Beiträge von Philio

    Auch von konstanz kann ich mir noch kein rechtes Bild machen. Im Sommer bestimmt toll wegen des tollen Wetters, aber im Winter? Bürgersteige hochgeklappt, da Touristensaison vorbei (so ist es in dem kleinen Kaff, in dem ich z. Z. wohne..), Nebel...?

    Nebel ja, aber von den Temperaturen her sehr mild. Bürgersteige hochgeklappt nein, aber bei ca. 85'000 Einwohnern auch kein Großstadtflair, das muss man klar sagen (z. B. findet man unter der Woche nach 1:00 keine offene Kneipe mehr – die Dichten an Kneipen, Restaurants und Weinstuben ist aber sehr hoch). Durch Uni und FH eine gute Durchmischung zwischen "Alt-Konstanzern" und Studenten, aber nicht so studentisch wie in Studentenhochburgen a la Heidelberg oder Tübingen. Insgesamt erlebe ich KN als sehr weltoffene Stadt. Auch wenn es nach dem Sommer weniger Übernachtungsgäste sind, an Wochenenden ist es durch das Jahr fast immer voll – wie jeder bestätigen kann, der schon einmal an einen beliebigen Samstag im Jahr versucht hat, mit dem Auto in die Konstanzer Innenstadt zu fahren ;)

    Viele Leute wohnen in der Schweiz und arbeiten in Konstanz. Kaufen in Deutschland ein und bekommen an der Grenze die Mehrwertsteuer zurück. Wie allerdings die Mieten in der Schweiz sind? Hier sind doch ein paar Schweizer...sagt mal was!

    Irgendwie fühle ich mich angesprochen ;_o_) , allerdings wohne ich in Konstanz und arbeite in der Schweiz …
    Zu Konstanz selbst habe ich das:

    https://www.immowelt.de/immobilienprei…anz/mietspiegel

    Vororte und Umland, z. B. andere Städte im Landkreis KN (Singen, Radolfzell, Stockach) sind günstiger, je nach Einsatzort auch von der Lage her (der Landkreis ist ziemlich gross). Meiner Erfahrung nach ist das Problem direkt in Konstanz aber nicht die Höhe der Miete, sondern die Verfügbarkeit von Wohnungen. Man sucht hier teilweise ziemlich lange (auch mit Maklern), auch wenn man das Geld hat. 4 Zimmer und mehr sind wie ein 6er im Lotto.

    Die Schweiz ist oft (deutlich) teurer, auch wenn man mal ein Schnäppchen finden kann. Aber auch hier ist das Umland günstiger. Ausserdem hängen die Mieten und Preise von der Geimeindesteuer ab, typischerweise bedeutet niedrigere Steuer eine höhere Miete. Allerdings ist das Wohnungsangebot zur Zeit wohl recht gut. Meistens ist das Wohnen in der Schweiz mit deutschem Gehalt eher ein Minusgeschäft … es sei denn, man mag das WG-Leben und kommt mit einem Zimmer zurecht.

    Für Kreuzlingen (Nachbarort zu KN) habe ich das gefunden:

    https://www.immowelt.de/immobilienprei…irk/mietspiegel

    Das deckt sich ungefähr mit den Berichten von Kollegen.

    Die Schwaben sind echt auch nett, sonst würde ich ja nicht bleiben.

    Die Badenser übrigens auch, wie ich als neigschmeckter Schwabe festgestellt habe … :lach: und ich muss zugeben, dass man hier (im badischen Teil) dem französischen Savoir-vivre deutlich näher ist, als in meiner ursprünglichen schwäbischen Heimat in die es mich so gar nicht mehr zurückzieht …

    Ich habe im Studium den BAfÖG Höchstsatz bekommen, zusätzlich noch Halbwaisenrente und Kindergeld. Gewohnt habe ich im Studentenwohnheim für knapp unter 200€ im Monat (allerdings mit gemeinschaftlich genutzten sanitären Einrichtungen und Küche), kein Internet, dafür aber ein Gemeinschaftstelefon, Marke "Telekom-Grau", auf dem Gang an der Wand festgeschraubt (ja, das war schon in diesem Jahrtausend – kein Witz!).
    Gearbeitet habe ich nicht nebenher, sondern versucht, sparsam mit meinen Mitteln auszukommen, dafür aber in Regelstudienzeit fertig zu werden (habe ich fast geschafft, 11 statt 10 Semester).

    Wir diskutieren derzeit auch die Anschaffung solcher digitalen Whiteboards. Gerade in der Unterstufe fällt mir auf, dass ich an der Tafel den Kindern zeigen muss, wie man den Hefteintrag gestaltet. Also auch solche Dinge, dass ich z.B. an der Tafel die Überschriften mit Lineal unterstreiche, einen Absatz gestalte etc. Wenn ich das nicht vormache und - in der Anfangszeit - erkläre, schaffen es viele Kinder nicht, das in ihr Heft zu übernehmen. Daher möchte ich auch ein Whiteboard wie eine Tafel benutzen können und finde es fatal, wenn das Programm mir einfach so gerade Striche zaubert, wenn ich mit dem Stift herumwackle.
    Einerseits ist das Tafelwischen zwischendurch nervig, andererseits gibt das den Kindern auch mal eine Minute Zeit, vielleicht den Eintrag fertig zu schreiben, mal runterzukommen oder auch mal mit den Gedanken abudriften. Also eine kurze Pause im Unterricht, die allen ganz gut tut.

    Sarek

    Deshalb verwende ich das Smartboard auch hauptsächlich als Projektionsfläche für den Visualizer, meine Aufschriebe mache ich live auf normalem Papier. Das hat den riesigen Vorteil, dass mein Papieraufschrieb das Muster für die Aufschriebe meiner Schüler ist und das kommuniziere ich auch so. (Es ist teilweise erschreckend, wie viele Erwachsene es nie gelernt haben, ihre Aufschriebe zu strukturieren und die Struktur einzuhalten). Bei uns gibt es nur noch Smartboards mit horizontal verschiebbaren, quadratischen Whiteboards an den Seiten – die benutze ich aber nie, da ich sie aufgrund meiner Körpergrösse von ca. 1,90 m höchstens bis zur Hälfte beschreiben kann, ohne mich bücken oder in die Knie gehen zu müssen (da nicht vertikal verschiebbar).

    Konferenzteilnahme war mir bekannt, aber was hat es mit aufräumen und Unterricht vorbereiten (in der Schule) auf sich?

    Vorbereiten heisst z. B. für einen Naturwissenschaftslehrer auch das Vorbereiten von Lehrer- oder Schülerversuchen, bzw. das Aufräumen derselben. Oder für einen Informatiklehrer das Vorbereiten eines PC-Raums ;) . Das Kopieren von Arbeitsblättern kann sich auch in die Länge ziehen…

    Ja, da wirst du recht haben. Sollte jetzt auch echt nicht als Zwerg allwissend rüberkommen, der mit entsprechendem Engagement alle Schüler motivieren kann.

    So habe ich es auch nicht verstanden :)

    Was macht man in diesen Wochen dann noch bis 17 Uhr in der Schule?

    An Konferenzen teilnehmen, Unterricht vorbereiten, aufräumen … oder auch unterrichten ;) . Ich z.B. arbeite an einer beruflichen Schule mit Teilzeitklassen für Berufstätige, da kann der Tag schon mal bis 22:00 gehen oder auch mal der Samstag mit im Stundenplan sein sei ... oder beides (ich unterrichte am Abend und samstags übrigens gerne).

    Selbst ohne pädagogische Ausbildung behaupte ich, dass sich mit zielgruppengerechten Beispielen nach den Interessen der Schüler (z. B. "Spiele programmieren ist toll --> Android --> Betriebssysteme/Netzwerke --> Programmiersprachen --> Rechneraufbau) eine hohe Motivation erzielen lässt. Mit Aufzeigen warum genau dieses Thema relevant für den einzelnen Schüler ist oder sein kann (Berufswunsch) rechne ich mit einer zumindest erhöhten Motivation. Das mögen einige vielleicht als naiv empfinden, ich glaube dran.

    Bei den sowieso schon interessierten und motivierten Lernenden wirst du so offene Scheunentore einrennen, aber die werden dein Engagement dankbar annehmen – und wie es bei den anderen aussieht … Nun, du wirst deine Erfahrungen machen. ;)

    Nein. Eine Ausbildung ist sinnvoll. Nur vonSchule, Uni, Schule (falls Lehrer) halte ich nichts.

    Sorry für OT, aber ich möchte hier (ohne dich, Yummi, zu kritisieren) eine Gegenperspektive einbringen. Nach der regulären Realschule habe ich eine Ausbildung gemacht und bis zum 25. Lebensjahr in diesem Beruf gearbeitet (mich aber in den letzten beiden Jahren parallel auf die Nichtschülerabiturprüfung vorbereitet), dann mit dem Studium angefangen. Gebraucht habe ich meine Ausbildung seither kein einziges Mal mehr, arbeiten könnte ich mit dem verstaubten Know-How in diesem Beruf nicht mehr und würde ich auch selbst dann nicht wollten, wenn der Himmel mir auf den Kopf zu fallen drohte (frei nach Asterix). Wenn ich einen Deal machen könnte und Ausbildung und folgende Berufstätigkeit streichen, dafür aber die Lebenszeit zurückbekommen könnte, würde ich ohne mit der Wimper zu zucken sofort ja sagen. Meine Meinung daher: Nein, eine Ausbildung ist nicht in jedem Fall sinnvoll.
    Hätte ich damals mit 16 den entsprechenden Horizont gehabt und wäre mir klar gewesen, was ich will, hätte ich niemals eine Ausbildung angefangen sondern wäre auf ein Oberstufengymnasium und hätte dort das Abitur gemacht und gleich studiert. Mit diesem Hintergrund empfehle allen, die mich fragen und sich ihrer Sache sicher sind, ihre Lebenszeit nicht zu verschwenden und ohne Umwege den Weg zu gehen, der sie an ihr angestrebtes Ziel führt.

    Ich bin schon ziemlich emotional und gerade schon halb am Verzweifeln,

    Diese Art von "emotional" war nicht gemeint. Stell dir vor, du bist in einem Vorstellungsgespräch und jemand fragt dich: "Warum möchten Sie Lehrer werden?". Was würdest du antworten? Du musst deine Antworten nicht hier im Forum posten, aber du musst es für dich selber klären! Bisher wissen wir nur, dass du dich für ein Studium beworben hast. Das ist ein Fakt, keine Begründung. Ausserdem hast du Einstellungschancen erwähnt - das ist eine Begründung, aber bei einem Vorstellungsgespräch würde ich die eher nicht bringen, weil sie auf beliebige Jobs passt. Sonst lese ich eher Negatives. Wenn du wissen möchtest, ob du auf dem richtigen Weg bist, dann begründe du für dich selbst positiv, warum der Job für dich richtig ist.

    Nein, ich habe schon das Studium Sek. 2 für mich ausgeschlossen wegen den geringen Einstellungschancen...

    Deutsch und Geschichte ist jetzt nicht gerade die Burnerkombi, aber wie die Einstellungschancen nach deinem Studium + Ref sind, kann dir die beste Kristallkugel nicht sagen. Vielleicht sind dann gerade Grundschulen oder Sekundarschulen voll mit langen Warteschlangen …

    Ich habe noch ein FSJ in einer KiTa gemacht und bin jetzt 21 Jahre alt.

    Mag sein, dass du ein sehr sicherheitsorientierter Mensch bist, aber wenn du meine ehrliche Meinung wissen möchtest: Mit 21 bist du jung genug, als dass du fiktiven Einstellungschancen (wir sprechen hier von ca. 7 Jahren!) zu sehr gewichten müsstest. Sinnvoll ist es natürlich, sich über einen Plan B oder C Gedanken zu machen, falls Plan A nicht klappt.

    In eine Grundschule habe ich schon ein paar Tage reingeschnuppert und habe mir ein recht gutes Bild gemacht aber in die Realschule oder in einer Gesamtschule war ich noch nicht...

    Meine Standardfrage (weil viele das nicht auf dem Schirm haben): Hast du auch an eine berufliche Schule gedacht? Das ist zwar Sek II, aber durch die vielen verschiedenen Schularten auch sehr vielfältig – und auch anders als ein Gymnasium.

    Meine Mail gehört eindeutig in die Kategorie "Mut machen". Ich habe mit 40 noch das Lehramtsstudium angefangen, allerdings muss ich fairerweise sagen, dass das in der Schweiz etwas anders organisiert ist. Mein Lehramtsstudium beinhaltete nur den pädagogischen Teil, das Fachstudium hatte ich schon vorher abgeschlossen. Das Studium ging deshalb nur 2 Jahre in Teilzeit, parallel habe ich schon unterrichtet.

    Das ist letztlich immer eine persönliche Entscheidung – die entscheidende Frage, die ich mir gestellt hatte, war: Was will ich in den verbleibenden 30 Arbeitsjahren tun? Die Antwort darauf war eindeutig. 30 Jahre sind eine sehr lange Zeit, wenn man sie mit einem Beruf ausfüllen muss, der einem nicht gefällt. Wie es in 5 Jahren auf dem Stellenmarkt aussieht, kann dir keiner sagen. Alter spielt keine Rolle für die Stelle, im Referendariat kann es vielleicht seltsam sein, dass du älter als deine Kollegen (und vielleicht auch als deine Ausbilder) bist. Kann Probleme geben, muss aber nicht. Von solchen Eventualitäten würde ich mich an deiner Stelle nicht beeindrucken lassen. Zur Situation in Berlin bzw. Grundschullehramt kann ich nichts sinnvolles sagen.

    Ich habe leider erst spät im Erwachsenenalter (in meinen 30ern) angefangen, zu singen. Grund dafür waren tatsächlich extrem schlechte Erfahrungen, die ich im damaligen Musikunterricht gemacht hatte (gibt es Einzelvorsingen vor der Klasse heute noch?).
    Das ist jetzt natürlich sehr subjektiv, aber ähnlich schlechte Erfahrungen habe ich auch im Kunst- und Sportunterricht gemacht. Alle meine damaligen Lehrer dieser Fächer waren wohl der Auffassung, man müsse eine bestimmte Art von "Talent" für diese Fächer haben – Techniken, mit denen auch "untalentierte" Schüler besser werden können, habe zumindest ich in der Schule nie kennen gelernt. Musik: "Ja, das mit dem Singen … hast eben kein Talent, da kann man nichts machen.", Kunst: "Du musst nicht gut Zeichnen können, es kommt auf den künstlerischen Ausdruck an". Sport: "Geh in einen Fussballverein wie deine Klassenkameraden, da lernst du's." Vielleicht habe ich da auch eine Zeit mit einer seltsamen didaktischen Mode erwischt (die 80er).
    In meinem Unterricht würde ich schon singen, allerdings bin ich kein Musiklehrer und bei erwachsenen Schülern ergibt sich da nicht so oft eine Gelegenheit. ;)

    Wenn man die Vorteile eines Tablets mit einem echten Windows Betriebssystem verbinden möchte, dann wäre natürlich die Surface Familie von Microsoft eine Option. Hier ist man preislich allerdings im selben Segment (je nach Ausstattung) wie die Apple Produkte.

    Mir fällt noch ein: Mit Hilfe der eigenen Sensorik beurteilen können, ob Lebensmittel noch geniessbar sind oder nicht. In unserer Wegwerfgesellschaft eine leider immer weiter schwindende Fähigkeit, jedenfalls nach meiner Beobachtung …

    Es kommt wahrscheinlich darauf an, wo man lebt. Ich komme aus dem flachen Norddeutschland und da ist das Fahrrad ein alltägliches und wichtiges Verkehrsmittel. Auf dem Dorf ist das Fahrrad der erste Schritt in die Unabhängigkeit für die Kinder. Sowohl auf der Grundschule als auch auf dem Gymnasium, auf dem ich war, waren die Fahrradständer überdachte Bauten von der Grundfläche eines Einfamilienhauses. Schon in der dritten Klasse sind viele Kinder über eine Entfernung von drei bis vier Kilometern in die Schule geradelt.
    Als Ostfriese nicht Fahrrad fahren zu können, ist eine unvorstellbare Sache! :) Fast so wie ein Niederländer, der nicht Fahrrad fahren kann.

    Ja, das ist klar, aber das meinte ich nicht. Ich meinte: Warum soll jemand, der bisher nicht Fahrrad fahren konnte und bisher ohne zurecht gekommen ist, es lernen (analog zu Kochen, Putzen, Waschmaschine bedienen, etc.) wenn er von zuhause auszieht? Der Nutzen von Kochen, Putzen, usw. für ein eigenständiges Leben ist offensichtlich, aber der von Fahrrad fahren nicht (jedenfalls für mich).

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