Beiträge von Wolfgang Autenrieth

    Das Minimum von einer Zahlenfolge ist zwar eindeutig definiert, aber nicht bei Planetenabständen? Tut mir leid, jetzt wird's mir zu dumm.

    Nicht zu dumm, sondern zu kompliziert ;)
    Durch die unterschiedlichen Umlaufzeiten "stehen" zwei Planeten nur an solchen Tagen in einer geraden Linie zur Sonne zueinander, an denen die Zahl der Umlauftage ein gemeinsames Vielfaches ergibt. Weil die Bahnen jedoch elliptisch verlaufen, variieren die "Begegnungsabstände" zueinander zwischen dem maximal möglichen und dem minimal möglichen Abstand. Wenn man in der Aufgabe nun ein möglichst genaues, jedoch nur ungefähres Ergebnis will (Paradox ausgedrückt, aber vielleicht verstehst du, was ich meine) , muss man mit dem Durchschnittswert auf der elliptischen Bahn rechnen.
    Für Merkur und Venus ist kgV(88,225)=19800
    Venus besitzt eine fast kreisförmige Umlaufbahn. Die Halbachse beträgt 108,16 Mio km.
    Die Umlaufbahn hat demnach eine Länge von ca. 680 Mio km.
    Die Umlaufgeschwindigkeit beträgt 35,02 km/s
    Nach 19800 Tagen hat Venus 2.496.225.600 km zurückgelegt.
    Somit hat sie 3,67 Umläufe zurückgelegt. Sie befindet sich also in einem anderen Winkel zur Sonne.

    "Mit einer numerischen Exzentrizität von 0,2056 ist die Umlaufbahn des Merkur stärker elliptisch als die aller anderen großen Planeten des Sonnensystems. So liegt sein sonnennächster Punkt, das Perihel, bei 0,307 AE (46,0 Mio. km) und sein sonnenfernster Punkt, das Aphel, bei 0,467 AE (69,8 Mio. km)."¹ An welchem Punkt auf seiner Ellipsenbahn er sich nach 19800 Tagen befindet, darfst du gerne selbst ausrechnen. Es wird jedoch nicht derselbe sein wie bei der letzten "Begegnung" mit Venus - siehe oben
    Damit sind die Abstände zueinander bei der 2.Begegnung anders.

    ¹ Wikipedia: Merkur

    Soweit mir bekannt ist, tritt diese Konstellation alle 176 Jahre auf.

    Das halte ich für sehr unwahrscheinlich. Es ist - wenn ich mich nicht irre - das KgV der unten aufgeführten Umlaufzeiten.

    Umlaufzeit
    In (Erd-)Tagen
    Sonne
    Merkur 88
    Venus 225
    Erde 365
    Mars 687
    Jupiter 4329 (11 Jahre, 314 Tage)
    Saturn 10751 (29 Jahre, 166 Tage)
    Uranus 30664 (84 Jahre, 4 Tage)
    Neptun 60148 (164 Jahre, 288 Tage)

    Der minimale Abstand ist etwas sehr anderes als der durchschnittliche Abstand.

    Nicht bei Planeten, da sich die Abstände - je nach Position auf der elliptischen Bahn ändern. Einen exakten Abstand der Planeten bei einer Passage (wenn sie sich nahe kommen) kann man nicht angeben, sondern nur als Durchschnittswert (falls man nicht einen exakten Zeitpunkt dafür angibt)

    Amazing-Solar-System_autoscaled.jpgGefragt ist in der Aufgabe aber der durchschnittlichen Abstand der Planeten, d.h. der schwarze Abstand im Mittelwert.

    Gefragt ist in der Aufgabe der durchschnittlich kürzeste Abstand der Planeten (dein grüner Pfeil) - mit diesem zusätzlichen Wörtchen wäre die Aufgabe korrekt gestellt. Aus der nebenstehenden Tabelle ergibt sich diese Vorgabe jedoch eigentlich von selbst.
    Interessant wäre, wie viele Teilnehmer diese Aufgabe falsch gelöst haben - weil sie sie an diesem Punkt falsch verstanden hatten.

    Nachdem in den meisten Klassenzimmern und auf den meisten Plakaten mit Planeten in der Regel die falsche "Perlenschnur-Anordnung" gezeigt wird, vermute ich, dass die Schüler diese als Grundlage zur Lösung der Aufgabe verwendet haben.

    BTW: Wurde eigentlich schon berechnet, ob diese Anordnung irgendwann im Verlauf der Existenz des Planetensystems aufgetreten ist - oder wann sie auftreten könnte? Käme das Sonnensystem dadurch in eine "Unwucht", wenn sich die Planetenmassen gemeinsam in einer Richtung befänden?

    Tun sie. Ab dem 3. Kind gibts 750€ brutto.

    Was sich für den Arbeitgeber rechnet.

    "Für manche Familien hätte es sich unterm Strich mehr gelohnt, wenn ein Elternteil die Arbeitszeit reduziert hätte, um nicht über eine gewisse Einkommensgrenze in der Gebühren-Ordnung zu kommen. "Wenn eine Person sagt: Bevor ich jetzt 800 Euro für eine Kita zahlen muss, reduziere ich lieber meine Erwerbstätigkeit, dann läuft was falsch" (https://www.swr.de/swraktuell/bad…teigen-100.html)

    Es war nur ein Beispiel, bei dem ich dachte, huch, da fehlte mir Wissen, ich sah die Gefahr nicht (bzw. denke immer noch, das hätte mehr gesichert sein müssen).

    Nun - selbst wenn du Gefahren siehst, passieren Dinge, an die vermutlich nur Antimon gedacht hätte.

    Mein Erlebnis im Chemieunterricht:
    Herstellung von Natronlauge mit Natrium und Wasser. Anschließend Lackmustest. Soweit kein großes Experiment.
    Ich kenne die Gefahr von spritzender Natronlauge. Im Chemiesaal gibt es keine Schutzscheibe am Lehrertisch, im Vorbereitungsraum stehen jedoch einige Terrarien herum. Ich stelle ein stabiles Exemplar auf den Lehrertisch und die Petrischale mit Wasser hinein. Mit einem Spatel gebe ich etwas Natrium hinzu - das tut, was es soll, es saust brennend auf der Wasseroberfläche herum.
    Plötzlich ein ohrenbetäubender Knall. Das Natrium hängt an der Decke, die Schüler sind unter den Tischen verschwunden. Einer lugt hervor:
    "Geil! Machen Sie das nochmal!"

    Was war geschehen?
    Natrium + H2O ergibt NaOH - soweit, so geplant .... ähemmmm... da bleibt ein H übrig. Das sollte eigentlich nach oben entfleuchen, sammelt sich jedoch im Terrarium, in dem sich eine Flamme befindet. Zwei H's entscheiden sich dafür, ein O zu suchen ... und wumms ... habe Knallgas.

    BTW: Einem studierten Chemiker wäre sowas sicher nie passiert. Der lernt ja im Studium, dass man für dieses Experiment besser kein Terrarium als Schutzvorrichtung verwendet ;)
    Andererseits: "Chemie ist, wenn's knallt, stinkt und raucht" - deshalb: Alles richtig gemacht.

    Ja, die Aufgabe ist schlecht, dennoch schaffen es intelligente Schüler, die Werte aus der Tabelle abzulesen.

    Die Aufgabe ist nicht schlecht, sondern arbeitet mit üblichen Ungenauigkeiten - oder glaubst du im Ernst, du könntest Volumina EXAKT berechnen?
    Wenn du beginnst, mit Schülern ernsthaft Messungenauigkeiten als Grundlage für falsche Aufgabenstellungen in Mathematik - und damit deren Unlösbarkeit - zu diskutieren, machst du ein Thema auf, bei dem du nur gewinnen kannst, falls du zugibst, das es keine exakt richtige Antwort geben kann, sondern alles innerhalb eines definierten Toleranz- oder Messbereiches zu erfolgen hat.

    Durch die verschiedenen Umlaufzeiten und die elliptischen Bahnen (und weil sich die Planeten nicht auf einer "Perlenschnur" bewegen) können Zahlenangaben für diese Aufgabe sowieso nur für einen Moment der Planetengeschichte exakt angegeben werden.
    Da kann man auch die Zahlen der Aufgabe als die einzig korrekte Angabe annehmen und die ganze Diskussion lassen.
    Da schreibt man unter die Aufgabe: Distanzen/Entfernungsangaben vom 7.April 1898, 17:30 MEZ - und gut is.
    ;)

    BTW: Ich wünsche euch allen ein frohes und konfliktarmes Neues Jahr 68 n. Chr.¹ bzw. 8 n. Chr.²

    ¹ Angabe für Saturn
    ² Angabe für Pluto

    Die grössten Böcke hat bei uns im Schulhaus bisher übrigens ein studierter Chemiker geschossen.

    Widersprichst du dir da gerade selbst - was die Fachkompetenz durch Studium betrifft?
    BTW: Dein Kollegenbashing gegenüber älteren KuK wird dir irgendwann auf die Füße fallen.
    Du wirst nicht jünger. Da stehen die nächsten bereits in der Warteschlange, um in ihrer Selbstüberschätzung über die doofen alten Säcke und Säckinnen herzufallen ;)

    Bin leider in keiner Gewerkschaft.

    Was sich jederzeit ändern lässt - und in deiner Situation vielleicht nicht die schlechteste Idee wäre. Die GEWerkschaften bieten auch gute Fortbildungen für Wiedereinsteiger sowie kompetente Rechtsberatung an. Feld-, Wald- und Wiesenadvokaten sind im Schul- und Beamtenrecht überfordert. Das ist eine eigene, sehr spezielle Materie.

    Aber ich wehre mich deutlich gegen euren Vorwurf, wir seien nur zu unflexibel (und verwöhnt) sich in andere Fächer einzuarbeiten. Kaum jemand lernt eine Fremdsprache in wenigen Wochen nebenbei, ich traue mir noch nicht einmal Physik, Biologie oder Informatik auf Oberstufenniveau zu,

    Vom Niveau der Oberstufe war nicht die Rede - ich bilde mir ja auch nicht ein, als Dozent an der Hochschule arbeiten zu können.
    Aber die Inhalte des Lehrplans der Werkrealschule bis Klasse 10 kann ich vermitteln. Nicht im Sportunterricht. Das gebe ich offen zu ;)

    Zylinder Kl. 6 (Kreisfläche und Umfang ist Thema in Klasse 6, Zylinder (Oberfläche, Mantelfläche und Volumen wird dann gemeinsam überlegt und berechnet, übrigens alles ohne TR (wird erst Ende Klasse 6 bei uns eingeführt) mit Pi (am Handy fehlt mir das Zeichen) 3,14 (dann wird gleich Bruchrechnung angewandt), zusammengesetzte Körper sind auch von Anfang an Thema. Pyramide und Kugel wird offiziell erst später eingeführt, aber ich hatte auch schon interessierte Klassen, die es in 5 (Pyramide) bzw. 6 (Kugel, manche fragen direkt, ob es genauso wie bei der Pyramide funktioniert,

    Du solltest dich an den Lehrplan halten - ich vermute, dass auch deine Schüler (bis Klasse 7, mit Ausnahme der Mathe-Cracks) bei den Volumenaufgaben überfordert wären ;)
    https://www.bildungsplaene-bw.de/,Lde/LS/BP2016BW/ALLG/GYM/M

    (Ernsthaft, alle Themen sind Stoff von Klasse 5 bis 7. Ähnliche Aufgaben stelle ich in Klassenarbeiten dieser Jahrgänge.

    Zusammengesetzte Körpervolumina aus Pyramiden und Zylindern, sowie Pythagoras in Klasse 5 bis 7? Respekt. Du bist eurem Lehrplan voraus ;)

    Die Aufgaben haben ein abgestuftes Niveau. Das geht einfach los und steigert sich.
    BTW: So sollten ALLE Prüfungen erstellt sein, damit zu Beginn etwas Erfolgszuversicht vermittelt wird. Es geht schließlich nicht um "Alles oder Nichts" bzw. "Entweder:Sehr gut - oder Ungenügend". Die Notenskala muss ausgeschöpft und abgebildet werden.

    Es ist selbstverständlich, dass im Gymnasium ein anderes Anspruchsniveau herrscht, als an der Haupt- und Werkrealschule.
    Aber so unterirdisch, wie gerne behauptet wird, ist das Niveau an meiner Schulart auch nicht. Ich bin mir sicher, dass manche(r) Kollege/Kollegin hier im Forum ins Schwitzen geraten würde, falls er/sie diese Aufgabenfolge in 2-3 Schulstunden fehlerfrei abarbeiten müsste.

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