Wir haben sicherlich eine Menge Kinder, deren Eltern viel Geld in Nachhilfe investieren und deren Kinder auf diesem Weg das Abitur schaffen. Diese Kinder unterscheiden uns aber nicht von der Gesamtschule, der einzige Unterschied ist, dass sie es da ohne Nachhilfe schaffen. Beispiel: Ein Junge dessen Klassenlehrer ich war ist ein Jahr nachdem ich die Klasse abgegeben hatte auf die Gesamtschule gewechselt (mit Versetzung, ohne Defizite aber eher schwacher Schüler, der es bei uns aber gepackt hätte, klassischer 3,x Kandidat. Kam letztens ganz stolz mit seinem Abschlusszeugnis der 10. Klasse (Mittlere Reife + Quali) zu Besuch mit einem Schnitt von 1,8. Im Leben hätte der bei uns keinen 1,x Realschulabschluss hingelegt (bei uns Ende der EF). Er geht da jetzt in die Oberstufe und freut sich richtig darauf. Ohne Scherz, ich gönne es ihm von Herzen, aber dass sich der Durchschnitt um anderthalb Noten verbessert hat, liegt sicher nicht an der individuellen Förderung an der Gesamtschule. Das ist jetzt nur anekdotische Evidenz, aber es gibt Studien die zeigen, dass Gesamtschüler das Studium häufiger abbrechen und dass ihr Fachwissen in den Naturwissenschaften (schön aufgeteilt nach Bundesländern) unterirdisch ist. Dass sie in allen Fächern im Zentralabitur schlechter abschneiden wurde schon erwähnt, oder?
@Krabappel: Ich erinner mich nicht mehr genau was ich damals gesagt habe, aber die wichtigsten beiden Punkte sind halt:
a) Gesamtschulsystem neben dreigliedrig ist Käse und wird vom Gymnasium kannibalisiert.
b) Ein gutes Gesamtschulsystem (oder gute Inklusion) kostet nicht weniger Geld. Man kann sich ja mal anschauen, wie die Klassenschlüssel in Estland, Finnland oder auch den asiatischen Ländern sind, die bei PISA so erfolgreich sind. Aber unsere Politiker möchten gerne Gesamtschule und Inklusion um weniger Geld für Bildung auszugeben und das geht halt schief.