Es ist ja auch hier im Thread angeklungen, dass es nicht wenige Väter gibt, die ihren Unterhaltsverpflichtungen einfach nicht nachkommen. Volljährige Kinder müssen sich darum selbst kümmern, auch wenn sie die Kinder ihrer Väter sind.
Aber für viele war das Studentenleben eine Zeit zum Party machen. Das ist wohl ein Mentalitätsunterschied. Für mich war studieren wie ein Job der erledigt werden musste, so schnell wie möglich.
Ich bin direkt nach dem Abi ausgezogen. Für mich war das genau richtig so. Party kam zum Glück auch mal vor, Studieren auch, und zwar recht zügig.
Aber auch so viel anderes! Viel Zeit und Gelegenheit, Leute intensiver kennenzulernen, andere Prägungen verstehen zu lernen, sich politisch zu betätigen, sich in Gremien zu engagieren, zu reisen, ins Ausland zu gehen, ein eigenes Forschungsvorhaben durchzuführen, eine ganz neue berufliche Idee umzusetzen, sich in ein fremdes berufliches Feld einfach hineinzustürzen, sich in verschiedenen Städten einzuleben, viel viel Interessantes aufzunehmen, Risiken und Unsicherheiten ertragen zu üben, sich selbst ganz neu zu erleben... Das war schon auch anstrengend, aber unglaublich bereichernd und war so, glaube ich, wirklich nur möglich, weil es ganz allein meine Sache war. Und (eine begrenzte Menge) Geld da war. Ohne das wäre es natürlich anders gewesen. Allerdings habe ich schon für damalige Verhältnisse eine Uni erwischt, an der man ungewöhnlich viele Freiheiten hatte. Heute studiert man wohl leider sehr anders.
Mehreren Kindern ein Studium zu ermöglichen, ist schon kein Pappenstiel. Bis sie so weit sind, braucht man ja auch schon einiges an Geld, das man mit mehr Einschränkungen verdienen muss, als wenn man keine Kinder hätte. Dass Leute, die selbst nicht studiert haben, diesen Posten nicht einplanen, sondern sich an anderen Lebensmustern orientieren, verstehe ich. Mehrere studierende Kinder, Haus und ein Lebensstil ohne größere Einschränkungen geht eben wenn nur mit guter Planung und oft eben einfach nicht. Auf angemessene Unterstützung im Studium haben die Kinder aber ein Recht. Auf ein erwachsenes Leben auch. Dann muss man eben Mittel und Wege finden, zum Beispiel kann man die Miete für ein klitzekleines WG-Zimmer ja auch dadurch aufbringen, dass man das Zimmer mit Bad daheim an einen dankbaren Erstsemester vermietet. Oder an irgendeinen anderen interessanten Menschen. Ist dann halt anders, als man sich das ausgemalt hat.
Ich werde meine Kinder nicht rausschmeißen, aber sie ermutigen loszufliegen. Und ich wünsche ihnen, dass sie es rechtzeitig tun.