Beiträge von Moebius

    Bei uns unterschreibt der Schulleiter.
    Es kann eigentlich nicht sein, dass das überall unterschiedlich, je nach Laune der jeweils beteiligten, gehandhabt wird. Für so etwas müsste es einen eindeutigen, juristisch korrekten, Weg geben. Ich bezweifle, dass wir als einfache Lehrer überhaupt zeichnungsberechtigt im Namen der Schule sind, wenn es um solche Beträge geht.

    Grüße,
    Moebius

    Der ganze Vorgang erscheint mir ziemlich dubios, ich habe den Eindruck, dass keine der verschiedenen Darstellungen den Vorfall wirklich objektiv und vollständig wiedergibt. Darüber, dass die Schilderung unter dem ersten Link eine bestimmte Intention verfolgt, brauchen wir uns wohl nicht zu streiten, auch die Berichterstattung von RTL und Bild ist sicher eher zweifelhaft. Auf der anderen Seite finde ich den Vorgang aus Sicht der Schule schon extrem Merkwürdig. Eine einfache Verwechslung beim Mittagessen rechtfertigt keinesfalls eine "Beurlaubung" einer Lehrerin (mir ist neu, dass Schulleiter an Grundschulen überhaupt die dienstrechliche Befugnis haben einen Lehrer gegen dessen Willen zu Beurlauben). Auch das Verhalten der Eltern finde ich merkwürdig - dass wegen einem einmaligen Vorfall da quasi ein Mob von 15 Leuten in der Schule aufläuft und die Entlassung einer Lehrerin fordert halte ich auch bei streng gläubigen Familien für unwahrscheinlich. Möglicherweise gibt es da eine Vorgeschichte.

    Ehrlich gesagt verstehe ich dein Problem nicht. Der Unterricht funktioniert nach deiner Aussage ja, die Schüler können also miteinander arbeiten. Auch außerhalb scheint es ja keine Konflikte zu geben, sondern lediglich Desinteresse. Wenn sich das Problem im Wesentlichen darauf beschränkt, dass man mit den Mitschülern der anderen Gruppe "halt nichts anfangen kann" ist das halt so. Ich kann auch mit einigen meiner Kollegen nichts anfangen.
    Spätestens in der 10. Klasse hätte ich es mir auch verbeten, wenn der Klassenlehrer ständig versucht hätte da große Freundschaften zu stiften, wo die Basis dafür einfach nicht da ist. (Möglicherweise ist das der Grund für das Nichterscheinen.) Dein Harmoniebedürfnis in allen Ehren, aber dass man eine Klasse hat, in der alle gut mit einander können und es einen intensiven Klassenzusammenhalt über alle Cliquen hinweg gibt, ist in den höheren Stufen doch eher die Ausnahme.

    Grüße,
    Moebius

    Die Lehrperson würde höchstens dann in's Visier rücken, wenn sie ihre Aufsichtspflicht verletzt hat. Es ist aber keineswegs Pflicht bei einer Klassenfahrt permanent alle 30 Schüler im Blickfeld zu halten. Lediglich wenn dem Vorfall ein längeres Hochschaukeln mit Chaos auf den Zimmern vorausgegangen ist und der Lehrer nicht eingegriffen hat könnte man ihm evtl. einen Vorwurf machen.
    Der Lehrer ist nicht Vollstrecker von Forderungen Dritter gegen Schüler. Halt dich da raus, wenn irgend möglich.

    Grüße,
    Moebius

    Ihm mitteilen, dass du das für eine Lüge hältst, er dir aber gerne das Gegenteil beweisen kann, indem er die Hausarbeit von der Seite wieder löscht. Wenn er der ursprüngliche Autor war, sollte das möglich sein. (Er kann sie ja gerne hinterher wieder einstellen, wenn die Bewertung abgeschlossen ist.)

    Zitat

    Original von Raket-O-Katz

    Moebius, Du schreibst von "anderen Möglichkeiten" Punkte zu bekommen. Meinst Du ein Referat? Für Ideen wäre ich dankbar.

    Sorry, aber Geheimtipps habe ich da auch nicht. Ich hatte zB im letzten Jahr einen Tutanten, der aus psychischen Gründen hohe Fehlzeiten hatte, aber im Prinzip guten Willens war. Da habe ich dann in zwei Kursen, in denen es eng war, noch mal mit den Fachlehrern geredet und habe eine Lösung gefunden die es dem Schüler nach einem Referat und einer Ausarbeitung ermöglicht hat, die Schule zumindest mit der Fachhochschulreife zu verlassen.

    Das ist äußerst diffizil. Eine echte Rechtsgrundlage gibt es für die ganzen Nebenarbeitszeitkonten, die in vielen Schulen geführt werden, nämlich nicht, zumindest in Niedersachsen. Eigentlich sollten Plus- / Minusstunden im Folgehalbjahr abgegolten werden. Erster Ansprechpartner wäre in deinem Fall der Personalrat, der sollte darauf achten, dass niemand zu sehr in's Minus (aber auch in's Plus) kommt. Wenn nämlich ein Kollege mit vielen Minusstunden in Pension oder plötzlich woandershin geht, sind die Stunden für die Schule weg und letztlich haben die anderen Kollegen die Arbeit mit gemacht.

    Moebius

    Bei uns gibt es ab 20% die 0 P Warnung, ich gebe dann auch bei unter 30 % die 0 P. Die Gründe für die Fehlzeiten können da auch keine Rolle mehr spielen. Schließlich bescheinigt man dem Schüler eine erfolgreiche Teilnahme an der Oberstufe und damit Studien- und Arbeitsmarktreife. Keine Arbeitgeber dieser Welt toleriert 30% Fehlzeiten, völlig unabhängig von den Gründen.

    Das gilt aber nur für das Ergebnis, im Vorfeld behandele ich die Schüler natürlich schon unterschiedlich - wenn jemand psychische oder persönliche Probleme hat, versuche ich frühzeitig zu helfen und zu beraten, ich spreche als Tutor auch schon mal mit Kollegen, damit die sich etwas flexibler zeigen und dem Schüler vielleicht Möglichkeiten geben, anderweitig zusätzlich Punkte zu sammeln oder besorge anderweitig Hilfe. Bei einem notorischen Schwänzer, der nur am Gymnasium angemeldet ist, weil er nach dem Realschulabschluss keinen Bock auf Arbeiten hatte und die Eltern weiter Kindergeld kassieren wollen, mache ich das natürlich nicht.

    Grüße,
    Moebius

    Tja, in einem öffentlichen Forum muss man aber nun mal damit rechnen, dass man auch Kommentare kriegt, die so nicht erbeten waren. Grundsätzlich finde ich es jetzt auch nicht völlig abwegig bei jemandem der zweimal durch die Prüfung gefallen ist mal vorsichtig anzufragen, ob dieser berufliche Weg wirklich das richtige ist anstatt Tipps zu geben, wie jemand auf einem für ihn möglicherweise falschen Weg noch ein paar Jahre mehr verschwenden kann.
    Andererseits gibt es aber hin und wieder durchaus Fälle, bei denen Menschen im 1. StEx Schwierigkeiten haben, die später sehr gute Lehrer werden. (Bei uns gab es zB einen ganz bestimmten Professor, den man im Examen nicht umgehen konnte und der einfach einen gewissen Anteil der Studenten rausgekickt hat und wenn man erst mal auf der Abschussliste war, konnte man da auch mit Lernen nicht mehr viel machen).
    Der Wechsel in ein anderes Fach oder eine andere Schulform sollte möglich sein. Vorher musst du dir aber sicher kritisch die schmerzliche Frage stellen, ob dein Scheitern wirklich an externen Ursachen lag, die du nicht beeinfliussen konntest. Wenn nicht, wäre vielleicht eine andere berufliche Richtung doch die bessere Wahl.

    In der Prüfung geht es ja darum seine eigenen Fähigkeiten zum Planen und Umsetzen von Unterricht bei einer vorgegebenen Aufgabenstellung zu zeigen. Wenn du eine ähnliche Stunde noch mal zeigst, wirst du natürlich die Ergebnisse des ersten Versuches mit nutzen, die reine Umsetzung dieser Tipps ist dann aber nicht mehr deine eigene Leistung.
    Ich würde dringend davon abraten.

    Wir in Niedersachsen sind ja ein Jahr weiter und hatten am Anfang ähnliche Probleme. In erster Linie durch einen Teil der Eltern des ersten kurzen Jahrgangs, die ziemlich massiv versucht haben über das Ticket "Benachteiligung der jüngeren Schüler" Einfluss auf veschiedene Dinge zu nehmen.
    Nach einem Jahr kann man eigentlich sagen: alles halb so wild. Grundsätzlich sind die "Verürzten" auch von ihren Leistungen her nicht schlechter. Viele der befürchteten Probleme verschwimmen nach nach einigen gemeinsamen Wochen doch recht schnell.

    Grüße,
    Moebius

    Priemelchens Aussagen waren im Wesentlichen moderat und zutreffend, jetzt hier ewig an zwei Nebensätzen und daran, dass sie sich nicht deutlich als Studentin gekennzeichnet hat, rumzudiskutieren finde ich etwas übertrieben.

    Zitat

    Diagnoseversuche in Bezug auf den Beruf halte ich für unangemessen.

    Ich lese hier viel nach dem Muster "Wir können das ja nicht beurteilen.", "Wenn es dein Traum ist, kannst du es ja mal mit einem Praktikum versuchen", "Ferndiagnosen sind unangemessen", und - mit Verlaub - ich habe den Eindruck, dass viele es nur vermeiden wollen eine für den Treadstarter unangenehme Tatsache auszudrücken.

    Ferndiagnosen möchte ich auch nicht machen - brauche ich aber auch nicht, denn Sophokles-Antigone hat ja alles genannt:
    - Manische Phasen, die durch Psychopharmaka vermindert werden aber nicht völlig weg sind
    - Zwanghaftes Bekämpfen der eigenen Männlichkeit, verbunden mit einer ganz massiven stimmlichen Auffälligkeit
    - Zwangsstörungen, die ihn beispielsweise dazu zwingen lange Strecken mit dem Zug durch die Gegend zu fahren, wenn er eigentlich arbeiten müsste.

    Und so Leid es mir persönlich für ihn tut: jemand mit so einem massiven Störungsbild gehört auf keinen Fall in die Schule. (zumindest wenn das alles wirklich so zutrifft wie beschrieben)
    Ich hatte oben weiter schon gesagt, dass es für ihn selbst wahrscheinlich höchst gefährlich wäre, sich in einen Beruf zu begeben, in dem man - besonders wenn man als Lehrperson in irgendeiner Weise besonders auffällig ist - schon mal unter massivem psychischem Druck steht.
    Und vielleicht sollte man auch mal auf einen mindestens eben so wichtigen Punkt hinweisen: ich hätte durchaus Verständnis, wenn Eltern auf die Barrikaden gehen, wenn jemand mit dieser Verfassung Lehrer ihrer Kinder wird. Und das hat nichts mit Toleranz gegenüber Menschen mit Behinderung zu tun, sondern damit, dass man als Lehrer die Verantwortung für die körperliche und seelische Gesundheit von 30 Kindern hat. Auch wenn man keine Klassenfahrten und ähnliches anbietet, muss man in der Lage sein in Krisensituationen als einziger Erwachsener besonnen und richtig zu handeln und das erscheint mir hier nicht gesichert.

    Grüße,
    Moebius

    "Absehbarer Zeitraum" heist aber, dass für die betreffenden Schüler die Sommerferien mehr oder weniger in's Wasser fallen, da sie halt schon relativ viel lernen müssen. Scharf ist da niemand drauf, vor allem wenn der Ausgang sehr ungewiss ist.
    In Niedersachsen haben wir die Regelung, dass die Versetzungskomnferenz die Nachprüfung in einem Fach beschließen KANN, wenn sie es für sinnvoll hält. Das wird in der Regel angewendet, wenn eine Verstzung durch Ausgleichsregel zwar möglich ist, die Lehrer aber der Meinung sind, der Schüler müsse seine Defizite aufarbeiten, bevor er in die nächste Jahrgangsstufe kommt. Wenn die Konferenz davon ausgeht, dass die Defizite einfach zu groß sind, kann natürlich auch einfach der Regelfall der Nichtversetzung eintreten. Diese Regelung finde ich ganz sinnvoll.
    Wenn Schüler einen Rechtsanspruch auf Nachprüfung haben, finde ich das eher problematisch, weil die dann natürlich eher geneigt sein werden, von vorneherein auf die Nachprüfung zu setzen.

    Grüße,
    Moebius

    Das erste Staatsexamen ist keine abgeschlossene Berufsausbildung, berechtigt daher, soweit ich weiss, auch nicht zum führen irgendeiner besonderen Berufsbezeichung. Die von dir genannten Bezeichungen darfst du allesamt nicht führen, da du dazu ein Diplom, Master,... haben musst. Du könntest höchstens angeben
    Studienabschluss: 1. Staatsexamen
    Allerdings solltest du dir bewusst sein, dass in Deutschland eine abgeschlossene Berufsausbildung immer noch viel zählt, auch wenn du nicht in der Schule arbeiten willst, sondern in "angrenzenden" Bereichen, kann es sinnvoll sein, dass 2. Staatsexamen noch zu machen.

    Man muss das ganze mit Humor nehmen. Der Wert der Studie wird schon an der Datenbasis ersichtlich:

    Zitat

    Mehr als 900-mal klickten Lehrer aus dem ganzen Bundesgebiet den Fragebogen an, 228 haben ihn vollständig ausgefüllt. Tatsächlich verwertbar für die Auswertung waren allerdings nur 168 Fragebögen.

    Super. Man stelle sich mal eine Wirksamkeinsstudie eines Medikamentes vor, bei der ein Präparat an 900 Personen eingesetzt wird, von denen dann in der Auswertung der Studie nur noch 20% berücksichtigt werden lönnen. In jedem anderen Fachbereich würde man die Erhebung als misslungen einordnen, das Design überarbeiten und es noch mal von vorne versuchen.
    Und da wundern sich die Pädagogen, dass die anderen Fachbereiche sie nicht richtig für voll nehmen. (Was besonders für die wenigen Pädagogen traurig ist, die tatsächlich methodisch sauber arbeiten.)

    Zitat

    Kaiser, die früher selbst als Grundschullehrerin arbeitete, kündigt genau das an. Ihr Lehrstuhl werde sich weiter mit dem Thema befassen. Obwohl sie selbst warnt: "Man macht sich unbeliebt."

    Man macht sich eher zum Horst.

    Grundsätzlich kann die Begleitung einer Klassenfahrt durchaus angeordnet werden, da so etwas zum normalen Tätigkeitsbereich eines Lehrers gehört, wenn keine gewichtigen Gründe dagegen sprechen und die Belastungen im Kollegium gleichmäßig verteilt werden. Allerdings wird dies in der Praxis aus einem einfachen Grund nicht gemacht: bei angeordneten Dienstfahrten hat man Anspruch auf volle Kostenerstattung und das Budget der meisten Schulen ist viel zu gering, um allen Lehrern ihre Fahrtkosten bei Klassenfahrten zu erstatten.

    Ehrenamtlich Unterricht zu geben ist sicher problematisch, unter anderem aus den Gründen, die oben genannt wurden. Aber es gibt ja auch andere Dinge, mit denen man sich in der Schule einbringen kann, wenn du persönlich Spaß daran hast. Du könntest der Schule beispielsweise vorschlagen freiwilligen Förderunterricht anzubieten (hat bei uns eine pensionierte Kollegin mal zeitweise gemacht) oder vielleicht die ein oder andere AG zu einem Bereich, der dich auch privat interessiert machen.
    Für die Schule dürfte das unproblematischer sein, da du hier nicht in Konkurenz zu den beschäftigten Lehrern trittst und für solche Sachen meist sowieso viel zu wenig Mittel da sind.

Werbung