Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Dann schreib es doch einfach so, dann versteht dich auch jede:r.

    Sorry. Meine Goldwaage hat momentan einen leichten Defekt. Ich finde auch niemanden, der sie eichen könnte.

    Anmerkung: Vor vielen Jahren war das LF ein Forum, in dem Kolleg:innen sich gegenseitig Tipps und Materialhinweise für den Unterricht gaben.
    Nun ist es ein Forum, bei dem ich jeden Post zunächst durch die Rechtschreibprüfung schicken muss, damit keine hämischen Kommentare erscheinen.
    Das finde ich befremdlich und schade.

    Ist das Thema Mützen nun abgehakt? Es geht schon seitenweise um Hosenmode ;)
    Und das kratzt Niemanden - solange die Hotpants nicht so hoch geschnitten sind, dass sie auch als Bikiniunterteil durchgingen.

    Anekdote am Rande: Beim Schwimmbadbesuch trugen meine Jungs immer zwei Badehosen übereinander - damit sich nichts abzeichnet.

    Palim hat doch gar nicht von "lutherischen Kirchen" gesprochen, sondern von "reformierten Kirchen".

    Ich hatte von Kreuzen in evangelischen Kirchen gesprochen - die für mich "lutherisch" sind. Die paar Sektenabsplitterungen finde ich nicht relevant. Palim hatte gemeint, in evangelischen Kirchen gäbe es keine Kreuze und dafür die Absplitterung der "reformierten" angeführt. Nu...

    Ich weiß ja nicht, wen du in einer reformierten Kirche hängen willst und woran, aber...

    Die Kunst wurde also nicht verbrannt, sondern verbannt.

    Nun - du wirfst hier lutherische, reformierte und Freikirchen in einen Topf. In Lutherischen Kirchen (welche die absolute Mehrheit der evangelischen Gemeinden stellen, befindet sich in der Regel eine Christusdarstellung. Da wird beim zweiten Gebot strikt zwischen Vater und Sohn unterschieden.

    Hat man in Norddeutschland nicht und in reformierten Kirchen hängt er auch nicht herum.

    Doch. Hast du aber nicht registriert. Der Typ, der da in der Ecke am Kreuz hängt isses.

    Das Bilderverbot von Zwingli und Luther hatte ja ganz andere Ursachen. Vor 500 Jahren, als das aktuell war, haben wohlhabende Patrizier unglaubliche Summen für Altarretabel und Totenmessen, sowie für Ablässe an die katholische Kirche bezahlt.
    Zwingli und Luther forderten nun, das damit nicht die Bäuche des Klerus gefüttert werden, sondern Christen in Nächstenliebe die Armen und Kranken unterstützen sollten.

    In meiner Heimatstadt - die komplett zum evangelischen Glauben konvertierte - gab es dazu interessante Ereignisse. Ein wohlhabender Patrizier hatte 1510 für die Verstorbenen seiner Familie auf dem Gottesacker eine Kapelle errichten lassen. Nun - es war eine kleine Kirche, mit Altar, Seitenschiffen und Chorrraum. Peter Buffler, reicher Isnyer Bürger und Ratsherr, hatte 1521 eine Kapelle auf dem Gottesacker gestiftet und erbauen lassen. Diese wurde von Isnyer Bürgern nach der Reformation Anfang März 1531 – mit Billigung Bufflers – wieder abgebrochen und zerstört, weil man dem "Totenkult" nicht mehr huldigte. Die Steine wurden für den Bau eines Altersheimes und für Pferdeställe verwendet. Und das war gut so.

    Ich forsche im Ruhestand nach Altären der Strigel-Werkstatt, die vor 500 Jahren aus den Kirchen entfernt wurdem. Nach der Säkularisation 1806 kamen diese in die Kunstsammlungen und Museen. Als Kunsterzieher und "Evangelischer" betrauere ich den Verlust der Kunstwerke. Viele Bestandteile gingen verloren - manches blieb zum Glück erhalten - wie die Darstellung des Abendmahles von Bernhard Strigel.

    Vielleicht habt ihr in Norddeutschland auch nicht genug "große Kunst" - oder diese wurde verbrannt.
    Striegel_Fußwaschung_Christi_hochaltar_nikolaikirche_kunsthalle_karlsruhe_1515_800.jpg

    Nur weil jemand nicht in Hemd und Stoffhose kommt, bedeutet das nicht, dass er eine Lotter-Familie hat.

    Langsam wird das anekdotenhaft.
    Gut. Steuere ich auch eine bei.
    Eine Schülerin der Klasse 8 kam im Sommer mit bauchfreiem Top und Hotpants in den Unterricht. Ich hab' das registriert - jedoch nicht thematisiert.
    Beim Elternabend erschien die Mutter als Klon. Sowas kommt von Sowas.

    In dem Zeitraum, in dem es um die Praktika geht, thematisiere ich auch "angemessene Kleidung". Jogginghosen bei den Jungs und Mädels sind mir "wumpe" - genauso wie den Ausbildungsmeistern.
    Dass die Mützen runter kommen, ist bei mir das Signal/Ritual, dass die Schüler registrieren, im Unterricht angekommen zu sein. Und ja - ich verlange das als Zeichen des Respekts und der Ernsthaftigkeit.
    Was'n Bohei...

    Ach, das liegt vermutlich daran, dass wir als BBS zum Sek II-Bereich zählen und unsere SuS schon in der Hauptschule darauf "getrimmt" wurden, wie eine "passende Kleidung" im Praktikumsbetrieb auszusehen hat, gell?! (Ironie off...)

    Früh übt sich... ;)
    Unsere Zielrichtung ist immer, dass unsere Schüler bereits mit einem Ausbildungsvertrag ans BBS kommen - und möglichst kein BVJ benötigen.
    Vielleicht sieht die Struktur der beruflichen Ausbildung in Niedersachsen auch anders aus als bei uns im "Schwabenländle". In den meisten Berufszweigen laufen bei uns betriebliche und schulische Ausbildung parallel. Daher legen wir großen Wert auf Bewerbungstraining, Training von Vorstellungsgesprächen und zum Verhalten im Betrieb.

    Eventuell liegt darin auch eine Ursache, weshalb die Abbruchquote in BaWü um 5%-Punkte (=17%) niedriger liegt als in Niedersachsen.
    https://www.destatis.de/DE/Themen/Gese…publicationFile

    Es zeigen sich hier ganz verbreitet die Versuche der Machterhaltung der Mehrheitsgesellschaft bzw. der privilegierten Gesellschaft, derer die Lehrkräfte größtenteils angehören. Viele Schüler*innen gehören dieser nicht an. Minderheiten und weniger privilegierte Menschen integrierten sich in den letzten Jahrzehnten so erfolgreich, dass sie nun mehr vom Kuchen haben wollen und dann kommt es zu Konflikten. Schule als Abbild der Gesellschaft spiegelt das besonders wider, weil die Machtunterschiede hier teilweise besonders groß sind und sich gleichzeitig zunehmend ein Druck zur Demokratisierung und Mitbestimmung entwickelt.

    Das Tragen von Mützen oder bestimmter Kleidungsstücke ist an Gymnasien und Grundschulen kein Thema - bei uns an der Hauptschule in Klasse 8 und 9 durchaus. Das hat nichts mit "Macht", "Privilegien" oder gar Kuchenstücken zu tun. Bei uns sind die Schüler näher an den berufsentscheidenden Praktika - und wir als Lehrer näher an den Betrieben. Von dort erhalten wir auch Rückmeldungen, aus welchen Gründen die Schüler nach dem Praktikum eine Ausbildungszusage erhalten - oder nicht. Unpassende Kleidung und unpassendes Auftreten sind oft genug Gründe. Daher sind entsprechende Punkte auch Teil der Schulordnung, um hier erzieherisch und prophylaktisch auf die Schüler einzuwirken.
    Schüler der SEK II betrifft das nicht.

    Ich finde diesen Zwang, Schülerindividualität wegen eigener Empfindungen unterdrücken zu wollen abstoßend.

    Es ist kein Zwang. Wir können in der Schule tolerieren, das die Schüler herumspucken, in Unterhose herumlaufen, Mädchen begrabschen, sich schlägern, in die Ecke pinkleln, herumschreien ...
    Diese ganze Freiheit und Toleranz ist am Ende für die Kids kontraproduktiv.
    Unsere Gesellschaft toleriert das nicht. Aus Gründen.
    Und wir versagen dann in der Vorbereitung auf diese Gesellschaft.

    Nachtrag zum Knigge:

    Was sind Respekt und 'gutes Benehmen', Tischmanieren, Umgangsformen? Sollte man das pflegen?

    https://www.autenrieths.de/verhalten.html#Umgangsformen

    "Die passende Kleiderwahl ist ein ewiges Streitthema in allen zwischenmenschlichen Beziehungen. Es mag unfair oder sogar diskriminierend erscheinen, dass jemand die persönliche Kleidungswahl einschränkt. Darüber wird aber häufig übersehen, dass alle Menschen zu allen Zeiten in ihrer Kleiderwahl eingeschränkt sind.

    Die Kleiderwahl beeinflusst sehr stark, wie andere Menschen uns sehen! Wählen wir unpassende Kleidung, werden wir als nicht vertrauenswürdig, unfähig oder als Ruhestörer empfunden. Problematisch dabei ist, dass modische Geschmäcker meilenweit auseinander liegen können und deshalb andere Menschen die von uns als neutral empfundene Kleidung für untragbar halten. Es ist unsinnig und sogar in beide Richtungen sexistisch zu argumentieren, aufreizende Kleidung würde männliche Lehrer irritieren und von ihrer Arbeit ablenken.

    Tatsächlich gehören aufreizende Kleidung und aufreizendes Make-up aus dem gleichen Grund nicht in die Schule wie tausende anderer Kleidungsstile von der Badehose über das Musketierkostüm bis zum Mondanzug: Sie werden als unpassend empfunden. Unterwäsche sollte, wie der Name schon sagt, komplett unter der Oberbekleidung getragen werden. Dies gilt selbstverständlich für beide Geschlechter. Zu einer angemessenen äußeren Erscheinung gehört es beispielsweise, dass während des Unterrichts, im Klassenzimmer, keine Kopfbedeckung wie Baseballcap, Mütze oder Kapuze getragen wird – ausgenommen sind selbstverständlich religiöse Kopfbedeckungen wie das Kopftuch und die Kippa.

    Ersteres vermittelt nicht nur ein Gefühl der Respektlosigkeit, sondern verdeckt teilweise Augen oder Ohren, was die Aufnahmefähigkeit im Unterricht und die Kommunikation erheblich stören kann. Auch Sonnenbrillen gelten in geschlossenen Räumen als unhöflich. Eine angemessene äußere Erscheinung gilt übrigens für Schüler wie Lehrer gleichermaßen. Was eigentlich selbstverständlich sein sollte, ist es leider keineswegs"
    https://de.wikibooks.org/wiki/Umgangsformen:_Schule

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