Ok, jetzt sind wir von der 0.6er Effektstärke weg und bei einem IQ Unterschied von 4 IQ Punkten (und bei einer ganz anderen, 50 Jahre alten Studie). Da gilt dieselbe Kritik wie zuvor: Es wurden keinerlei Kontrollvariablen erhoben, die den Unterschied ebenfalls erklären könnten (wie z.B. sozialer Status, es gibt aber durchaus ein paar mehr interessante).
Und zu deiner Zitateschlacht: Hast du irgendeine Ahnung von Statistik? Nichts von dem was du zitiert hast widerspricht dem was ich geschrieben habe. All diese Studien testen Mittelwertsunterschiede zwischen Gruppen. Dabei zeigt sich, dass es bestimmte Faktoren gibt die Intelligenz begünstigen. Intelligenz wird aber individuell nur als Streubreite vererbt, d.h. jemand mit zwei intelligenten Eltern kann etwas dümmer, genauso klug oder etwas klüger als seine Eltern sein (lassen wir regression to the mean und Flynn-Effekt mal außen vor). Was heißt das für die Schule: Wir wissen das Kinder von klugen Eltern (nehmen wir mal an, dass das in Akademikerhaushalten häufiger der Fall sei) durchschnittlich häufiger klug seien als solche von dummen Eltern (nehmen wir mal an, dass sei in Arbeiterhaushalten der Fall). Ich habe das mal für 100 Kinder simuliert. Die Kinder auf den Akademikerhaushalten haben einen durchschnittlichen IQ von 105 (mit einer Standardabweichung als Streuung), die Kinder aus Arbeiterfamilien haben einen durchschnittlichen IQ von 95 mit einer Standardabweichung Streuung. Sehen wir auch mal großzügig darüber hinweg, dass die IQ Unterschiede üblicherweise gar nicht so groß sind, dann sollte an dem folgenden Bild dennoch klar werden, warum man sich in der Bewertung individueller Schüler nicht einfach auf "Intelligenz wird vererbt" verlassen kann. Genau aus deinem Trugschluss ergibt sich dann, dass Kinder aus Arbeiterhaushalten seltener eine Gymnasialempfehlung (bei gleichen Fähigkeiten) erhalten als Akademikerkinder...