War man früher leichtsinnig? War man sich früher der Gefahren gar nicht so bewusst, oder man hat sich einfach darauf verlassen können, dass sich auch die Kinder verantwortungsvoll verhalten?
Ich gehe einmal in meine Kindheit zurück. Das Freibad war um die Ecke. Meine Mutter konnte nicht schwimmen, mein Vater nur etwas mit einer "versteckten" Schwimmhilfe. Er war in den 30igern. Dennoch gingen meine Eltern, vor allem mein Vater mit uns, wenn es ihre Zeit erlaubte, ins Schwimmbad. Zuhause machten wir Trockenübungen auf einem Stuhl.
Im Nichtschwimmerbecken, das tiefer wurde, lernten wir dann die Schwimmbewegungen, indem wir uns am Rand festhielten und uns unsere Eltern mit den Beinbewegungen halfen.
Wenn wir alleine im Nichtschwimmerbecken spielten, versuchten wir uns immer weiter vorzuwagen an die Stellen, wo wir nicht stehen konnten. Irgendwie war das ein Wettbewerb unter uns Kindern. Allerdings konnten wir schnell tauchen. Irgendwann im Grundschulalter gingen wir alleine ins Schwimmbad, obwohl wir nur ein paar Züge schwimmen konnten. Aber: Wir hatten genau im Gefühl, wie weit wir im Becken noch sicher waren.
Weiter ging es dann nur unter Gleichaltrigen ins tiefe Becken, Da schwammen wir ein paar Züge am Rand. So erweiterten wir unser Können. Wir fragten den Bademeister, ob er unsere Technik angucken könne, damit wir uns verbessern. Der bzw. die Bademeister war(en) so oder so Dreh- und Angelpunkt beim Schwimmenlernen. Bei ihm meldete man sich für die Schwimmabzeichen an. Auch wenn man mal anfangen wollte, vom Sprungturm zu springen oder den Kopfsprung zu üben. Wir fragten immer den Bademeister.
Schwimmunterricht in der Schule gab es nicht. Ich konnte irgendwann eine Breite schwimmen, dann eine Länge. Und so brachten wir uns das letztendlich selbst bei. Etwas Schwimmunterricht im Freibad hatte ich irgendwann ab der Mittelstufe Gymnasium. Aber da konnte ich schon schwimmen und hatte auch schon einige Abzeichen.
Ich weiß von keinem Kind, das im Schwimmbad ertrunken ist. Irgendwie hatten wir das Gefühl.