Ich nehme an, es handelt sich um 8jährige Kinder. Wie groß ist die Klasse?
So wie du das schilderst, sind die Kinder außer Rand und Band. Was sagen denn deine Kolleginnen zu der Klasse? Wurde die Klassenlehrerin plötzlich krank? Gab es schon vorher Probleme? Wie vorher schon geschildert wurde, hole dir vor Ort Unterstützung (Rektor z.B.) und befrage KollegInnen.
Ansonsten ist mir aufgefallen:
Du hast deine Methoden innerhalb von 2 Wochen sehr schnell gewechselt. Ich würde lange bei einer Methode bleiben und diese versuchen eher durch Konsequenzen durchzusetzen.
So aus dem hohlen Bauch heraus, vielleicht kannst du etwas damit anfangen:
Gut hilft bei kleinen Grundschülern:
loben, loben, loben und zwar einzelne Kinder. Super, dass du das schon schaffst z.B.
Wenn du mit Lob anfängst, wollen andere Kinder auch gelobt werden. Oder: Mal sehen, wer ....
Wir hatten einmal einen Thread, da hat - ich meine Krabappel - die Lobstrategien gut zusammengefasst.
Loben funktioniert besser als schimpfen oder nur strafen in diesem Alter. Mit loben kann man einige Mitläufer gut einfangen. Wenn du schwerpunktmäßig schimpfst, fühlen sich die Schüler abgelehnt und sie sehen dann keine Notwendigkeit, etwas für dich zu tun. Gerade in der Grundschule geht viel über die Beziehung.
Dennoch wichtig: Sicher und bestimmt auftreten, keinen Zweifel daran lassen, dass du die Chefin bist. Konsequent auftreten. Wer Gegenstände herumwirft, malt ein Bild oder schreibt etwas - je nach Vermögen, warum das gefährlich ist - mit Unterschrift der Eltern. Die Kinder auf die Gefährlichkeit und Verletzungen hinweisen.
Beim Spiel diejenigen bevorzugen und das äußern, die sich regelkonform verhalten haben. Die Störer müssen länger warten. Erst wenn sie sich ein Weilchen richtig verhalten haben, dann dürfen sie sich richtig beteiligen.
Ruhige, reflektierende Einzelgespräche mit Kindern finde ich gut - Grundschüler wissen auf die Fragen "warum" keine vernünftige Antwort und sind schnell bei Schuldzuweisungen. Sie sollten vielleicht eher darauf zielen, warum etwas nicht gut ist und wie man das in Zukunft vermeiden könnte.
Erziehung in der Grundschule ist eine langwierige Arbeit und das geht nicht von heute auf morgen. Ich habe meine neue 3. Klasse (vom Verhalten her allerdings normaler Standard) nach 7 Schulwochen so weit, dass die Klassenzimmerlautstärke und Arbeitslautstärke bei Unterrichtsphasen, wo man reden kann oder muss, sich reduziert hat - mit ständigen Reflexionen und Rückmeldungen. Es dauert!