Beiträge von Moebius

    Mir ist bewusst, dass ich, bevor ich auf Schüler losgelassen werde, pädagogische Qualifikationen und Fähigkeiten erlernen muss. Auch, dass es unwahrscheinlich ist, dass ich in einem halben Jahr vor einer Klasse stehen werde und unterrichte.

    Dann bleibt eben nur das Studium. Bei den gängigen Seiten- und Quereinstiegsprogrammen stehst du nicht erst nach einem halben Jahr, sondern meistens vom ersten Tag an vor der Klasse.

    Ok, ich bin mal ganz direkt: Dein Wunsch, Grundschullehrerin zu werden, beruht auf einer Mischung aus Allgemeinplätzen und romantisierender Vorstellung des Berufs. Du bringst weder fachlich noch pädagogisch irgendwelche Qualifikationen mit, die über das hinausgehen, was jeder durchschnittliche Abiturient mitbringt, möchtest aber nicht weiter studieren sondern möglichst sofort und bezahlt in den Beruf einsteigen.
    Du hast großes Glück, dass der Beruf des Grundschullehrers so simpel ist, dass ihn im Grunde jeder problemlos ohne Qualifikation oder Ausbildung ausüben kann (bitte nicht weitersagen, wir möchten nicht so gerne, dass das allgemein bekannt wird).

    *kurze Pause*

    Wenn Dich das jetzt ärgert und Du Dich angegriffen gefühlt hast, warte mal ab, bis der erste Fachleiter Dir nach dem Unterrichtsbesuch Deine Stunde zerlegt oder die ersten Eltern auf Dich losgehen, weil Du mit Deiner Note "die Zukunft ihres Kindes verbaust".

    Wenn es Dir ernst mit Deinem Berufswunsch ist, informier Dich, ob Du ein Studium durch Anrechnung einzelner Leistungen etwas verkürzen kannst, mach die notwendigen Praktika und sie zu, dass Du das Handwerkszeug für den Beruf vernünftig lernst. Ach ja, und ...

    Und weil man sich so auch immer eine kindliche Seite an sich selbst erhalten kann

    ... werd erwachsen.

    Da Dein aktueller Beruf und Deine Ausbildung ja nur überhaupt nichts mit Pädagogik, Umgang mit Kindern und Jugendlichen, Vermittlung von Wissen, etc. zu tun hat, wäre es interessant zunächst einmal zu erfahren, worauf genau die Einschätzung "Traumberuf Grundschullehrerin" denn beruht. So hört es sich ein bischen danach an, als ob die Motivation im Wesentlichen aus der Unzufriedenheit im aktuellen Beruf besteht.

    Eine Entlastungsstunde ist nur eine Entlastungsstunde, der Rechtfertigungsdruck ist nur in deinem Kopf.
    Die Bedingungen für die Stunde müssen vorher klar sein. Wenn dein Chef dann versucht dich darüber hinaus zu gängeln, lässt du ihn halt auflaufen. Schlimmstenfalls bist du dann die Anrechnungsstunde im nächsten Jahr wieder los.

    Ich würde mich bei so einer entscheidenden Frage nicht auf Antworten in Internetforen verlassen.
    Alle relevanten Stellen erteilen auch direkt Auskünfte und die sind in der Regel richtig. Also
    - PKV anrufen und nach einem Angebot fragen
    - Versorgungsfelle anrufen und erfragen, welcher Versorgungsstand bis zum Dienstzeiten erreicht würde

    Vom Gefühl her würde ich sagen, dass sich die Verbeamtung mit PKV trotzdem noch lohnen dürfte, aber das würde ich auf jeden Fall absichern.

    Das ist doch nichts wirklich neues, nur ein CAS, auf das halt zusätzlich eine Texterkennung aufgesetzt ist.
    Ob ich die Gleichung nun eben eintippe oder abfotografiere jetzt keinen so großen Unterschied.

    Natürlich können Eltern gegenüber der Behörde ihre Meinung kundtun. Was das Bewirkt, kann man aus der Ferne nicht beurteilen. Außerdem sollte man sich im klaren darüber sein, dass die Versetzung mit Sicherheit aufgrund einer Überversorgung der Schule zu Stande gekommen ist (die vermutlich durch die externe Besetzung der Konrektorenstelle entstanden ist). Wenn man erreicht, dass die betreffende Lehrerin bleiben kann, wird dafür eine andere gehen müssen.

    Das sind alles ganz normale Lehrerstellen (man ist in der Regel auch ganz normaler Beamter beim Land) für die man auch eine ganz normale Ausbildung braucht. Somit keine Alternative für jemanden, der im Referendariat scheitert.

    Es mag ein Verstoß gegen die AGBs des Verlages sein, mehr aber nicht. Maximal könnte also der Verlag reagieren und den ursprünglichen Käufer von zukünftigen Käufen ausschließen. Werden die aber nicht machen, schließlich ist der Käufer vermutlich wirklich Lehrer und gibt den Band nur im persönlichen Umfeld weiter.
    Amazon und co werden da nicht reagieren, der Weiterverkauf verstößt nicht gegen ihre Nutzungsbedingungen (und schon gar nicht gegen irgendwelche Gesetze).

    Man muss grundsätzlich davon ausgehen, dass Schüler verfügbares Lehrermaterial wie Analysen oder Lösungsbände haben. Das war schon früher so, weil irgendwer immer einen Lehrer in der Verwandtschaft hatte, der das Werk bestellen konnte, heute ist es in Zeiten des Internets nun wirklich überhaupt kein Problem mehr.
    Damit muss man als Lehrer leben.
    Klausuren übernehme ich nie aus Lehrermaterialien, bei Hausarbeiten ist es mir egal, wer da Musterlösungen abschreibt muss sich halt nicht wundern, wenn er es später nicht alleine auf die Kette kriegt.

    Meine satirisch überspitzte Empfehlung beruht durchaus auf langjähriger Erfahrung und dem anfänglich echten Bemühen VERA ernst zu nehmen und möglichst produktiv zu nutzen. Es geht nicht (für Mathe).

    - Die VERA Aufgabenformate sind so zugespitzt, dass man sie auf "1" (=Richtig, es gibt eine Punkt) und "0" (=alles andere) reduzieren kann. Das ist aus Gründen des zentralisierten Auswerten vielleicht notwendig, im Unterricht und normalen Klassenarbeiten wollen wir (aus gutem Grund) genau davon weg. Gleichzeitig sind die einzelnen Punkte bei VERA dabei so simplifiziert, dass es schlicht nicht möglich ist daraus so etwas wie einen Lerneffekt mitzunehmen.

    - In Mathe gibt es immer etwa 35 Punkte. Davon sind ca. 15 so simpel, dass sie auch der größte Depp richtig beantworten kann (bei ca. 120 VERA Arbeiten hatte ich noch nie weniger als 12 Punkte), etwa 5 beziehen sich entweder auf Themen, die noch nicht dran waren (weil sich VERA auf den Stoff bis Ende Klasse 8 bezieht aber Mitte Klasse 8 geschrieben wird), oder sie sind extrem schwer. Dadurch spielt sich die gesamte Differenzierung trotz 35 BE nur in einer Bandbreite von 15 BE ab. Da gleichzeitig aber viele Multiple-Choice Fragen enthalten sind, bei denen man eine gewisse Chance besteht, dass man richtig rät, wird diese Differenzierung durch Zufallseffekte überdeckt.

    - Die Auswertung und Rückmeldung beschränkt sich auf Weisheiten der Marke "Die Schüler haben Schwierigkeiten mit dem Funktionsbegriff" - Trivialitäten, die jeder durchschnittliche hospitierende Lehramtsstudent nach der zweiten Stunde auch feststellen kann und bei denen man sich als Fachlehrer, der die Klasse mindestens Monate unterrichtet für dumm verkauft vorkommt.

    - Mein persönliches Highlight: vor 3 Jahren hatte ich das letzte Mal VERA 8. Damals habe ich noch ernsthaft korrigiert und die Ergebnisse eingegeben. Offenbar gab es danach aber einen Datenbankfehler oder irgendwer hat meine Daten überschrieben. Die Auswertung habe ich anschließend auf Basis der Daten erhalten, die so offenkundiger Unsinn waren, dass sie bei jedem noch so oberflächlichen Versuch die Daten zu verifizieren sofort hätten auffallen müssen. Meine Arbeit war also sowieso für die Tonne, in die ich die Klausuren besser gleich befördert hätte.

    Fazit:
    Man mag wohlmeinende Versuche unternehmen dem ganzen Gutes abzugewinnen, einen noch so geringen realen Wert für die schulische Arbeit haben die VERA Arbeiten (zumindest in meinem Fach) nicht.


    Schönes Wochenende,
    Moebius

    Meine Erfahrungen beziehen sich auf Mathe, aber da würde ich sagen, dass das sinnvollste Vorgehen folgendermaßen ist.

    - Man informiert Schüler und Eltern darüber, dass es sich um eine zentrale Lernstandserhebung handelt, die extern gestellt wird, auf die an sich nicht vorbereiten kann und die nicht als Klassenarbeit gewertet werden darf und wird.
    - Man verschwendet keine Unterrichtszeit auf irgendwelche Vorbereitungen
    - Am Prüfungstermin schreibt man die Arbeit so wie vorgesehen und versucht ernst zu bleiben, in Anbetracht der teilweise lächerlichen Anweisungen, die man geben soll ("Jetzt alle gemeinsam die Seite umblättern...")
    - Nach dem Einsammeln transportiert man die Arbeit nach Hause und lagert sie sicher in der großen. grünen Plastiktonne, die die meisten vor dem Haus stehen haben.
    - Man setzt sich an den Computer, öffnet die dafür vorgesehene Webseite und verteilt zufällig die Zahlen 1 und 0 über die Eingabemaske, so dass ca. 60% der "1" vorkommt.
    - Abschicken, Rechner ausschalten und nie wieder drüber reden

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