Beiträge von Moebius

    Der einzig realistische Weg zu Frieden ist meiner Meinung nach, dass Putin irgendwann sterben wird. Der Mann ist 72 und es gab in den letzten Jahren plausible Hinweise darauf, dass er ernsthaft krank sein könnte, irgendwann im Laufe der nächsten 5-10 Jahre wird sich das erledigen. (Und das kann in Russland auch ganz schnell gehen, in dem Moment, in dem der Zar Schwäche zeigt, die man nicht mehr verbergen kann.)

    Die einzige Chance wieder zu einem friedlichen Europa zu kommen besteht in meinen Augen darin, dass zu diesem Zeitpunkt der Preis für Russland so hoch ist, dass sein Nachfolger dann den Wechsel nutzt um gesichtswahrend einen andern Kurs einzuschlagen. Vermutlich wird es zwischendurch auch mal einen Waffenstillstand geben, aber entscheidend ist, dass Russland unterm Strich nichts gewinnen darf.

    Selenskyj hat niemanden vergrätzt, der Gesprächsverlauf war von Trump und Vance ganz offensichtlich so gewollt. Selenskyj kann man höchstens vorwerfen, dass er das nicht hat kommen sehen.

    Ein Interesse am Abgang Selenskyjs hat man nur, wenn man die Ukraine insgesamt schwächen und zu Zugeständnissen zwingen möchte, weil man sich inzwischen einfach irgendwie Frieden zurückwünscht und die Augen vor den langfristigen Konsequenzen verschließt. Die Urakiner und Selenskyj wissen, dass das letztlich dazu führen wird, dass Russland militärisch weiter aufrüstet und den Krieg zu einem für Russland günstigen Zeitpunkt wieder aufnimmt. Ob gegen die Rest-Ukraine oder das Baltikum, können wir dann abwarten, während wir endlos weiter darüber diskutieren, ob wir nicht doch wieder ein bisschen Gas von Russland kaufen wollen, weil es so schön billig ist.

    Ich glaube nicht, dass über Twitter-Posts und selektive Medienberichterstattung ein objektiver Eindruck darüber, was die Mehrheit der Amerikaner von den Vorgängen hält, vermittelt wird. (Ich weiß es aber auch nicht besser.)

    Tatsächlich wundert mich, dass in der Republikanischen Partei wenig darüber nachgedacht wird, dass ein Ronald Reagan oder Eisenhower wohl im Grabe rotieren würde, wenn er die aktuelle Entwicklung mitkriegen würde.

    Ein Überrollen der Ukraine droht aktuell gar nicht, die Geländegewinne, die Russland im letzten Jahr gemacht hat, sind ein winziger Bruchteil des Landes (etwa in Größe des Saarlandes, wenn ich das richtig im Kopf habe), auch wenn es in der Berichterstattung oft anders rübergekommen ist.

    Wenn die Schülerin ihre Haare zusammenbindet und ihr Zopf trotzdem Feuer fängt, bist du verantwortlich, weil du ihr Haar hättest zurückhalten können oder weil 8 statt 10 Jugendliche übersichtlicher gewesen wären oder ein Haarnetz selbstverständlich hätte sein müssen oder Leute mit Haaren ab Schulterlänge hätten auf der Bank warten müssen... To be continued.

    Nein, wenn der Zopf Feuer fängt und die Schülerin dabei verletzt wird entscheidet ein Richter am Ende, ob du korrekt gehandelt hast. Und wenn du sie auf das Zusammenbinden der Haar und ein passendes Verhalten hingewiesen hast, wird der zu dem Ergebnis kommen, dass dir kein Vorwurf zu machen ist. Und wenn du in der ersten Schwimmstunde 21 dir unbekannte SuS gleichzeitig ins Becken lässt und dabei jemand zu Tode kommt, kommt der - völlig sachgerecht - eben zu dem Ergebnis, dass dir ein schulhaftes Versäumnis vorzuwerfen ist.

    Letztlich diskutieren wir jetzt seit 3 Seiten über deine Angst, irgendetwas selber entscheiden und verantworten zu müssen.

    Selenskyj hat in der Situation durchaus einen Fehler gemacht, da er Trump vor laufenden Kameras deutlich widersprochen hat. Man kennt Trump seit Jahren und weiß, wie diese Dinge bei ihm normalerweise ablaufen - vorher Gepolter, mit teilweise absurden Forderungen, dann trifft man sich, erklärt sich gegenseitig zu tollen Kernen und verbündet einen Deal, der für beide Seiten fantastic ist.

    Man muss das nicht unbedingt mitspielen, aber wenn er das nicht wollte, wäre er besser ganz zuhause geblieben oder hätte sich vor der Presse zurückgehalten und hinterher ohne Kameras deutlicher gesprochen. Aber letztlich ist es egal, so oder so hätte Trump wahrscheinlich in absehbarer Zeit eskaliert. Es bleibt halt die Frage, wie Amerika sich jetzt in der Realität verhält und nicht in Trumps Tiraden.

    Ein ernstes Problem bekommt die Ukraine wohl, wenn Starlink und US-Satellitenaufklärung wegfallen, ausbleibende Waffen- und Munitionslieferungen kann man wahrscheinlich für ein paar Monate kompensieren.

    ???

    Merkwürdiger Tenor - natürlich mal wieder von einem Lehrer, der nicht in der Grundschule unterrichtet und vermutlich keine Vorstellung davon hat, wie wuselig Grundschulkinder sind. Ich finde es ehrlich gesagt unmöglich, wie hier impliziert wird, man wäre faul, nicht arbeitswillig oder gar überbezahlt, nur wenn man sich Gedanken darüber macht, ob der Schwimmunterricht in der Grundschule vielleicht nicht doch verändert werden müsste oder könnte - zur Sicherheit der Kinder, nicht, weil der Lehrer faul ist.

    1. Ich kenne Kinder jeden Alters, jedes Kind ist anders, aber das Maximum an "Wuseligkeit" oder schwierigen Verhaltens liegt sicher nicht in Klasse 2 sondern in Klasse 6 oder 7.

    2. Du kannst dir gerne Gedanken über Veränderungen im Unterricht machen oder auch wahlweise zu dem Ergebnis kommen "Der Unterricht ist so nicht sicher machbar, also gebe ich kein Schwimmen", für beides habe ich Verständnis. Hier geht es um Lehrkräfte die meinen, ihre Rolle erschöpfe sich darin, die gesetzliche Checkliste abzuarbeiten und wenn dann noch etwas passiert, können sie nichts dafür.

    (Selbst beim Autofahren kriege ich eine Teilschuld, wenn ich mich an alle Verkehrsregeln gehalten habe und trotzdem einen anwendbaren Unfall nicht abgewendet habe, sondern stumpf weiter fahre, wenn ich meine, ich habe Vorfahrt.)

    Das wird niemand für dich beantworten können, denn es ist eine höchstpersönliche Entscheidung. Ich persönlich empfinde es als großes Privileg morgens in 10 Minuten mit dem Rad zur Schule zu kommen und das in einer größeren Stadt, in der jeden morgen Verkehrschaos herrscht. Probleme mit zu geringer Distanz habe ich nicht, aber ich bin auch niemand, der eine sehr enge Bindung in irgendwelche Vereine oder Nachbarschaftsfeiergruppen sucht, da kann es sonst schon problematisch werden, wenn sich Beruf und Privatleben vermischen. Ein Problem damit, Schüler im Supermarkt zu treffen, habe ich nicht, bei vielen freue ich mich, die, über die ich mich nicht freue, verschwinden in der Regel schon von selber hinter dem nächsten Regal.

    Wieso sollte man, ich weiß doch noch gar nicht, wer Schwimmer und Nichtschwimmer ist.

    ...

    Nee, haben wir nicht, denn wir und auch hier scheinen alle Regeln eingehalten zu sein, da sind keine Fehler.

    Du widersprichst dir hier selbst, einerseits sind die Lehrkräfte für dich die Ahnungslosen, weil es ja die erste Stunde ist, und sie noch nicht mal wissen können, wer Schwimmer und Nichtschwimmer ist, andererseits ist es in der Situation aber ok, 21 Kinder gleichzeitig ins Wasser zu lassen, weil es keinen Schwimmerlass gibt, in dem ausdrücklich steht "Lassen sie in der ersten Schwimmstunde nicht 21 ihnen unbekannte Kinder gleichzeitig ins Wasser".

    So funktioniert weder unser Beruf noch die Welt.

    Ich habe meinen Standpunkt eigentlich schon vor 20 Beiträgen klar gemacht, muss aber zugeben, dass mich diese Sichtweise ärgert, weil sie in unserem Beruf oft anzutreffen ist - Gehalt und Ansehen einer Führungskraft erwarten, aber nicht mehr Verantwortung tragen wollen, als der Praktikant.

    Das gestrige Theater von Trump kann man nur traurig finden - ich gehe davon aus, es war bewusst inszeniertet* - aber es ändert nichts daran, dass Europa längst selbst in der Lage sein könnte und müsste die Ukraine in ausreichendem Maße zu unterstützen. Daran sollte man jetzt entschieden arbeiten, anstatt sich an der Trump-Show abzuarbeiten.

    * Ich vermute ganz stark, dass Trump klar ist, dass er den Mund in Fragen "Frieden in der Ukraine" viel zu voll genommen hat und es ihm aktuell ausschließlich darum geht Selensky als Sündenbock für seine Wähler dafür zu verkaufen, dass der Krieg nicht 24 Stunden nach seiner Wahl zu Ende war.

    Aber jemanden zu verurteilen, weil er seinen Job normal ausgeführt hat, finde ich problematisch.

    Nach meiner Auffassung und der des Gerichtes haben die Kolleginnen ihren Job eben nicht normal (eher: pflichtgemäß) ausgeführt.

    Unser Beruf besteht nicht nur daraus, darauf zu achten, dass alle Gesetzte eingehalten werden, Gesetze geben einen Rahmen vor, decken aber niemals alle Eventualitäten ab (und das ist auch gut so). Gesetze (oder ihr Fehlen) entbinden uns nicht von der Verantwortung für sach- und situationsangemessene Entscheidungen. Und die Entscheidung war hier eben erkennbar falsch und hatte in diesem Fall auch fatale Folgen.

    Woher weißt du, dass die Kollegin einen Fehler gemacht hat?

    Niemand weiß alle Details, aber auf Basis der Informationen, die bekannt sind, muss man zu dem Ergebnis kommen.

    In der ersten Schwimmstunde mit 6 Nichtschwimmern haben nicht 21 SuS gleichzeitig im Wasser zu sein, end of story.

    Wenn noch irgendwelche völlig unbekannten Informationen rauskommen (aber da wüsste ich auch mit viel Fantasie nicht, welche) ändere ich meine Meinung gerne, aber bis dahin empfinde ich es auch als Wagenburgmentalität, wenn man sich reflexartig hinter die Kolleginnen stellt und die Verantwortung überall anders sucht.

    Der Mann macht die letzten 4 Wochen genau das gleiche, wie die letzten 10 Jahre Dinge von sich geben, die irgendwo zwischen schwer zu ertragen und grotesk einzuordnen sind, die allgemeine hysterische Reaktion abwarten und dann Kleinigkeiten als großen Erfolg seinerseits zu verkaufen und das, was er 2 Tage vorher erzählt hat zu vergessen. Ich empfehle, sich daran nicht weiter abzuarbeiten.

    Ganz objektiv sind die ersten vier Wochen seiner Amtszeit für uns eher besser gelaufen, als zu erwarten waren. Er gibt immer noch keine Zölle, die Inflationsrate in den USA ist deutlich gestiegen und der Handlungsspielraum von Trump, da mit Zöllen weiter Öl in's Feuer zu gießen, ist stark eingeschränkt. In Sachen Ukraine hat er groß aufgefahren, das Abkommen, was jetzt auf dem Tisch liegt ist lediglich ein unverbindlicher Rahmenvertrag, der die Absicht erklärt, die Ukraine möge Rohstoffgeschäfte mit US-Firmen machen. Stand jetzt hat Trump die Nato-Beistandspflicht grundsätzlich nicht mehr in Frage gestellt.

    Nach den ersten vier Wochen wird in den USA selber die bisherige Wirtschaftspolitik von Trump tendenziell stark negativ bewertet, im Gegensatz zB zu seiner Migrationspolitik, die die meisten Amerikaner befürworten.

    Ich habe jetzt nochmal eine Frage zum "staatlich finanziert" oder nicht.

    Die "Omas gegen Rechts" zB sagen ja, dass sie nicht staatlich finanziert werden. Wohl aber tauchen sie bei diesem andren Posten auf. Ich kann mir das nicht erklären. Liegt hier eine bewusste Lüge vor? Das kann ich mir kaum vorstellen.

    Wer weiß da besser Bescheid?

    Auch das zum wiederholten mal: Es gibt Regionalgruppen von Omas gegen Rechts, die nach eigener Auskunft von Organen des Bundes staatlich gefördert sind:

    Ganz unten:
    Gefördert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, ...

    Eine Zentralorganisation "Omas gegen Rechts" existiert in Deutschland nicht, es existiert auch niemand, der für alle Ortsgruppen sprechen könnte.

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