Beiträge von Philio

    Ich muss Fortbildungen besuchen, das ist per Verordnung festgelegt (auch der Mindestumfang). Kann mir aber frei aussuchen, welche - ich reiche das dann ein und meistens wird es auch genehmigt. Wenn sie nicht zu teuer ist, wird die Teilnahmegebühr von der Schule übernommen. Spesen kann ich in gewissem Umfang auch abrechnen. Wenn es eine wichtige Fortbildung ist, wird sie auch (mit Vertretung) genehmigt, falls sie auf einen Unterrichtstag fällt.

    Kann noch ein bisschen mehr zum Promovieren sagen. Tatsächlich hat keckks den Nagel auf den Kopf getroffen. Wobei es bei mir ein bisschen anders war - geforscht habe ich gerne. Allerdings habe ich während meiner Promotionszeit über mich herausgefunden, dass ich zwar ein passabler Problemlöser, aber kein guter Problemerfinder bin. Sehr viel Zeit ging dafür drauf, überhaupt zu überlegen, was ich tun könnte - in einem sehr kompetitiven Umfeld mit Konkurrenten, die über deutlich mehr Know-How und Ressourcen verfügten als ich. Quasi als Outsider habe ich damals aus Interesse eine neue Forschungsrichtung am Lehrstuhl im Alleingang etabliert, mit Unterstützung von Arbeitsgruppen an anderen Unis. Hoffnungslos naiv, rückblickend betrachtet. Aber was tut man nicht alles aus intrinsischer Motivation ;)

    Bin kein Lateinlehrer, nur ehemaliger Lateinschüler... Aber: Wenn du das Latinum hast und früher gut warst, probier doch gleich ein Buch mit einer steileren Lernkurve, z. B. eines, das als Begleitung zu einem Uni-Kurs konzipiert ist.

    Ist das eine gute Entwicklung, der Lehrer als erweiteter Familienbegriff? Früher waren die Schüler nur eine Zeile im Notenbuch des Lehrers, fand ich sogar als Schüler damals gar nicht schlecht. Die Lehrer diskutierten nur über "versetzt" bzw. "nicht versetzt". Eine Haltung zu den Schülern darüber hinaus wurde von keiner Seite erwartet.

    Die Wahrheit sollte in der Mitte liegen, denke ich. Mehr als nur ein Eintrag im Notenbuch, aber (deutlich) weniger als Mutter- oder Vaterersatz.

    Hallo Lehrer und angehende Lehrer,

    ich habe 2017 meine Ausbildung zum Chemielaboranten abgeschlossen und vorher kein Abitur gemacht. Nun merke ich immer mehr, dass ich den Beruf definitiv nicht ewig ausführen mag. Ich würde nun gerne ohne Abitur Chemie und Mathe auf Lehramt in RLP studieren. Meine Frage jetzt ist: Ist es möglich bei der Fächer kombi noch 20h, bei meinem bisherigen Arbeitgeber (da ich das Studium ja finanzieren muss), arbeiten zu gehen und das Studium trotzdem ganz gut zu machen. Mit Chemie sollte ich dank der Ausbildung eigentlich kein Problem habe, jedoch habe ich bedenken bei Mathe. Meint ihr das ist machbar oder ist der Mathe-lernaufwand zu groß?


    liebe Grüße!

    Wie schon gesagt, studieren ist je nach Studienbedingungen ein Fulltimejob. Das hängt unter anderem davon ab, wie deine Praktika in Chemie ablaufen. Eventuell wird dir vielleicht etwas erlassen?

    Was Mathe angeht: Es hängt von dir ab :) Ich sehe es täglich bei meinen Schülern: Beim Einen macht es nach einer Sekunde schon klick, beim Nächsten nach einer Minute, beim Übernächsten nach 10 Minuten, ...
    Ob das Vorwissen aus der Oberstufe so entscheidend für ein erfolgreiches Mathestudium ist, da bin ich mir nicht so sicher. Ich würde dazu tendieren, ein gefestigtes Grundwissen für entscheidender zu halten: Zahlenvorstellung, geometrische Vorstellung, Abstraktionsvermögen, logisches Denken, Termverständnis, Funktionsverständnis, Arithmetik und Algebra der Mittelstufe. Wenn das verfügbar ist und die Motivation da ist, sehe ich hier kein grundlegendes Studienhindernis. Ob man jetzt Analysis oder Vektorgeometrie schon mal gehabt hat, jo mei ... an der Uni ist es sowieso anders ;) Eine Kurvendiskussion nach Schulrezept habe ich an der Uni nie machen müssen, absurd eingekleidete und oberlangweilige Ich-schneide-Ebenen-mit-wasweissich-Aufgaben zum Glück auch nicht.

    Von daher: Viel Spaß beim Studium! :)

    Auch ich kenne mich nicht wirklich mit OBAS aus, aber ich würde vermuten, dass es so ist wie überall: Das erste Fach wird das, das auf deiner Masterurkunde draufsteht (mit etwas Interpretationsspielraum). Das würde bei dir Wirtschaft bedeuten. Mit Zweitfächern ist einiges möglich, aber mit Erstfächern in der Regel nicht.

    Aber sicher kann dir das nur die entsprechende Behörde (Bezirksregierung?) beantworten.

    Ich habe nicht auf Lehramt studiert - ich bin Literaturwissenschaftler und Historiker; Lehrer bin ich geworden, weil ich nicht mehr Möbelträger und -monteur sein wollte. Hätte es andere gut bezahlte Berufsmöglichkeiten mit Daueranstellung gegeben, wäre ich da wohl eingestiegen. Wäre ich in der gleichen Situation wie vor 15 Jahren, würde ich mich wahrscheinlich nochmal so entscheiden. Lehrer ist ein okayer Beruf, den ich gut kann, der mir Spaß macht (bis auf das Korrigieren) und mit dem ich gut leben kann. Aber primär bin ich Profi und arbeite für Geld.

    Es gäbe aber sehr viele andere Tätigkeitsfelder, in denen ich mich genau so sehen könnte. Allerdings muss ich dazu auch sagen, dass ich mich aktiv in den zweiten Bildugnsweg eingenischt habe und junge Erwachsene unterrichte. Wäre ich ein typischer Seiteneinsteiger und wäre ich gar an der Grundschule gelandet, wäre ich kein Lehrer mehr.

    Dem schliesse ich mich an. Ich habe bewusst Sek 2 gewählt und unterrichte an der Berufsschule nur Volljährige. Die „lieben Kleinen“ und die vielleicht nicht mehr ganz so lieben Pubertiere sind nicht so mein Ding.

    Ja, das ist verrückt. Hier kann man ja auch problemlos über die Langen Erlen nach "drüben" spazieren, aber an der Dreiländerbrücke laufen sie echt regelmässig durchs ganze Tram und lassen sich von allen den Ausweis zeigen. Am Zoll Otterbach gucken die Schweizer halt nach Masseneinkäufern.

    Ja, das ist hier auch so. Allerdings hauptsächlich in PKW, in Zug oder Tram sind die Kontrollen nicht so häufig.

    Was mich ziemlich ankekst ist die zunehmende Kleinstaaterei. Den Leuten geht's zu lange schon zu gut als dass sie die enormen Vorteile, die uns die EU gebracht hat, noch wertschätzen könnten. Da stellt der blöde Seehoher sich hin und kräht, man müsse mal die Grenzen zur Schweiz wieder besser kontrollieren, da entfliehen ja neuerdings wildgewordene Eritreaer und natürlich klatschen die Rechtspopulisten direkt Beifall. Dass das Blödsinn ist, hat man ausnahmsweise sogar mal bei der SVP bemerkt. Ich werde seit 2015 ungefähr jedes zweite mal, das ich mit dem 8er Tram nach Weil fahre, von der deutschen Bundespolizei nach dem Ausweis gefragt.

    Ich an der Grenze bei Konstanz bisher nur ein mal und ich überquere die Grenze fast jeden Tag ... allerdings ist es tatsächlich so, dass die Polizei am Bahnhof gezielt nach Menschen Ausschau hält, die äusserlich erkennbar afrikanischer oder asiatischer Herkunft sind und diese auch kontrolliert. Interessant ist dieses Vorgehen vor allem deshalb, weil es ohne Probleme möglich ist, über die grüne Grenze zu spazieren. Da habe ich aber noch nie Personenkontrollen gesehen.

    Zusammenfassung: Du möchtest ihr bis über deine persönliche Schmerzgrenze hinaus entgegenkommen, sie dir aber keinen Millimeter und sie stellt dir darüber hinaus ein Ultimatum.
    Ernst gemeint Frage: Kannst du dir unter diesen Bedingungen eine gemeinsame Zukunft vorstellen?

    Ich fürchte, du hast dich zu sehr in der Komplexität der Details verheddert.

    Beantworte die folgenden Grundfragen: Was sollen die Kinder deiner Lerngruppe nach der Stunde können oder verstanden haben? Wie überprüfst du das?

    Das ist deine Zielflagge. Die Routenplanung (Methoden, Sozialformen, Medien, ...) kommt erst dann, wenn du das Ziel kennst.

    Ich hab mit 32 nach der Promotion mit der Lehrerausbildung begonnen.

    Ich mit 40, nach Promotion mit 36 und 3 Jahren Industrie. Hatte auch nach Mittlerer Reife und Berufslehre das Abi nachgemacht und mit 25 meinen „sicheren“ Job an den Nagel gehängt und mit dem Studium angefangen. Alles geht, wenn man will. :)

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