Beiträge von Philio

    Man verzeihe mir meine Unwissenheit, aber da ich entsprechende Anfragen von Chemikern schon häufiger las, muss ich (als Fachfremder) doch mal aus Neugier fragen: Physikalische Chemie ist doch ein Teilgebiet der Chemie und nicht der Physik, oder? Warum sollte es also sowohl für die Chemie als auch die Physik anrechenbar sein?

    Physikalische Chemie behandelt den Grenzbereich zwischen Chemie und Physik – traditionell ist sie zwar der Chemie zugeordnet, rein inhaltlich macht macht man vieles davon sowohl im Chemie- als auch im Physikstudium (Molekülphysik, Thermodynamik, Quantenmechanik, Statistische Mechanik) allerdings teilweise mit verschiedener Schwerpunktsetzung. In der Forschung ist die Zuordnung dann fast willkürlich, viele Themen der PC werden sowohl von Chemie- als auch von Physikarbeitsgruppen bearbeitet, z.B. Ab-initio Simulation von Molekülen (an meiner Uni arbeiteten tatsächlich Chemie- und Physikarbeitsgruppen in diesem Bereich).

    Wo kann ich denn verbindliche Angaben finden oder Auskünfte erfragen? Auf den offiziellen Seiten wird es nie so konkret, da steht immer nur "60 LP in dem Fach nachweisen"

    Ich vermute, die Studien- und Prüfungsordnung der FU sollten die Anforderungen wiedergeben:

    http://www.fu-berlin.de/studium/studie…i_lo/index.html

    Mit Behörden/Ansprechpartnern kann ich dir nicht weiterhelfen, kenne mich wie gesagt in Berlin nicht aus.

    Übergewicht hatte/habe ich keines, aber als ich fand, ich könne doch etwas sportlicher sein, habe ich mit dem Joggen angefangen – zugegeben, ich bin eher ein Schönwetterjogger und nach einem Kilometer aussehen wie andere nach 10, das könnte ich auch sein ;) … was ich aber eigentlich loswerden wollte, ist etwas, das mir in Bezug auf körperliche Fitness wirklich was gebracht hat (Studios mag ich gar nicht, überhaupt nicht mein Ding):

    https://www.amazon.de/Complete-Athlete-15-Minuten-Programm-ohne-Ger%C3%A4te/dp/3955900703/ref=sr_1_4?ie=UTF8&qid=1523025465&sr=8-4&keywords=manuela+dierkes&tag=lf-21 [Anzeige]

    Nachdem ersten mal war ich echt platt, obwohl ich nur eine "leichte" Variante gemacht hatte, aber nach ein paarmal ging es mit meiner Leistungsfähigkeit steil nach oben.

    Frage mich nur, wie genau und individuell sowas angeschaut wird oder ob nur das anerkannt wird wo auch Physik draufsteht. Sitzt am anderen Ende jemand der Physik/ Chemie studiert hat und sich im Detail auskennt. Oder eher ein einfacher Sachbearbeiter, der höchstens mal gelangweilt durch nen Modulhandbuch blättert?

    Kenne mich in Berlin nicht aus, aber nach meinen Erfahrungen in BW würde ich von einer Expertin/einem Experten eher nicht ausgehen … wäre schlicht zu teuer! Aber je nachdem, wie dringend man jemanden braucht, wird eventuell das Modulhandbuch noch nicht mal aufgeschlagen ;)

    Noch mein Standardrat: Wirf vielleicht auch noch einen Blick auf das berufliche Schulwesen.

    Ansonsten bin ich ein aussgesprochener Fan des dreigliedrigen Schulsystems. Weder bei euch noch bei uns sind die Türen zur Uni mit einem Haupt- oder Realschulabschluss zugeschlagen. Zweiter Bildungsweg und so. Meine Chefin z. B. war selbst nie am Gymnasium

    Just for the record: ich zum Beispiel auch nicht. ;) Ich finde, das deutsche (und das schweizerische) Schulsystem hat auch für Spätzünder (oder im Zweifel für "ungerecht" Ein- oder Aussortierte) viele Möglichkeiten, das auch noch im Erwachsenenalter zu korrigieren. Ich z.B. gehörte auch zur Zielgruppe der Arbeiterkinder aus bildungsfernem Umfeld. Das Gymnasium war für mich "terra incognita", weder kannte ich Kinder, die auf's Gymnasium gingen, noch war in meiner Verwandtschaft jemand, der eines besucht hat. Bin aber weit davon entfernt, deswegen das Bildungssystem zu beschuldigen. Wie gesagt, eine "falsche" Einsortierung muss kein lebenslanges Schicksal sein.

    Ist das heute immer noch so, daß der Geschichtsunterricht mit dem 3. Reich endet oder kommt die Geschichte nach 1945 inzw. auch in den Lehrplänen vor?

    Bei mir kam das auch in den 90ern vor - Bizone, Trizone, BRD/DDR-Gründung, Montanunion, EWG, Kalter Krieg, NATO, Warschauer Pakt, ... alles dabei. Mein Geschichtsunterricht endete 1992 mit der deutschen Wiedervereinigung, das Lehrmaterial hierzu hatte mein Geschichtslehrer selbst zusammengestellt. Das war übrigens an einer Realschule. Ich mag allerdings nicht ausschliessen, dass ich einen besonders engagierten Geschichtslehrer hatte. Besagter Geschichtslehrer war auch weit davon entfernt, eine "generationenübergreifende Kollektivschuldthese" bezüglich der Nazi-Diktatur zu vertreten. Was er allerdings thematisiert hat, ist eine generationsübergreifende Verantwortung dafür, dass es so etwas in Deutschland niemals wieder gibt - und das absolut zu Recht.

    "Übliches" Verbrauchsmaterial stellt meine Schule, aber was ich mir (sehr gerne) aus eigener Tasche leiste sind FriXion Stifte in allen Farben - falls ich mich vor der Klasse mal verschreibe, kann ich damit den Fehler gleich ausbessern. Die Nachfüllminen sind leider vergleichsweise teuer, aber über Internet deutlich billiger als im Einzelhandel.

    Nur mal so aus Interesse, wie stand es bei dir mit den Sprachen?

    Finde ich sehr spannend, Deutsch und Englisch sind mir als Schüler sehr leicht gefallen - interessanterweise zunächst deutlich leichter als Mathematik, die hat erst später aufgeholt. Für Latein habe ich mir definitiv zu wenig Zeit genommen, da habe ich auf "4 gewinnt" gelernt (zur Erklärung: ich habe das Abitur per Nichtschülerprüfung gemacht), es nochmal "richtig" zu lernen steht auf meiner ToDo Liste ;) . Französisch lerne ich gerade, vorwiegend autodidaktisch.


    Mathematik basiert halt auf logischem Denken, während es bei Sprachen auf ein gutes Gedächtnis und die Fähigkeit Systeme zu verstehen und anzuwenden ankommt,

    Leider kommt in der Schule oft zu kurz, dass es in der Mathematik hauptsächlich um Strukturen und Muster geht - gerechnet wie in der Schule habe ich im Mathematikstudium kaum (in Physik dafür umso mehr). Vielleicht hätte dir das Mathestudium besser gefallen als der Matheunterricht an der Schule …

    Sprachen sind meiner Meinung nach nicht logisch

    Sprachen vielleicht nicht, aber die Untersuchung von Sprachen schon - mir fällt mir da z.B. Chomskys Generative Grammatik ein.

    Ich bin Anhänger der Theorie, dass man entweder das eine oder das andere kann, sprich man ist entweder gut in MINT Fächern oder aber in den Geisteswissenschaften. Ich selbst kenne keinen, der in beidem wirklich gut (im Sinne von hervorragend) ist, es gibt aber auch in meinem Kollegenkreis "Allrounder", welche es geschafft haben überall mehr oder weniger 2 zu stehen.

    Zähle ich mit LK Geschichte (15P) und LK Physik (14P) als Gegenbeispiel? ;) Wie es im Studium gewesen wäre, kann ich nicht sagen, da ich Physik studiert habe. Ich kenne aber viele, die Lehramt Sek II Mathematik + Sprache, oder Mathematik + Geschichte, oder Physik + Sprache studiert und das Studium mit exzellenten Abschlussnoten in beiden Fächern beendet haben. Nimm es mir deshalb bitte nicht übel, wenn ich deine Theorie unter "empirisch widerlegt" abspeichere.

    Übrigens ändert auch das neumodische Konstrukt MINT nichts an der Tatsache, dass Mathematik den Geisteswissenschaften deutlich näher ist als den Naturwissenschaften (auch wenn das immer noch teilweise kontrovers diskutiert wird).

    Man könnte aber auch eine ganz andere Einteilung machen - in empirische und nicht-empirische Wissenschaften zum Beispiel. Das finde ich jetzt viel spannender, als die uralten Grabenkämpfe zu pflegen. Dann hat man auf einmal Experimentalphysik zusammen mit empirischen Sprachwissenschaften im selben Boot, die Stringtheoretiker (sorry, der Seitenhieb musste sein ;) ) aber nicht mehr.

    Dass man sich dann im Studium die Fächer auswählt, in denen man auch in der Schule gut war ist doch nur logisch, oder?

    Sollte man meinen, aber mit der menschlichen Rationalität ist es allzu oft nicht so weit her … Dabei ist mir ein alter Beitrag in der Kolumne von Harald Martenstein eingefallen, den ich mal gelesen hatte: "Warum ich, in mühevollster Kleinarbeit, ausgerechnet Romanistik studiert habe, kann ich nicht mehr nachvollziehen. Französisch war mein schlechtestes Fach in der Schule. (…)".

    Es gibt eine kostenfreie App "Photomath " die alleine durch Scannen von Aufgaben (auch handschriftlich) sofort die Ergebnisse mit ausführlichen Lösungsschritten präsentiert.

    Gibt's schon lange, ich zeige sie auch meinen Lernenden (zusammen mit WolframAlpha, Geogebra, Desmos, ...).

    Gibt es bereits Erkenntnisse oder Erfahrungen über den Umgang mit dieser revolutionären Neuerung? Hausaufgaben, Tests, Unterrichtsformen ...müssen ja völlig neu gedacht werden.

    Warum? Lernziel ist ja z. B., dass der Lernende die Gleichung lösen kann und nicht die App... ausserdem ist Handynutzung während der Prüfung nicht gestattet. Wer es ausserhalb von Prüfungen als Lern- und Kontrollwerkzeug einsetzen möchte - herzlich gerne.

    welche Ausbildungen habe ich zusätzlich zu absolvieren, um als Berufsschullehrer arbeiten zu dürfen?

    Ein komplettes Hochschulstudium bis zum Master, da schliesse ich mich meinen Vorrednern an … und da niemand weiß, ob es dann noch ein Seiteneinsteigerprogramm gibt, wäre in diesem Fall ein grundständiges Lehramtsstudium die beste Wahl.

    Davon mal abgesehen, dass ich die Inhalte als ziemliches Detail- statt Grundlagenwissen empfand, an welchen Stellen im Unterricht stellt sich das Wissen über Ringe, Körper und Gruppen denn als besonders nützlich heraus?

    Sek I Unterricht, mögliche Schülerfrage: "Wir hatten ja im Unterricht, dass man jeden Winkel mit Zirkel und (unmarkiertem) Lineal halbieren kann. Kann man denn damit auch jeden Winkel dritteln? Im Buch habe ich dazu nichts gefunden …". Klar, man kann jetzt nicht mit höherer Algebra kommen, die Antwort muss schon schülergerecht sein - aber im Hinterkopf sollte das ein Mathematiklehrer schon haben.

    Das kann aber auch daran liegen, dass die Studieninhalte eines (Gymnasial)-MINT-Lehramtsstudiums dermaßen über die Schulbedürfnisse hinausgehen

    Das glaubst du. Clevere Lernende können mit einer einzigen Frage problemlos die Grenzen deines Fachwissens sprengen - das muss noch nicht mal "cutting edge science" sein. Niemand kann alles wissen bzw. von einer Sekunde auf die nächste Antworten auf alles aus dem Ärmel schütteln. Aber mit dem fachlichen Hintergrund kann man die Antworten recherchieren, erarbeiten, das Wesentliche herausarbeiten, sachlich vereinfachen, didaktisch vereinfachen, etc. Dafür braucht man (unter anderem) sein Fachwissen und ich kann dir sagen - ich brauche es jeden Tag in voller Breite und Tiefe, und es wird ständig in der Praxis getestet.

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