Beiträge von plattyplus

    Kinderkrankheiten? Ich muß bei jedem Start immer daran denken, daß es ein paar Sekunden dauert, bis der Schmieröldruck überall im Motor anliegt. PKW-Motoren haben ja keine elektrisch betriebene Ölpumpe, die vor dem Motorstart schon alle Lagerstellen durchölen und die Hydrostößel mit Öldruck beaufschlagen kann. Entsprechend ist jeder Start eine extra Belastung. Vom Partikelfilter und dem erhöhen Rußausstoß während der Startphase rede ich mal gar nicht.

    Wenn ich wieder sehen kann, das es eh nur für wenige Sekunden ist, dann halte ich einfach die Kupplung gedrückt und der Motor schaltet sich nicht ab. Und wenn ich aus Erfahrung weiß, dass es sich bei der Schranke lohnt, dann lasse ich den Motor ausgehen.

    Bei einem PKW mit Schaltgetriebe funktioniert das auch so. Da hängt die Start/Stopp-Automatik am Kupplungspedal. Bei dem TDI stört mich da nur, daß es gefühlt ewig dauert, bis der Anlasser den Motor wirklich wieder in Gang gebracht hat. Hab da schon wiederholt den Wagen abgewürgt, weil ich zu schnell war. Ich hatte schon den 1. Gang eingelegt und war dabei die Kupplung kommenzulassen, da war der Anlasser immer noch am Arbeiten.

    Als Ersatzauto während eines Werkstattauffenthalts hatte ich mal einen Benziner mit Automatikgetriebe. Da gibt es ja kein Kupplungspedal mehr und die Start/Stopp-Automatik kann sich nur am Bremspedal orientieren. Der Wagen stellt also den Motor ab, wenn das Fahrzeug steht und man die Bremse kräftig tritt. Blöd nur, daß ich nicht so kräftig auf dem Bremspedal rumtrampele. Da stoppte und startete der Motor bei jeder Ampelphase 5-10 mal, weil ich die Bremse nur leicht getreten hatte. Aber dafür sprang der Benzinmotor schnell genug an, dass man dann auch wirklich losfahren konnte und nicht aufs Auto warten mußte.

    Oder noch extremer: Smartwatch Display.

    Ich will auch nicht das Display alle 2 Sekunden an und aus machen. Ist mir klar, dass das kontraproduktiv ist.

    Oder: Start/Stopp-Automatik beim PKW und sich dann wundern, warum die Fahrzeuge nicht mehr so langlebig sind. Von der Politik gewollt, beruhigt das grüne Gewissen, sorgt aber für die reinste Ressourcen-Verschwendung, weil mehr Fahrzeuge produziert werden müssen. Aber das sieht ja niemand.

    Wenn ich die Bildschirmzeit durch den Bewegungsmelder halbiere, würde ich etwa 800 kWh sparen.

    Und Du meinst, daß bei so einem On/Off-Betrieb der Bildschirm lange mitspielt? In der Hintergrundbeleuchtung der Bildschirme arbeiten Leuchtstoffröhren oder LEDs. Jene sind üblicherweise auf 30.000 Stunden Betrieb oder 15.000 Schaltzyklen ausgelegt.

    Finanziell dürfte das aufs Gleiche rauskommen, egal ob man Strom für 500€ einspart oder einen neuen Bildschirm kauft. Es ist aber die reinste Ressourcenverschwendung die Bildschirme so zu Grunde zu richten.

    Ich sehe es für mich als Freizeitbeschäftigung und Übung an. Wie automatisiere ich etwas, wie nutze ich GOPI Ports (sinnvoll, nicht nur um eine LED zum blinken zu bekommen), ... .

    Das ist dann aber eine ganz andere Motivation.

    Oben hörte es sich so an, als ginge es rein ums Energiesparen. Da bringt so eine Automatisierung nichts bzw. ist sogar kontraproduktiv. 11kWh ist ziemlich genau der Energiegehalt von einem kg Benzin. Wenn Du also auch nur einmal zur Schule fahren mußt, weil die Automatik nicht funktioniert, hast du die komplette Energiesparmaßnahme zunichte gemacht.

    Das sind 11,338 kW pro Jahr.

    Du meinst wohl kWh und nicht kW?

    Wenn ich Geld sparen will, würde ich als Schule ein Balkonkraftwerk an die Fassade nageln (oder gerne auch eine größere PV-Anlage) und den RasPi so weiter laufen lassen.

    Die ganze Diskussion hier erinnert mich irgendwie an eine TV-Sendung im Öffentlich-Rechtlichen, als es darum ging, ob man jetzt besser Äpfel aus Übersee kaufen solle, in Neuseeland ist jetzt ja Spätsommer, oder ob man heimische Äpfel kaufen solle, die über Monate gelagert werden mußten. Das Ergebnis war, dass der neuseeländische Apfel nur einen geringfügig schlechteren ökologischen Fußabdruck hat als der heimische Apfel (Lufttransport contra Kühlhaus), die Fahrt mit dem Auto zum Supermarkt, um dort den Apfel zu kaufen, die ganze Rechnung aber komplett obsolet macht, weil bei der Fahrt um Größenordnungen mehr CO2 in die Atmosphäre geblasen wird.

    vielleicht könnte son externer Anbieter, der Einzelzahlungen anbietet auch standardmäßig die Vorerkrankungen der Teilnehmnden schriftlich abfragen.

    ... und dann gleich einen Arzt auf die Reise mitnehmen. Gibt ja so ärztlich betreute Reisen, auch wenn die eigentlich für Senioren gedacht sind. Aber bei dem Anforderungsprofil, das an uns Lehrer gestellt wird von wegen Medikamentengabe etc. will ich da einfach haftungstechnisch meinen Kopf aus der Schlinge ziehen.

    Die Inklusion fordert, daß man alle mitnehmen muß, auch wenn der Arzt vorab sagt, daß der Schüler nicht reisefähig ist, die Eltern es aber nicht wahrhaben wollen und ihn trotzdem mitschicken, um es mal überspitzt zu formulieren.

    Ich finde den preislichen Unterschied immens. Ich habe mir auch mal ein paar Angebote angesehen und die waren fast alle rund 30% - 50% teurer als wenn es selbst organisiert. Ich finde, dass das preislich nicht mehr passt. Wir reden ja nicht über unser privates Geld sondern das Geld der Schüler bzw. des Staates.

    Da siehst Du mal welche Arbeitsleistung und welches Haftungsrisiko (Fahrt wird teurer, weil während des Schuljahrs 5-10 Schüler die Klasse verlassen) du in so eine Fahrt hinein steckst, wenn du es selber machst. Das wird bei uns leider alles monetär bzw. in Form von Überstunden erfaßt.

    Um mal auf die Ausgangsfrage: "Klassenfahrten unter den derzeitigen Rahmenbedingungen" zurückzukommen, ziehe ich für mich aus dem ganzen Problem das Fazit, daß ich Klassenfahrten als Lehrer gar nicht mehr durchführen kann. Zur Durchführung bedarf es da schon eines auf Kranken-Reisen spezialisierten Reiseveranstalters, der dann auch während der Fahrt 24/7 ärztliches Begleitpersonal stellt.

    Das Haftungsrisiko, wenn man wirklich alle Schüler mitnehmen muß, ist einfach zu groß.

    Wow, ok, schlimmer geht also tatsächlich immer. Mein Beileid. Ich hoffe, die betreffenden Prüfer triezen heute niemanden mehr mit solchen Allüren.

    Wir hatten damals mit drei Referendaren und einer Quereinsteigerin unsere UPPs bzw. OBAS-Prüfungen innerhalb von 4 Wochen. Da haben wir sogar extra ein billiges Handy mit Prepaid-Karte gekauft, damit wir an die Schüler in den Show-Stunden eine Handynummer rausgeben konnten.

    Wenn ihr zu spät kommt etc., ruft auf diesem Handy an!

    ... Eine Schülerin rief mich daraufhin am Tag der UPP um 3 Uhr morgens an und fragte was sie anziehen solle. :autsch:

    Den meisten Stress an Prüfungstag haben die Prüflinge, das entzieht eigentlich bereits jeglicher Argumentation den Boden, dass die Prüflinge sich um noch mehr Dinge kümmern müssten, damit die Prüfer es angenehmer haben.

    Als ich damals UPP hatte, gab es das volle Programm. Wir waren vier Referendare an der Schule. Ein Refi holte die Brötchen, der nächste sperrte Parkplätze ab und der dritte Refi führte die Leute durchs Gebäude zu den Prüfungs- und Besprechungsräumen. Da hatte ich als Prüfling eine Checkliste wer was macht... bei den anderen Refis habe ich dann auch das volle Programm abgespult von wegen extra Parkplätze ganz vorne etc. ...

    Und ja, selbstverständlich haben wir die Brötchen bezahlt.

    Ich finde es zwar auch nicht gut, aber in unserem System ist man in einem totalen Abhängigkeitsverhältnis von diesen Leuten.

    Wenn man vorher weiß, dass eine Diabetikerin mitfährt, kann man sich damit „auseinandersetzen“.

    Die Frage ist halt: Was ist, wenn ich mich mit den Krankheiten der Schüler auseinandersetze und zu dem Schluß komme, daß ich es nicht verantworten kann einzelne Schüler aufgrund ihrer Vorerkrankungen mitzunehmen?

    Wir betreuen von Seiten des Sportvereins eine Segelflug-AG im örtlichen Gymnasium. Da ist aber auch ganz klar geregelt, daß wir entscheiden wer ins Cockpit kommt und wer nicht. Selbst wenn der Schüler nur als Passagier mitfliegt, hat er schließlich einen Steuerknüppel zwischen den Beinen und wenn der da so richtig Mist baut, also sich am Steuerknüppel festhält, kann der Pilot/Fluglehrer auch nicht mehr gegensteuern und das Flugzeug stürzt einfach ab.

    Ich habe in meiner Klasse z.B. zwei dem Anschein nach Drogenabhängige und einen schizophrenen Schüler. Der Arzt würde ihn am liebsten in eine stationäre Behandlung schicken, die Eltern wollen aber die Krankheit nicht sehen und schicken das Kind zur Schule. Kann ich da sagen, daß ich ggf. fahren würde, aber diese drei Schüler nicht mitnehmen kann, weil das meine Aufsichtsmöglichkeiten schlicht übersteigt? Ich kann diese Schüler alleine bzw. mit nur einer Kollegin einfach nicht 24/7 überwachen.

    Ich habe selbst eine Weile Insulin spritzen müssen und kenne einige Typ I Diabetiker

    Dann weißt Du ja, was im Fall der Fälle zu tun ist. Mich würde die Situation total überfordern, weil ich mich mit Diabetes selber noch nie auseinander gesetzt habe. Allein schon von den Symptomen auf die Ursache zu schließen würde ich mir ehrlich gesagt nicht zutrauen, selbst wenn ich wüßte, daß die Zuckerwerte da ein Problem sind.

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