Beiträge von Moebius

    Hat aber keinen Effekt beim Kultusministerium gehabt, oder?

    Würd ich so nicht sagen. Natürlich ist die Erhöhung nicht zurückgenommen worden aber das war wohl auch nicht zu erwarten. Eine gewisse Hektik ist im KuMi im letzten Jahr allerdings schon zu verzeichen. Es wurden sinnfreie Kataloge mit angeblichen Entlastungen für die Lehrer herausgegeben, unser Ministerpräsident hat sich mehrmals in verschiedene Sachen eingemischt, die eigentlich in den Verantwortungsbereich unserer KuMi fallen (was deren "Standing" natürlich nicht gerade verbessert hat), etc. . Die übereilte Rückkehr zu G9 ist auch in diesem Zusammenhang zu sehen.
    Insgesamt brennt in Niedersachsen derzeit ziemlich die Luft in Sachen Schulpolitik.


    Echt? Flächendeckend im ganzen Land? Das ist ja spannend! Wusste ich ja gar nicht! Wie kam das und wie war die Reaktion der Eltern?

    An den Gymnasien (als Reaktion auf die letzte Erhöhung der Unterrichtsverpflichtung) und das ziemlich flächendeckend, sonst funktioniert es auch nicht. Nach meinem Kenntnisstand haben in etwa 80% der Gymnasien in Niedersachsen die Kollegien entsprechende Aussetzungen beschlossen. Die Reaktion der Eltern war erwartungsgemäß - 10 % "Lehrer sind eh faule Säcke", 10% "Das war überfällig" (in der Regel selber Lehrer oder mit einem verheiratet) und der Rest irgendwo dazwischen. Am Anfang hatten wir viele Diskussionen und Infomationsveranstaltungen, Einbrüche bei den Anmeldezahlen sind aber ausgeblieben.

    Ich kenne es aus meiner eigenen Schulzeit ja auch nicht, dass wir mal selbst irgendwas Praktisches in Biologie oder Chemie gemacht hätten. Ist zwar schade, aber da würde ich als Lehrer-Individuum bzw. eben als ganze Schule zuerst schneiden. Selbiges gilt für Demoexperimente im Unterricht. Es gibt heutzutage so viele sehr gut gemachte Clips bei youtube, die man sich alle zu Hause runterladen und dann im Unterricht zeigen kann.

    Mal zusammengefasst: wenn Du zeitlich die Arbeit nicht mehr schaffst, ist es für dich wichtiger, dass Klassenfahrten stattfinden, und bist auch bereit dafür deine Unterrichtsvorbereitung auf das absolute Minimum zu reduzieren (denn mal eben einen Youtube-Clip zu zeigen, in dem jemand ein Experiment runterspult ist meilenweit davon entfernt ein entsprechendes Experiment mit Variationsmöglichkeiten, offener Diskussion und möglichem Eingehen auf Schülerideen im Unterricht zu zeigen und erst recht vom Schülerversuch).

    Diese Haltung ist für mich bezeichnend, für dass was in den letzten 20 Jahren in der Schule schief gelaufen ist: das "Bonusangebot" mit möglichst großer Außenwirkung ist immer mehr aufgeblasen worden, hauptsache man kann genug Fahrten, Projekte und weiß der Geier was auf die Homepage schreiben und ist möglichst oft in der Zeitung. Ordentlicher Unterricht ist da völlig nebensächlich.

    Das wir in Niedersachsen an den Gymnasien die Fahrten ausgesetzt haben, war die beste Entscheidung, die in meiner Personalratszeit getroffen wurde. Nicht weil ich keine Fahrten möchte, ich wünsche mir auch, dass möglichst schnell Änderungen an der Arbeitsbelastung eintreten und die Fahrten wieder stattfinden können. Sondern weil wir zum ersten mal ein Mittel gefunden haben, was offenbar tatsächlich eine Wirkung hat und für Nervösität in den verantwortlichen Kreisen sorgt, die ansonsten reichlich Übung darin haben das ewige Gejammer aus den Lehrerzimmern zu ignorieren.

    "Wenig aussichtsreich" sind externe Bewerbungen in mindestens 2/3 aller Fälle, da es dank des Mangels an Stellen fast immer Hausinterne gibt, die die Funktion schon seit Jahren für Entlastung machen und die natürlich immer einen erheblichen Vorteil haben. Wenn man darum darauf verzichtet sich zu bewerben, muss man sich allerdings nicht wundern, wenn der eigene Schulleiter davon ausgeht, dass man die eigene Zusatzarbeit auch dauerhaft weitermacht, ohne dass er dafür eine Stelle springen lassen muss.

    Die Schulleiter sind in Niedersachsen frei darin, wie sie die Funktionen der A14-Stellen festlegen. Einen Anspruch darauf, bei Übernahme bestimmter Aufgaben eine entsprechende Funktionsstelle zu bekommen, gibt es nicht. Möglich wäre es aber durchaus eine entsprechende Stelle auszuschreiben (auf die du dich dann bewerben könntest, andere allerdings auch). Dir sollte klar sein, dass die Entlastungsstunden dann wegfallen.
    Meiner Erfahrung nach hilft es, wenn man dem Schulleiter deutlch sagt, dass man bestimmte Zusatzaufgaben nicht auf Dauer macht, ohne die Perspektive, dass daraus eine Funktionsstelle wird. Man sollte auch nicht davor zurückschrecken, sich mal testweise auf eine andere Stelle zu bewerben, um zu signalisieren, dass man es ernst meint.

    Die verpflichtenden Präsenztage sind abgeschafft, man muss also nicht mehr die kompletten drei Tage in der Schule sein, selbst wenn nichts zu tun ist. Dienstbesprechungen und ähnliches finden in diesen Tagen trotzdem statt, grundsätzlich muss man sich weiterhin in diesen Tagen auf dienstliche Termine einstellen.

    Was ist das denn für eine schräge Aussage, dass du Probleme hättest, jemanden als Chef zu akzeptieren, der keine Kinder will?

    Das ist ja das "schöne" an der ganzen Gender-Problematik und dem Mangel an weiblichen Führungspersonal, der angeblich dadurch zu stande kommt, dass sich die Frauen in der männerdominierten Welt des Managements nur schwer durchsetzen können: in der Regel müssen die Männer die karriereorientierten Frauen gar nich ausbremsen, da sorgen schon ihre Geschlechtsgenossinnen für, die oft genug jede Frau, die berufliche Karriere vor Familienwunsch stellt, erst mal verbal zerfleischen und ihr anschließend das Leben schwer machen.

    Neben meinen Fehlzeiten wird mir auch vorgeworfen, dass ich kein Vertretungsmaterial an die Schule geschickt habe. Ich konnte dies aus gesundheitlichen Gründen nicht.

    Während du erkrankt bist, kann natürlich niemand von dir verlangen, dass du Materialien bereitstellst. Ich glaube auch kaum, dass ein rechtskundiger Dezernent das thematisieren wird. Anders sähe es natürlich im Vorlauf aus: die Schulleitung kann durchaus einen gesunden Lehrer anweisen, ein (allgemeines) Arbeitsblatt oder ähnliches für den Fall zu hinterlegen, dass er mal erkranken sollte und eine Stunde vertreten werden muss. Natürlich nur im mit der normalen Arbeitszeit vereinbaren Rahmen, eine Schulleitung dürfte also kaum verlangen, dass man am Ende jeder Woche vollständige und aktuelle Materialen für die Folgewoche vorbereitet und bereitstellt.


    Ich bin in keinem Verband Mitglied und weiß nicht, wer mich beraten kann oder mir Rechtsbeistand geben kann.

    Unbedingt ein Personalratsmitglied zu dem Gespräch mitnehmen.


    Gibt es bei Krankheit keinen Kündigungsschutz?

    Nein, im Gegenteilt, Krankheit kann sogar ein Kündigungsgrund sein.

    Grüße,
    Moebius

    Die umgangssprachliche "Unkündbarkeit" betrift nur ordendliche Kündigungen, krankheitsbedingt kann in besonders schwerwiegenden Fällen auch außerordendlich gekündigt werden. Ob hier so ein Fall vorliegt, kann ohne genauere Beschreibung der Art der Erkrankungen und der genauen Fehlzeiten natürlich hier niemand beurteilen (verkürzt: der Arbeitnehmer hat extrem viele Fehlzeiten über eine längeren Zeitraum und aufgrund der Art der Erkrankung ist davon auszugehen, dass das auch in absehbarer Zeit so bleibt.). Bekannt wäre mir so ein Fall aus dem Schuldienst allerdings nicht.

    Das entscheidende Kriterium bei einer Krankenkasse sollte der Preis sein. Am Ende des Tages zahlen die alle das, was sie müssen und was man vertraglisch festgelegt hat, verschenken tut keine Kasse irgendwas, was über den jährlichen Kalender hinaus geht. Die Unterschiede in den jährlichen Beiträgen können schnell Richtung vierstellig gehen, davon kann ich mir eine menge Kalender kaufen (und notfalls auch mal die ein oder andere Wahlleistung, die mein Vertrag vielleicht nicht abdeckt).

    Was benutzt ihr als Schulserver?
    Da gibt es ggf. Module oder Erweiterungen die auch die Lehrmittelverwaltung abdecken. Dann würde ich möglichst in diesem System bleiben, weil die Verbindung erhebliche Vorteile bietet. (Bereits existierende Schülerdaten können genutzt werden, Schüler können ihre entliehenen Lermittel selber online sehen, etc.)

    Beschlüsse der Versetzungskonferenz können natürlich fehlerhaft sein, dann ist schlimmstenfalls eine neue Konferenz notwendig um einen rechtsgültigen Beschluss herbei zu führen. Aufgehoben wird dabei aber nichts, weil der Beschluss ja gar nicht rechtsgültig war. Ist ein Beschluss nicht fehlerhaft, gibt es meiner Meinung nach keine Möglichkeit, ihn anschließend wieder zurück zu nehmen.

    Nein, da würde ich nciht von ausgehen. Theoretisch bekommt man zwar das Gehalt für September am 31. August, die Bezügestelle arbeitet aber nicht so schnell. Stell dich darauf ein, dass du erst in der ersten Oktoberhälfte eine Abschlagszahlung bekommst und dann ab Ende des zweiten Monats die regulären Bezüge mit Nachzahlung der noch offenen.

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