Ich sage in meinen Klassen immer an, dass ich prinzipiell gerne bereit bin zu Elternstammtischen zu kommen - wenn ich eingeladen werde um ein schulbezogenes Thema zu klären, und dass ich nach Klärung des Themas dann aber auch wieder gehen würde. Die Folge war, dass ich bisher noch nie zu Elterstammtischen eingeladen wurde.
Das hier:
In der Regel haben wir uns auch kaum über die Schule unterhalten. Ich finds vor allem super, dass ich dadurch auch ein anderes Verhältnis zu den Eltern bekommen kann.
würde ich persönlich ganz bewusst vermeiden, da ich gar kein anderes Verhältnis zu den Eltern haben will. Ich möchte mit den Eltern auf einer professionellen, vertrauensvollen und sachlichen Ebene gut zusammenarbeiten. Mehr nicht. Ich möchte mit den Eltern nicht über meinen letzten Urlaub plaudern oder mal entspannt ein, zwei Bier trinken, dafür habe ich ein privates Umfeld. Dinge auf die Beziehungsebene zu verlagern, vermeide ich. Genau das passiert aber ganz schnell, wenn man gestern noch lustig zusammengesessen hat und morgen der lieben Kleinen aber vielleicht wieder eine schlechte Note geben muss.
Zumindest sind nach meiner Erfahrung gerade die Kolleginnen (und es sind fast ausschließlich Frauen), die durch den engen persönlichen Kontakt ein total supergutes Verhältnis zu den Eltern haben gleichzeitig auch die, bei denen es dann am häufigsten Kracht und am massivsten unter die Gürtellinie geht, wenn es denn mal Schwierigkeiten gibt. (Und die, die am lautesten darüber stöhnen, dass sie jede Woche 3 Stunden Elterntelefonate führen müssen, weil die Eltern sie wegen jedem Kleinkram anrufen.)