An meiner Schule kommt an einem Tag in der Woche die Sonderpädagogin (MSD= mobiler sonderpädagogischer Dienst) vom Bereich Lernen für 6 Stunden. Die verteilen sich dann folgendermaßen:
- Sie testet oder/und beobachtet während dieser Zeit Schüler, wo das so mit der Klassenlehrkraft ausgemacht ist.
- Sie fördert Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf oder Verdacht darauf in der Kleingruppe.
- Sie ist in einer Klasse mit drin und differenziert schwächere Kinder.
Dabei werden Kooperationsklassen bevorzugt behandelt, weil sich dort alle Schüler mit sonderpäd. Förderbedarf einer Jahrgangsstufe befinden, wo es schon vor der Einschulung klar war. Das sind oft 4-6 Kinder in Kooperationsklassen.
Da wir wesentlich mehr Klassen als die 6 Stunden haben, ist das wenig.
Kooperationsklassen erhalten pro Woche noch eine zweite Differenzierungsstunde durch eine Förderlehrerin (dies ist in By eine extra Ausbildung, diese Lehrer fördern in allen Bereichen, führen keine Klassen, arbeiten mit Kleingruppen, werden schlechter bezahlt als Grundschullehrer). Für alle Klassen einer Jahrgangsstufe haben wir einmal in der Woche eine Differenzierungsstunde, die wir uns teilen müssen.
Eine Kooperationsklasse kommt somit auf 2 doppelt besetzte Stunden pro Woche.
Eine "normale Klasse" vielleicht auf eine. Meistens stellen sich in den "normalen" Klassen im Lauf des 1. und 2. Schuljahrs 1-2 weitere Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf L heraus, manchmal getestet, manchmal vermutet.
Die anderen Fälle, wie ADHS, leichter Autismus usw. rechne ich nicht mit - da ist eher unsere Sozialarbeiterin zuständig, die fast ständig während des Vormittagsunterrichts anwesend ist. Ein spezieller MSD für diese Fälle ist mit großem Glück zu bekommen.
Dann haben wir immer wieder Kinder mit Schulbegleitung, z.B. Downsyndrom also irgendwelche geistige und meistens auch körperliche Einschränkungen. Da ist die Schulbegleitung als Unterstützung da, ein passender MSD für diese Kinder ist nur selten da.
Beratungen bekommen wir in Bayern gut, es gibt unterschiedliche MSDs, die man anfordern kann. Der MSD Lernen ist am leichtesten zu bekommen. Aber mit der konkrete Förderung durch Doppelbesetzung sieht es ganz mager aus. Es wird eher reduziert. Vor 3 Jahren bekamen Kooperationsklassen mehr Doppelbesetzung - bis zu 4 Stunden. Jetzt sind es nur noch 1-2.
Man könnte auch das Schulprofil "Inklusion" beantragen. Da erhält man etwas über 20 Stunden zusätzlich. Davon müssen aber wieder die Beratungs- und Teststunden des MSD abgezogen werden, dann sind das effektiv vielleicht 15 Stunden für die gesamte Schule. Dazu ist man aufgefordert, ein Konzept zu erstellen und es finden regelmäßige Teamsitzungen statt. Viele Schulen finden dieses Angebot nicht attraktiv, zumal man dann noch mehr Inklusionskinder als beim "normalen" Schulbetrieb bekommt, weil Eltern davon ausgehen, dass die Schule "Profi" in der Inklusion ist.