An weiterführenden Schulen sind die Aufgaben komplexer und bestehen aus mehreren Teilschritten. Da muss das Ergebnis deutlich kenntlich gemacht werden, sonst stehen schnell diverse Rechnungen unter-, über- und nebeneinander, gerne auch mit einigen Dingen vermischt, die überhaupt nicht gefragt waren und der Lehrer darf sich dann die richtige Lösung raussuchen.
Im Abi muss ich, wenn eine Aufgabe auf zwei unterschiedliche Arten bearbeitet wird und nicht ersichtlich ist, welche denn die vom Schüler als endgültig gemeinte ist, die schlechtere der beiten Möglichkeiten bewerten (was dann schnell 0 Punkte bedeutet, wenn der eine Weg komplett falsch ist, selbst wenn der andere vollständig stimmt). Da ist es schon sinnvoll, den Schülern frühzeitig zu vermitteln, dass sie ihre Lösungen klar strukturieren müssen.
Beiträge von Moebius
-
-
Zitat
Original von Loyola
Ein Kompromiss wäre ja, einen geschützten Bereich einzurichten. Diesen könnte man auf verschiedene Weise schützen, z. B. dadurch, dass nur Angemeldete lesen können, nur Mitglieder mit mindestens 20, 50, 100 Beiträgen usw.Eine Lösung in der Art fände ich auch nicht schlecht. Vielleicht könnte man den Bereich aus so regeln, dass man nur auf Antrag Zugang bekommt. Dann könnten die Moderatoren dafür sorgen, dass nur Mitglieder, die hier schon länger und glaubwürdig als Lehrer unterwegs sind, zugelassen werden ("Du kommst hier nischt rein, Alda!"). Das müsste man natürlich weitgehend automatisieren und vermutlich speziell eine Funktion dafür in der Forensoftware anlegen, damit der Aufwand überschaubar bleibt.
Grade wenn es um Probleme geht, die einzelne Schüler betreffen, fände ich das sinnvoll, weniger aus tatsächlicher Angst, dass Personen erkannt werden, sondern eher aus grundsätzlichen Erwägungen zum Datenschutz. Es gibt Zeiten, da sind hier 20 Angemeldete und 200 Gäste unterwegs... . -
Das halte ich für ein Gerücht, da die Telefonnummer ja mein Privatanschluss ist, dürfte eine Pflicht zur Rausgabe juristisch kaum haltbar sein. Sprechstunden in der Schule muss man anbieten, aber sicher nicht Abends und eine vorherige Terminabsprache ist den Eltern zuzumuten. Falls es anders sein sollte, würde ich doch gerne mal die rechtliche Grundlage dazu sehen. Solche Behauptungen entwickeln sich in Kollegien oft wie urbane Legenden.
-
Jaja, so ist das, das ganze Halbjahr jammern einem die Kollegen die Ohren voll, wie unmöglich Schüler xy ist, "faul bis zum geht nicht mehr", "hier definitiv völlig überfordert", "sollte am besten ganz schnell abgehen".
Zum Zeugnistermin steht dann da auf einmal die 4 und man hört die tollsten Begründungen.Best of:
"Hat jetzt noch mal seine Mappe abgegeben, da musste ich ihm noch eine vier geben."
"Eigentlich ist es ne fünf, aber wenn er in ... auch noch eine vier bekommt, will ich auch nicht daran schuld sein, dass er nicht versetzt wird."
"Hat jetzt aber die letzten beiden Vokabeltests vier geschrieben, da muss ich dann ja auch die Tendenz berücksichtigen."Wenn es wirklich Schüler sind, bei denen dann zumindest die Aussicht darauf besteht, dass sie im nächsten Jahr die Kurve noch kriegen ist das ja in Ordnung. Aber oft genug erklären einem die gleichen Kollegen dann im selben Atemzug , dass "im nächsten Jahr für den ja sowieso Schluss ist, das kann er gar nicht schaffen."
Das Zurückziehen geschieht ja meist auch nicht um dem Schüler einen Gefallen zu tun, sondern um es sich selber einfacher zu machen - sollen sich doch die anderen Kollegen mit den Elternbeschwerden rumschlagen.
Getoppt wird das Ganze dann nur noch dadurch, dass solche Kollegen sich dann bei der Zeugniskonferenz öffentlich darüber wundern, dass ja "in der Klasse in Mathe eine ganze Reihe fünfen da stehen, muss das denn sein?" (tatsächlich so schon erlebt).
Grüße,
Moebius -
Da sind die Situationen auch recht unterschiedlich - Schulen in kirchlicher Trägerschaft haben relativ viele Kirchenbeamte oder abgeordnete Landesbeamte und kriegen dafür auch oft ganz gute Leute, auch weil die sonstigen Arbeitsbedingungen oft besser sind - unproblematischeres Klientel, in Niedersachsen kein Zwangs-LAzKo, usw. Die etwas exotischeren Privatschulen stellen oft nur an und zahlen schlechter, die müssen dann eher die Leute nehmen, die im regulären Schuldienst nicht unterkommen.
Ich habe beides erlebt, kirchlich und regulär, so weltbewegend waren die Unterschiede nicht. Der größte Unterschied (und für viele Eltern ein Anmeldekriterium, auch wenn keiner drüber spricht): auf Schulen in kirchlicher Trägerschaft gibt es kaum Kinder mit Migrationshintergrund. -
Ich würde mal damit anfangen, dass ich den Schüler die verpasste Zeit konsequent nachholen lasse, mit pädagogischem "Zuschlag". Sobald 30 Minuten zusammen sind den Eltern einen Brief zukommen lassen, dass der Schüler am nächsten Tag eine Stunde länger bleibt und ihn dann mit einem Aufgabenzettel in eine andere Klasse setzen.
-
Der Antrag auf Klassenwechsel wurde doch begründet, oder? Auf die Gründe würde ich dann schon eingehen.
-
Wieso brauchst du dann eine Freigabeerklärung, du kannst doch jederzeit kündigen?
-
Wenn du verbeamtet bist (davon gehe ich jetzt mal aus, sonst bräuchtest du keine Freigabeerklärung) kann dein Vertrag nicht auslaufen. Versetzt werden kannst du als Beamter immer und dass der Schulleiter im Falle des Falles eher einen Kollegen versetzen lässt der eh weg will, als einen der bleiben möchte, mag durchaus sein. Das kann aber nur passieren, wenn an deiner aktuellen Schule ein längerfristiger Überhang droht.
-
Zitat
Original von Piksieben
Tja, was will uns das jetzt sagen? Dass Eltern in der Schule nichts zu melden haben? Weil Lehrer, sollten sie Elternwünsche berücksichtigen, zu "Erfüllungsgehilfen" werden? Mir gefällt weder die Wortwahl noch der Tonfall noch die Haltung, die daraus spricht, und die zum Ruf der Lehrer als ewige Rechthaber mal wieder beiträgt.Diese Frontenbildung ist schrecklich. So lange das nicht um konkrete Fälle geht, ist dieser Austausch von Allgemeinplätzen absolut überflüssig.
Was dich aber nicht davon abhält, selbst daran Teil zu nehmen.
Niemand hat sich hier grundsätzlioch Elternwünsche verbeten oder sich allgemein negativ gegenüber allen Eltern geäußert. Es geht lediglich um der Teil, der meint sich Dinge rausnehmen zu können, die nun mal nicht gehen und dann bevorzugt damit auch noch direkt zum Schulleiter läuft. In unserer Schule mit 1200 Schülern sind das vielleicht 20 Eltern. Die können damit aber ganz schön für Unruhe sorgen.
Und ja, dass Schulleiter sich hier auch mit dem abstrusesen Anliegen noch auseinandersetzen, statt auch mal eine klare Grenze zu ziehen, ist durchaus eine Beobachtung die man aus vielen Schulen häufiger hört. -
Zitat
Original von Piksieben
Du willst doch auch eine Polizei haben, die dich schützt - auch wenn du deinen Bezirksbeamten nicht selbst bezahlst.Aber ich komme nicht auf die Idee der Polizei sagen zu wollen, wann und wie sie welche Gesetze durchsetzen soll und welche nicht. Der "Kunde" des Lehrers ist nicht der einzelne Schüler oder die Eltern, sondern der Staat. Unterricht ist eine Dienstleistung gegenüber der Gesellschaft und die bestimmt die Regeln und Umstände unter denen er stattfindet.
Wenn Eltern davon sprechen, Schule sei eine Dienstleistung, dann steckt da oft der Gedanke hinter bestimmte Dinge verlangen zu können, sei es was Unterrichtsinhalte, -formen oder Noten anbelangt. Und da sollte man schon klare Grenzen ziehen und sich nicht auf "mit meinen Steuern zahle ich ihr Gelhalt" Argumentationen einlassen.
-
Die Schüler und Eltern die dabei sind, sind die gewählten Klassensprecher / Konferenzvertreter. In der Regel sind das zuverlässige Leute. Natürlich ist das Ganze für die vertraulich und ich hatte auch noch nie das Problem, dass vertrauliche Infos aus der Konferenz in die Klasse getragen wurden. Es gab durchaus schon einzelne Fälle, wo ich es ganz gut fand, dass insbesondere die Schülervertreter dann was zu persönlichen Hintergründen bei einzelnen Mitschülern sagen konnten.
Ganztägige Konferenzen kann ich mir persönlich überhaut nicht vorstellen. Dass man eine Konferenz in 15 Minuten schaffen kannn setzt natürlich gute Vorbereitung und Disziplin bei der Konferenzleitung voraus. Kopfnoten beispielsweise werden bei uns vorher schriftlich geklärt. Ich war auch schon an einer Schule, bei der die Konferenzen deutlich länger dauerten, habe das aber auch nicht als hilfreicher empfunden. Eine Zeugniskonferenz ist auch eindeutig nicht der Ort um ausführlich pädagogosche Probleme zu dikutieren, dazu gibt es andere Gelegenheiten.
-
Na das hängt wohl vom jeweiligen Landesschulgesetz ab. Bei uns nehmen je drei Eltern- und Schülervertreter an den Konferenzen teil, haben aber kein Stimmrecht, sondern nur eine "beratende Funktion".
-
Ich sehe nicht, wieso das ausgerechnet an den Kopfnoten hängen sollte. Bei uns gibt es noch Kopfnoten, trotzdem schaffen wir die Konferenzen in je 15 Miunten.
Zeugniskonferenzen ganztägig abzuhalten halte ich unter anderem auch desswegen für problematisch, da die Elternvertreter ja die Gelegenheit haben müssen, daran Teil zu nehmen. -
Zitat
Original von Latin_Lover
Und zum Stichwort "lebendige Schule", da geht mir die Hutschnur hoch.Ich mache auch viele Sachen außer der Reihe, oft auch gerne.
Wenn aber das um sich Werfen mit solchen Schalgworten wie "lebendige Schule" dazu führt, dass 14 Stündige Sonderaktionen nicht mehr im Hinbklick auf die hohe Abreitsbelastung hinterfragt werden dürfen, hat die Gehirnwäsche wohl funktioniert. Welch Glück für einen Schulleiter, wenn sich das Kollegiium lächenld in den Kollaps arbeitet. -
Tage der offenen Tür gehören wie Konferenzen, Tagesfahrten oder andere Veranstaltungen des normalen Schullebens zu den regulären Dienstverpflichtungen, die mit dem normalen Bezügen natürlich abgegolten sind. Man sollte lediglich darauf achten, dass diese außerunterrichtlichen Verpflichtungen gleichmäßig auf alle Kollegen verteilt werden, wer also grade damit beschäftigt ist, das neue Schulcurriculum für Medieneinsatz zu schreiben, kann am Tag der offenen Tür auch mit gutem Recht mal anderen den Vortritt lassen.
-
Ich habe auch Kollegen, mit denen ich lieber nicht zusammenarbeiten möchte, auch den ein oder anderen, von dem ich denke, dass er vielleicht besser in einer anderen Schulform oder einem anderen Beruf aufgehoben wäre.
Sich als gleichgestellter Kollege aber Gedanken darüber zu machen, wie man so jemanden gegen seinen Willen aus der Schule rauskriegen könnte, finde ich doch etwas vermessen. Davon wirklich aktiv etwas in dieser Richtung zu unternehmen, würde ich ganz driingend abraten, dann das könnte für dich sogar dienstrechtlich negative Konsquenzen haben (zu Recht). Selbst wenn jemand vollkommen inkompetent sein sollte, ist es nicht Aufgabe des Kollegiums denjenigen aus der Schule zu drängen, lediglich der Dienstvorgesetzte kann in diese Richtung tätig werden und auch da ist es ein langer Weg.
-
Eine genauere Betrachtung der Emailadresse des Fragenstellers lässt in mir doch den Verdacht aufkommen, dass es sich hier eher um einen Schüler handelt. Kollegen pflegen sich hier eigentlich nicht mir Wegwerf-Adressen anzumelden.
-
Ich unterrichte zwar kein Geschichte, aber als Außenstehender kann man ja auch einfach mal in die Vorgaben zum Formulieren von Aufgaben gucken:
ZitatOperatoren, die Leistungen im Anforderungsbereich I (Reproduktion) verlangen:
nennen, aufzählen: zielgerichtet Informationen zusammentragen, ohne diese zu kommentieren
Demnach reicht die reine Wiedergabe der geforderten Information aus.
Natürlich kannst du grundsätzlich ausformulierte Sätze verlangen, aber dann solltest du auch so konsequent sein Operatoren zu verwenden die dies auch implizieren.Grüße,
Moebius -
Zitat
Original von Vaila
Ich bin immer überrascht über diese Zahlenangaben Möbius, die niemand nachprüfen kann! Wo hast du die her? Das Bandbreitenmodell diente dazu, die vorhandene Anzahl von Stunden nach Belastungssituation neu zu verteilen.Wo die Zahlen herkommen? Himmel, vielleicht hättest du dich längst mal über die bestehenden Breitbandmodeele informieren können, wenn du hier schon seit ewigen Zeiten dafür Werbung machst. Was man zB im Hamburger Modell unterrichten muss kann ist kein Geheimnis, das kann jeder ausrechnen (den Link habe ich gepostet).
Ein Lehrer, der keine zusätzlichen Funktionen hat kommt im Hamburger Modell
mit Deutsch / Englisch auf ca. 26 Stunden
mit Mathe / Physik auf ca. 27 Stunden
mit Sport / Erdkunde auf ca. 31 Stunden.
(Am Gymnasium bei gleichmäßiger Verteilung über alle Jahrgangsstufen.)Wenn man Klassenlehrer ist, ist es jeweils ca. 1 Stunde weniger.
Da geht es nicht um gerechte Umverteilung der vorhandenen Stunden sondern einzig um die Frage "Wen können wir nich ein bischen mehr machen lassen?".
ZitatOriginal von Vaila
Es geht um Richtwerte, Transparenz, nicht wischiwaschi. Alle Tätigkeiten sollten dokumentiert und gewichtet werden. Nicht kleinkrämerisch, aber in großen Zügen nachvollziehbar!Ach und du glaubst enrsthaft, dass bei Einführung eines Bandbreitenmodells vorher sorgfältig die Arbeitszeit einiger 1000 Lehrkräfte repräsentativ untersucht und ausgewertet wird und die Stundenfaktorisierung dann anhand der daran ermittelten durchschnittlichen Belastungen durchgeführt wird? Oder könnte es vielleiicht doch sein, dass einfach irgendwo eine Kommission anhand nicht näher spezifizierten Überlegungen entscheided, dass du in Klasse 7 für eine Deutscharbeit 8 Minuten für die Korrektur angerechnet bekommst und ich für Versuchsaufbau pro Physikstunde 9 1/2 Minuten? (Für die bisherigen Bandbreitenmodelle hat nicht mal das stattgefunden, da wird für eine Deutschstunde einfach 1h 25 Minuten angesetzt und damit ist dann alles an Vorbereitung, Korrekturen, etc. abgegolten.)
Werbung