Beiträge von Moebius

    Ich frage mich gerade, in was für einer Welt wir leben, wenn Lehrer sich schämen und Angst vor Schülereltern bekommen müssen, nur weil sie normale menschliche Verhaltensweisen zeigen...

    Müssen sie gar nicht.
    Elternarbeit ist zwar sicher nicht leichter geworden, dass das aber so weit geht, dass viele Kollegen immer schon im Voraus überlegen, was sie jetzt wieder falsch gemacht haben könnten und wer da wohl wieder mit welchen Beschwerden und Forderungen kommen könnte, hat schon ein bischen was von Gruppenhysterie.
    Mit 90% der Eltern kommt man nach meiner Erfahrung gut klar, man sollte seine Wahrnehmung nicht zu sehr auf die übrigen 10 % konzentrieren.

    Was macht man mit Lehrern, die Kinder beleidigen!

    Da ich mich in meiner ursprünglichen Vermutung bestätigt sehe, dass du über den Vorfall noch gar nicht mit der Lehrerin gesprochen hast (offensichtlich hat es zwischen dir und der Lehrerin bisher nur ein einziges mal direkten Kontakt gegeben, und da ist das "Problem" ja wohl zu deiner Zufriedenheit gelöst worden) bleibe ich auch bei meiner ursprünglichen Empfehlung: im direkten Gespräch mit der Lehrerin den Vorwurf sachlich, freundlich aber mit der notwendigen Deutlichkeit ansprechen und abklären, was wirklich genau passiert ist. Erst wenn sich der Vorfall dann so bestätigt und keine Einsicht und Besserung in Sicht ist, an die Schulleitung wenden.

    Und Muttermodus und Lehrermodus hin oder her: ich würde schon erwarten, dass dir auch im Muttermodus noch klar ist, dass man sich mit Problemen zunächst direkt an den Betreffenden zu wenden hat, auch wenn einem das nicht so angegehm ist und man davon ausgeht, dass die Erfolgsaussichten nicht sehr groß sind. Ein guter Schulleiter achtet darauf und lässt sich nicht auf "Frau x macht nur Mist"-Diskussionen ein, wenn man vorher noch garnicht mit Frau x gasprochen hat.

    Für die bevorstehenden HSU-Einheit zum Thema "Schule früher" bin ich auf der Suche nach Schreibutensilien, die den Kinder ermöglichen, eigenständig nachzuempfinden, wie Kinder vor 100 Jahren geschrieben haben.

    Die Stahl-Schreibfeder wurde im 18 Jahrhundert erfunden und seit Anfang des 19. Jahrhunderts in Massenproduktion hergestellt. Konstruktionen mit nachfließender Tinte ab Mitte des 19. Jahrhunderts.
    Das vor 100 Jahren noch im nennenswertem Umfang mit tierischen Federn geschrieben wurde, wage ich zu bezweifeln.

    Bitte, darum geht es doch jetzt nicht im Einzelnen.

    Du hast nun mal viele einzelne Dinge aufgezählt. Das "Gesamtbild" stellt sich so natürlich dramatisch schlimm da, wenn man sich jeden Punkt einzeln vornimmt, wird das Bild aber sehr diffus.
    - Auch ich führe in der Schule keine detaillierten Gespräche mit Kollegen über deren Kinder, wenn ich sie unterrichte (das möchten die in der Regel auch nicht), da man aufpassen muss, dass man da die Rollen Kollege / Eltern klar trennt.
    - Haben die Kinder ihre Note für ihre Plakate wirklich von den Mitschülern bekommen (was natürlich nicht geht) oder vielleicht nur ein Feedback (was ganz normal ist)?
    - Das mal eine Arbeit schlecht ausfällt, kann auch in der Grundschule passieren, das man einem Jungen hinterher sagen muss, dass die 6 nicht nötig gewesen wäre, wenn er mehr gelernt hätte, auch.
    ... u.s.w.

    Vieles von dem, was du schilderst, hört sich nach dem in der Schule weit verbreiteten "Stille-Post-Phänomen" an (Mutter A erfährt von Mutter B, dass deren Kind berichtet habe, die Lehrerin hätte ... . Und mit jedem Schritt wird es schlimmer.), du berichtest gar nicht von direkten, eigenen Erfahrungen mit der Lehrkraft. Dein Post liest sich fast so, also ob du selbst bisher überhaupt keine Kontakt mit der Lehrerin hattest und sich alles nur über dritte abspielt. Hast du selbst schon mal mit der Lehrerin gesprochen?
    Wenn nein, solltest du das dringend nachholen und nicht zum generellen Rundumschlag ausholen, sondern ganz konkret die Punkte ansprechen, die deine Tocher betreffen und erst einmal abklären, was denn nun Fakt ist.

    Wenn sich rausstellt, dass das alles so zutrifft, wie beschrieben, würde ich das auch nicht so hinnehmen, aber bitte den zweiten Schritt nicht vor dem ersten machen.

    Ich nehme an, es geht um eine Realschule bei der Fachgruppenleitung nicht Teil einer Beförderungsstelle ist, sondern einfach als Zusatzaufgabe evtl. gegen eine kleine Stundenentlastung übernommen wird. Das kann die Schulleitung verteilen, wie sie es für richtig hält, auch ohne großes Verfahren und ohne in Konflikt mit Diskriminierungsrichtlinien zu kommen.
    Trotzdem ist die Idee der Schulleitung "Ich nehme die Fachgruppenleitung einer Kollegin, die sie gerne macht, weg und drücke sie jemandem aufs Auge, der sie gar nicht haben will" natürlich ein super Programm gegen übertriebene Harmonie an der Schule. Wenn man die Stimmung versauen will, scheint mir dass ein absolut sinnvoll Schritt.

    Moebius: Ist heute mal wieder Schulleiter-Bashing angesagt?

    Ich habe weder gebasht, noch generell alle Schulleiter kritisiert. Ich persönlich bin mit meinem augenblicklichen gut zufrieden.
    Trotzdem würde ich mir hier ein höheres Maß an Professionalisierung wünschen, denn oft scheint das doch eher Glückssache zu sein, ob nach den paar dienstbegleitenden Fortbildungen zur Personalführung in der Schulleitung auch wirklich Leute landen, die zum Führen von Personal die richtigen sind.

    Da es in B-W keine Rechtsgrundlage für Vergütung von außerunterrichtlichen Arbeitseinsätzen (bei beamteten Lehrkräften) gibt, kann die Zurückweisung eines entsprechenden Antrags auf Vergütung auch kein Dienstvergehen, geschweige denn eine Straftat im Amt sein.

    Umgekehrt ist, alleine aus der fehlenden Rechtsgrundlage für Vergütung zu folgern, dass man mit seinen Beschäftigten machen kann was man will, eine bei manchen Schulleitern leider anzutreffende Arroganz, die genau so unbegründet ist. Es gelten immer noch die Verordnungen über die Arbeitszeit der Beamte der Bundesländer und das Arbeitszeitgesetz.
    Innderhalb von 7 Tagen muss zum Beispiel mindestens 1 Tag frei sein.


    Eben, Klammern sind nicht gegeben, also impliziere ich auch keine.

    ... womit wir wieder am Anfang wären.
    Das es so simpel nicht ist, habe ich ausführlich begründet.

    Ich denke, es kann sich jeder ein Bild machen, zusammenfassend kann man zumindest festhalten, dass man als Lehrer sehr vorsichtig damit sein muss, wenn man glaubt die eigenen Aufgaben sind eindeutig und von der eigenen Erwartung abweichende Lösungen sind automatisch falsch. Vor allem wenn man sich auf einem Terrain bewegt, auf dem man fachlich nicht so zu hause ist. Grade in in der vermeintlich immer so klaren Mathematik und besonders im höheren Anforderungsbereich ist es sehr schwierig Aufgaben so zu formulieren, dass sie tatsächlich keine andere Interpetarion zulassen, als die vom Aufgabensteller gewünschte.

    Für den evangelischen Religionsunterricht in der Schule dürfte eine Lehrbevollmächtigung der EKD notwendig sein. Dass eine entsprechende Bestätigung einer Freikirche anerkannt wird, erscheint mir zweifelhaft.
    Bei einer solch existienziellen Frage wäre mir persönlich allerdings an einer rechtssichern Auskunft gelegen, die man wohl nicht in einem Forum sondern nur bei der zuständigen Stelle im Kultusministerium bekommt. (Und die ich, ganz nebenbei, vor Aufnahme des Studiums geklärt hätte.)


    Also wir haben eine Aufgabe "zwei mal zwei plus zwei durch zwei minus zwei" und keine weiteren Angaben, also löst man diese doch nach den normalen Rechenregeln die definiert sind, also Punkt- vor Strichrechnung.
    Es ist deiner Meinung nach kein Term, warum das an dieser Stelle auch wichtig sein sollte.

    Weil es in der Mathematik keine allgemeingültigen Regeln für die textliche Repräsentation eines Termes gibt. Der eine mag die Aufgabe als schrittweises, exaktes "Vorlesen" eines Termes auffassen und dann Punkt-vor-Strichrechnung beachten, der andere fasst den Satz als Reihe von auszuführenden Operationen auf und arbeitet von links nach rechts. Keinem der beiden wird man eine mathematische Regel vorhalten können, die seine Interpretation widerlegt, weil sich alle Regeln, die man zur Verfügung hat eben nur auf Terme beziehen. So etwas wie die "Wortform eines Termes" gibt es im mathematischen Regelwerk nicht, auf jeden Fall nicht in der Art einer Äquivalenzbeziehung, höchstens also Aufgabenformat in Büchern, dann sind die Formulierungen jedoch anders und es muss eindeutig klar sein, wie die Übersetzung zu funktionieren hat. Das ist hier ohne zusätzliche Erklärung nicht der Fall.


    Da in der ursprüngliche Aufgabe Informationen fehlen, werden gebräuchliche Konventionen angewendet.

    Genau das ist doch mein zentraler Punkt: die Aussage wird er dann eindeutig, wenn du Dinge hinzunimmst, die da nicht stehen. Du kannst gerne gebräuchliche Konventionen anwenden (wobei du ja immerhin schon erkannt hast, das du sonst nicht weiter kommst) , eine zwingende Regel diesbezüglich gibt es beim mathematischen Argumentieren aber nicht.


    Und ich würde auch sagen, dass durch die Kommasetzung in deinem ersten Beispiel eine implizite Klammersetzung vorgegeben ist.

    Mit Betonung auf würde sagen und implizit - heißt: eigentlich steht sie da nicht, ich denke sie mir nur dazu, weil es besser passt.
    Auch in der ursprünglichen Variante kann man das gerne machen, den formalen Anforderungen an eine eindeutige mathematische Syntax genügt die Aufgabenstellung aber trotzdem nicht.

    Und mit Verlaub:
    Der hohe Grad an Formalisierung mathematischer Sprache ist sicherlich nicht jedermans Sache, und einem Laien muss sich dieser auch sicher nicht vollständig erschließen. Auch bei den wenigen Pflichtstunden Mathe die man im Grundsachullehramt dazu machen muss, besonders wenn man eigentlich andere Schwerpunktfächer gewählt hat, wird das sicher keine große Rolle spielen. Dann aber die Auskunft von jemanden, der das deutlich intensiver studiert hat nicht akzeptieren zu wollen und es immer noch besser zu wissen ist ein typisches Lehrerproblem. Davon kann jeder Handwerker ein Lied singen, wenn der Herr Lehrer genau meint zu wissen, woher das Klopfen vorne links kommt, auch wenn der Mechaniker mit 20 Jahren Berufserfahrung und das Diagnosegerät anderer Meinung sind.

    Moebius
    Naja, so wie ein Term definiert ist, ist auch definiert, dass Rechenoperationen höherer Stufe zuerst ausgeführt werden.

    Ja, aber eben nur für Terme. Wer immer noch meint, die Aufgabe beinhalte eindeutig Punkt-vor-Strichrechnung, denke sich einfach folgende Variante:
    Bilde das Produkt von 2 und 2, addiere 2, dividiere durch 2 und subtrahiere 2.
    Hier wären auch keine Klammern gegeben, trotzdem würde hier wohl jeder die Operationen von "links nach rechts" ausführen, ohne Punkt-vor-Strichrechnung zu beachten.
    Eindeutig wird die Übersetzung in einen Term eben erst dann, wenn man Informationen impliziert, die tatsächlich nicht gegeben sind.

    PS: In diesem Fall wird die Interpretation sogar davon abhängen, wie ich die Aufgabe vorlese:
    Stelle ich mich vor die Klasse und sage "Schreibt mit und berechnet dann: zwei mal zwei plus zwei durch zwei minus zwei", dann werden die Schüler wohl automatisch Punkt-vor-Strichrechnug beachten,
    sage ich stattdessen " Rechnet im Kopf mit: zwei mal zwei plus zwei durch zwei minus zwei" und lese die Aufgabe etwas langsamer vor, werden die Schüler von links nach rechts rechnen.


    Der Begriff "Term" ist in der Mathematik relativ schwammig definiert, ...

    Um Gottes Willen.

    Term gehört zu den elementaren Grundbegriffen der Mathematik. Seine Definition ist ganz sicher nicht "relativ schwammig", sondern eindeutig und basierend auf der formalen Logik:
    1. Eine einzelne Variable oder Konstante ist ein Term
    2. Sind t1, t2, ...,tn Terme und f eine n-stellige Funktion, so ist f(t1, t2, ...,tn) ein Term.
    3. Ist t1 ein Term, dann auch (t1).

    Man kann ja gerne mit seinen Schülern vereinbaren, wie solche Aufgaben gemeint sind, wenn man sie stellt, und je nach Vereinbarung ist dann halt das eine oder andere Ergebis richtig. Man sollte das dann aber auch als Vereinbarung vermitteln und keine eigene Mathematik erfinden.


    Ein Term liegt doch vor,

    Eben nicht.

    nur eben sprachlich umschrieben


    Und eine Umschreibung eines Terms ist genau so wenig ein Term, wie die Umschreibung eines Hamburgers satt macht.
    Die formale, syntakisch exakte Sprache der Mathematik hat schon ihren Sinn, denn nur durch sie ist Eindeutigkeit gewährleistet. Ob zB Regeln für Rechenreihenfolge gelten sollen mag durch den Rahmen, in dem die Aufgabe auftaucht imliziert werden, selbstverständlich und einheitlich festgelegt ist es durch die rein sprachliche Umschreibung mitnichten.

    Und in einem Einstellungstest würde die Lösung 1 erwartet.
    Wie gesagt: Regeln für Rechenreihenfolge beziehen sich auf Terme. Ein solcher liegt hier nicht vor. So lange die Syntax nicht klar ist, macht es keinen Sinn sich über die Semantik Gedanken zu machen.

    Lässt sich so nicht beantworten, da die Aufgabe nicht als Term gegeben ist und so nicht klar ist, ob Punkt-vor-Strichrechnung zu beachten ist oder die gesprochene Reihenfolge wie bei einer Kettenaufgabe eingehalten werden soll.

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