdem muss der Dienstherr zustimmen, was er in der Regel nicht macht. Eine Chance hätte man nur bei einer strukturellen Unterversorgung der Schule, sonst würde die Behörde beim Schulleiter wohl nachhaken, wieso er die Aufgaben in seiner Schule nicht gleichmäßig verteilt.

    In meinen Augen klar ja, aber Voraussetzung ist, dass man sich auch darauf einlässt und das gesamte System nutzt. Das Modul gibt eigentlich den kompletten Ablauf von Inventarisierung, Anmeldung, Ausleihe, Rücknahme und Mahnwesen vor und automatisiert alle Schritte, die möglich sind. Da die Kosten aus den Einnahmen der Ausleihe bezahlt werden dürfen, sind mir die auch relativ egal, ich nehme das System, was meine Arbeit minimiert, auch wenn es ein paar hundert € mehr kostet.

    Ich würde empfehlen keine neue Softwareinfrastruktur für die Ausleihe auf zu machen, sondern zu schauen, welche Systeme an der Schule eingeführt sind und ob es dafür eine Lösung gibt um die Ausleihe an die vorhandene Datenbasis an zu docken, sei es über ein Zusatzmodul oder über eine Software, die eine passende Schnittstelle anbietet.

    Wir haben IServ als Schulserver, dazu passend verwenden wir das IServ Modul für die Schulbuchausleihe.

    Und mal eine persönliche Meinung zu dem "wir müssen die Älteren schützen":

    Mir stößt diese Argumentation in ihrem Absolutheitsanspruch inzwischen sehr unangenehm auf.

    Die Generation der heute 60+ jährigen hat den größten Wohlstandszuwachs in der Geschichte Deutschlands erlebt. Wir haben - zumindest im statistischen Mittel - die reichste Ruhestandsgeneration aller Zeiten. Gleichzeitig hinterlässt diese Generation ihren Nachfahren einen beispiellosen Schuldenstand, ein Sozialsystem das auf den absehbaren Kollaps zusteuert und eine Umwelt, die nicht weiter ausgebeutet werden kann ohne das Gleichgewicht dieses Planeten vollends über die Klippe zu stoßen. Sie selbst hat sich, zumindest im Ganzen, in den letzten 30 Jahren alles andere als solidarisch mit den Jüngeren verhalten.

    Und nun kommt es zu einer Krise und es wird erwartet, dass man alles dem Gesundheitsschutz der Älteren unterordnet. Wenn man als älterer Mensch so argumentiert, kann man das gut als humanitären Standpunkt verkaufen, man verdeckt dabei aber natürlich, dass dieser Standpunkt einem auch den höchsten individuellen Nutzen bringt: man selbst wäre natürlich von den gesundheitlichen Risiken potentiell stärker betroffen als jüngere, gleichzeitig wären ein Großteil der Generation von den finanziellen Folgen kaum betroffen, weil der eigene Wohlstand bei vielen ausreicht, den Lebensstandard auch in der erwartbaren Wirtschaftskrise zu halten und weil es in Deutschland Tradition hat, dass die Lasten hauptsächlich von der arbeitenden Bevölkerung getragen werden. Beispiel: Nach der Wirtschaftskrise 2008 wurde die Rentenformel außer Kraft gesetzt, damit die Renten nicht an sinkende Einkommen angepasst werden müssen, wenn es dann gut läuft, wie in den letzten 2 Jahren, werden direkt neue Mütter- / Respekts- / Sonstwasrenten erfunden (bitte keine Bedürftigkeitsprüfung, das wäre ja gegen die Würde).

    Natürlich haben Menschenleben den höchsten Stellenwert! Das Dilemma ist für die jüngere Generation nicht zu lösen. Aber ich würde mir zumindest mal wünschen, dass diejenigen, die jetzt von dieser Prämisse profitieren, auch mal ihren Beitrag bei den Folgen leisten. Ich glaube nicht, dass das passieren wird.

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