Beiträge von Moebius

    Ich wage zu behaupten, für A15 würden auch nicht mehr Leute den Job machen. Gerade in der Mittelschule wäre wichtig, dass Lehrkräfte schnell und nachhaltig eingreifen können dürfen, wenn die Unterrichtssituation zu eskalieren droht.

    Zur Wahrheit gehört da aber auch, dass ein Großteil der heutigen Lehrkräfte schon die aktuell möglichen Maßnahmen nicht selber anwenden möchte.

    Wir haben bei uns eine klar definierte Eskalationsleiter bei Fehlverhalten im Unterricht, regelmäßig stehen die gleichen Kolleginnen bei mir als Klassenlehrer im Lehrerzimmer und beschweren sich über das fürchterliche Verhalten einzelner Schüler und erwarten dann von mir, dass ich das Problem löse, obwohl sie selber nicht mal willens sind, Schritt 1 der Eskalationsleiter zu betreten (eine einfach erzieherische Maßnahme, für die die betroffene Lehrkraft nun mal eindeutig selber zuständig ist), weil sich dann "ja die Eltern wieder beschweren und der Schüler sowieso nichts einsieht".

    Viele Probleme sind hausgemacht.

    Auch im öffentlichen Dienst gibt es eine betriebliche Altersvorsorge für Angestellte, genau wie in fast allen größeren Firmen mit Tarifvertrag. Mit dieser ist es durchaus möglich, die Lücke zwischen den Pensionen von Beamten und den Renten von Angestellten auf vergleichbaren Posten weitgehend zu schließen, zumindest für die Generationen, die aktuell in Pension / Rente gehen.

    Systemänderungen können sowieso nur zukünftige Beamte betreffen, bei den aktuell Beschäftigten könnte man höchstens graduelle Kürzungen in sehr begrenztem Rahmen rechtlich auch umsetzen, alles andere werden Gerichte kassieren.

    Oft dient die Debatte auch diesem Zeck - es wird laut über die Abschaffung von gefühlten Privilegien diskutiert, dann stellt man fest, dass das nicht geht, um dann aber zumindest ein paar Kürzungen durchzusetzen, damit "die Beamten auch ihren Beitrag leisten".

    Mein Herz hängt nicht am Beamtenstatus, in der Summe wird man sich keine Änderungen am System leitesn können, die den Beruf unattraktiver machen und auch keine, die dazu führen, dass unattraktive Regionen und Schulformen oder Fächer mit starker Konkurrenz in der Wirtschaft nicht mehr versorgt werden können, das ist jetzt schon ein harter Kampf.

    Ja, Physik ist in BW dieses Jahr dabei. Allerdings dauert es ja bis zum schriftlichen Physikabitur noch etwas.

    In Niedersachsen war Physik ganz am Anfang, wenn ich das richtig im Kopf habe, gibt es nur für Deutsch, Mathe und Englisch bundesweit einheitliche Termine, für die Naturwissenschaften gibt es mehrere Alternativen und die von einem Bundesland aus dem Pool verwendeten Aufgaben sind dann für die späteren Termine verbrannt.

    Ab 2027 ist in Physik nur noch die bundeweit zulässige Formelsammlung zulässig (in Physik sind die Unterschiede nicht so gravierend zu der Formelsammlung, die wir aktuell nutzen, in Mathe sind sie gravierend)

    In Niedersachsen ist das ab 26 bereits der Fall, das verpflichtende IQB-Dokument wird ja auch ausdrücklich nicht als Formelsammlung bezeichnet, ist aber meiner Meinung nach gar nicht schlecht. (Unter anderem auch, weil für die Schüler Kosten von 20 € wegfallen.)

    Bolzbold Willst du damit evtl. sagen, dass das hier besser nicht öffentlich besprochen werden soll?

    Dass die Aufgabengesteltung beim Matheabitur seit Jahren eine fortgesetzte Katastrophe ist, ist nun wirklich kein Geheimnis.

    Ich unterrichte oft Physik auf erhöhtem Niveau und mein wichtigstes Argument um für die Kurswahl zu werben ist seit Jahren "Lest die Diskussionen um das Matheabitur der letzten Jahre und dann wählt lieber Physik als Mathe."

    (Und das hat nichts mit dem generellen Niveau der Fächer zu tun, beide sind anspruchsvoll, des Pudels Kern in Mathe ist in meinen Augen der völlig verkorkste Ansatz länderübergreifende Aufgaben zu stellen.)

    Die neue Regierung ist mir bisher unfassbar unsympathisch.

    Das ist kein Programm der neuen Regierung, sondern lediglich eine Aussage der Ministerien in einem Interview um da ein paar billige Punkte zu sammeln. Die CDU hat es programmatisch überhaupt nicht auf dem Zettel, Beamte in die gesetzliche Versicherung zu überführen und die SPD hat es auch in der Zeit, als sie mit den Grünen noch die Chance auf eine Mehrheit gehabt hätte, nie ernsthaft versucht.

    Die persönliche Bewertung von Alkoholkonsum oder Rauchen sei jedem belassen, so wie er sie für richtig hält.

    Dafür, erwachsenen Menschen Vorgaben zu machen, wie sie sich in ihrer Freizeit zu verhalten haben, gibt es schlicht keine rechtliche Handhabe. Das gilt für volljährige Schüler an den programmlosen Abenden einer Klassenfahrt genau so, wie für Lehrkräfte auf einer mehrtätigen Fortbildung.

    Die von Bolzbold oben zitierte Regelung gibt es im Fahrtenerlass bei uns (in vermutlich in allen anderen Bundesländern ebenso) auch. Dieser greift aber bei volljährigen Schülern trotzdem nicht in die Persönlichkeitsrechte in deren Freizeit ein, außerhalb des offiziellen Programmes sind und bleiben das Erwachsene mit allen Rechten. Wenn man versucht, einen volljährigen Fahrtteilnehmer von der weiteren Fahrt auszuschließen und nach Hause zu schicken, weil er am Abend Alkohol konsumiert hat wird man vermutlich ein Problem damit bekommen, dass der Schüler entgegen der Regel bei Minderjährigen einen Anspruch auf Erstattung der Kosten haben wird.

    Ganz grundsätzlich wird man Erwachsene auch nicht davon abhalten können, sich einen Mitwagen zu besorgen, das wird dann hoffentlich der gesunde Menschenverstand übernehmen, wenn die Schüler mal nachrechnen, was ein Wagen mit Zuschlag für junge Fahrer für 5 Tage kostet, den man dann nur wenige Stunden am Tag nutzen kann, denn bei allen offiziellen Programmpunkten ist die Verwendung privater PKW natürlich untersagt.

    Bei rein volljährigen SuS als Teilnehmer der Fahrt unterliegt die Freizeit keinen Vorgaben für Schulveranstaltungen, so lange das Verhalten dort nicht in den Teil hineinwirkt, der wiederum schulische Veranstaltung ist. Volljährige SuS dürfen in der Freizeit der Fahrt auch Rauchen und Alkohol trinken, genau so wie Lehrpersonen, bei denen das dann ebenfalls nicht die Dienstfähigkeit im Programmteil beeinträchtigen darf.

    Mit als tarifbeschäftigter Kollege wäre es mehr als Recht, wenn alle tarifbeschäftigt wären. Dann hätten wir die Macht , einen wirklich eigenen Tarifvertrag für Lehrer durchzusetzen, ähnlich wie die Krankenhausärzte dies mit Montgomery geschafft haben.

    Das würde eine Streikbereitschaft voraussetzen und ich lehne mich mal aus dem Fenster:

    An deren Mangel würde sich bei den meisten KuK auch durch ein anderes Beschäftigungsverhältnis nicht viel ändern

    Die Arbeitszeit ist ein Scheinmessinstrument, da es den Output der Arbeit nicht erfasst.

    Rein beamtenrechtlich ist es aber so, dass wir unserem Dienstherrn unsere Arbeitszeit schulden und kein bestimmtes Ergebnis, das in dieser Zeit zu erzielen ist (beziehungsweise nur Eies "mittlerer Güte"). Das Ergebnis von Arbeitszeiterfassung wäre mit Sicherheit nicht, dass sehr effizient arbeitende KuK dann doppelt so viel schaffen würden, sondern dass sie ihr Arbeitstempo anpassen würden.

    - bei Abiturklausuren werden Verständnisfragen durch die aufsichtführenden Lehrkräfte beantwortet

    - in der Abiturklausur sitzen 2 andere Schüler mit drin, die eine andere Klausur nachschreiben

    - die Erstkorrektur wird von verschiedenen Kollegen abschnittsweise gemacht

    Nichts davon ist für mich mit einem professionellem Verständnis einer Abiturklausur und den rechtlichen Vorgaben daran vereinbar.

    Kann man nicht absolut so sagen. Im Maschinenbau sind es zB Leute, die sich mit Spezialthemen beschäftigen wie CNC oder Automatisierung. Da haben wir auch teilweise die Splittung auf 2 bzw. 3 Stunden. So ist gewährleistet, dass die SuS auch die Themen bekommen, die sie fürs Zentralabi benötigen.

    Und dann unterrichtet man am Montag und Mittwoch ein Thema und dann am Freitag ein anderer Kollege ein anderes Thema?

    Es würde für mich ja noch sonn machen, wenn Kollege A sein Spezialthema im ersten Halbjahr unterrichtet und dann den Kurs am Halbjahr 2 an den anderen Kollegen übergibt, oder man fährt irgendein Blockmodell, aber doch nicht alles durcheinander.

    Überhaupt die Idee, dass ein Kurs planmäßig von 2 Personen gleichzeitig unterrichtet wird - am Montag die Doppelstunde und Mittwoch die Einzelstunde ich, am Freitag die Doppelstunde ein anderer Kollege - ist für mich völlig irrwitzig. Durch die notwendigen Absprachen und Koordinationen steigt der Aufwand überproportional. Für Lehrkräfte an normalen Gymnasien ist es auch absurd, dass man das Ausbringen eines einzelnen einzelnen erNi-Kurses durch eine Lehrkraft als überproportionale Belastung empfindet, das ist ganz normales Alltagsgeschäft. Selbst wenn andere Aufgaben deutlich entspannter sind, dann wechselt man sich halt ab.

    Eure Schule hat einige Probleme, nicht nur die Korrektur der Abiturklausuren, die in dieser Form eine Steilvorlage für jeden ist, der irgendwann mal wegen der Benotung vor Gericht gehen möchte.

    Ich habe den Rechner noch mal rausgesucht, falls jemand für sich persönlich mal prüfen möchte, wie er in einem Faktorisierungsmodell fahren würde:

    https://www.gew-hamburg.de/themen/arbeits…rer-arbeitszeit

    (Gemeint ist die Excel-Datei, erster Punkt unter "GEW-Personalräte informieren".)

    Die Zahlen sind meines Wissens nicht exakt festgelegt und können zwischen einzelnen Schulen leicht schwanken, mit meiner aktuellen Stunden- und Aufgabenteilung wäre ich bei dem Modell geringfügig im Plus.

    Bei uns werden alle Schülerfirmen gerade massiv in Frage gestellt und teilweise zu AGs zurückgestuft. Ich bin nicht ganz in den Gründen drin, daher nur in Kurzfassung, was ich so mitbekommen habe, ohne Anspruch auf Richtigkeit:

    Die Dokumentationspflichten werden massiv erhöht, die Befreiung von der Mehrwertsteuer kann nicht mehr pauschal angenommen werden sondern es müssen umfassende Nachweise über Umsätze geführt werden, die gesamte Kassenführung soll zukünftig nicht mehr im Haus sondern über die übergeordneten Behörde laufen. Es gab bei uns mehrere Schülerfirmen, die meines Wissens alle ihre Arbeit als Schülerfirma eingestellt haben, weil die betroffenen KuK der Auffassung sind, dass die neuen Vorgaben praktisch nicht einhaltbar sind und erhebliche Rechtsunsicherheit bringen.

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