Beiträge von plattyplus

    Warum sollte ihn dann ein Betrieb als "überqualifiziert" ansehen?

    Nicht der Betrieb. Wenn er da einen Betrieb finden würde, würde ich mich freuen. Aber für unsere Vollzeit-Ausbildungsgänge an der Schule, die für ihn passen würden, ist er rein formal überqualifiziert und darf sie entsprechend nicht belegen.

    Man darf ja keinen Schulabschluss das zweite Mal machen, wenn man zuvor bereits bestanden hat. Ein einmal bestandenes Abitur darf ja auch nicht zur Notenverbesserung wiederholt werden, um im Sinne der Gym.-Kollegen hier zu sprechen.

    Moin,

    irgendwie bin ich gerade nur noch frustriert. Ich habe einen autistischen Schüler, der bei uns am Berufskolleg eine Ehrenrunde nach der anderen dreht und eigentlich auf ganzer Linie scheitert. Vom intellektuellen Niveau her würde ich den Schüler in der Ausbildungsvorbereitung oder im Berufsgrundschuljahr sehen, um ihn dort auf eine "einfache" Lehre im Handwerk vorzubreiten. Dort will er eigentlich auch hin. Allerdings gibt es für diese beiden Ausbildungsgänge Voraussetzungen, die der Schüler übererfüllt.

    • Ausbildungsvorbereitung ist für Schüler, die ohne Schulabschluss zu uns kommen.
    • Berufsgrundschuljahr ist für Schüler, die mit einem Hauptschulabschluss nach Klasse 9 zu uns kommen.

    Unser Problem ist, dass der Schüler mit attestierter Fachoberschulreife (= Realschulabschluss nach Klasse 10) ohne Qualifikationsvermerk zu uns gekommen ist. Er ist inzw. Mitte 20 und wird uns absehbar ohne jeglichen Abschluss in ein Bürgergeld-Leben verlassen, weil er für die passende Ausbildung formal überqualifiziert ist und deswegen überall nicht rein kommt bzw. dort, wo er formal rein kommt, sehr schnell festgestellt wird, dass er das geforderte Niveau nicht ansatzweise erreichen kann.

    Daher meine Frage an Euch Sek 1 Kollegen: Wißt ihr was ihr mit den entsprechenden Abschlüssen anrichtet? Ich meine die Frage echt ganz wertfrei. Ich denke, dass die Kollegen dem Schüler etwas Gutes tun wollten, indem sie ihm die Fachoberschulreife attestiert haben, ohne die Folgen auch nur zu ahnen.

    Ich habe hier schon oft genug geschrieben, dass ich es grundsätzlich für richtig halt, unsere Energieversorgung in Richtung erneuerbare umzubauen, aber man darf auch keine unrealisitschen Erwartungen erwecken.

    Wenn dank der Erneuerbaren in Zukunft Strom billig sein wird, macht auf einmal auch die Wasserstoff-Elektrolyse Sinn, auch wenn der Wirkungsgrad sehr bescheiden ist. Damit sollte man die Energie aus dem Sommer für den Winter einlagern können.

    Ja, tagsüber, wenn die Sonne scheint schon.

    Dir ist aber schon bekannt, dass aktuell Groß-Batteriespeicher im Bau sind?
    --> https://www.tagesschau.de/wirtschaft/ene…ewende-100.html
    --> https://www.mdr.de/wissen/umwelt-…ewende-100.html

    Ansonsten kommen gerade massenhaft große Batteriespeicher auch im Heimbereich an. Allerdings stehen diese nicht im Keller sondern im Car-Port. Die Batterien in den E-Autos haben eine vielfache Kapazität von dem, was an Pufferspeicher für PV-Anlagen im Keller steht.

    Mein privates Beispiel: Im Keller steht eine PV-Batterie mit 18kWh. Lade ich beide Autos auf dem Hof voll und nutze sie ausschließlich als Pufferbatterie, das Zauberwort heißt "bidirektionales Laden", stehen da 164kWh auf dem Hof.

    Welche Hochöfen willst Du eigentlich damit betreiben? Wir haben fast keine Hochöfen mehr. Stahl wird heute bei Tata in Indien gekocht.

    Und wer genau stellt den ganzen Kram her?

    Aktuell China, bald wohl Indien. Bei den PV-Anlagen ist es aber so, dass sie nach der Herstellung erst einmal 20 Jahre laufen. Sollte sich ein Land also dazu entschließen ab sofort nicht mehr zu liefern, würden die bestehenden Anlagen weiterhin Strom liefern. Da hätte man Zeit wirtschaftspolitisch zu agieren. Wenn wir aber kein Öl oder Gas mehr bekommen, ist in wenigen Tagen bzw. Wochen die Notlage da, vgl. Ölkrisen in den 1970ern sowie Öl- und Gaskrise 2022 beim Überfall Russlands auf die Ukraine.

    Und vor 2 Tagen las ich, dass Russland seine Rentenkasse anzapft, irgendwann sind alle Notgroschen aufgebraucht. (In einer Dikaktur ist natürlich viel mehr möglich.)

    Russland gehen so langsam die Lebensmittel aus.

    --> https://www.spiegel.de/wirtschaft/rus…c0-07b1e6826f8a

    Und ja, da müssen wir als "der Westen" jetzt einfach am Drücker bleiben. Die Sowjetunion ist ja auch damals zusammengebrochen, weil der "einfache Bürger" im Laden nichts mehr kaufen konnte, nicht einmal mehr Grundnahrungsmittel.

    Also insgesamt ein Nullsummenspiel, bei dem wir besonders und europäische Nachbarn richtig Draufzahlen und andere Länder wie China, Indien, Türkei enorm profitieren.

    Also ich sehe es langfristig für Europa nicht so negativ. Klar ist die Transformation für uns aktuell teuer. Aber anschließend werden wir nie wieder in diesem Umfang auf die energieexportierenden Länder angewiesen sein.

    Denk mal an die ganzen PV-Anlagen, die in den letzten Jahren auf den Dächern installiert wurden und an die E-Autos, die auf die Straßen gekommen sind, und an die Wärmepumpen in den Kellern. Jede zusätzliche Anlage und jedes Fahrzeug vermindern unsere Abhängigkeit von diesen Ländern. Sollten wir nach dem Krieg wieder zu einer Normalität zurückkehren, wird die Welt eine andere sein als zuvor. Niemand wird von der Wärmepumpe zur Ölheizung zurückkehren. Die private Stromproduktion eines jeden Bürgers wird auch nicht wieder abgeschaltet. Diese vielen kleinen Veränderungen geschehen schneller, als es sich unsere Regierung vorstellen kann, und haben in Summe eine Macht, die man nicht unterschätzen sollte.

    Wie an anderer Stelle bereits gesagt, sehe ich in dem Wandel im Energiesektor neben dem Klimagedanken vor allem eine Frage der nationalen Souveränität. Wir werden damit in Zukunft weniger erpressbar und das Rad dreht auch ein Hr. Putin oder die OPEC nicht mehr zurück.

    Nachtrag: Hier die aktuellen Zulassungszahlen zu E-Autos. Es werden auch ohne Förderprogramme immer mehr.
    —> https://www.heise.de/news/Rekord-be…s-10421210.html

    Also mit einem halben Deputat fühle ich mich so entlastet, dass ich obendrauf noch nebenbei die Schule anteilig leiten kann... :rotwerd:

    Da bist also in 50% Teilzeit Schulleiter?

    Mußt Du dann nur noch 1,5 Stunden / Woche unterrichten, wo es vorher 3 gewesen wären? 3 Stunden ist jedenfalls die Unterrichtsverpflichtung eines Schulleiters bie uns. Der Rest der Aufgabe ist dann allerdings unteilbares Dienstgeschäft. :pirat:

    Also die Hälfte des Geldes für 1,5 Stunden weniger / Woche ist in meinen Augen ein schlechtes Geschäft. :gruebel:

    Volker_D Bei mir reißen sie regelmäßig die DisplayPort-Kabel aus den Monitoren, um ihre eigenen Notebooks bzw. Tablets anzuschließen. Das Problem dabei ist, dass die Schüler denken sie hätten einen HDMI-Kabel vor sich. Das HDMI-Kabel kann man einfach ziehen, das DP-Kabel hingegen ist mit zwei kleinen Zähnchen verriegelt. Wenn man da nicht auf die Taste am Stecker drückt und nur zieht, bleibt die eine Hälfte des Steckers im Monitor und die Plastikkappe des Steckers samt Kabel wird von den Schülern abgerissen.

    Man kann Windowsupdates auch per Fernfartung durchführen. Dafür müssen die Rechner noch nicht einmal an sein. Die können über das Netzwerk gestartet und geupdated werden.

    Fernwartung funktioniert bei uns nicht, weil sehr viele Schüler die Stecker aus den Stromsteckdosen reißen, um ihre Handys zu laden. Natürlich werden die Computer anschließend nicht wieder eingesteckt. Ich kann jeden Tag 20 Schuko-Stecker wieder einstecken und komme trotzdem gegen die ganze Sabotage nicht an.

    Den IT-Schülern zu erklären wo das Problem liegt, nämlich das nachts keine Fernwartung durchgeführt werden kann, weil die Rechner mangels Strom nicht hochfahren, hilft da auch nicht.

    Jedes Schuljahr 100 Mäuse, 50 Tastaturen, 80 DP-Kabel, …
    Wenn sie die Klamotten wenigstens klauen würden, hätte ich ja noch die Hoffnung, dass sie die Sachen zuhause benutzen. Stattdessen wird alles zerstört, also die Kabel von den Mäusen abgeschnitten, die Stecker vom DisplayPort-Kabel abgerissen… einfach nur Zerstörung.

    Ja, ~20% ist das, wenn die Kisten so 6 Jahre oder älter sind.

    Nach der Laufzeit sind zumeist auch die Elektrolyt-Kondensatoren auf den Platinen fertig und das Zeug wird extrem wartungsintensiv und schnell zum Elektroschrott.

    Aber ok, den ganzen Schrott kann man ja an unseren Schulen abladen. Einer der „Spender“ erklärte mir mal, dass ich ja im Unterricht mit Schülern die Fehlersuche betreiben und dann defekte Speicherchips auf den RAM-Riegeln auslösen und durch andere ICs ersetzen könne. Getreu dem Motto: „Aus der kaputten Zeilrn mache zwei heile.“

    Du, plattyplus , bist nicht der Erste, der sich aufregt.

    Ja und? Ich sehe nicht, wie sich meine Position zu Atomkraft, Klimawandel, Artensterben, … auf den Bildungserfolg des Kindes auswirkt. Auch empfinde ich die Frage nach welchen Kriterien wir die SEK 1 Schule ausgesucht haben als blanken Hohn, wurde unser Kind doch genau dieser Schule zwangsweise zugewiesen, eben weil die Auswahl gleich null war. Die Frage nach etwaigen schulischen Sonder-Aktivitäten, Schwepunktsetzungen, … und ob man diese positiv oder negativ sieht, erübrigt sich damit gleich automatisch. Auch toll sind die Detailfragen zu dem ausgeübten Beruf der Eltern und der etwaigen Personalverantwortung.

    Jetzt haben wir als Eltern Post von der TU München. Wir sollen einen Fragebogen ausfüllen. Angeblich ist das alles anonym. Davon glaube ich nichts! So detailliert wie die Familienverhältnisse abgefragt werden, ist das direkt zu den Kindern zuzuordnen.

    Und um dieses Pamphlet aus 56 Seiten zu beantworten hat man eine Woche Zeit.

    Wir sind doch hier nicht bei der STASI oder der Gesinnungspolizei, die die familiären Hintergründe erfassen, um regimekritischen Familien das Leben zu erschweren. Die spinnen! :daumenrunter:

    Ab Herbst kommen Unmengen an günstiger Rechner auf den Markt, die man in Schulen prima verwenden kann.

    Wer kommt bloß immer auf die Idee, dass die Schulen die kostengünstige Entsorgungsmöglichkeit für gewerblichen Elektroschrott sind?

    Bei uns ist die Industrie immer pikiert, dass wir überhaupt uns erdreisten nach den technischen Daten der Geräte zu fragen und dann auch ablehnen. Wir brauchen keinen wartungsintensiven Schrott mit ausgelutschten Kondensatoren. Und nein, unsere IT-Kollegen machen auch keine Wartung zu den „eh da“-Kosten, sie sind ja eh da, sondern schreiben Stundenzettel!

    Gewerkschaften sind oft deeskalierend und dadurch ein Dämpfer von Protest und radikaler Veränderung.

    Und genau deshalb werden sie von mir als weitere Arbeitgebervertreter wahrgenommen. Dies gilt insb. für GEW und VLW/VLBS. Wie an anderen Stellen bereits mehrfach erwähnt wünsche ich mir einen Claus Weselsky als Gewerkschaftsvorsitzenden. Der hatte wenigstens den Schneid wirklich für die Interessen seiner Gewerkschafter einzustehen.

Werbung