Beiträge von Valerianus

    Nein, das ist eine ganz konkrete Frage...wenn die Faschisten die Mehrheit in Deutschland hätten, dürften sie dir dann vorschreiben was du sagen darfst und berufliche Konsequenzen für dich einfordern, weil du nicht ihre Meinung teilst (unter der Annahme, dass sie blöd genug sind, das Grundgesetz in Kraft und das Bundesverfassungsgericht in Ruhe zu lassen). Und wenn jeder wüsste, dass man nicht mehr Negerkuss, Zigeunerschnitzel (etc.) sagen sollte und diese Meinung teilen würde, dann gäbe es diese Diskussion nicht. Das ist aber offensichtlich nicht so, also müsste man diese Diskussion führen und zwar mit guten Argumenten und tut mir leid "jemand fühlt sich dadurch beleidigt" ist kein gutes Argument, denn dann kann im Umkehrschluss jeder der sich durch deine Worte oder Taten beleidigt fühlt, verlangen, dass du das sein lässt (ich kann mir jetzt Beispiele mit Christen, Muslimen und Hindu ausdenken, aber das kannst du auch selbst). So funktioniert eine pluralistische Gesellschaft nicht, das ist moralische Vergeltung der Mehrheit in dem Glauben, dass sie die Wahrheit allumfassend erkannt hat.

    Sport, Kunst, Spanisch, Medizin und Pharmazie...das muss ein anspruchsvolles Studium gewesen sein. Wenn die Stiko mir Sinovac empfohlen und angeboten hätte, wäre ich dafür auch nachts um 1:00 zum Impftermin nach München gefahren, Das Problem in Deutschland sind nicht die Wissenschaftler, die machen einen hervorragenden Job, sondern die Politiker, die auf Lobbydruck aus wissenschaftlichen Erkenntnissen Unfug machen...

    P.S.: Ich hab Biontech und bin froh darum, wegen des Schutzes vor Mutanten und des kürzeren Impfschemas, nicht wegen des "Risikos"...ich fahr mit dem Auto zur Arbeit, das ist definitiv riskanter. Hätten Sie mir AZ angeboten, hätte ich auch das genommen.

    Diese persönliche Komponente ist auch völlig in Ordnung, aber das ist ja nicht was passiert, wenn bei Twitter ein Shitstorm läuft oder Redner bestimmter unliebsamer Positionen gar nicht erst zu Wort kommen dürfen. Das kommt inzwischen viel zu selten, wenn ich mir unseren politischen Schlagabtausch anschaue, d.h. sich inhaltlich mit den Positionen der anderen Parteien auseinanderzusetzen. Den "Liberalen" kannst du ihr "liberal" sein links und rechts um die Ohren klatschen, genauso wie den Christdemokraten das "christlich" und der SPD das "sozial". Die Grünen sind mir irgendwie zu sehr "one trick pony", bei der AfD gibt es viel zu viele Punkte um Anzusetzen und leider zu wenige Leute innerhalb der Partei, die das verstehen würden und auch bei den Linken fragt man sich oft "wo fang ich da an, wenn ich doch eigentlich sozialliberale Politik haben möchte?"

    Das Talkshow-Format hat der politischen Auseinandersetzung viel Inhalt genommen und es geht mehr um Populismus und Rhetorik, als um eine inhaltliche Auseinandersetzung, dazu die Filterblasen im Internet, in denen eine inhaltliche Auseinandersetzung gar nicht gewünscht und oftmals gar nicht mehr möglich ist, weil man nur noch Leute trifft, die denselben Unfug glauben wie man selbst, wie soll man sich da denn mit irgendwas auseinandersetzen oder seine Position ausschärfen und verbessern können?

    @samu als P.S. (das Posting kam kurz vorher): Klar darfst du alles fordern, nur ist das für die Gesellschaft nicht optimal. Optimal wäre es, wenn die Gesellschaft darüber diskutiert was daran falsch ist und ihre eigene antirassistische Position ausschärft, in Auseinandersetzung mit denen, die diese antirassistische Position nicht teilen. Was glaubst du denn was passiert, wenn du Leuten immer nur vor den Kopf knallst "Wie du denkst, das ist rassistisch." - Klar, die ganz rechts, die holst du nicht mehr ab, du kannst nicht jeden retten, aber unter der Annahme, dass die meisten Menschen doch vernunftbegabt sind, halte ich Argumente doch für zielführender als Beleidigung und Angriff bis hin zur sozialen und beruflichen Vernichtung. Und noch einmal: Der Arbeitgeber darf als Einzelperson selbstverständlich sagen: Den wollen wir nicht mehr, das passt nicht zu unserem Unternehmen. PETA Mitarbeiter eröffnet Currywurstbude wäre definitiv keine Schlagzeile, die zur Vertragsverlängerung führen wird. Aber auf welcher Grundlage, darf die Gesellschaft dafür eine Bestrafung verlangen? Und wenn du sagst "nun gut, in diesem Kontext nicht, aber mein Kontext ist eine gerechte Sache und die Mehrheit der Menschen sieht das ähnlich", wo ziehst du dann die Grenze? Woher weißt du, dass du zu 100% (und nicht nur zu 99,5%) Recht hast und was passiert, wenn eine entsprechend große Mehrheit von Personen mit einer anderen Ansicht von sich dasselbe behauptet und deine berufliche Vernichtung fordert. Das ist so dämlich, als wenn Muslime ernsthaft verlangen würden, dass alle Anderen im Ramadan fasten sollten und dauerhaft auf Schweinefleisch verzichten müssten. Solch dämliche Beispiele haben wir aus christlicher Sicht übrigens sogar mit Gesetzeskraft (stille Feiertage) in Deutschland, das ist aus meiner Sicht (christlich und sozialliberal) auch völliger Quatsch. Wieso soll ein Atheist an Karfreitag keine Party feiern dürfen?

    Mit demselben Argument kann man Gesetze gegen Blasphemie begründen...im 19. Jahrhundert wurde so versucht eine Strafexpedition gegen die Mormonen zu begründen, weil die in unsäglicher Weise Polygamie ausleben wollten und sich dem strengen Urteil der Sittenwächter durch Auswanderung in die Wüste entzogen hatten.

    Wenn jemand etwas sagt, dann darf ich ihn darauf hinweisen, ich darf ihn dumm finden, ich darf ihn meiden, aber damit hat es sich auch schon. Ich habe kein Recht anderweitige Konsequenzen (gesellschaftlich, beruflich oder juristisch) für ihn einzufordern, weil ich eine andere Meinung habe. Wer das behauptet, sollte sich bewusst machen, dass er damit ein zutiefst illiberales und autoritatives Gesellschaftsbild vertritt. Das ganze ist übrigens unabhängig davon, ob es von links oder rechts geschieht, beide Seiten haben die Grundrechte unserer Republik nicht verstanden. Man muss sich nur mal überlegen was passieren würde, wenn unsere Gesellschaft so funktionieren würde und die jeweils andere Seite an die Macht käme. Wir wären alle am Arsch...

    Vorsicht: Mein letzter Wissensstand ist, dass das "Zitat" von einem gefakten Profil ohne Nachweis in Facebook gepostet wurde. Das ist als Quelle ungefähr genauso relevant wie eine Info von Schwager der Friseurin von letzter Woche.

    Das hab ich auch gelesen und bereits vorher vermutet (das war zu sehr Hörensagen), aber ändert nichts daran, dass sein Beitrag in einem rassistischen Kontext völlig sinnbefreit wäre. Das passt weder zum davor, noch zum danach...

    Man kann sich die Äußerungen von Boris Palmer bei Facebook selbst durchlesen und dazu ein Urteil bilden. Meins wäre...provokant und dumm, aber um da Rassismus herauslesen zu wollen, muss man schon extrem kreative Lesekompetenz besitzen. Das ergibt weder sprachlich (erkennbares Zitat und vielleicht schwieriger erkennbare Ironie) noch logisch (er verteidigt Aogo zuerst für dessen, ebenfalls echt blöden, Satz und danach beleidigt er ihn...but why?) irgendeinen Sinn...

    Ich meinte zum Einen den Vergleich, ja. Auf der anderen Seite gibt es ein paar offene Fragen, die sich auf die Schilderung des Sachverhalts gemäß deiner Aussagen und den verlinkten Artikeln ergeben, also fasse ich mal zusammen, ob ich alles richtig verstanden habe:

    - es gab mehrere rassistische Äußerungen einer Ballettmeisterin gegenüber der Tänzerin

    - die Tänzerin wandte sich an den Intendanten, der ihr sagte, dass Ballettmeisterinnen nahezu unkündbar seien, Tänzerinnen aber deutlich leichter ersetzt werden könnten

    - daraufhin unternahm die Tänzerin keine weiteren Schritte, informierte insbesondere nicht ihren Arbeitgeber

    - ein bis zwei Jahre später wurde ihr befristeter Vertrag nicht verlängert (offensichtlich ohne Angaben von Gründen, aber jeder Arbeitgeber der hier Gründe angibt, müsste mit dem Klammerbeutel gepudert sein)

    Wenn das soweit richtig ist, ergeben sich die folgenden Fragen:

    a) Wusste der Arbeitgeber vom rassistischen Verhalten der Ballettmeisterin und hat nichts unternommen? (Fürsorgepflicht)

    b) Ein befristeter Arbeitsvertrag endet automatisch mit Ablauf des Vertrages und es gibt kein Anrecht auf Verlängerung. Wäre Rassismus (seitens des AG, nicht seitens dessen Mitarbeiter) der Grund für die Nicht-Verlängerung, griffe das AGG, das muss aber glaubhaft gemacht werden durch die Tänzerin. Kann sie das glaubhaft machen? Hier wäre a) ein sehr glaubhafter Anhaltspunkt für Rassismus auf AG-Seite...

    c) Kann der Arbeitgeber einen glaubhaften Grund für die Nicht-Verlängerung angeben, der den Rassismus-Vorwurf aushebeln kann (mangelnde Leistung, etc.)?

    P.S.: Es geht nicht um ahnungslose, normale Bürger...aber dir ist doch auch klar, dass es einen Unterschied gibt zwischen "das finde ich falsch", "das findet die Gesellschaft falsch" und "das ist juristisch falsch".

    Oder zeig ihnen den Beipackzettel beliebiger rezeptfreier Medikamente (bitte nichts homöopathisches, da sind die einzigen bekannten Nebenwirkungen Diabetes und Kopfschmerzen bei anwesenden Mitmenschen). Das von Quarks ist auch wieder so eine Statistik bei der ich weinen muss:

    1.) fehlt da eine Aufteilung nach Geschlecht, weil AZ für Frauen eindeutig problematischer ist als für Männer, unabhängig vom Alter

    2.) vergleicht man hier die Impfung mit dem Ansteckungsrisiko für einen Monat. Ich bin mir ziemlich sicher, dass das Problem Corona Mitte Juni nicht verschwunden ist

    3.) Der Endzeitpunkt ist nicht gleich (Intensivstation bei Covid, Auftreten Sinusvenenthrombose), in beiden Fällen "Tod" wäre eine sauberere Statistik. Aber von den Covid-Patienten auf der Intensivstation sterben 30-50% (je nach Intensivstation), an einer Sinusvenenthrombose sterben 10-15%. Macht so halt mehr her. ;)

    Ich bin nicht der Meinung, dass eines Menschen Mängel oder Fähigkeiten persönlicher Art die Gefühle, mit denen man auf ihn schaut, nicht irgendwie beeinflussen. Das ist weder möglich noch wünschenswert. Wenn er durch eine der Anlagen hervorsticht, die zu seinem eigenen Besten dienen, dann bildet er darin einen würdigen Gegenstand für Bewunderung. Er steht dann der idealen Vollkommenheit der menschlichen Natur um so näher. Fehlen ihm aber diese Eigenschaften in starkem Maße, so wird ein der Bewunderung sehr entgegengesetztes Gefühl die Folge sein. Es gibt einen Grad von Dummheit und, was man (nicht ohne Einschränkung) Niedrigkeit oder Verderbtheit des Geschmacks nennen könnte, die es zwar nicht rechtfertigt, ihren Träger zu schädigen, die ihn aber doch notwendigerweise zum Gegenstand der Abneigung, wenn nicht gar - in extremen Fällen - der Verachtung macht.

    Das Zitat ist aus Kapitel 4, aber zumindest das 1. gibt es auf deutsch gratis (On liberty - auf englisch geht alles gratis).

    chilipaprika: Ich würde sagen "ja, das Verhalten der Ballettmeisterin ist rassistisch" und weiterhin behaupten, dass sie vor dem Arbeitsgericht vermutlich trotzdem verloren hätte (weil die Ballettmeisterin nicht ihr Arbeitgeber ist), das aber der öffentlichen Wahrnehmung des Staatsballett Berlin massiv geschadet hätte, weshalb die gerne einen Vergleich haben wollten. Wenn der Fall juristisch so eindeutig liegen würde wie du es darstellst, hätte sie wohl die Klage durchgezogen.

    Die Argumentation mit der Täter-Opfer-Umkehr ist meiner Meinung nach schwierig (nicht auf die konkrete Situation bezogen). Wann ist ein Vorwurf für uns wahr? Im Strafrecht, wenn es keinen begründeten Zweifel mehr gibt. In normaler Konversation, wenn mehr und glaubhaftere Gründe dafür sprechen als dagegen. In aktivistischen Kreisen, sobald ein Vorwurf gemacht worden ist, denn dem Opfer nicht zu glauben, wäre eine weitere Form diesem Leid anzutun. Es hat nichts mit Täter-Opfer-Umkehr zu tun, dass man zunächst beide Seiten anhören und zusätzlich nach Fakten Ausschau halten sollte. Der letzte Punkt ist aus konstruktivistischer Sicht kritisch, aber da muss man sich selbst hinterfragen: Hat man tatsächlich eine konstruktivistische Weltsicht (in weitgehend allen Lebensbereichen)? Dann ist es akzeptabel darauf zu verzichten...wenn man das aber nur für Einzelbereiche ausruft, dann ist es eher Heuchelei...

    Das glaube ich dir, auch bei noch einer Wiederholung, nicht.

    Das ist mir, ebenfalls aus grundsätzlichen Überlegungen, total egal. Du hattest Unrecht, ich habe dir nachvollziehbar aufgezeigt, dass du Unrecht hattest und ich soll jetzt mit dir über deinen Glauben diskutieren? Mach mal allein...
    Wenn du den Wunsch nach weiterer juristischer Aufklärung hast, gerne. Wenn du mit mir über meine persönliche Meinung diskutieren willst, ebenfalls gerne, aber dann bring bitte wenigstens ein Argument. ;)

    Tut er in vielen Fällen ja auch - auch wenn irgendwelche Querdenker oder Rechte das anders sehen. Aus meiner Sicht hat der Staat dann regulatorisch einzugreifen, wenn es gegen die Menschenwürde einzelner Personen oder konkreter Gruppen geht. Hier habe ich für mich persönlich rechtliche Abgrenzungsschwierigkeiten. Ich finde, die Aussage "Soldaten sind Mörder" muss möglich sein. Eine rassistische Äußerung (die ich jetzt absichtlich ohne Beispiel lasse) muss es nicht. Ich hab leider nicht die Zeit, dein Buch zu lesen (und es hört sich Englisch an, brrr :-)). Ist Mill ein Verfechter der fast absoluten Meinungsfreiheit wie in den USA? Wie geht er damit um, dass Sprache die Realität verändert und grob rassistische oder diskriminierende Sprache die Gesellschaft durchaus in eine solche Richtung ändern kann? (Kann man das überhaupt in ein paar Sätzen zusammenfassen)

    "Über die Freiheit" gibt's in deutscher Übersetzung von Reclam, ist aber auch da etwas sperrig zu lesen, weil es halt von 1859 ist, weshalb manche Punkte damals nicht allzu relevant waren. Mill schränkt die Meinungsfreiheit dort ein, wo durch die Äußerung dieser Meinung einem anderen ein Schaden entsteht (ein echter, kein "das verletzt meine Gefühle"). Ich glaube eines der Beispiele war es in der Zeitung zu schreiben "Getreidehändler sind für den Tod von Tausenden verantwortlich und Eigentum sollte enteignet werden" sei ok, es vor dem Haus eines Getreidehändlers zu brüllen, während dort ein aufgebrachter Mob tobt nicht.


    Im Wesentlichen zentral sind für ihn die Freiheit der Gedanken, als auch der Handlungen.
    In Bezug auf die Gedanken führt er aus, dass man einerseits immer im Hinterkopf behalten könnte, dass die andere Seite Recht haben könnte, vielleicht nicht im Ganzen, sondern nur in Teilen und man daraus Erkenntnis in Bezug auf die Wahrheit ziehen kann. Andererseits kann man auch wenn die andere Seite Unrecht hat, daraus Erkenntnisse für die eigene Position gewinnen, so dass diese nicht nur zu einer leeren Hülle verkommt, deren eigentlicher Wesenskern uns fremd geworden ist. Nur in der Auseinandersetzung von Ideen, können sich solche weiterentwickeln, sich verbessern und nicht nur leere Hülsen bleiben. Wenn man davon ausgeht, dass wir nicht in der besten aller möglichen Welten leben, ist das eigentlich ein ganz kluger Gedanke.

    In Bezug auf Handlungen führt er aus, dass jeder alle Handlungen durchführen sollen dürfe, so sie nur auf eigene Kosten und Gefahr umgesetzt werden. Die Überlegungen dahinter sind relativ analog. Zum einen könnten die Handlungen besser sein, als das übliche Handeln, falls sie es nicht sind zwingen sie einen doch dazu, das eigene Handeln zu überdenken und zudem ist es auch möglich, dass eine Handlung für die eine Person die passende Wahl sei, die jemand anderen totunglücklich machen könnte. In Bezug darauf hat Mill ein paar tolle Ideen zu Bildung und Erziehung, die seit über 160 Jahren ignoriert werden.

    Das Buch lohnt sich wirklich (ich brauchte zum Lesen nur gefühlt fünfmal so lang wie normalerweise). "Die Unterwerfung der Frauen" ist auch toll...hat er zusammen mit seiner Ehefrau geschrieben, ähnlicher Entstehungszeitrum und sehr lesenswert, aber ganz anderes Thema.

    @Berufsschule93: Nochmal, ich finde die Äußerungen daneben und falsch und würde mit einer solchen Person auch keinen Kontakt haben wollen, aber: Keine der Äußerungen ist direkt gegen die Person gerichtet. Das "nicht normal sein" dürfte als Meinungsäußerung genauso zulässig sein wie das "eklig finden von küssen", das "Frauen ficken" ist geschmacklos aber auch nicht beleidigend. Aus dem "schwul sein ist scheiße" könnte man was machen, aber selbst da wurde ja ersichtlich kein Personenbezug hergestellt. Ich kenne weder das Format, noch die konkrete Sendung, vermute aber, dass es sich hier eher um ein schichtspezifisches Sprachproblem handelt, dass für den durchschnittlichen Akademiker sehr ungewohnt klingt.

    Ich finde, aus grundsätzlichen Überlegungen, dass sich der Staat sowohl strafrechtlich, als auch regulatorisch aus Meinungsäußerungen heraushalten sollte. Wer dazu eine fundierte Basis haben will: John Stuart Mill - On liberty...ist etwas betagt, hat aber nicht das geringste an Aktualität verloren. Mill argumentiert, mit guten Gründen, auch gegen die privaten Konsequenzen einer moralisierenden Gesellschaft, aber da kann ich die andere Seite zu gut nachvollziehen. ;)

    Natürlich ist das eine Beleidigung. Ich kann nicht einfach Jemanden als scheiße und eklig bezeichnen, besonders wenn das auch noch aufgenommen wird und beweisbar ist.

    Das hast du gut erkannt. Ich kann nicht öffentlich (dir privat ins Gesicht, darf ich es natürlich straffrei sagen) sagen, dass ich dich eklig oder scheiße finde, aber ich kann problemlos straffrei öffentlich behaupten, dass ich Polizisten widerlich fände, dass Soldaten Mörder seien oder dass Lehrer allesamt faule Säcke seien, die man in eben einen solchen stecken solle um diesen zu prügeln, denn es würde immer den Richtigen treffen.

    Warum darf ich nun das eine nicht tun und ist strafbar und das andere darf ich straffrei machen? Kannst du es mit den Beispielen selbst rausfinden oder soll ich dir dazu genauere juristische Ausführungen verlinken?

    Ich hab den Thread nicht komplett gelesen (mache ich vielleicht später), aber das Hauptproblem ist doch das folgende:

    Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht gegenüber dem Staat. Der Staat darf mich nicht anders behandeln, weil ich eine "unkonventionelle Meinung" habe. Meinungsfreiheit ist kein Recht gegenüber meinem Arbeitgeber oder anderen Menschen. Wenn ich da eine "unkonventionelle Meinung" äußere, dann kann und wird das natürlich Konsequenzen haben.

    Dann gibt es noch ein ganz kleines Problem, aber da habe ich meinen Zweifel, dass du das als Problem begreifen wirst: Rassismus ist, gerade in Deutschland keine "unkonventionelle Meinung". Wir haben da eine Geschichte aus dem letzten Jahrhundert mit und wenn ich mir die Wahlerfolge der AfD so angucke, dann halten das so um die 10% der wahlberechtigten Menschen in Deutschland für gar nicht so unkonventionell, dass man doch Quotenschwarzer wohl noch sagen dürfe. Unkonventionell wäre eher sowas wie Gegenwartskunst, die ich ansprechend und ästhetisch finde, aber das ist dann ein anderes Thema. :P

    Ich wusste gar nicht, dass die HUK meine Beihilfe regelt, weil denen die Pax gehört...wieder mal was Neues gelernt beim googlen. Aber dass die nur ÖD versichern, kann nicht stimmen, da sagt schon deren Einstiegsseite und Fernsehwerbung was anderes, während die DBV tatsächlich nur Tarife für Beamte anbietet (die Axa zu der die DBV gehört, macht aber ungefähr alles für jeden) und die Debeka meines Wissens nach zumindest den größten Teil (die bieten aber auch für Freiberufler an).

    Vom Jahresumsatz sind sie aber immerhin Top 10...

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