Beiträge von Moebius

    Aber inzwischen doch deutlich besser als früher.
    Im übrigen zahlt keine Dienstunfähigkeitsversicherung, weil jemandem "die Arbeit zu anstrengend ist und er das nicht packt". Dazu braucht es eine klar diagnostizierte Krankheit, die auch objektiv einen Grund der Dienstunfähigkeit darstellt. Und da hilft auch kein Arzt als Kumpel, der einem erst blendende Gesundheit und anschließend eine plötzlich aufgetretende Krankheit bescheinigt, so etwas läuft über den Amtsarzt und einen Arzt der Versicherung. Auch mir drängt sich hier langsam der Eindruck auf, dass der TE entweder äußerst naiv ist oder trollt.

    Eine Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt, wenn man aufgrund einer eingetretenen Erkrankung oder eines Unfalls nicht mehr in der Lage ist, seinen Beruf auszuüben, nicht, wenn man die notwendigen Prüfungen nicht besteht. Eine Versicherung gegen Scheitern im Referendariat gibt es nicht (wenn man man kalkuliert, dass ca, 5% bis 10% der Leute durchfallen und eine anschließende lebenslange Folgeversorgung grob eine halbe Mio kosten würde, wäre auch ein Monatsbeitrag von 5000 - 10000 € notwendig, um so eine Versicherung finanzierbar zu machen).
    Das was du schilderst, hört sich übrigens stark nach Schilddrüsenunterfunktion an, das würde ich mal abklären lassen (gezielt nachfragen, wird oft übersehen).

    Ich bin die Ruhe selbst. Unsachliche Äußerungen ("...wird langsam drollig", "Schrottige Totschlagsätze", etc) wirst du von mir im ganzen Thread nicht finden. Ich habe auch keinen Grund dazu, da ich mich nach inzwischen gut 100 Beiträgen im Grunde doch in meinem Standpunkt bekräftigt fühle. (Was nicht heißen soll, dass ich ein Problem damit habe wenn jemand hier das anders sieht, aber wenn man hier Argumente für ein Handyverbot postet, muss man es halt auch aushalten können, wenn andere diese in Frage stellen.)

    Glück für den Täter - aber kein Beweis dafür, dass wir falsch lagen.

    Hier wird einfach ein grundsätzlich unterschiedliches Rechtsverständnis zwischen alias und mir deutlich. Wenn man am Ende dieses Vorgangs mit dem Statz "Glück für den Täter" reagiert, stößt das in der Tat bei mir auf Unverständnis. Nicht der Beschuldigte muss seine Unschuld beweisen, die Schuld muss bewiesen werden, und bis das geschehen ist, ist ein Beschuldigter eben auch kein Täter. Und spätestens wenn der Tatnachweis auch nach einem so großen Aufwand misslingt, muss man seine ursprüngliche Einschätzung auch mal selbstkritisch hinterfragen.Jeder möge sich selber mal vorstellen, die Polizei stände bei ihm vor der Tür, würde einem Vorwurfen, man wäre im Besitz von irgendwelchem illegalem Zeug, würde einem die Wohnung auf den Kopf stellen und sich nach erfolgloser Durchsuchung mit dem Satz, "da haben Sie aber Glück gehabt, dass wir nichts gefunden haben" verabschieden.

    Falls wir nochmals einen ähnlichen "Fall" haben sollten, werden wir sicher wieder genauso verfahren.

    Lassen wir mal außen vor, dass die ganze Aktion für Außenstehende (und offensichtlich nicht nur für mich) in der Durchführung unter rechtsstaatlichen Gesichtspunkten doch recht zweifelhaft wirkt, dann drückst du dich in deinen ganzen Beiträgen immer noch davor, eine zentrale Frage zu beantworten: Hat die ganze Aktion, direkt oder auch im Nachgang, irgendein konkretes Ergebnis erbracht?

    Auch wenn ich deine ganzen nachträglichen Ergänzungen durchlese, ist der Sachstand, wie er sich hier darstellt, doch immer noch, dass niemand irgendeines Verstoßes überführt werden konnte, nicht aufgeklärt werden konnte, ob die behauptete Tat überhaupt stattgefunden hat und auch sonst keinerlei Folgen bei der Aktion rausgekommen ist. Lediglich die Tatsache, dass jetzt seit 1 1/2 Jahren nichts neues passiert ist, führst du irgendwie auf diese Aktion zurück (Warum eigentlich? Wenn das der bisher einzige Vorfall bei euch war, war doch vorher offenbar auch jahrelang Ruhe). Falls dem so sein sollte, wäre sicher nicht nur ich daran interessiert zu erfahren, wieso die ganze Sache in deinen Augen immer noch ein Erfolg war und ihr in Zukunft wieder genau so verfahren würdet.
    Du ignorierst auch geflissentlich die Rückfrage (die übrigens auch nicht von mir gekommen ist), ob ihr genau so gründlich auch der Frage nachgegangen seit, ob diejenige, die den Tatvorwurf ursprünglich erhoben hat, diesen nicht möglicherweise nur erfunden oder falsch dargestellt hat.

    Die Beurteilung des Vorfalles an unserer Schule über eure Glaskugel ist und bleibt nebulös. Das Vorgehen war von Schulleitung und Polizeidirektion abgesegnet.

    Wenn du der Meinung bist, dass uns wichtiges Hintergrundwissen fehlt und wir den Vorgang nicht beurteilen können, dann stell ihn doch hier gar nicht erst rein, und komm nicht erst im Nachhinein damit, wenn dir unsere Reaktion nicht passt (Genau so wie die ewige Hauptschul-Gymnasiallehrer-Nummer, nach dem Motto, Wenn du nicht aus dem Getto kommst und nicht schon mindestens einen umgelegt hast, kannst du gar nicht mitreden). Wenn du ihn hier reinstellst, musst du nun mal damit leben, dass man sich anhand deiner Darstellung ein Urteil darüber bildet. Und da kann man mal zumindest zu dem Schluss kommen, dass du ganze Nummer wesentlich besser als Begründung für eine Forderung "Bessere Schulungen zum Umgang mit dem Handy in der Schule für Lehrer notwendig" taugt, als für "Handyverbot in der Schule".

    Hier ist auch folgender Satz zu finden:

    Die haben ja bei euch offensichtlich auch gar nicht stattgefunden.

    Glaubst du, wir hätten die Polizei ohne vorherige Nachfragen und triftige Gründe gerufen?

    Ja, weil du genau das vorher selber geschrieben hast:

    Zitat von alias

    Als bei uns der Verdacht aufkam, dass einige Schüler Videos aus der Sportkabine aufgenommen hatten, haben wir zunächst gegenüber den Schülern nicht reagiert, sondern diesen Kommissar der Polizeidirektion informiert und eingeladen.
    ...
    Wir waren von Schülerinnen informiert worden, dass entsprechende Filmchen aus der Umkleidekabine herumgezeigt würden

    Was den jetzt, wurden "Videos in der Sportkabine aufgenommen" oder "entsprechende Filmchen aus der Umkleidekabine herumgezeigt"?
    Unabhängig davon bleibt es aber dabei: Ihr macht (aufgrund von Behauptungen von Schülerinnen, ohne das ein Lehrer selber etwas davon mitbekommen hätte) eine riesen Aktion auf sehr zweifelhafter Rechtsgrundlage, bei der am Ende exakt gar nichts rauskommt, außer dem diffusen Gefühl, dass die "Schüler jetzt wissen wie's läuft". Herzlichen Glückwunsch.

    Und natürlich gibt ein Polizist pornografisches Material nicht wieder an Kinder und Jugendliche heraus, sondern allerhöchstens an deren Eltern, denn über die Eltern wäre ja nach §184 StGb der einzig legale Weg gewesen, durch den die Jugendlichen an das Material hätten gelangen können. Wenn der Polizist es trotz dessen bei einer Ermahnung belassen hat, könnte das möglicherweise daran gelegen haben, dass ihm in dem Moment durchaus klar geworden war, dass die ganze Aktion mangels Erfolg bei der Suche gründlich in die Hose gegangen ist und er sich auf sehr dünnem Eis bewegt hätte, wenn die ganze Nummer zur Überprüfung bei der Behörde gelandet wäre.

    nur weil in dieser 45-Minuten-Aktion in den Tiefen der Verzeichnisse die entsprechenden Dateien...

    Wer 45 Minuten den Verzeichnissen diverser Smartphones sucht, findet in der Regel auch etwas, falls es denn da ist. Es sei denn, die Datein sind mit sehr viel technischer Sachkenntnis verschlüsselt und versteckt. Hattest du überhaupt schon mal ein Smartphone in der Hand? (Die haben zum großen Teil - zumindest bei Apple, Huawei und den neuen HTC - übrigens auch keine herausnehmbaren Akkus mehr, was du ja oben weiter vorschlägst.)

    An Hauptschulen geht es etwas geradliniger zu als in deinem SekII-Wolkenkukuksheim und unser Erziehungsauftrag beschränkt sich nicht auf das Vermitteln der Binomischen Formel.

    Und "etwas gradliniger" heißt für dich, dass ihr immer direkt die ganz großen Geschütze ausfahrt, wenn eine Mitschülerin irgendwelche Anschuldigungen gegen andere Schüler ausspricht, und wenn die ganze Sache dann in sich zusammen gefallen ist, haben die "Beschuldigten" hat einfach Glück gehabt?

    aber mir sind die Opfer wichtiger als die Täter

    Welche Opfer? Welche Täter? Nach dem ganzen Aufriss ist es doch mindestens sehr zweifelhaft, ob der angebliche Vorgang, der der Grund für die ganze Maßnahme war, überhaupt so stattgefunden hat. Zumindest ist der V ersuch, diese Beweise zu finden, gründlich gescheitert. In deinem Kopf mögen ja die "Opfer-Täter-Rollen" von vorneherein und auch weiterhin klar verteilt sein, für einen Außenstehenden sind hier die Opfer höchstens die, die eine polizeiliche Maßnahme über sich ergehen lassen mussen, die nicht nur auf einer zweifelhaften Grundlage aufbaute, sondern die auch keinerlei rechtlich relevante Ergebnisse erbracht hat.


    Als bei uns der Verdacht aufkam, dass einige Schüler Videos aus der Sportkabine aufgenommen hatten, haben wir zunächst gegenüber den Schülern nicht reagiert, sondern diesen Kommissar der Polizeidirektion informiert und eingeladen.
    Er kam dann (in Uniform - mit Waffe) in die Schule und die im Verdacht stehenden Schüler wurden in ein Klassenzimmer gebeten. Der Kommissar informierte über missbräuchliche Handynutzung und bat um Herausgabe der Handys. Er ließ sich von den Schülern erläuterrn, wie er den Datenspeicher abrufen kann. Schüler, die sich weigern wollten, wurden knapp über die Konsequenzen bezügl. "Widerstand gegen die Staatsgewalt" aufgeklärt und das war's dann schon.
    Es wurden auf den Handys einige Pornos entdeckt, die Schüler darüber informiert, dass sie diese zwar zum Privatgebrauch besitzen dürften (was zu hochroten Köpfen führte), beim Zeigen gegenüber Mitschülern das Handy jedoch eingezogen und ein Strafverfahren eröffnet würde. Filme zu Aufnahmen im Sport wurden nicht gefunden.
    Aber seit eineinhalb Jahren ist Friede im Schulhaus und die Schüler wissen, wie's läuft :D

    Aha, ich fasse mal zusammen:
    Ihr hattet den Verdacht, dass Schüler ihr Handy für eine Straftat benutzt haben (warum eigentlich?) darauf hin habt ihr in Zusammenarbeit mit einem Polizisten die Schüler derartig einschüchtern lassen, dass sie ihr Handy "freiwillig" herausgegeben haben (weil es vermutlich für mehr bei einem so unkonkreten Verdacht nicht gereicht hätte) und er hat diese durchsucht. Am Ende der Aktion ist dann rausgekommen, das am ursprünglichen Vorwurf gar nichts dran war. (Auch mit den "Pornos" kann es nicht all zu weit her sein, denn jugendgehährdendes Material hätte der Polizist Jugendlichen wohl nicht wieder überlassen, also entweder war es nicht jugendgefährdend oder die Beschuldigten waren nicht mehr Jugendlich) Direkte Konsequenzen hatte die Aktion für keinen Schüler (geht ja auch schlecht, wenn die gar nichts gemacht haben), aber der ganze Vorgang hat sich in der Schule herumgesprochen, so dass nun die Schüler Angst davor haben grundlos kriminalisiert zu werden, nur weil sie irgendwo in der Schule mal ihr Handy zücken, so dass diese das verständlicherweise vermeiden.

    Eine angemessene Konsequenz auf so eine Aktion wäre eigentlich, sich bei den Schülern zu entschuldigen, froh zu sein, dass ihr keine Anzeige wegen Nötigung oder falscher Verdächtigung kassiert habe und ansonsten den Mantel des Schweigens darüber zu decken und nicht sich noch öffentlich dafür auf die Schulter zu klopfen. (Ich wiederhole mich: ich hoffe, dass hier nicht all zu viele nicht-Lehrer mitlesen). Aber du bist wohl dermaßen in deinem "Handys sind böse und alles was irgendwie gegen Handy geht ist gut" Film gefangen, dass du offensichtlich selbst so einen peinlichen, rechtsmissbräuchlichen und offensichtlich völlig grundlosen Eingriff in die Persönlichkeitsrechte von Schülern noch für eine tolle Sache hältst, nur weil er irgendwie die Handys zum Ziel hatte.

    Hier geht es um elektromagnetische Wellen und nicht um Leberkäse.
    Sachargumente hätte ich ja gerne mal gelesen.

    Der allgemeine Stand der Forschung ist bei Handystrahlung immer noch, dass in keiner Untersuchung schädliche Wirkungen nachgewiesen werden konnten, während es für die schädliche Wirkung zu fett- und fleischreicher Ernährung zumindest stärkere Hinweise gibt (auch wenn auch dies längst nicht so gesichert ist, wie allgemein angenommen). Die Chancen stehen also ganz gut dafür, dass Leberkäse für deutlich mehr Todesfälle verantwortlich ist als Handystrahlung.
    Ansonsten habe ich reichlich Sachagumente gebracht, aber wenn als Antwort nur pauschale Pöbelein der Sorte

    Zitat

    Schrottige Totschlagsätze

    kommen, können wir das an dieser Stelle vielleicht einfach beenden, ich denke jeder kann sich selber ein Bild machen.

    (das Übliche)

    Wenn ich sonst die Ausführungen von Elternschreck weitestgehend ignoriere, an dieser Stelle vielleicht mal eine grundsätzliche Sache:
    Die Jugend von heute ist großartig. Die Entwicklung der letzten Jahre ist in unheimlich vielen Bereichen sehr erfreulich und gibt allen Grund optimistisch in die Zukunft zu blicken.
    Der durchschnittliche Alkoholkonsum von Jugendlichen ist auf dem niedrigsten Stand seit den 70er Jahren (BZgA). Der Anteil der Raucher unter den Jugendlichen ist auf dem niedrigsten, jemals gemessenen Wert (ebenfalls BZgA).
    Die Anzahl der sozial engagierten Jugendlichen hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen (Shell-Studie), der Anteil der Schulabbrecher ohne Abschluss ist Seit den 70er Jahren stetig gesunken (von 19% auf 7%, statistisches Bundesamt).
    All das kann ich durchaus auch an meiner Schule beobachten: bei Abschlusstreffen mit meinen Tutant trinken inzwischen viele gar keinen Alkohol, in der "Raucherecke" stehen noch 3 traurige Gestalten und wenn ich mich umschaue, was bei uns an sozialen Projekten läuft, muss ich ehrlich zugeben, dass das was wir in unserer Schulzeit gemacht haben, dagegen ein Witz war. Einzig die Zahl der extremen Ausreißer nimmt nach meinem Eindruck tatsächlich zu - gut zu sehen am Beispiel Alkohol: während der Durchschnittskonsum sinkt, steigt gleichzeitig die Anzahl an Jugendlichen, die mit Alkoholvergiftungen in der Klinik landen. Es mag sein, dass die Wahrnehmung von uns Lehrern ein wenig durch Verschiebung der Schülermassen verzerrt wird. Wer es aber nicht mehr schafft die vielen positiven Dinge zu sehen und sich nur noch auf sich beschwerende Eltern aufregt und ausschlließlich faule, freche und unansehnliche Schüler wahrnimmt, ist wirklich zu bedauern.

    Guten Schulstart allerseits,
    Moebius


    Mal ganz ernsthaft:
    Was spricht dafür, dass die Schüler am Vormittag ihr Handy aktiviert haben? Meikes Argumente überzeugen mich nicht (da kann ein MOD jetzt einen Backlink zum ausgelagerten Thread einflicken, damit der Sinnzusammenhang verständlich ist)
    Nur weil eine Technik modern ist, bin ich nicht technikfeindlich, wenn ich diese nicht exzessiv nutze.

    Mich persönlich überzeugen Meikes Argumente durchaus, aber das ist nicht der Punkt:
    Nicht die Ablehnung eines Verbots ist zu legitimieren, derjednige der Verbote aussprechen will ist in der Pflicht, diese vernünftig zu begründen. Und da drehen wir uns hier im Kreis, weil letztlich immer nur drei Dinge kommen, die mir wiederrum nicht ausreichen um ein Verbot auszusprechen:
    1. Ablenkung und Unterrichtsstörung im Klassenraum -> Um das zu unterbinden brauche ich kein Verbot in der Schulordnung, das kann jeder Lehrer so aussprechen.
    2. Handy als Mobbingwerkzeug -> Strafbar, bereits jetzt in einem Maße sanktionierbar, an dem sich durch ein Handyverbot in der Schulordnung überhaupt nichts ändert
    3. Allgemeine Ablehnung Sorte "Die Jugend von heute spielt ja von morgends bis abends nur noch auf dem Handy rum, da muss man doch was tun", zu der ich mich schon ausführlich geäußert habe und die weitaus mehr über den Beschwerdeführer als über die "Jugend von heute" aussagt.

    Noch mal zur Klarstelung: kein Schüler telefoniert oder simst in meinem Unterricht, alleine die Vorstellung ist abwegig. Handys sind da auch aus (oder lautlos) und wenn ein Schüler das Handy zu Unterrichtszwecken benutzen will, werde ich vorher gefragt. Strittig ist hier alleine die Forderung, den Schülern die Handynutzung auch in den Pausen und den Freistunden komplett zu verbieten, die ich persönlich ablehne (ich würde sogar soweit gehen zu sagen, dass das die Forderung weltfremd ist).

    Ach Moebius, deine "Argumentation" ist - mit Verlaub - schrottig.

    Und so ein Spruch direkt am Anfang eines Beitrages, der nur aus dem Ausführen eines diffusen Unbehagens bezüglich vermeindlicher Gesundheitsgefahren und persönlichen Anekdoten über Begebenheiten, bei denen du schon mal irgendwo von einem Handynutzer generft warst, besteht. Ich beschränke mich mal auf den gewünschen Inhalt des neuen Threads, zum Thema Handy in der Schule schreibe ich später noch mal was im anderen.


    Dass Handystrahlung bereits seit 30 Jahren wissenschaftlich untersucht wird, mag ja sein.
    Interessant an deiner Argumentation ist, dass die ersten Handynetze in Deutschland erst vor 20 Jahren installiert wurden :autsch:


    https://de.wikipedia.org/wiki/Mobiltelefon

    Das Alphabet beginnt nicht mit D. (Und ja, es heißt D- und E-Netz, weil die Mobilfunkstandards ursprünglich dem Alphabet nach benannt wurden.) Das C-Netz hatte in Deutschland immerhin 100 000 Nutzer und in der Frühzeit der Mobiltefelonie waren die Sendeleistungen erheblich höher, die Nutzer in der 80er und 90er Jahren waren also einem Vielfachen der Sendeleistung heutiger Telefone ausgesetzt.
    Das ich mit Sachargumenten hier nicht gewinnen kann, ist mir aber schon klar, da du immer mit irgendwelchen Internetseiten oder Empfehlungen kommen kannst, die letztlich auf "man kann ja nie vorsichtig genug sein" hinauslaufen. Daher wiederhole ich meine Frage, die du bisher vermieden hast zu verantworten: Misst du hier alle vergleichbaren möglichen Risiken mit gleichen Maßstäben und bist du daher konsequenter Weise auch für schulische Verbote aller möglichen anderen Dinge, die ein ähnliches potentielles Gefährdungspotential aufweisen, wie fleischhaltige Ernährung, noch stärker "strahlender" Gerätschaften (praktisch alles was einen Transformator besitzt), Süßigkeiten, Kleidung und Schulmaterial mit Farbstoffen, etc. ? Oder gilt deine Besorgnis einzig der Handystrahlung, weil dir das Argument hier gerade ganz gut gelegen kommt.

    Ich bin von dir sachlichere Kommentare gewöhnt.

    Das muss eine Verwechslung sein.

    Die WHO stuft Handystrahlung als "möglicherweise krebsauslösend" ein. Es dauert zehn bis 30 Jahre nach einem auslösenden Ereignis, bis ein Hirntumor auftritt. Das massenhafte Auftreten von Handys in der Schule haben wir erst seit wenigen Jahren. Wir haben als Lehrer die Pflicht sorgsam zu sein und "mögliche Gefahren" von den Schülern abzuwenden. Da gehört dieser Punkt für mich dazu.

    Und du behandelst alle anderen Punkte mit vergleichbarem Gefährungspotential genau so? Du bist auch für ein Fleischverbot in der Schule, weil Wurstkonsum das Risiko von Herz-Kreislauferkrankungen steigert? Du schaltest auch das schulinterne WLan ab, weil das ebenfalls im gleichen Frequenzbereich funkt und verzichtest auf Halogenlampen und Radiowecker? Du verbietest deinen Schülern auch Jeans im Vintage-Look, weil das Herstellungsverfahren für hunderte Todesfälle verantwortlich ist?
    Oder ist es nicht eher so, dass du dir hier punktuell eine theoretisch mögliche Gefährdung rauspickst, weil diese ganz gut zur Rechtfertigung deine aus ganz Gründen anderen bestehenden Meinung passt, während du alle anderen vergleichbare (oder teilweise wesentlich realere) Gefahren als allgemeines Lebensrisiko akzeptierst?

    Ansonsten schließe ich mich den ausfürungen von Meike an.

    Dir ist aber schon die Ironie klar daran, wenn jemand einen Artikel der Welt ablehnt, weil die tendenziös sei, der vorher selbst eine beliebige privat betriebene Seite von nicht überprüfbarer Glaubwürdigkeit zur Stützung seines eigenen Standpunkts verlinkt hat, oder?
    Handystrahlung wird seit 30 Jahren wissenschaftlich untersucht, spätestens seit der Hysterie um die Jahrtausendwende sehr intensiv. Mit dem Ergebnis, dass es kei Ergebnis gibt. Keine seriöse Studie hat jemals eine schädliche Wirkung der von Handystrahlung nachweisen können. Mit "Man weiß ja nie, es könnte ja trotzdem schädlich sein, sicherheitshalber lieber trotzdem verbiete" kann man natürlich immer noch kommen, dass ist ein Totschlagargument, das man grundsätzlich nicht entkräften kann. Eine Rechtfertigung für ein Verbot im Klassenraum ist übrigens gar nicht nötig, da kann das jeder Kollege von mir aus gerne aussprechen. Aber nur zur Erinnerung: wir diskutieren hier über ein generelles Handyverbot an der Schule, im gesamten Gebäude und auch in Pausen und Freistunden.

    Im Kern läuft es doch auf das gleiche sich immer wiederholende Muster raus. Vor 50 Jahren war es "diese Rockmusik", vor 30 Jahren "das Privatfernsehen", vor 20 "Computerspiele" und vor 10 "das Internet". Technische und gesellschaftliche Entwicklungen werden von Jugendlichen nun mal am schnellsten adaptiert, während mit steigendem Alter auch der Anteil der Skeptiker steigt und man sich zunehmend unwohl dabei fühlt, wenn man sieht, wie eine Entwicklung die man selber nicht nachvollziehen kann, einen quasi überrollt. Lustigerweise ist jede älter werdene Generation dann felsenfest davon überzeugt, dass sie die ersten sind, die völlig richtig liegen - "Früher waren meine Lehrer ja alles verkalkte alte Säcke, die ernsthaft glaubten von den Stones ginge eine gesellschaftszersetzende Gefahr aus. Heute ist das was völlig anderes, bei diesem ständigen Handygedaddel können doch aus den Jugendlichen nir sozial gestörte Erwachsene werden."

    Moebius: platter geht's nicht.


    ich könnte noch ein paar "Deine Mudder"-Sprüche einstreuen.

    Prima, damit hätten wir jetzt schon zwei stichhaltige Argumente für ein Handyverbot:
    1. Allgemeines Unbehagen seitens des Lehrers wegen diesem ganzen neumodischen Schnickschnack
    2. Diffuse Ängste in Folge von mangelndem technischen Verständnis
    Zu letzterem: http://www.welt.de/gesundheit/article5571874/Die-schaedliche-Angst-vor-der-Handy-Strahlung.html</a>
    Ich hoffe, hier lesen keine nicht-Lehrer mit.

    Ich verweise nochmals auf den Erziehungsauftrag.

    ... der nicht dazu gedacht ist, Lehrern einen Freifahrtsschein zu geben Schülern ihre persönliche Lebensvorstellung aufzuzwingen. Der Erziehungsauftrag der Schule hat zum Ziel, die Grundlagen für ein vernünftiges Miteinander sicherzustellen. Er ist weder dafür gedacht, dass die vegetarische Lehrerin täglich die Fleischwurst von den Pausenbroten ihrer Schüler einsammelt, noch dafür, dass der Kollege, der eher technikskeptisch ist und sich persönlich von dem ständigen Rumgetippe seiner Schüler in den Pausen gestört fühlt, meint seinen Schülern die Handynutzung alleine deshalb untersagen zu müssen.

    Finde ich einen interessanten Ansatz. Das stellt sich aber die Frage nach Selbstverständlichkeiten, wie ich auch schon gesagt habe. Vieles (oder gar alles?) in einer Hausordnung (und Gesetzen) ist eine Selbstverständlichkeit. Wieso gibt es ein Gesetz gegen Diebstahl? (§242: Wer eine fremde bewegliche Sache einem anderen in der Absicht wegnimmt, die Sache sich oder einem Dritten rechtswidrig zuzueignen, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.) Das ist doch eigentlich klar, oder? Aber diese scheint nicht allen klar zu sein, deswegen schreibt man es fest. Gleiches gilt für ein Handyverbot. Weil einige nicht wissen, wie und wann sie es zu benutzen haben, wird so etwas in einer Hausordnung reglementiert.

    Und steht in eurer Hausordnung sicherheitshalber auch noch einmal, "Das Erstechen / Erschießen / Zusammenschlagen von Mitschülern und Lehrern ist untersagt."?
    Die Hausordnung hat nicht die Aufgabe die Rechtslage noch einmal zu wiederholen, sondern dafür besondere, zusätzliche Verabredungen über das Zusammenleben in der Schule zu klären, die nicht bereits gesetzlich eindeutig festgelegt sind. Ein Handyverbot hat somit letztlich ausschließlich die normale, sonst gesetzlich zulässig Nutzung in den Pausen zum Ziel, alles andere ist sowieso schon eindeutig geregelt. Wer für ein Handyverbot ist, mögle also bitte begründen, warum er nicht möchte, dass Schüler in den Pausen mit dem Handy Musik hören, ihre Eltern wegen irgendwas anrufen oder eine Email schreiben. Und die Begründungen, die ich dazu höre (auch in diesem Thread) laufen mir persönlich oft zu sehr auf (teilweise generationsbedingte) Technikressentiments hinaus, als dass ich sie für einen Eingriff in persönliche Grundrechte akzeptieren möchte.

    Wo hast du denn nachgefragt?
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    Auch wir hatten im letzten Jahr einen Fall, der damit geendet ist, dass die Schule einem Schüler die Kosten für einen mp3-Player ersetzen durfte. Was meine grundsätzlichen Ausführungen zum Thema "Einschränkungen von Schülerrechten durch die Schulordnung" angeht - ich habe diverse Werke zum Bereich Schulrecht bei mir im Schrank stehen, in denen so etwas dagelegt wird, ich glaube auch im allseits bekannten Heogg steht was dazu. Die Kenntnis der Rechtsgrundlagen des eigenen Berufes gehört zu den Dienstpflichen, leider ist es in der Praxis aber so, dass es gerade unter Lehrern sehr weit verbreitet ist, sich da ausschließlich auf Flurfunk, subjektive eigene Überlegungen und "das haben wir schon immer so gemacht" zu verlassen. Manche Kollegen gucken einen an wie ein Uboot, wenn man ihnen sagt, dass man nach einer vorangegangenen Diskussion unm ein rechtliches Problem einfach mal in das betreffende Gesetz geguckt hat und da doch tatsächlich eine eindeutige Antwort steht.

    Das lässt du aber wieder den Pädagogen heraushängen. In zig anderen Lebensbereichen gibt es ebenfalls Verbote und Strafen und da interessiert es auch niemanden, was "in den Köpfen der Täter" vorgeht. Das wird höchstens vor Gericht relevant. Mit deinem Argument könnte man von der Straßenverkehrsordnung bis zum allgemeinen Strafrecht gleich alle gesellschaftlich sinnvollen Regelungen abschaffen.

    Ich weiß nicht, wo du das herausgelesen haben willst, aber es ist das komplette Gegenteil, von dem was ich gemeint habe. (Ich kann dir versichen, den "Pädagogen raus hängen zu lassen" ist mir völlig wesensfremd). Um es noch mal klar zu sagen: Im Unterricht habe ich Weisungskompetenz gegenüber meinen Schülern. Das die da nicht anfangen mit dem Handy rumzudaddeln oder SMS zu schreiben ist eine Selbstverständlichkeit und wenn es einer trotzdem macht, kann ich dazu auch ohne Schulordnung so deutlich Stellung beziehen, dass er das kein zweites mal probieren wird. Wenn Schüler x seinen Mitschüler beleidigt, das Ganze filmt und dann bei uTube einstellt, ist das eine Straftat und so sollte man es auch nennen. Straftaten gegen Mitschüler reichen völlig aus um Ordnungsmaßnahmen gegen den Täter zu rechtfertigen, wenn man da dann stattdessen in der Klassenkonferenz noch lange darüber diskutiert, dass ja auch gegen die Schulordnung verstoßen wurde, ist das Pipifax, der den Betrachtungsschwerpunkt nur vom eigentlichen Problem (der begangenen Straftat) weg verschiebt.
    Für keinen von beiden Fällen brauche ich also in der Schulordnung eine Regelung über Handys in der Schule.

    Wenn man darüber hinaus noch mit Kollegen dirkutiert, die trotzdem noch auf eine Regelung drängen, dann stellt man oft auch fest, dass der eigentliche Knackpunkt bei vielen ein anderer ist: da läuft es dann oft darauf hinaus, dass "die heutigen Jugendlichen ja von morgends bis abends nur noch auf ihren iPhones rumdaddeln, wir sind ja früher auch ohne ausgekommen". Es geht also eher darum, dass gerade viele ältere Kollegen sich von der technischen Entwicklung der letzten Jahre überrollt fühlen, und irgendwie das Bedürfnis haben, in dem Bereich den sie beeinflussen können, das ganze auszubremsen. Aus so einer Basis irgendwelche Verbote zu erlassen, lehne ich persönlich aber ab.

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