Ich überlege halt momentan, da ja noch Ferien sind, was mir am meisten zusetzt in diesem Job- und ich glaube es sind diese furchtbaren Beschwerden in beiden Stufen, auch in der Sek II werden die Abitur-Noten durchdiskutiert- am besten gleich mit Anwalt:(. Ist mir selbst noch nicht passiert, aber einigen KollegInnen..die Angst davor setzt mir echt zu.
Man kann sich natürlich auch irre machen, indem man sich in den Ferien ständig Gedanken darüber macht, was an der Arbeit am schlimmsten ist, was alles hypothetisch schlimmes passieren kann und indem man jede inhaltliche Rückfrage von Eltern sofort als Kritik auffasst.
Ich gebe meine Noten nach sorgfältiger Überlegung und auf Basis der Erlasse zur Notenbildung. Warum sollte ich "Angst" davor haben, dass jemand das überprüfen lässt? Das ist das gute Recht der Schüler und gemäß des unwahrscheilichen Falls, dass ich tatsächlich mal irgendwo einen Fehler gemacht habe, wird die Note halt geändert. Na und? Ich glaube nicht, dass mir das je passieren wird, aber selbst wenn, was ist daran so dramatisch?
Mit inhaltlichen Rückfragen und anderen Arten von Kritik ist es genau so. Ich kann mein dienstliches Handeln in der Regel begründen und wenn jemand fragt, tue ich das auch. Wenn sich danach noch jemand beschweren will, soll er das machen.
Ich finde es erstaunlich, dass in einem Beruf bei dem die Bewertung der Leistung anderer ein so wesentlicher Bestandteil ist, einige Lehrer so starke Probleme damit haben auf der Sachebene zu bleiben, wenn ihr eigenes Handeln hinterfragt wird und sofort auf die Beziehungsebene abrutschen. (Und bei aller Vorsicht: Ein Problem, welches bei Koleginnen wesentlich häufiger aufzutreten scheint, als bei Kollegen.)