Beiträge von Caro07

    Wie seht ihr im Vergleich diese beiden Schularten in Bezug auf das Erreichen eines wie auch immer gearteten Schulabschlusses, damit man in einen Beruf einsteigen kann?

    Die Frage stelle ich aus konkretem Anlass. Das Kind (3. Klasse), um das ich mir Gedanken mache, ist eher ruhig, gut in die Grundschulklasse integriert, wird von zuhause gut unterstützt, schreibt mit Aufwand 4er, selten 3er, aber auch einmal 5er (6er) - die sind aber noch selten - in den kogniviten Fächern. Ein IQ- Test zeigte nun einen Wert etwas über 80 an. Vor allem die Merkfähigkeit ist ziemlich runtergefallen.
    Im regionalen Förderzentrum gäbe es zwar kleinere Klassen, aber auch eine andere Klientel, vor allem, was das Sozialverhalten betrifft. Das wäre vom Emotionalen her für das Kind dort belastender, zumal es auch schon wegen einer komplizierten Trennungsgeschichte belastet ist.

    Wie würdet ihr die Zukunftschancen des Kindes an beiden Schultypen einschätzen? Was würdet ihr zu welchem Zeitpunkt empfehlen?
    Wenn es jetzt in das Förderschulzentrum ginge, dort die Grundschule fertig machen würde, hätte es dann eine bessere Voraussetzung zum Besuch der Mittelschule, da man sich mehr um das Kind kümmern könnte? (Das stand auch mit als Überlegung im Raum.) Wie sicher ist so etwas bei diesem nicht komfortablen IQ?

    Danke für die vielfältigen Rückmeldungen. Jetzt bin ich schon besser informiert. Ich habe nun selbst gegoogelt. Tatsächlich kommt es wohl auf gewisse Verträge an, ob die geschlossen sind oder nicht. Als Privatpatient hat man da keine Ahnung.
    Krankenkasse fände ich jetzt auch die erste Adresse bzw. in den Unterlagen schauen, wie man das mit der Versicherung geregelt hat.

    Vielleicht kann diese Frage jemand beantworten, der sich bei Pflichtversicherten auskennt:

    Wann kann man einen Kinderarzt wechseln, d.h. zu einem anderen Kinderarzt oder einem normalen Hausarzt gehen?

    Eltern einer Schülerin bekamen die Auskunft ihres Kinderarztes, dass sie ein Jahr bei ihm bleiben müssen, angeblich wegen einer U- Untersuchung.
    Das habe ich zum ersten Mal gehört.Ich dachte, dass man pro Quartal wechseln kann. Das Problem ist, dass das Kind eine Therapie braucht und der Arzt sich querstellt.

    Ich vermute, es ist eine Mischung aus vielen Gründen.

    Ich kann auch nur vermuten, doch teilweise beobachte ich es auch. Ein paar Gedanken:

    In der Grundschule sind fast alle sicheren Rechtschreiber - also auch außerhalb des gübten Wortschatzes - diejenigen, die viel lesen (Bücher). Der Umkehrschluss gilt allerdings nicht für alle: Es gibt aber auch Vielleser, die nicht unbedingt rechtschreibsicher sind.

    Es gibt genug Schüler, die viele ihrer Fehler nicht sehen. Sie haben die Wörter nicht in ihrem Gedächtnis. Gleichzeitig zeigen sie insgesamt ein geringes Rechtschreibgespür. Bei einigen fruchtet der Rechtschreibunterricht, dass sich das verbessert, bei anderen nicht so sehr. Ich sehe es auch gekoppelt mit der Konzentration, es gibt Schüler die bei Rechtschreiberklärungen abschalten.

    Einige Schüler kennen Rechtschreibregeln, können dir alles erklären, wenn sie aber etwas schreiben, sind viele dieser Regeln wie ausgeblendet.

    Viele lassen sich in der Grundschule bei Sachfächern von den Eltern mündlich abfragen und machen entsprechend viele Rechtschreibfehler in den Proben. Wer sich mit der Zeit schriftlich vorbereitet, bei dem steigt die Wahrscheinlichkeit die Wörter richtig zu schreiben.

    Den Hang zum oberflächlichen Arbeiten - also nicht genau Hinschauen beim Abschreiben haben bei den zukünftigen Gymnasialschülern vor allem Jungs. (Ausnahmen gibt es aber auch.) Da muss es schnell gehen. Hauptsache fertig.

    Es gibt Kinder, die können nicht richtig abschreiben und auswendig rechtschreiben. Ich hatte schon Fälle, da hat die Ergo die visuelle Wahrnehmung getestet. Da lag einiges im Argen. Das war sehr schwer aufzuholen.

    Es gibt immer wieder Kinder, die die Abschreibtechnik nicht verinnerlichen und so Probleme haben, ein Wortgefühl zu entwickeln.

    In der Grundschule geht man das alles immer wieder an, doch manche Fälle sind von vorneherein so schwierig, dass diverse Schüler viel Einzelbetreuung bräuchten, was nicht leistbar ist.

    Wenn ihr in so schwierigen Gebieten so große Klassen versorgen müsst, wundert mich überhaupt nichts mehr. Da kann das Niveau nur schwierig sein, die pädagogische Arbeit auslaugend.
    Wir haben auch diese Klassengrößen zwischen 24 und 28, ich empfinde die große Anzahl bei einem durchwachsenen Einzugsgebiet wie unseres schon mehr als anstrengend. Bei euch ist das noch durch den Brennpunkt und das Stadtgebiet potenziert.
    24 Schüler ist eine richtige Erleichterung gegenüber 28. Ich war einmal auf einem Dorf, da konnte man einen Jahrgang noch durch 2 teilen. Da hatte ich 19 Schüler, das war kein Vergleich, was den jetzigen Stresslevel betrifft.

    Außerdem wüsste ich gern, ob die Behauptung stimmt, dass nicht mehr geübt wird. Interessanterweise scheint mir die Behauptung immer aus weiterführenden Schulen zu kommen. Was sagen denn die GrundschullehrerInnen dazu?

    Bei uns wird schon die Rechtschreibung geübt, immer wieder. Thematisiert nach Strategien und Lernwörtern. Genauso wie Lesen. Der Lehrplan schreibt so einiges vor. Außerdem wird auf die Rechtschreibung bei allen Schreibaktionen geachtet.

    In Bayern unterrichten nur grundständig ausgebildete Grundschullehrer/innen (im Vergleich zu Berlin) und inzwischen ein paar wenige umgeschulte/weitergebildetete Lehrer vom Gymnasium. Also keine speziellen Seiteneinsteiger.

    Außerdem kommen uns/mir die Anforderungen von Vera 3 nicht ein Schuljahr zu hoch vor. In Mathematik hat man halt das eine Thema nicht gemacht, dann beantworten die Schüler die Fragen nicht. Dasselbe, wenn Grammatik oder Rechtschreibung abgefragt wird.
    Doch ich habe festgestellt, dass auf die Ergebnisse nicht ausschlaggebend ist, wenn etwas nicht gemacht wurde. Es wird eher auf die Kompetenzbereiche geschaut, und da gibt es zu den unterschiedlichen Themen immer alle Kompetenzbereiche.
    Wenn es um die Auswertung geht, werden wir eher vom Schulamt darauf aufmerksam gemacht, wenn unsere Schule bzw. eine Klasse nur niedrige Kompetenzbereiche erreicht hat um uns unter Druck zu setzen das zukünftig abzustellen. Die Konsequenz ist dann, dass manche auf Vera speziell üben, was ich als Augenwischerei empfinde. Wobei - die Formate sollten den Kindern schon vorher bekannt sein, sonst haperts daran, dass sie die Aufgabenart nicht verstehen.

    Ich hatte in meinen Klassen in den letzten Jahren durchschnittlich 0-1 vom Schulpsychologen getestete Rechtschreibstörungen, Lesestörungen weniger. Als wir noch die schwächeren Kriterien Rechtschreibschwäche und Leseschwäche hatten, waren es von dieser Kategorie etwas mehr, so 1-3.
    Es ging immer um die Diskrepanz zwischen Intelligenz und Teilleistungsschwäche. Ein Kind, dessen schwache Rechtschreibung zum Intelligenzgrad passt, hat dann lt. Definition eher einen insgesamt sonderpädagogischen Förderbedarf, da wird nicht mehr von einer Rechtschreibstörung gesprochen. Das sind dann die Inklusionskinder. Also sind diese schon rausgerechnet. Ungefähr mehr als die Hälfte des sonderpäd. Förderbedarfs hat auch eine schwache Rechtschreibung.

    Die Schulsozialarbeit an unserer Grundschule ist nicht mehr wegzudenken. Diese existiert an meiner Schule seit ca. 12 Jahren. Unsere Schulsozialarbeiterin geht mit in die Klassen, wenn es Probleme gibt, betreut einzelne Schüler und Familien, entwickelt mit dem Lehrerkollegium zusammen Konzepte im sozialen Bereich. Bei schwierigen Pausenkonflikten schicken wir die Kontrahenten zu ihr oder die Kinder gehen von sich aus zu ihr - sie ist, wenn sie im Haus ist, immer im Kinderbüro ansprechbereit. Dadurch ist uns der Rücken freigehalten. Durch die Beteuung einzelner Schüler von Anfang an konnte schon einiges frühzeitig aufgefangen werden. Unsere Sozialarbeiterin stellt sich ab und zu morgens an den Eingang und beobachtet in welcher Stimmung Kinder hereinkommen. Wenn ihr etwas auffällt (evtl. depressive Stimmung), spricht sie die Kinder an. Es gibt auch Probleme, die sich die 4 Grundschuljahre durchziehen, vor allem, wenn Eltern sich konträr verhalten. Bei uns hätte auch ein zweiter Schulsozialarbeiter genug Arbeit bei ca. 500 Schülern.

    Ich muss jetzt einmal die Gymnasialsportlehrer loben, nachdem Negatives geschrieben wurde. Ich bin vor vielen Jahren zur Schule gegangen, war auf einem Gymnasialzweig, wo Sportabitur inklusive war.
    Später habe ich jahrelang in der Mannschaft Volleyball gespielt, bis es nicht mehr schmerzfrei ging.
    Ich habe von allen Techniken, sei es Turnen, Leichtathletik, Ballspiele (war mein Schwerpunkt zusammen mit Leichtathletik) so viel profitiert, dass das heute noch als Hintergrundwissen da ist und mir viele Abläufe präsent sind.

    Danke für die Info Susannea. Das Sportabzeichen machen wir auch, da hat man einige Varianten.

    Mich wundert, dass die Rolle rückwärts auf der offiziellen Seite nicht mehr erscheint und dort auch beschrieben wird, dass die Richtlinien 2013 überarbeitet wurden.

    Zitat aus der Seite:
    "In Übereinstimmung mit den Rahmenplänen der Primarstufe 1 bis 4 der Länder soll bei den Bundesjugendspielen eine sportliche Frühspezialisierung vermieden werden. Zugleich werden die Kinder systematisch an die drei Grundsportarten Leichtathletik, Gerätturnen und Schwimmen herangeführt. Dem Ausschuss für die Bundesjugendspiele erscheint eine freudvolle und spielerische Durchführung der Bundesjugendspiele für diese Jahrgänge besonders wichtig. Diesen Anforderungen entsprechen insbesondere die im Bereich „Wettbewerb“ angebotenen Übungen, deren Ausführung nicht an normierte Sportgeräte oder -stätten gebunden ist und die einen spielerischen Zugang zu Sport, Spiel und Bewegung ermöglichen."

    Sportunterricht.de kenne ich auch, die Seite hat schöne Ideen, ist aber nicht offiziell. Vielleicht sind die vorgestellten Kopien aus dem Handbuch für Bundesjugendspiele eine Fassung vor 2013, was dann den Aspekt der "Gefährlichkeit", wie es uns in Fortbildungen nahegelegt wurde und dass es aus dem Lehrplan herausgenommen wurde, unterstreichen würde.

    Crestos:
    Keine Ahnung, habe ich nicht mitbekommen, warum man den Handstand gestrichen hat. Ich gebe Sport zwar gerne, bin aber nicht sooo in das Fach involviert.

    Vielleicht noch eine Info:
    Bei uns ist die Rolle rückwärts aus dem Lehrplan der Grundschule gestrichen worden. Wir haben an Bodenturnen nur noch die Rolle vorwärts und das Rad im Lehrplan. Auch den Handstand sucht man vergebens.
    Dafür haben wir jetzt Bewegungskünste neu wie z.B. statische Akrobatik. Das finde ich auch nicht ohne.

    Ich habe einmal eine Frage an studierte Sportlehrer, die auf dem neusten Stand sind:
    Uns hat man in Fortbildungen gesagt, dass man die Rolle rückwärts nicht mehr machen sollte mit den Grundschülern, weil das zu gefährlich sei. Eine weitere Begründung gab es nicht.
    Aber: In fast allen aktuellen Sportunterlagen der Grundschule und auch im Internet auf Seiten von Sportverbänden finde ich keine großen Bedenken in Bezug des Erlernens der Rolle rückwärts. Selbst Julia Bracke hat es in ihren Sportzirkeln (Grundschulliteratur) drin.
    Ist jetzt die Rolle rückwärts zu machen wirklich gefährlich? Warum soll dann die Rolle vorwärts dagegen harmlos sein?
    Bei beiden Varianten muss man auf gewisse Techniken/Abläufe achten.

    @Kopfschloss
    Was war denn das für eine Aufgabe?
    Im 2. Schuljahr werden keine mehrgliedrige Sachaufgaben gemacht. Oder bei euch doch?
    Wenn man in irgendeinen Zahlenstrahl irgendetwas eintragen muss,
    rechne ich das z.B. nicht als Folgefehler.

    @Berufsschule
    Das kommt vor. Wer nur irgendwelche Defizite, die im Vorschulalter auffallen in der Förderschule in Kleingruppen aufholen muss und normal begabt ist, der hat ganz normale Chancen wie andere auch, wenn er in der 3. Klasse an die Grundschule kommt. Solche Schüler, die ich hatte, sind nach der 4. Klasse hauptsächlich auf die Realschule gegangen, einer sogar aufs Gymnasium.

    Bei traditionellen Textaufgaben mache ich es so wie Zirkuskind beschrieben.

    Es gibt ja auch reine Rechenaufgaben, wo man Zwischenschritte aufschreiben soll.
    Da zähle ich nicht immer oder kaum die Folgefehler.
    Es kommt auf die Aufgabenart an und wie man die Punkteverteilung geplant hat.
    Manchmal gibt es in der Grundschule Aufgaben, da zählen die Rechenschritte, woraus man die Logik sieht, extra und das Ergebnis extra.

    Ich habe es immer so gesehen, dass die Hauptschule auf handwerkliche Tätigkeiten vorbereiten soll, die Realschule auf nicht-akademische Bürotätigkeiten und das Gymnasium auf akademische Berufe.

    So würde ich es auch gerne sehen, aber leider ist es nicht so. Es ist eine reine kognitive Leistungsauslese gepaart mit Arbeitshaltung, zumindest was unsere Empfehlungen, bei denen ein gewisser Notendurchschnitt in D, M und HSU erreicht werden muss, in Bayern betrifft. Auch wenn diese Empfehlung in anderen Bundesländern nicht verbindlich ist, wird sie - so denke ich - dennoch auf diesen Grundlagen erstellt. Von meinen Viertklässlern gehen Schüler auf die Hauptschule, die kognitiv im Augenblick keine andere Chancen haben.
    Die praktische Begabung zieht sich durch alle Schularten. Das sehe ich, wenn am Ende der 4. Klasse die Schüler in die verschiedenen Schularten übertreten. Ich habe oft zukünftige Gymnasiasten die super praktisch begabt sind. Die können es halt auf allen Gebieten. Leider geht dieses Talent an den Gymnasien unter. Auch sportliche, künstlerische und musikalische Begabungen ziehen sich durch alle Schularten. Oft sind in allen Bereichen die zukünftigen Real- und Gymnasialschüler leicht im Vorteil.
    Wenn man am dreigliedrigen Schulsystem festhalten möchte, muss man es sehr offen, mit vielen Möglichkeiten unterschiedlich weiterzumachen, ausstatten.
    Am Ende der Grundschule haben manche Kinder - vor allem Mädchen - gewisse Traumberufe, die allerdings noch in vielen Fällen unrealistisch sind. Auf einen Berufswunsch hin überzutreten, macht am Ende des 4. Schuljahrs nicht viel Sinn.
    In Bayern machen viele nach dem mittleren Schulabschluss weiter. Es gibt immer mehr Lehrer, die erst auf der Realschule waren und dann auf der FOS das Abitur gemacht haben.

    Ich erlebe es eher umgekehrt wie die TE vermutet.
    Viele dieser Kinder sind ohne Aufforderung hilfsbereit (in den letzten Jahren waren es immer "Migrations"kinder, die ohne Aufforderung bei unangenehmen Dingen wie Aufräumen, wenn man es eilig hatte, bereit waren, das zu tun, während andere so taten, wie sie das nichts anginge), was Gemeinschaftsaufgaben betrifft und manche auffallend höflich. Der Ausländeranteil ist bei uns nicht so hoch. Ich habe im Schnitt eine Handvoll pro Klasse.

    P.S.:
    Ich sehe gerade, dass die TE Primarstufe angegeben hat. Da wundert mich das Gerücht unter den Studenten schon sehr.

    Normalerweise ist bei uns im 4. Schuljahr Sexualerziehung. Wir holen da meistens Experten von pro familia.

    Vielleicht hilft dir die Elternbroschüre oder auch die ganze Seite weiter in deinen Fragen:
    https://schule.loveline.de/index.php?id=132

    Das muss man einschätzen und mit anderen beraten, z.B. der Sozialarbeit, der Schulleitung, Sexualpädagogen, ob man die Eltern informiert. Ich hätte in dem Fall die Eltern informiert, aber nicht, um ein Drama zu veranstalten, sondern einfach informiert und ihnen evtl. besagte Broschüre, die übrigens auch pro familia empfiehlt, gegeben.
    Im 4. Schuljahr gibt es immer wieder sexualisierte Fälle, das ist eine Begleiterscheinung der Vorpubertät. In einer meiner Klassen kam einmal massiv auf, anderen zwischen die Beine zu fassen. Da habe ich mir die Jungs einmal zusammengenommen und ein Extragespräch geführt, aber nicht die Eltern informiert. Aber ich habe die betreffenden Eltern informiert, als ich mitbekommen habe, dass ein Kind ungeschützt ein Handy benutzt und da auf Pornofilme kam.
    Es gibt auch Kinder, meistens kleinere, die ein offensives sexualisiertes Verhalten zeigen. Da sollte man auch Missbrauch im Fokus haben. In solchen Fällen muss man erst abwägen und überlegen, wen man da informiert.
    Mit Sorgen machen kommt man nicht viel weiter, man muss die Dinge professionell betrachten und überlegen, wie es das Beste für das Kind ist.

    P.S.: Bis jetzt habe ich die Erfahrung gemacht, dass Kinder solche Dinge nur erzählen, wenn sie das mitbekommen haben oder im weitesten Sinn "Opfer" waren. Die Kinder, die so etwas initiieren, erzählen so etwas nicht. Wenn es so abgelaufen wäre, dass sich jemand beklagt hätte, dann muss man natürlich initiativ werden. Da würde ich aber normalerweise erst ein Gespräch mit dem Verursacherkind suchen. Weiteres Vorgehen oder nicht ergibt sich dann.

    Ich kann es mir einfach nicht vorstellen, dass ein Kind der 3./4. Klasse frank und frei der Lehrkraft erzählt, dass es Doktorspiele macht. Es sei denn, es sind tatsächlich ganz harmlose Doktorrollenspiele, wie man andere Rollenspiel spielt und nicht das, was wir uns darunter vorstellen.

    An meiner Schule kommt an einem Tag in der Woche die Sonderpädagogin (MSD= mobiler sonderpädagogischer Dienst) vom Bereich Lernen für 6 Stunden. Die verteilen sich dann folgendermaßen:
    - Sie testet oder/und beobachtet während dieser Zeit Schüler, wo das so mit der Klassenlehrkraft ausgemacht ist.
    - Sie fördert Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Verdacht darauf in der Kleingruppe.
    - Sie ist in einer Klasse mit drin und differenziert schwächere Kinder.
    Dabei werden Kooperationsklassen bevorzugt behandelt, weil sich dort alle Schüler mit sonderpäd. Förderbedarf einer Jahrgangsstufe befinden, wo es schon vor der Einschulung klar war. Das sind oft 4-6 Kinder in Kooperationsklassen.
    Da wir wesentlich mehr Klassen als die 6 Stunden haben, ist das wenig.
    Kooperationsklassen erhalten pro Woche noch eine zweite Differenzierungsstunde durch eine Förderlehrerin (dies ist in By eine extra Ausbildung, diese Lehrer fördern in allen Bereichen, führen keine Klassen, arbeiten mit Kleingruppen, werden schlechter bezahlt als Grundschullehrer). Für alle Klassen einer Jahrgangsstufe haben wir einmal in der Woche eine Differenzierungsstunde, die wir uns teilen müssen.
    Eine Kooperationsklasse kommt somit auf 2 doppelt besetzte Stunden pro Woche.
    Eine "normale Klasse" vielleicht auf eine. Meistens stellen sich in den "normalen" Klassen im Lauf des 1. und 2. Schuljahrs 1-2 weitere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf L heraus, manchmal getestet, manchmal vermutet.
    Die anderen Fälle, wie ADHS, leichter Autismus usw. rechne ich nicht mit - da ist eher unsere Sozialarbeiterin zuständig, die fast ständig während des Vormittagsunterrichts anwesend ist. Ein spezieller MSD für diese Fälle ist mit großem Glück zu bekommen.
    Dann haben wir immer wieder Kinder mit Schulbegleitung, z.B. Downsyndrom also irgendwelche geistige und meistens auch körperliche Einschränkungen. Da ist die Schulbegleitung als Unterstützung da, ein passender MSD für diese Kinder ist nur selten da.

    Beratungen bekommen wir in Bayern gut, es gibt unterschiedliche MSDs, die man anfordern kann. Der MSD Lernen ist am leichtesten zu bekommen. Aber mit der konkrete Förderung durch Doppelbesetzung sieht es ganz mager aus. Es wird eher reduziert. Vor 3 Jahren bekamen Kooperationsklassen mehr Doppelbesetzung - bis zu 4 Stunden. Jetzt sind es nur noch 1-2.

    Man könnte auch das Schulprofil "Inklusion" beantragen. Da erhält man etwas über 20 Stunden zusätzlich. Davon müssen aber wieder die Beratungs- und Teststunden des MSD abgezogen werden, dann sind das effektiv vielleicht 15 Stunden für die gesamte Schule. Dazu ist man aufgefordert, ein Konzept zu erstellen und es finden regelmäßige Teamsitzungen statt. Viele Schulen finden dieses Angebot nicht attraktiv, zumal man dann noch mehr Inklusionskinder als beim "normalen" Schulbetrieb bekommt, weil Eltern davon ausgehen, dass die Schule "Profi" in der Inklusion ist.

Werbung