Beiträge von Philio

    Wir haben seit diesem Schuljahr auch nur noch BYOD. Aber auch die letzten Papier-Klassen bekommen zusätzlich alles digital via OneNote oder Teams. Zudem haben wir auch mit den älteren SuS immer schon ein Buddy-System, d h jeder kümmert sich um irgendeine andere Person in der Klasse, wenn diese krank ist. Wir benutzen viel Teams zur Kommunikation. Die SuS wissen irgendwann, welche Lehrperson zu welchen Uhrzeiten antwortet, da motzt eigentlich keiner. Ich schreibe auch von unterwegs am Handy, andere machen das nicht.

    Ja, ich schreibe auch mal von unterwegs, wie es gerade passt. Habe auch schon mal einer Musterlösung in Onenote auf dem Handy mit dem Finger geschrieben - sah schon sehr krakelig aus 😂 aber die Fragestellerin konnte es lesen und hat sich sehr für meinen Einsatz bedankt. Überhaupt gehen die Lernenden sehr zurückhaltend mit der Option um, sie fragen wirklich nur, wenn etwas absolut nicht klappt - meistens reicht aber schon ein kleiner Tipp, dann können sie alleine weitermachen.

    An meiner Schule (Sek 2) sind inzwischen alle Klassen auf BYOD umgestellt. Das ganze Material ist digital auf OneNote, alle Lernenden haben immer zugriff darauf, Hausaufgaben und Prüfungstermine sind auf Moodle eingetragen. Ich biete meinen Lernenden auch an, mich bei konkreten Fragen zu kontaktieren - das habe ich vor BYOD auch schon gemacht, da lief es noch über Mail. Inzwischen geht die ganze Kommunikation über Teams.

    Edit: Meine Aufschriebe im Unterricht sind auch auf Onenote, in der Inhaltsbibliothek. Die Lernenden wissen, dass dort immer alles auf dem aktuellen Stand ist.

    Wenn ich das so aus der Schweiz lese, dann dürften dort demnach ja die besten Bedingungen für die Freigeldbewegung herrschen. Der Erwerb bzw. Besitz von Grund und Boden ist der Mehrheit der Bevölkerung bereits jetzt unmöglich.

    Es gab meines Wissens dort auch mal ein entsprechendes Experiment.

    Übrigens alles ganz nah am Thema, wenn es um alternative Lösungen für das existierende unersättliche Wirtschaftssystem geht.

    Ah, habe was neues gelernt - Freigeld kannte ich bisher noch nicht. Tatsächlich gab es eine Volksinitiative, die allerdings mit grosser Mehrheit abgelehnt wurde.

    Ich bin mir nicht sicher, ob das funktionieren würde - die menschliche Psychologie ist der entscheidende Faktor, wie man auch in sozialistischen Wirtschaftsordnungen gesehen hat. Menschen sind nun einmal egoistisch und eigene Vorteile für ein „grosses Ganzes“ aufzugeben, das liegt anscheinend nicht in unserer Natur.

    Es gibt speziell auf der deutschen Seite einige Schlaumeier, die Adressen samt Paketstation speziell für schweizer Kunden anbieten um damit Geld zu machen. Im besten Fall wird die Ware dann auch ordentlich verzollt, im schlechtesten Fall gurkt man halt mit dem Velo rüber und holt die Bestellung illegal über die Grenze.

    Ich habe meinen Zugang zur Packstation behalten, als ich in die Schweiz gezogen bin. Aber für Amazon z.B. braucht es das gar nicht, Konstanz ist gross genug, so dass es da auch einen Amazon-Locker gibt. Aber ich bestelle nur Dinge (hauptsächlich Bücher, die ich über den Buchhandel nicht bekomme), die unterhalb der Zollfreigrenze liegen.

    Wie viele kaufen denn bei euch und was kaufen die so zu welchen Preisen? Ich habe vom wilden Osten so gar keine Ahnung... Ich hätte jetzt gedacht, dass die Nähe zum Bodensee sich auch bei den Preisen und der Verfügbarkeit bemerkbar macht. Ich habe eine Kollegin, die in Basel auf dem Bruderholz ein Reihenhaus für um die 800k CHF gekauft hat. Da muss man aber lange dort wohnen um überhaupt ein solches Angebot zu bekommen. Im Baselland haben wir Bekannte mit Eigentum. 1.3 Millionen CHF für Jahrgang Mitte 80er mit knapp 100 qm Wohnfläche und ein bisschen Garten am Hang. Gefühlt am Arsch der Welt.

    Hm, tatsächlich kaufen viele meiner Kollegen, aber hauptsächlich Wohnungen. Das Angebot ist gar nicht so schlecht, es wird hier viel neu gebaut. Für 4 Zimmer hat man schon Preise ab ca. 500k aufwärts. Ich spreche hier natürlich nicht von Immobilien mit Seenähe. Aber so viel Bodensee gibt es ja nicht und auch hier in Kreuzlingen findet man Wohnungen im 500k Bereich, wenn man eher am Stadtrand wohnt. Eine Kollegen hat eine Neubauwohnung am Stadtrand von Frauenfeld gekauft, 4 Zimmer mit Balkon, ich schätze 120 qm, zu einem Preis von ca. 600k.

    Das auch, ja. Basel hat aber primär keinen Baugrund zu vergeben und Wohnungen zu kaufen macht wie erwähnt aus diversen Gründen keinen Sinn. Wenn man hier auch noch anfinge, alles zu verkaufen, würde der Wohnungsmarkt sowieso komplett kollabieren. Es gab vor ein paar Jahren in der Genferseeregion ein Referendum, da dürfen seither keine Grundstücke am See mehr an Schumacher & Co verkauft werden. Der See gehört allen und nicht nur ein paar reichen Ausländern, die meinen, sich die Hütte da hinstellen zu müssen. Ich wohne übrigens besser als meine Chefin, ich brauche mich eh über gar nichts beklagen. Einmal im Jahr kommen die Handwerker, da muss ich nur sagen, was gemacht werden muss.

    Zugegeben, die Situation ist hier im eher ländlichen Thurgau natürlich deutlich entspannter. Ein Kollege hat neulich tatsächlich ein Haus gebaut, Gesamtkosten rund eine Million… natürlich in einem kleinen Dorf 😉

    Mit Handwerkern ist tatsächlich sehr entspannt, die Hausverwaltung kontaktieren und es kommt jemand. Reinigungspersonal und Gärtner kommen wöchentlich - auch wenn das häufige Rasenmähen im Sommer etwas nervig ist (das Haus hat viel Rasenfläche), bin ich doch froh, dass ich das nicht machen muss^^

    In der Schweiz ist doch insbesondere das Steuersystem dafür zuständig, dass sich abbezahlte, selbstbewohnte Immobilien nicht lohnen. Also wird entweder auf Kredit gekauft und nur die Zinsen bedient ohne Tilgung oder halt gemietet.

    Ja, das auf Kredit kaufen ohne Tilgung ist sehr üblich, viele meiner Kolleginnen und Kollegen machen das auch so. Die Zinszahlungen werden langfristig festgeschrieben, das ist oft viel günstiger als Miete.

    Da muss man natürlich sagen, dass A15 für viele Lehrer kein erreichbares Ziel ist. Der Sprung von A14 auf A15 ist zudem deutlich größer als der von A13 auf A14.

    Okay, da kann ich nicht mitreden… bei uns gibt es das nicht. Wenn man unbefristet angestellt wird, ist man automatisch im höchsten Lohnband und es gibt nur noch den jährlichen Anstieg über die Positionen (ähnlich wie in D). Die Entlohnung von Rektoren und Prorektoren ist, soweit ich weiss, separat geregelt. Nachdem das aber kein Karriereziel für mich ist, habe ich mich nicht näher damit beschäftigt 😉

    Folglich wäre auch wahrscheinlich 90% des US-amerikanischen Gangster-Raps verwerflich, wo sich die Interpreten gegenseitig bzw. ihre Gefolgschaft mit dem N-Wort betiteln.

    Nur nebenbei, weil es mir dazu gerade einfällt: Wer mal eine Kostprobe haben möchte, wie weit man auch in Mainstreammedien sprachlich gehen kann, der möge sich auf Netflix die Specials von Dave Chapelle ansehen.

    Hat in den letzten Monaten keiner von Euch eine Dienstleistung gebraucht und nur zuckende Schultern oder Termine im nächsten Jahrzehnt bekommen?

    Nein.

    Ist keiner von Euch - wie es mir ergangen ist - zuletzt mit einer Einkaufsliste gänzlich unterschiedlicher Produkte losgezogen und nur mit einem Bruchteil davon nach Hause gekommen? Nicht verfügbar, Lieferschwierigkeiten, vielleicht nach Ostern...

    Nein. Was Lebensmittel angeht, bekomme ich alles, was ich auch sonst kaufe. Ob in der Schweiz oder in Deutschland, ich sehe keinen Unterschied. Besonders ausgefallene Dinge brauche ich allerdings nicht.

    Hier wird vom Fahrradfahren schwadroniert. Wusstet Ihr, dass es momentan oft mit Fahrrädern Essig ist?

    Die Lieferzeiten sind jedenfalls lang, aber wenn man es nicht sofort brauch, lässt sich das verschmerzen. Ich habe ein neues E-Bike Anfang Juli bestellt, letzte Woche kam es an. Allerdings habe ich keinen Vergleich, wie lange es sonst gedauert hätte - mindestens einen Monat bestimmt, denke ich.

    Die Verengung auf den Aspekt Verkehr hier im Thread interpretiere ich jetzt mal als eine Absage an darüber hinaus gehende Probleme, Befürchtungen oder Erfahrungen der Teilnehmer mit anderweitigen Versorgungsengpässen, Preissteigerungen oder Konsumeinschränkungen.

    Mich wundert das zwar, aber vielleicht ist das der Tatsache geschuldet, dass Lehrer doch noch priviligiert sind und die deutlichen Teuerungen besser verknuspern können.

    Meine Gedanken zu der Frage, warum unsere Zunft offensichtlich dazu neigt, die o.g. gesamtgesellschaftlichen Probleme zu einer "Fahr halt Fahrrad und flieg nur einmal im Jahr in den Urlaub-Debatte" verkürzt, behalte ich mal lieber für mich.

    Nun, dann weiten wir die Perspektive doch mal - aber in die andere Richtung. Das mag sich vielleicht für den einen oder anderen befremdlich anhören, aber: ich „befürchte“ überhaupt nichts. Habe ich auch schon bei Covid-19 nicht. Der Grund dafür ist, dass es schlicht und einfach nicht in meiner Natur liegt, mir Gedanken über Dinge zu machen, auf die ich keinen Einfluss habe. Es kommt so, wie es kommt. Ja, zugegeben, meine Situation ist priviligiert und ich habe weder Familie noch ein Haus (und eines zu bauen, das würde mir im Leben nicht einfallen). Aber ich habe schon so gedacht, als ich von BAföG gelebt und in einem 11 qm Zimmer gewohnt habe.

    Wenn man auf Jobs in der Wirtschaft schielt, dann muss man sich auch klar machen, was man dort realistischerweise erwarten kann. Hohes Gehalt plus Bonus in Kombination mit flexiblen Arbeitszeiten gehen eben nur selten zusammen.

    First Hand Experience: Als Software-Entwickler habe ich ca. 60‘000 € brutto pro Jahr verdient. Mittelständisches Unternehmen, eher ländliches Umfeld, 40-h-Woche, kein Tarifvertrag, keine flexiblen Arbeitszeiten. An den Rahmenbedingungen gemessen ein realistisches Gehalt. Klar verdient man bei Google viel mehr, aber an diese Jobs muss man erst einmal rankommen… und wenn man so einen Job dann hat, sollte man am besten sein Bett im Büro aufstellen.

    Jedenfalls war ich nach den 8-Stunden-Tagen dort regelmässig so k.o., dass mit mir am Abend nicht mehr viel anzufangen war. Deshalb ist für mich die zeitliche Flexibilität in unserem Beruf der reinste Luxus, der sich mit keinem Bonus aufwiegen lässt. Ich hätte dafür auch deutlich weniger Gehalt in Kauf genommen - dass es tatsächlich mehr geworden ist, das ist ein Glück, mit dem ich damals nicht gerechnet hatte.

    Tja… gerade in Physik hat es sich zu einer Tradition entwickelt, die Nobelpreise für das Lebenswerk zu vergeben. Besonders, wenn die Preisträger aus der Theoretischen Physik kommen - das fällt dem Komitee anscheinend öfter schwer. Roger Penrose letztes Jahr war auch so ein Beispiel und wäre Stephen Hawking noch am Leben gewesen, hätte er ihn wahrscheinlich mit Penrose zusammen bekommen. Andere, die den Preis auch gerade noch „rechtzeitig“ bekommen haben, waren z.B. Chandrasekhar, Ginzburg oder Higgs.

Werbung