Beiträge von plattyplus

    Verzicht auf Neuwagen

    Was ist denn so verwerflich daran ein Auto neu zu kaufen und dann so lange zu fahren, bis es mechanisch am Ende ist? Ich habe noch kein Fahrzeug mit weniger als 500.000km wieder abgegeben.

    Oder müssen wir uns als Akademiker mit den ungelernten Hilfsarbeitern vergleichen und dürfen deswegen nur die Gebrauchtwagen fahren, die unsere Facharbeiter nach der Lehre für den nächsten Neuwagen in Zahlung geben?

    Oberstudienrat Knörz hat sich 1969 schließlich auch einen neuen VW Käfer gekauft. :pirat:

    Wie ist es denn damals ausgegangen?

    Meinem Opa wurde nahegelegt meiner Omi die Arbeitsgenehmigung nicht zu erteilen. Damals mußte der Ehemann ja noch unterschreiben, daß die Ehefrau arbeiten darf. Blöd nur, daß er die Genehmigung unterschrieben hat.

    Nach gut zwei Jahren hatte der Amtsschimmel dann entschieden, daß die Residenzpflicht des Ehemanns Priorität hat und Omi bekam zur Auflage sich ein Dienstmotorrad anzuschaffen. Damals waren Hausgeburten ja noch üblich und mit dem Fahrrad waren die Strecken, wenn man außerhalb des Einzugsgebietes wohnte, in angemessener Zeit nicht zu schaffen.

    Tja,

    das ist halt die Kehrseite der ach so gelobten Premium Sozialhilfe, die an uns Beamte gezahlt wird. Wenn der Lebensentwurf nicht zu dem paßt, was die Politik für uns vorgesehen hat, fällt man durch das komplette Netz durch gleich ganz nach unten. Das habe ich nach dem Referendariat ja schon gemerkt. Dank der Verbeamtung auf Widerruf im Ref. gab es nicht einmal Arbeitslosengeld sondern sofort Hartz 4.

    Daher lehne ich das aktuelle Alimentationsprinzip, das zumindest in NRW inzw. zum überwiegenden Teil auf irgendwelchen Zulagen basiert, ab und fordere eine strikte Leistungsorientierung bei der Alimentation. Das Grundgehalt muß nach oben und dann soll jeder Beamte selber entscheiden dürfen wie er leben will. Das fängt schon bei der unseligen Beihilfe, die uns de facto in die PKV zwingt, an.

    Aber was will man schon von der Politik verlangen? Meine Großeltern waren (verbeamteter) Lokführer und Hebamme. Damals hatten beide Residenzpflicht. Was meint ihr, was da der Amtsschimmel gewiehert hat, als beide geheiratet haben. Welche Residenzpflicht ist jetzt vorrangig? Das es so eine Konstellation geben könnte, war im Gesetz so nicht vorgesehen. :pirat:

    das klingt für mich alles sehr alarmierend

    Die Kosten sind halt auch gewaltig gestiegen. Als ich 2015 mein Auto gekauft habe, habe ich für den Neuwagen 32.000€ gezahlt. Wenn ich heute ein Elektroauto kaufen muß, ich sprach ja schon den VW id.3 mit großem Akku als Golf-Nachfolger an, bin ich bei 60.000€, also beim doppelten Preis. Als ich mit der Fliegerei angefangen habe, hat mich eine Flugstunde 65,- € gekostet. Inzw. sind wir bei 110,- €. Nur sehe ich nicht, daß unsere Alimentation entsprechend mit angestiegen ist. Sie ist so niedrig, daß sie inzw. schon verfassungswidrig ist. Aber anstatt diesen Mißstand zu beseitigen, wird ein paar Exoten (Eltern mit drei oder mehr Kindern, bei denen die Kinder auch alle auf der Lohnstueerkarte stehen) das Geld in den Allerwertesten geblasen und das Gros der Beamten geht leer aus.

    Gibt's eigentlich auch amtsangemessene Haustiere?

    Keine Ahnung.

    Aber ernsthaft, du hast ein teures Hobby, von dem du hier berichtet hast, eigenes Haus und Grundstück und verreist häufig,

    Das mit dem Hobby hat sich seit Anfang 2021 erledigt und verreist wird auch nur noch innerhalb Europas, im letzten Sommer z.B. nach Madeira (wegen der Natur) und zur Nachbarinsel Porto Santo (für ein paar Tage Strand). Beides natürlich in einem Urlaub, der langen Anreise wegen.

    aber 2500 Euro pro Monat für ein Kind ist vollkommen übertrieben

    Och, je nach Rechnung kann ich mir 2500€ Grenzkosten monatlich für das erste Kind schon vorstellen. Wenn man da z.B. ein zusätzliches Auto finanzieren muß, weil man auf einmal mit den zwei Sitzen in einem Porsche Cayman nicht mehr auskommt und einen "Pampers-Bomber" zusätzlich anschaffen muß. Diese Liste ließe sich beliebig fortsetzen. ;)

    Erziehung zur Selbstständigkeit mit Fahrrad, Bus und Bahn.

    Das machen wir gerade. Nur sieht in der Provinz die Erziehung so aus, daß man ihnen die Angst vor dem verteufelten Motorrad nehmen muß. Konkret geht es um eine 125er, weil man die ab 16 fahren darf und anders die Lehrstellen nicht zu erreichen sind. Bus und Bahn sind hier ein guter Witz. Da fährt eigentlich nur der Schulbus. Fahrrad würde gehen, es gibt sogar einen Fahrradweg direkt hinter der Leitplanke der Autobahn a2, um sich die Weserbrücken mit der Autobahn zu teilen, aber ob man die Kinder im Dunkeln mit dem Fahrrad auf einer 100km/h Bundesstraße fahren lassen würde? Ich denke eher nicht.

    Dann kommt man dazu, freiwillig den Rollerführerschein mit 15 zu finanzieren

    Selbst der Roller ist Blödsinn, weil der außerorts vom Tempo her nicht mithalten kann, wie das Fahrrad auch an den unmöglichsten Stellen von PKWs und LKWs überholt und dabei der Fahrer in den Straßengraben abgedrängt wird.

    Bei Open Petition läuft gerade eine Petition, daß 50ccm Roller in Zukunft wie damals die DDR-Schwalbe wieder 60km/h schnell sein dürfen. Habe ich unterzeichnet, auf das die Überholmanöver innerorts ein Ende haben. 45km/h Limit, wenn alle anderen 50 fahren dürfen und in Wirklichkeit 55 fahren, paßt einfach nicht.

    Warum GKV,

    Weil mich die PKV nicht haben wollte, als sie meine Krankenakte aus Kindertagen gesehen hat. Nach meinem Ref. war ich 1,5 Jahre arbeitslos und nachdem ich dann doch endlich auf Probe und später auf Lebenszeit verbeamtet wurde, habe ich die Frist versäumt um die Öffnungsklausel nutzen zu können.

    warum nicht verheiratet

    Kommt im Sommer. :rose:

    warum ist Wohnort so weit weg von der Schule?

    Weil ich meine Wohnung (Eigentum) schon hatte bevor ich im Alter von 33 in den Schuldienst gegangen bin. Aktuell ist der Auffenthaltsort noch weiter weg, weil wir die Kinder nicht aus der Schule reißen wollen. In zwei Jahren kommt der Große aus der Schule und die Kleine wechselt von der Grundschule in die Sek 1, dann steht wohl ein Umzug an. Auf das es dann wieder 120km bis zu meinem Arbeitsort sind und nicht 170km.

    Wenn ich deine Verlobte wäre

    Glaub mir, sie will das auch nicht. Nur sieht sie, daß es anders nicht geht und bricht dann regelmäßig in Tränen aus.

    Aktuell sucht sie als Staatlich geprüfte Maschinenbau-Technikerin einen neuen Arbeitgeber, weil sie beim alten nicht von Teil- auf Vollzeit wechseln kann. Kleine Betriebe müssen den Wechsel von Teil- auf Vollzeit ja nicht ermöglichen. Ggf. würde sie auch mit Mitte 40 noch einmal ein Duales Studium aufnehmen. Die Stellenbewerbungen laufen jedenfalls seit Monaten.

    Die Alimentation und die damit verbundenen Familienzuschläge sind im Übrigen gerade keine familienpolitische Leistung, sondern rein aus dem Alimentationsprinzip erwachsen.

    Darf ich dann auch einmal meine persönliche Konstellation vorrechnen?

    • Meine Verlobte hat zwei Kinder mitgebracht, für die ich selbstverständlich zahle. Da fordert die Schule mal ein iPad, Urlaub zu viert… Familienzuschlag gibt es natürlich nicht, die Kinder stehen ja nicht auf meiner Lohnsteuerkarte.
    • Wohnort ist in Niedersachsen. Wohnorte außerhalb NRWs werden natürlich in der Mietzuschlag-Tabelle nicht erfaßt. Da würden wir also auch nichts bekommen, selbst wenn es den Mietzuschlag unabhängig vom Familienzuschlag geben würde.
    • Als Beamter in der GKV versichert.
    • Aufgrund der enormen Fahrstrecke zum Arbeitsplatz muß alle 10 Jahre ein neues Auto her. Die 7.500€ Steuerrückerstattung jährlich lege ich komplett für den Fahrzeugkauf zurück. Ein VW id.3 mit großem Akku, damit er den Weg zur Arbeit auch schafft, kostet ja gut 60k€.
    • Treibstoffkosten für die Fahrerei: ca. 1.000€ monatlich

    Kurzum: Ich bekomme zwar inzw. A14, aber ich muß auch bei Edeka nach den Angeboten gucken. Einfach zugreifen geht nicht. Seitdem ich in dieser „Familienkonstellation“ lebe, bin ich froh, wenn ich am Ende des Monats mit dem Gehalt ausgekommen bin und nicht aufs vorab Ersparte zurückgreifen mußte.

    Der Familienzuschlag der Stufe 1 wird immer dann gewährt, wenn im Haushalt des Beamten eine Person lebt, der er gegenüber unterhaltspflichtig ist. Das kann der eigene Ehepartner sein,

    Bei dem Ehepartner macht das aber so gar keinen Sinn, weil der ja auch gegenüber dem Beamten Unterhaltspflichtig wird. Wenn zwei Beamte heiraten, bekommen sie die Stufe 1. An ihren finanziellen Möglichkeiten ändert sich aber nichts, eher werden sie noch größer, weil ein gemeinsamer großer Hausstand günstiger ist als zwei kleine.

    Die Alimentation und die damit verbundenen Familienzuschläge sind im Übrigen gerade keine familienpolitische Leistung, sondern rein aus dem Alimentationsprinzip erwachsen.

    Dem muß ich insb. beim Gedanken an Stufe 1 des Familienzuschlags widersprechen. Warum soll ich verheiratet ohne Kinder höhere Kosten haben? Da müßte man, wenn ausschließlich um den Lebensstandard geht, die Besoldung doch eher noch verringern, weil eine große Wohnung günstiger ist als zwei kleine. Für mich ist das Familienpolitik, weil der Gesetzgeber so die Ehe im Hinblick auf spätere Kinder fördern will.

    Huh? Warum sollte ich von 100% reden, wenn das für 90% der Familien nicht machbar ist? im idealsten aller Fälle können beide Eltern Vollzeit arbeiten. Ich kenne genau eine Familie, wo das der Fall ist, weil Oma und Opa jung genug und nah genug dran sind.

    Also ich kenne ausschließlich Familien, die mit Kindern Vollzeit arbeiten. Meine Mutter war 8 Wochen nach der Entbindung wieder im Job und in der Generation meiner Großeltern war es auch selbstverständlich, daß die Frauen Vollzeit gearbeitet haben. Genauso, wie es selbstverständlich war, daß meine Großeltern tagsüber auf mich aufgepaßt haben bzw. später die Zeit vor und nach dem Kindergarten bzw. der Halbtagsschule überbrückt haben.

    Ich habe das Modell „Hausfrauenehe“ nie kennengelernt und meine Perle kann sich aus der DDR nicht an sowas erinnern. Da war auch Vollzeit angesagt.

    Aber zu behaupten, dass manche Menschen nur Kinder bekommen, um damit Geld zu verdienen, finde ich schon ziemlich abgefahren. Das ist doch Quatsch.

    Ob sie die wirklich bekommen oder nur auf der Lohnsteuerkarte stehen haben, ist halt die Frage. Gibt ja häufiger den Fall, daß es angeblich Kinder irgendwo im Ausland geben soll, die in der Realität nur auf dem Papier existieren. Je höher das Kindergeld ist, desto eher gibt es den Anreiz da zu betrügen. Daher mein Gedanke, daß das Kindergeld direkt an den Schulbesuch gekoppelt werden muß, eben um sicherzustellen, daß das Kind wirklich existiert.

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