Beiträge von plattyplus

    aber laut Rechner bekommt ein Gym-Referendar netto 1488 Euro bei LSK 1.
    Wäre schön, wenn man eher mit dieser Zahl statt 1300 arbeitet.

    Ist bei dem Wert der Krankenkassenbeitrag schon abgezogen? Soweit ich die Kalkulation überblicke, handelt es sich um das "gesetzliche Netto" vor Krankenkasse und nicht um das tatsächliche Netto nach Krankenkasse. So gesehen bleibe ich dann doch eher beim tatsächlichen Netto von 1300€.

    Lt. Aussage eines befreundeten Handwerkers sind die Auftragsbücher bis März voll und ab dann soll es rapide abwärts gehen. Ich hoffe, er liegt falsch.

    Für die Gesamtwirtschaft hoffe auch ich, daß er falsch liegt. Für meine persönliche Situation hingegen hoffe ich, daß er richtig liegt und man dann endlich wieder Handwerker bekommt, die auch gute Arbeit abliefern. Vielleicht gehen dann auch die Preise am Bau endlich mal wieder etwas runter.

    Im Kirchendienst mit eigener Gemeinde teilweise nur 6 Stunden an die Schule abgeordnet empfinde ich das nicht als komplett normal. Bei denen mit voller Stelle an der Schule natürlich schon.


    Bei mir in der Gemeinde unterrichtet der Pfarrer auch zusätzlich an einer Fachschule, weil es nicht genug Gemeindemitglieder für eine volle Stelle gibt. Trotzdem gibt es ja die gleiche Anzahl von Gottesdiensten.

    Wobei die Gottesdienste ja nur einen Teil der Arbeit ausmachen, ähnlich wie bei uns, die wir für 25,5 Stunden Unterricht bezahlt werden bei einer 41 Stunden/Woche. Bei größeren Gemeinden hast z.B. mehr Taufen und Sterbefälle, so daß da entsprechend mehr Besuche bei den Gemeindemitgliedern anfallen.

    Also gut: 1300 netto minus KV (7,80 € netto/Stunde) sind total viel Geld und reichen jedem einzelnen Referendar vollkommen für alle nötigen Ausgaben. Selbst, wenn man in Köln zum Ref zugeteilt wird. Ist in Ordnung.

    Also bei 12€ Mindestlohn beträgt das monatliche Mindest-Brutto bei einer 40 Stunden/Woche 2.080€, nur mal so als Denkanstoß. Dieses Mindestgehalt steht aber auch schon dem 17jährigen ungelernten Arbeiter zu. Bei Steuerklasse 1 kommt man da auf ein monatliches Netto von ca. 1.500€.

    Abseits davon ist es bei uns an der Berufsschule häufig so, daß die Azubis im 3. Lehrjahr bereits mehr bekommen als der Referendar, der vor ihnen steht.

    Ich kenne auch momentan niemanden mit dringend benötigtem Nebenjob/Nebeneinkünften

    Als ich vor 10 Jahren im Ref war, hatten geschätzt die Hälfte der Refis einen Nebenjob. Die Einzigen, die keine Geldprobleme hatten, waren die Quereinsteiger. Daher habe ich hier im Forum ja auch schon an diversen anderen Stellen dazu geraten nicht auf Lehramt zu studieren sondern gleich den Weg des Quereinstiegs anzustreben, weil er wesentlich sicherer, wenn man mit der Note 4,0 besteht, hat man die Stelle sicher, und wesentlich besser bezahlt ist.

    Hm, meinst du nicht, dass auch deine ehemaligen Kolleg*innen irgendwann mal mit ihrer Besoldung im Ref ausgekommen sind?

    Kann sein, daß sie damals damit ausgekommen sind. Aber offensichtlich haben es die Allermeisten vergessen. Als ich damals nach bestandenem Ref. die Ausbildungsschule in die Arbeitslosigkeit verlassen habe, kamen nur noch Sprüche a la: "Ich beneide sie um ihre freie Zeit. Jetzt können sie ja zur Weltreise aufbrechen." Meine Rückfrage, wie man sowas denn mit Hartz 4 bewerkstelligen solle, ließ sie sprachlos zurück.

    Ungeachtet dessen, ob das bezahlt wird / am Ende bezahlt wird: man sollte sich dessen bewusst sein, welches Bild man sendet bzw. bei einigen Menschen ankommt: "hält sich für gut genug, mehr auf sich zu nehmen" "Puffer kann ja sein, aber dann: warum nutzt er nicht die Zeit, um etwas zu lernen und eine Lerngruppe mehr zu hospitieren?" (Ja, die Gedanken SIND übergriffig, aber nunmal in vielen Köpfen).

    Mir haben damals meine Kollegen nachgesagt ich wäre ein Sozialschmarotzer, weil ich als Referendar Wohngeld beantragt hatte. Also von daher wäre mir das gesendete Bild reichlich egal. Ich würde das den Kollegen, die entsprechend übergriffig agieren auch genauso entgegentreten. Das Geld reicht einfach nicht zum Leben, sie sollten doch selber mal versuchen mit der Referendars-Besoldung auszukommen.

    Ob die GEW die Traute hat in der nächsten Runde 18% für 12 Monate zu fordern, allein schon um die "praktisch Nullrunde" bei der letzten Tarifrunde des Landes NRW wieder auszugleichen? Ob sie die Traute hat gezielt Abschlußprüfungen zu betreiken, so daß mal ein Jahrgang nicht rechtzeitig die Abschlußpürungen ablegen kann? Ich denke nicht.

    Auch wenn ich bei den Forderungen von Verdi verstehen kann, daß die unteren Lohngruppen einen Sockelbetragvon 500€ bekommen sollen, sehe ich darin langfrisitg ein gewaltiges Problem für das Lohngefüge. Der Abstand zwischen den unteren und den oberen Gehaltsgruppen schrumpft immer weiter zusammen. Das langjährige Ergebnis sieht man z.B. im Schulsystem. Die oberen Gehaltsgruppen können einfach mit den Löhnen in der Wirtschaft nicht mehr mithalten und entsprechend unattraktiv ist der Job des Lehrers. Leider finde ich die Lohndiskussion, die bei Anne Will vor ein paar Jahren in der ARD lief, nicht mehr wieder. Damals formulierte ein Personaler, daß man bei den Lohnrunden eigentlich genau andersrum herangehen müßte. Die oberen Gehaltsgruppen müßten überproportional mehr bekommen, um die fortlaufenden Sockelbeträge bei den unteren Gehaltsgruppen wieder auszugleichen.

    Da noch nicht geschehen, möchte ich noch die Idee eines kleinen Kredits in den Raum stellen.

    Und woher kommt bei einem zu geringen Einkommen die Bonität, auf das die Bank überhaupt einen Kredit bewilligt?

    Hat man Geld, bekommt man weiteres Geld günstig, also für geringe Zinsen, hinterhergeworfen. Das Risiko ist ja gering. Hat man kein Geld, bekommt man auch keins.

    Dass das eine Nullnummer wird, halte ich auch für eine Nonsensaussage, da selbst wenn einzelne Klassen weg sind, was jetzt auch nicht jeden Tag passiert, man alternativ auch Vertretung machen kann.

    Für die Gesamtschule mag das stimmen, fürs Berufskolleg stimmt das mitunter nicht. In der Dualen Ausbildung gibt es da häufig einen "Hauptlehrer" und dazu dann die "Springer", die durch alle Klassen gejagd werden. Vergleichbar ist die Situation mit der an einer Grundschule. Da gibt es den Klassenlehrer für Mathe, Deutsch, Englisch und Sachunterricht als "Hauptlehrer" und dann noch die "Springer" für Religion, Kunst, Musik und Sport, die mit jeweils wenigen Stunden durch alle Klassen gejagd werden.

    Fällt dieser "Hauptlehrer" aus, weil er mal wieder "ehrenamtlich" während der Schulzeit für die IHK tätig, krank oder sonstwie verhindert ist, wird die komplette Klasse abbestellt und in die Betriebe geschickt. Als "Springer" hat man damit ständig Ausfall und genug Probleme alleine schon seine zu Beginn des Schuljahres eingetragenen Klassenarbeitstermine durchzubekommen, ohne das einem mal wieder die Klasse vor der Nase abbestellt wird. :daumenrunter:

    Wenn ich als "Springer" ausfalle, werden die Klassen hingegen nie abbestellt, auf das dann die Kollegen, die als "Hauptlehrer" eh nur sehr wenige Klassen unterrichten, auch mal Minusstunden haben. Auch werden die Klassen nicht für 1-2 Stunden einbestellt, auch das ich dann nicht zwangsweise Minusstunden ansammele. Ist irgendwie gemein. ;(
    Den letzten Absatz bitte nicht ganz so ernst nehmen, aber ein Fünkchen Wahrheit ist da schon drin, denn die können bezahlte Mehrarbeit machen und bekommen die dann auch wirklich bezahlt. Für uns "Springer" ist wegen der Verrechnerei und der Situation am BK die Zahlungsmoral des Landes einfach nur unterirdisch schlecht.

    Dass Köln teuer ist, sollte einem schon vorher bekannt sein ...

    Klar ist das vorher bekannt, nur kann man sich zumindest in NRW die Ausbildungsschule nicht aussuchen. Man wird einfach irgendeiner Schule zugeteilt und hat dann nur noch die Wahl „friß oder stirb“, also nimm die Ausbildungsschule an oder steig aus dem Referendariat gleich ganz aus.

    Als mir damals meine Ausbildungsschule in Wattenscheid zugeteilt wurde, war mein erster Gedanke auch: „Wattenscheid? Wat‘n Scheiß!“

    Das war nicht einmal meine Drittwahl bei den Wünschen der Seminarstandorte, das war einfach nur irgendwo in NRW.

    Entgegen der hier bisher vertretenen Meinung sind in NRW nach §11 (8) OVP bis zu 3 Wochenstunden Mehrarbeit erlaubt (bis zum 31.12.22 sogar 6 Stunden).

    Dann muß man aber immer noch gucken, ob man die Stunden wirklich bezahlt bekommt. Soweit mir bekannt ist, werden bei bezahlter Mehrarbeit die Minusstunden verrechnet, so daß man am Ende ggf. Mehrarbeit ohne Bezahlung gemacht wird. Wenn also die Abiturklasse nach den Prüfungen nicht mehr da ist und einem die Stunden entsprechend im Stundenplan fehlen, wenn Klassen auf Klassenfahrt sind und man entsprechend keinen Unterricht machen kann oder wenn Klassen abbestellt werden, weil andere Kollegen krank sind und der Schulleiter sie nicht für 1-2 Stunden am Tag in der Schule haben will, sind das alles Minusstunden, obwohl man selber ja in der Schule ist und eigentlich Unterricht erteilen will. Diese Stunden werden bei vergüteter Mehrarbeit entsprechend gegengerechnet. Auf diese Mehrarbeit würde ich finanziell meinen Alltag nicht aufbauen wollen. Die Zahlung ist viel zu unzuverlässig. Dann lieber außerhalb Nachhilfe geben oder kellnern.

    Ich habe jedenfalls einmal in meinem Leben bezahlter Mehrarbeit zugestimmt und habe am Ende genau 0€ bekommen, weil die Minusstunden alle voll gegengerechnet wurden.

    Wie würdet ihr euch den Kommentaren seitens der SuS gegenüber Verhalten?

    Ich würde auf den Beutelsbacher Konsens und das Überwältigungsverbot verweisen. Tenor: Ich als Lehrer darf Eure politische Meinung nicht beeinflussen.

    --> https://www.bpb.de/die-bpb/ueber-…bacher-konsens/

    "Entsprechend habe ich als Lehrkraft zu handeln." Dies sollte gegenüber Schülern als Begründung reichen, um dich selber aus der Schußlinie zu nehmen.

    Vielen Dank für dieses abschreckende Beispiel menschenverachtender Ausdrucksweisen im Arbeitsbereich. Das werde ich sehr gerne im Rahmen des Ethikunterrichts mit meinen Hasen diskutieren (passt perfekt zur aktuellen Einheit) und ihnen auch nicht vorenthalten, dass das aus der Feder einer Lehrkraft stammt, die auch sonst schon häufiger durch menschenverachtende Formulierungen aufgefallen ist, da diese Art des Umgangs leider nicht nur in der sonstigen Arbeitswelt erschreckend verbreitet ist.

    Und ich habe das "defekt spielen" von meinem Uni-Professor als Student so beigebracht bekommen. Kannst Dich gerne bei der Universität Paderborn darüber beschweren. Konkret beim Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre und dort bei der Mikrotheorie. Das "defekt spielen" ist nämlich Teil der Spieltheorie, wie sie von John von Neumann formuliert wurde. Dort wird untersucht wie sich einzelne Individuen in einer Volkswirtschaft höchstwahrscheinlich verhalten werden und welche Folgen dies für das Gesamtsystem hat.

    Ich würde mir auch einen Nebenjob außerhalb der Schule suchen. Zudem würde ich Wohngeld beantragen und den Schulleiter über deine finanzielle Lage informieren.

    Tenor: "Wenn es ganz schlecht läuft, muß ich die Ausbildung aus finanziellen Gründen abbrechen, weil ich mir unter den Bedingungen das Referendariat schlicht nicht leisten kann."

    Für mich war das die einzige Schulfahrt, die wirklich richtig richtig toll war und ich hätte ohne diese Fahrt nie das Skifahren für mich entdeckt.

    Freut mich für Dich. Bei mir war es genau andersrum. Einmal auf dne Brettern gestanden, bereits am Idiotenhügel (äh Übungshang) nicht im Pflug stehen können, weil die Ski nicht genug gebremst haben, irgendwie ohne bremsen oder lenken zu können den Hügel runter geschliddert, irgendwann kamen von hinten die Schreie: "Schmeiß dich!" ... und ich habe mich absichtlich auf die Nase gelegt, um irgendwie zum Stoppen zu kommen. Dabei sind dann noch beide Skibindungen aufgegangen und ein wegfliegender Ski hat ein Kind am Kopf getroffen, dank Integralhelm gottseidank folgenlos. Die Anderen fragten mich nur noch, ob ich mal im Zirkus Sarasani angestellt gewesen wäre, wohl weil das "Schmeiß dich" so spektakulär aussah. :daumenrunter:

    Damit war das Thema Alpin-Ski für mich beendet.

    Warum gibt es eigentlich so viele Pauker, die unbedingt Wintersport machen wollen? Warum nicht Windsurfen, Kart-Fahren, Segelfliegen, Fallschirmspringen... ?
    Im Sommer gibt es solche Angebote komischerweise nie, dafür gefühlt an praktisch jeder Schule Wintersport.

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