Beiträge von plattyplus

    Ich bin Realist und glaube nicht, dass eine staatliche Regulierung etwas ändern würde. Ich halte das auch für den völlig falschen Weg. Aufklärung und Information sind sehr viel wichtiger, denn staatliche Vorgaben werden in breiten Bevölkerungsteilen abgelehnt werden. Die Leute müssen überzeugt, nicht gezwungen werden.

    Als gutes Beispiel dafür muß man sich nur mal das Verbot von Glühbirnen angucken.

    Als damals das Verbot kam und man aufgefordert wurde dafür Energiesparlampen zu kaufen, war der Aufschrei groß und sehr viele Bürger (ich auch) haben Glühbirnen gebunkert. Einige Jahre später kamen dann die LEDs und damit waren die Energiesparlampen weg vom Fenster. Die LEDS sind es, die heute absolut den Markt beherrschen.
    Ich wage mal zu behaupten: Auch ohne das Glühbirnenverbot wären wir zur LED gekommen, weil die Technologie einfach besser ist als das, was wir vorher hatten. Nur war das Glühbirnenverbot für viele einfach nur eine Gängelung.

    Wie wenig ernst es der Regierung mit dem Umweltschutz ist, sieht man doch an Großprojekten wie dem Stromnetz. Wo sind die Süd-Link Stromtrassen? Wo ist die Eisenbahn-Zuwegung zum Gothart-Tunnel in der Schweiz? Wir in Deutschland sind nicht mehr dazu in der Lage Großprojekte durchzuführen. Nicht einmal die Gorch Fock schaffen wir schwimmfähig zu halten, von baufälligen Schulen will ich gar nicht reden, und dann faseln alle etwas davon die Welt zu verbessern?

    Wäre das alles so dringlich, hätten Bundeswehr-Pioniere und das THW die Stromleitungen schon lange verlegt, auch gegen den Willen der Grundstückseigentümer und ohne auf irgendwelche Gerichtsurteile bis zum St. Nimmerleinstag zu warten, ohne Windräder abstellen zu müssen, weil in der Nähe eine Fledermaus flattert und ohne Rücksicht auf den Juchtenkäfer, den man inzw. im Internet kaufen und gezielt aussetzen kann, um ungeliebte Bauarbeiten in der Nachbarschaft zu verunmöglichen.

    Nur mal so zum Vergleich: Der Flughafen Berlin Tegel wurde innerhalb von 7 Monaten unter Belagerungszustand erbaut. Sowas würde heute in Deutschland niemand mehr hinbekommen.

    Ich würde die NZZ empfehlen. Es hat zwar keine rechtliche Bindung, aber im Kanton St Gallen z B kam es im Zuge dessen zur Debatte über eine mögliche Kerosinsteuer.

    Ok,
    dann die NZZ: https://www.nzz.ch/schweiz/schuel…-aus-ld.1461370

    Zitate daraus:

    • "Insbesondere am Begriff Klimanotstand stiessen sich diverse Mitglieder des Grossen Rates. «Notstand» stehe für die Ausserkraftsetzung des ordentlichen Gesetzgebungsverfahrens und sei daher nicht adäquat."
    • "So erklärte der liberaldemokratische Grossrat André Auderset, mehrere Forderungen seien fragwürdig. Ausserdem würden die Jugendlichen nicht ernst genommen, wenn man eine Resolution im Wissen übernehme, dass sie gar nichts bewirke."

    Also doch wieder Wahlkampf.

    Und zur Kerosinsteuer im Kanton St. Gallen: An welchen Flughäfen in St. Gallen wird denn Kerosin in nennenswertem Umfang verkauft? Die kleinen Propellerflugzeuge mit Kolbenmotoren benötigen AvGas (=Benzin) und kein Kerosin (= vergleichbar mit Diesel). AvGas wird seit jeher besteuert. Bei uns kostet der Liter AvGas der Standard-Sorte 100LL an die 3,- €/l.

    Da ist der Beschluß in St. Gallen dann auch wieder Symbolpolitik, die aber absolut nichts bringt. Das wäre so, als würden wir in Deutschland den Weltraum-Tourismus besteuern oder das Fracking zur Erdölgewinnung, wohlwissend, daß es sowas bei uns nicht gibt bzw. inzw. verboten ist.
    --> https://www.umweltbundesamt.de/themen/wasser/…tungen/fracking

    Wenn das Argument gegen Klimawandel ist, dass wir noch nicht alle tot sind, dann fällt mir auch nichts mehr ein...

    Ich sehe aktuell jedenfalls die Gefahr, daß uns eine Atombombe auf den Kopf fällt, wesentlich größer an als unseren Beitrag zum Klimawandel.

    Man erinnere sich bitte an den Herbst 1983, wie schnell es gehen kann bis zum Weltuntergang:
    --> https://de.wikipedia.org/wiki/Stanislaw…row#Der_Vorfall

    Nur, weil der eine Mann damals nicht auf den Knopf gedrückt hat, leben wir überhaupt noch. Das war knapper als die Cuba-Krise 1962.

    Können wir dazu mal bitte einen Quellenabgleich machen?

    Also ich habe dazu das hier gefunden: https://de.wikipedia.org/wiki/%C3%84rzt…eutschland_2006

    Damals haben sich die Ärzte von Verdi abgespalten und in dem Wikipedia Artikel ist zu finden: "Insbesondere für Berufsanfänger und Assistenzärzte, aber auch für die tarifvertraglich entlohnten Oberärzte gab es Gehaltsteigerungen bis zu 20 Prozent."


    Für alle Übrigen galt: "Einkommensverbesserungen von 10 bis 13 Prozent im Vergleich zum Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst vorgesehen."
    Also 10 bis 13% zusätzlich zu dem, was Verdi in der Runde rausgeholt hatte.

    Einige der Beiträge hier im Thread sind so zynisch, dass ich :uebel: möchte.
    Ein Klassiker der Bemerkungen gegenüber der jüngeren Generation ist es, dass sie sich zu wenig engagieren. Jetzt machen sie etwas, was der überwiegende Großteil unserer Generation nicht hinbekommt, nämlich den Hintern hoch zu bekommen,

    Ich kann zwar nicht für die ganze Generation sprechen sondern nur für mich,
    aber ich will den Allerwertesten nicht mehr hochbekommen, weil ich mich von den Öko-Terroristen verschaukelt fühle. In meiner Schulzeit gab es den kalten Krieg, das Waldsterben, sauren Regen, Tschernobyl und noch viel mehr Weltuntergangsszenarien. Ich erinnere mich noch zu gut daran, wie damals im Fernsehen Bilder zu sehen waren, wo Gürterzüge mit Lebensmitteln vernichtet wurden, weil alles verstrahlt war. Da habe ich damals meine Eltern gefragt, ob ich denn die Snickers noch essen dürfe oder auch wegschmeißen müsse.

    Und was ist letztlich passiert? Nichts! Wir leben immer noch.

    Ähnlich sehe ich es heute auch. Da wird von der Presse wieder skandalisiert, um eine große Story zu haben, mit der man die Auflage steigern kann. Aber inhaltlich passiert nichts.


    Oder anders: Zum g20 Gipfel hat die Presse gefeiert, daß Greta mit den Zug angereist ist, während alle Politiker mit dem FLugzeug gekommen sind, blöd nur, daß man heute mit dem Zug pro Kopf mehr Energie verbraucht als mit dem Flugzeug, wenn man mit der tatsächlichen Auslastung der Züge rechnet und nicht mit fiktiv immer bis auf den letzten Sitzplatz ausgelasteten Zügen.

    --> https://www.faz.net/aktuell/wissen…it-1488587.html

    Flugzeuge brauchen heute nur noch knapp 3L pro Passagier und 100km.

    (Randnotiz: bei den Verhandlungen haben sich die Ärzte von Verdi getrennt und selbst verhandelt, das gab dann bis 20 % mehr Lohn.)

    Guck dir die GdL an. Die wissen auch wie man streikt.

    Motto: "Wir sind zuerst unseren Beitragszahlern = Mitgliedern verpflichtet und nicht dem Staat, der Allgemeinheit oder sonst wem. :)

    Gleichzeitig ist das aber auch eine Branche bei der Streiks natürlich nie eine Grundversorgung gefährden

    Warum nicht?

    Wenn die Altenpfleger wirklich streiken würden, müßten die ganzen Pflegebedürftigen kurzfristig in Krankenhäuser verlegt werden, um die Grundversorgung sicherzustellen. Mal sehen, wie lange die Pflegekräfte streiken müßten, um zu einem brauchbaren Ergebnis zu kommen. 3 Tage?

    Ich habe beispielsweise einen echt sehr klugen Schüler in Chemie, der allerdings ständig beim Experimentieren kopflos vorgeht, herumspielt und sich nicht an die Anleitung hält.

    Würde bei mir im Extremfall dazu führen, daß ich ihn gar nicht mehr experimentieren lassen würde. Bei uns gibt es aber auch manche Dinge, die bei diesen Schülerexperimenten wirklich gefährlich werden können, wenn man sich da nicht an die Ansagen hält.

    Bsp.: Arbeit mit Handschuhen an einer Drehmaschine oder Fräse. Wenn da jemand verbotenerweise Handschuhe nutzt und ein Handschuh in die Maschine kommt, reißt die Maschine gleich die ganze Hand ab.

    Was würde eigentlich passieren, wenn die Klasse oder ein Kurs mit Lehrer*in die Demo als außerschulischen Lernort aufsuchte...

    Du verstößt mit einer Demo in der Arbeitszeit gegen die Neutralitätspflicht.

    Siehe dazu: §2, Absatz 8 Schulgesetz NRW:
    "Die Schule ermöglicht und respektiert im Rahmen der freiheitlich-demokratischen Grundordnung unterschiedliche Auffassungen. Schulleiterinnen und Schulleiter, Lehrerinnen und Lehrer sowie Mitarbeiterinnen undMitarbeiter gemäß § 58 nehmen ihre Aufgaben unparteilich wahr. Sie dürfen in der Schule keine politischen, religiösen, weltanschaulichen oder ähnlichen Bekundungen abgeben, die die Neutralität des Landes gegenüber Schülerinnen und Schülern sowie Eltern oder den politischen, religiö-sen oder weltanschaulichen Schulfrieden gefährden oder stören. Insbesondere ist ein Verhalten unzulässig, welches bei Schülerinnen und Schülern oder den Eltern den Eindruck hervorruft, dass eine Schulleiterin oderein Schulleiter, eine Lehrerin oder ein Lehrer oder eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter gemäß § 58 gegen die Menschenwürde, die Gleichberechtigung nach Artikel 3 des Grundgesetzes, die Freiheitsgrundrechte oderdie freiheitlich-demokratische Grundordnung auftritt. Die Besonderheitendes Religionsunterrichts und der Bekenntnis- und Weltanschauungsschulen bleiben unberührt."

    Die Folgen eines Streiks in der Grundschule merken also nur die Kinder und die Kolleginnen, die irgendwie die Kinder ohne Lehrerin mitbeaufsichtigen müssen.

    Der BGH hat aber schon entschieden, daß Beamte nicht als Streikbrecher eingesetzt werden dürfen. Würden wirklich alle Kollegen streiken, soll sich doch mal der Arbeitgeber etwas einfallen lassen, wie er die "verlässliche Grundschule" an den Tagen umsetzen will. Das ist aber nicht das Problem der Streikenden.

    Du klingst gerade so, als würdest du streiken wollen ohne das es der Arbeitgeber oder sonstwer in irgendeiner Weise auch nur bemerkt. ;)

    ich glaube nicht, dass der Schüler, der dann die Schule ohne Abschluss verlässt, irgendeinen Einfluss auf das Ziel der Arbeitskampfmaßnahme haben wird. Bei den Verhandlungen ist er gar nicht involviert. Das macht also nicht so viel Sinn.

    Das macht Sinn, weil es den Druck im Kessel doch ordentlich erhöht zu einem Ergebnis zu kommen.

    Ein Jahr kein Abiturient, der an die Uni geht usw. ...

    Ein Arbeitskampf muß wehtun, sonst bringt er nichts und notfalls auch über den Umweg Schüler und Presse. Guck dir mal an wie in Frankreich demonstriert und gestreikt wird.

    Die Ansicht, dass eine Arbeitskampfmaßnahme niemand betreffen soll, ist leider ziemlich verbreitet.

    Da muß ich dir beipflichten. Eine Arbeitskampfmaßnehme bringt nur etwas wenn der Schaden (auch bei Unbeteiligten) möglichst groß ist. Ansonsten kostet sie der Gewerkschaft nur Geld und bringt gar nichts. Leider versteht das niemand. Da nölen dann die Passagiere immer rum, warum die Fluggesellschaften und die Bahn gerade jetzt streiken muß, wo sie in den Urlaub wollen usw. usw. ...
    Bei der Bahn und in der Luftfahrt würde ich deswegen als Gewerkschaftschef ganz klar den Streik 2 Tage vor Weihnachten starten oder passend zu den Osterferien.

    Ketzerisch habe ich diesbezüglich auch schon einmal formuliert: Man müßte gezielt die Abschlußprüfungen bestreiken, auf das in einem Jahrgang nicht ein Schüler die Schulen mit einem Abschluß verläßt. ;)

    Die Angestelltengehälter sollten einfach mal (unabhängig von einer Lohnerhöhung) angeglichen werden.

    Die Frage ist aber dann an welches Niveau du angleichen willst. Bevor wir Beamte nicht das Hamburger Modell bekommen was die Krankenkassenbeiträge angeht, wird es da schwer eine Linie zu finden, an der man sich orientieren kann. Jenachdem ob der Beamte in der PKV oder GKV ist, macht das ja schonmal 500,- € Unterschied im Nettogehalt monatlich.

    Hamburger Modell: Jeder Beamte kann sich aussuchen, ob er 50% privat versichert und 50% von der Beihilfe bekommt oder er gesetzlich versichert ist und damit auf die Beihilfe verzichtet wofür der Arbeitgeber im Gegenzug den Arbeitgeberanteil der Krankenkasse übernimmt.

    Aber bei der Lobbyarbeit der Wirtschaft in der Politik wird das wahrscheinlich nie kommen, weil dann viele private Krankenkassen Insolvenz anmelden könnten. :(

    Die Idee von Frau Barley unter dem Eindruck dieser Demonstrationen, das Wahlalter auf 16 zu senken (Bundestagswahlen?) halte ich hingegen für puren Aktionismus.

    Das ist kein Aktionismus, das ist pure Machtpolitik. Seit jeher wissen die Sozen aus Umfragen, daß die jungen Wähler eher links und die älteren Wähler eher rechts/konservativ wählen. Je weiter das Walhalter gesenkt wird, desto mehr Wähler für die SPD. Das geht doch schon mindestens seit den 1970er Jahren so.

    Von "Strafen wegen Schwänzens" halte ich wiederum nichts. Man sollte das auf fantasievolle Weise nacharbeiten lassen (ein Projekt, ein Treffen am Nachmittag, eine Hausarbeit zum Thema, Unterricht am Samstag ...).

    Sehe ich anders. Wer ohne Strafe demonstriert, tut dies nur um blaumachen zu können. Wer trotz z.T. extremer Folgen deomnstrieren geht, Hut ab. Und bei extremen Folgen denke ich zuerst an Klausuren, die man unentschuldigt versäumt hat, die entsprechend mit der Note 6 zu werten sind und was zur Folge hat, daß man das Schuljahr wiederholen muß.

    Leute, die solche Folgen in Kauf nehmen, Chapeau! ... Der Rest der Schüler sind nur Oportunisten.

    Die Situation an meinem Heimatort (nicht an meiner Schule) sieht inzw. so aus, daß die beiden städtischen Realschulen reguläre Schüler abweisen müssen, um Plätze für zu inkludierende Kinder freizuhalten, die eh nicht ihren FOR-Abschluß machen werden.

    Kann man in NRW eigentlich, was den Elternwillen bzgl. der Schulform (nicht bezüglich der einzelnen Schule) angeht, sein Kind in eine Schule reinklagen?

    Also das man die Lotterie mitmachen muß zu welcher konkreten Schule es geht, ist klar. Aber wie sieht es damit aus, wenn man von allen Gymnasien bzw. Realschulen einer Stadt abgewiesen wird mit der Begründung "wir sind voll"? Kann man dann einen Schulplatz an irgendeiner städtischen Realschule bzw. Gymnasium einklagen oder muß man dann letztlich wirklich jede weiterführende Schulform akzeptieren?

    Ich gebe zu bedenken, dass dann einige Fächer evtl. komplett für die Schüler fehlen.

    Ja und? Im Klassenbuch steht, daß sie unentschuldigt gefehlt haben und das hat dann entsprechende Konsequenzen in der Notengebung und fertig. Bei uns gibt es genau aus dem Grund auch reihenweise Leute, die eine 6 in Religion bekommen.


    Ganz ehrlich - so etwas hätte ich als Schülerin nicht mitgemacht. Da wäre ich dann schlicht gar nicht mehr gekommen - ist die Schule selber schuld.

    Dann hättest wenigst nicht gestört, hättest am Ende des Schuljahrs deine 6 bekommen und fertig. :)

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