Beiträge von Caro07

    Kommt eine Montessorischule infrage? Die sind am ehesten auf individuelles Lernen eingestellt.

    Montessori würde ich mir aber genau anschauen. Diese arbeiten viel mehr mit anschaulichem Material und sind mehr auf Förderung angelegt. Ist zwar eine tolle Sache, aber ich weiß nicht, ob das in diesem Fall passend wäre. Mein Bruder hat seine Kinder in den höheren Klassen von der Montessori-Schule genommen und direkt aufs Gymnasium getan, weil sie vergleichweise nicht weiterkamen.

    Meine Haltung ist: Wenn ein Kind mit seiner Hochbegabung ein Problem hat, sollte man an der Haltung des Kindes arbeiten. Ich habe nie verstanden warum es komisch sein soll, nur gute Noten zu haben.

    Ich vermute einmal, dass es eine große Herausforderung für jemanden ist, dem alles zufliegt, Geduld und Motivation für etwas aufbringen zu müssen, was er nicht so gut kann. Das ist etwas, woran man arbeiten kann.

    Hier ein paar Gedanken/Erfahrungen:

    - Ich war zuletzt an einer Flexiblen Grundschule. Da gab es die Möglichkeit, Klasse 1/2 in 1-3 Jahren zu absolvieren. Gibt es so etwas in deiner Nähe? Dann könntest du dein Kind so einschulen wie du willst und hättest in Klasse 1/2 die flexible Möglichkeit.

    - Ein Hochbegabter meiner Klasse wurde normal eingeschult, bestand die Aufnahmeprüfung für einen Hochbegabtenzweig am Gymnasium. Das war ein gutes Konzept, ihm gefiel es dort, sie hatten dort viele zusätzliche Angebote. Ihm fiel es nicht schwer, auf eine andere Schule als seine Klassenkameraden zu gehen, weil sein Verhalten auffällig war und die Gefahr des Mobbings bestand.

    - Zusätzliche Förderung muss nicht unbedingt etwas Musisches sein. Bekannte schickten ihren Sohn früh in einen Schachclub und in einen Sportverein.

    - Eine Familie, der ich als Lehrerin begegnete, hatte gleich 3 hochbegabte Kinder. Den Ältesten ließen sie am Gymnasium überspringen mit dem Ergebnis, dass er vom Gymnasium runtermusste und es nicht schaffte. Der Mittlere war bei mir, wurde normal eingeschult, hatte eine normale Schulkarriere mit guten bis sehr guten Noten. Auch bei ihm kam in 3./4. Klasse das Thema Überspringen auf, aber dem Kind gefiel es sehr gut in der Klasse, war Klassensprecher und die Mutter machte gerade negative Erfahrungen mit dem älteren Sohn. Ich kenne ihn als Erwachsenen - er hat in einem Unternehmen eine führende Stelle (hat studiert ). Die jüngste Tochter schulten sie dann früher ein.

    - Vor langer Zeit hatte ich einen hochbegabten (jüngeren) Jungen in Klasse 3/4, der von seiner Mutter gefördert wurde, sehr gut war, aber durch problematisches Sozialverhalten auffiel, sein Verhalten schlecht ändern konnte, allerdings deswegen auch gemobbt wurde.

    - Wir hatten einmal einen extremen Fall in der Schule, wo das Kind (Junge) gleich 2 Klassen innerhalb kurzer Zeit übersprang. Das war, was die Psyche des Kindes anging, ein großer Fehler. Er hat sich nicht integrieren können und eher still gelitten. Ich habe auch ihn als Erwachsenen wiedergetroffen. Das Sozialverhalten/ das Verhalten anderen gegenüber finde ich sehr gewöhnungsbedürftig.

    - Nach meiner Beobachtung fallen früher eingeschulte Mädchen insgesamt weniger auf (also in Klasse 3/4) als Jungen. Bei manchen Mädchen wusste ich es gar nicht, bis ich einmal das Geburtsdatum anschaute bzw. die Eltern mir es sagten. In Klasse 1/2 allerdings ging es mir manchmal so, dass auch Mädchen sich schlecht organisieren konnten und ein kindlicheres Verhalten zeigten. Bei manchen hat es sich aber die ganze Grundschulzeit durchgezogen.

    - Das Hingezogensein zu Älteren und deren Spiele kommt häufiger vor als man denkt. (Was ich persönlich bei vielen schade finde, weil man einige Erfahrungen überspringt.)

    Mein Fazit: Man kann es nicht wissen, wie sich etwas entwickelt. Wichtig finde ich die Förderung der Entwicklung der sozialen Intelligenz (viele, die kognitiv weiter sind, hinken da hinterher) und alternative Freizeitbeschäftigungen. Früher einschulen ist ein Risiko, kann aber gut gehen. Bei Mädchen geht es meiner Erfahrung nach eher gut als bei Jungs.

    Überspringen halte ich insgesamt für ein großes Risiko. Nicht viele können ihre Noten halten. Sie müssen sich an neue Klassen gewöhnen, sind jünger, können der bestehenden Klassendynamik, in die sie reinkommen, weniger entgegen setzen. Wichtig ist doch auch, dass man in die Klassengemeinschaft integriert wird. Zudem sind sie oft emotional auf einem anderen Entwicklungsstand.

    Ich würde mich bezüglich der passenden Schule genauer umschauen.

    Wenn es mein Kind wäre, würde ich eher darauf schauen, dass es mit Gleichaltrigen bzw. solchen, die sozial auf dem gleichen Stand sind, in der Klasse zusammen ist. Nicht nur das Kognitive, sondern auch der Umgang mit Menschen ist für das zukünftige Leben wichtig.

    Anekdotisch:

    Bruder A und ich gingen auf das allgemeinbildende Gymnasium in Ba-Wü. Bruder B machte nach der mittleren Reife eine Lehre und ging gleichzeitig auf eine Schule, wo er die fachgebundene Hochschulreife und ich glaube, das Abitur machte.

    Bruder B sagte häufiger zu uns, dass wir ernorme Vorteile bezüglich Ausdrucksfähigkeit und Englisch hätten im Vergleich zu ihm, weil wir das alles am Gymnasium von Pike auf, sozusagen grundständig, gelernt hätten. (Obwohl Bruder B Ingenieur wurde und vielleicht eher technisches KnowHow brauchte und Bruder A und ich etwas Soziales machten.) Die Ausdrucksfähigkeit war niemandem in den Schoß gelegt, weil wir starken Dialekt sprachen.

    Leider haben auch wir damit zu kämpfen, dass viele, warum ist mir ein Rätsel, bei berufsbildender Schule nur Berufsschule verstehen. Wir sind das größte Gymnasium mit den meisten Abiturienten in der Stadt.

    In Bayern gibt es einige Schulen, wo man Abitur (FOS, BOS, Bayernkolleg z.B.) machen kann. Allerdings werden nur das allgemeinbildende Gymnasium und das Abendgymnasium als solches bezeichnet, die anderen eben so, wie sie heißen. Deswegen war ich wegen des Begriffes etwas "verwirrt" .

    https://www.km.bayern.de/lernen/ubertri…che-schulsystem

    Von Ba-Wü kenne ich noch die Fachgymnasien, die man nach der mittleren Reife die 3 Jahre bis zum Abitur besuchen konnte.

    Sind eigentlich die Anforderungen in Deutsch zwischen den Schularten, die zum Abitur führen, vergleichbar? Könnte es sein, dass man an beruflichen Gymnasien andere Schwerpunkte setzt und deswegen es bei so manchen Schülern vermehrt Probleme mit der Ausdruckfähigkeit gibt?

    Die Methode finde ich sehr gut chilipaprika. Das hatte ich schon vergessen: In der GS arbeiten wir mit Wortspeicher, wo wichtige Wörter, Begriffe und Floskeln im Klassenzimmer hängen oder in einem Heft stehen, damit man zum Thema richtig formulieren kann.

    Auch PhilippC s vorgeschlagene Methoden: gute und schlechte Texte vergleichen, Rückmeldung durch einen Partner stellen für mich einen weiteren Baustein zur Verbesserung der Ausdrucksfähigkeit dar.

    Ich denke, im Deutschunterricht gibt es viele Möglichkeiten, sprachlich zu fördern.

    Wenn es, wie ich annehme, nicht den Deutschunterricht betrifft, dann würde ich, wie Magellan schon schrieb, im Unterricht (z.B. wenn es Pädagogik betrifft) methodisch viel Textarbeit machen lassen und formulieren lassen.

    Mit jeder sinnvollen Auseinandersetzung mit der deutschen Sprache lernt man dazu. In der Grundschule bin ich zusätzlich zur Sprach- und Leseförderung regelmäßig in die Bücherei gegangen. Das Buch wurde auf verschiedene Arten vor dem nächsten Besuch vorgestellt. Lesen von sprachlich guten Texten halte ich für sehr wichtig.

    Ich weiß nicht, wie es am Gymnasium ist: In Deutsch fand ich es wichtig, selbst verfasste Texte auf Sprachrichtigkeit (und andere Fehler) korrigiert nochmals zu schreiben - nicht alle, aber ein paar. Auch dadurch lernen die Schüler, nämlich an ihren eigenen optimierten Texten.

    Als AG fällt mir jetzt auch als erstes eine kreative Schreib-AG ein. Wichtig fände ich, dass man dann die korrigierten Texte irgendwie präsentiert. Die Idee mit KI - basierten Korrekturen finde ich interessant. Ich habe leider das Buch nicht mehr - aber es gibt ein Buch, wo sehr viele kurze Schreibanlässe zum kreativen Schreiben beschrieben sind. Bei Interesse kann ich nochmals nachforschen wie das hieß.

    Eine Schülerzeitung wäre vielleicht auch noch etwas. Im entfernten Sinn eine Theater-AG oder in der Richtung etwas mit Hilfsmitteln wie Schattentheater (da könnte man Stücke selbst schreiben) oder etwas in Richtung Poetry Slam.

    Wenn du dich für Bayern interessierst, müsstest du auf dieser Seite des KM schauen. Von dort aus kommst du ganz unten weiter auf diverse Schularten. Da ist auch eine Telefonnummer für Ansprechpartner dabei. Am 19.11. gibt es zum Quereinstieg eine Online-Veranstaltung, wie ich gelesen habe.

    https://www.lehrer-werden.bayern/quereinstieg-und-sondermassnahmen

    Hier findest du z.B. etwas über Geschichte und Kunst am Gymnasium:

    https://www.lehrer-werden.bayern/quereinstieg-u…ahmen/gymnasium

    Dem Schüler ist zuerst die wahrscheinliche Benutzung des Handys gelungen, ohne dass es dir besonders aufgefallen ist. Du hattest nur den Verdacht.

    Ihm ist es gelungen, weil er unbeaufsichtigt in einem Raum alleine war.

    Dann hast du ihn erwischt. Also ziehst du die Konsequenz, egal was er erzählt.

    Ich könnte hier "Spickstorys und andere Aktionen um das Abfragen zu einem gewissen Zeitpunkt zu vermeiden" von früher als Schülerin bzw. meiner Mitschüler (bei den Lehrern, die nicht gut aufgepasst haben, wurde es je nachdem, ob man ein "Stoffdefizit" hatte, probiert, egal wie beliebt sie waren) und meiner Erlebnisse als Lehrerin aufschreiben. Als Schüler wurde man entweder erwischt oder nicht.

    Als Lehrerin war ich während meiner Anfangszeiten besonders aufmerksam, weil ich diverse Spickmethoden kannte.

    Ich habe Schüler erwischt, hatte Verdachtsmomente und vielleicht auch nicht erwischt.

    Bei Verdachtsmomenten habe ich nicht groß rumgemacht, sondern meine Aufsicht bei zukünftigen Arbeiten geändert. Z.B. habe ich braven Grundschulklassen am Anfang das Spicken nicht zugetraut und wurde nachlässig. Besonders beliebt war gegenseitige Abschreiben, auch hinter aufgestellten Trennwänden.

    Schnell habe ich bei der Korrektur gemerkt, dass welche voneinander abgeschrieben haben müssen. Die Schüler darauf angesprochen, haben es natürlich verneint. Aber für die Zukunft habe ich dann meine Aufpassmethoden geändert bzw. verdächtige Schüler von vorneherein alleine gesetzt.

    Was ich damit sagen will: Bei Verdacht würde ich persönlich hinterher keine große Affäre daraus machen, sondern für die Zukunft die Konsequenzen daraus ziehen. Allein schreiben lassen ohne Aufsicht geht nicht (mehr).

    Wenn du jemand erwischst, dann sind ja die Konsequenzen von Schulseite her klar.

    Was der Schüler hinterher zu den anderen sagt, ist egal, denn du hast das Schummeln beim wiederholten Versuch gesehen und das sind die Tatsachen.

    @plipur: In welchem Bundesland studierst du? Du könntest dir wegen der Themen im Sachunterricht den Grundschullehrplan deines Bundeslandes anschauen, dann hättest du schon Themen.

    Guck also erstmal in den Lehrplänen, ob du dadurch inspiriert wirst. Den bayerischen Grundschullehrplan findest du hier: https://www.lehrplanplus.bayern.de/schulart/grund…/fachlehrplaene

    Die Aufgabenstellung ist mir dennoch nicht ganz klar. Geht es darum zu zeigen, dass die Aufgabe zu viele Emotionen hervorgerufen hat und man schlecht auf die Sachebene kam bzw. zu stark von der Sachebene weg kam? Diesbezüglich fallen mir spontan vor allem solche Themen ein, die eine soziale Komponente haben, z.B. Auge (Blinde), Tiere (Haltungsbedingungen) , Wasser und Umwelt (Verschmutzung der Meere und Verenden der Tiere).

    Habt ihr eigentlich schon gute Aufgaben im Sachunterricht besprochen und Beispiele dafür durchgenommen?

    Wenn sie gerne reist, würde ich ihr ein Wochenende irgendwo schenken, oder einen Reisegutschein.


    Wenn sie gerne liest, von jedem von euch ein schön eingepacktes Buch und dazu einen Büchergutschein.


    Wenn sie gerne Wellness macht, einen Wellnessgutschein.

    Genau so. Ich würde etwas schenken, von dem ich weiß, dass sie das gerne macht und jetzt endlich einmal dafür Zeit hat.

    Ich würde nichts schenken, wo ich nicht sicher weiß, ob es ihr gefällt. Da ist man irgendwie in Zwang, die Gutscheine abzuarbeiten.

    Man kann ja heutzutage überall Gutscheine bekommen.

    An meiner Schule habe ich einmal in einer Klasse Vertretung gemacht, wo eine Schulbegleitung nur für die Überwachung der Diabetes eingesetzt war. Sie hat genauso gehandelt, wie Zauberwald geschildert: ständige Überwachung und Kontakt mit Eltern.

    Das zeigt einerseits, dass mit Diabetes nicht zu spaßen ist und andererseits war diese Art der Überwachung für Lehrkräfte mit Sicherheit eine große Erleichterung.

    Ja, genau das ist ja mein Problem. Es soll bei dem Notenschlüssel, der für alle in der Schule gilt, ja doch irgendwie um Vergleichbarkeit und Fairness gehen. Oder sehe ich ihn falsch? Kann ja auch sein, vielleicht habe ich einen Denkfehler drin. Wenn ich dann mit Erwartungshorizont und inhaltlichen Bereichen den Test baue, kann ich alleine, ganz individuell, bestimmen, welche Aufgabe welche Punktzahl bekommt und damit sehr genau den Klassenspiegel beeinflussen. Ist eine Aufgabe etwas schwieriger, kann ich ja einfach weniger Punkte dafür verlangen, so dass bei Nichterledigen oder Falscherledigen es nicht so aufs Punktekonto geht und der Notenspiegel am Schluss für mich zufriedenstellend ist. Das heißt, ich schaue mir den Notenschlüssel an und baue dann so, dass dieser quasi mit mir und nicht gegen mich arbeitet. Da ich also die Punkte anpassen kann, kann ich ja selbst dafür sorgen, dass es mehr Einser gibt etc. Das meinte ich mit "Verwässern". Was bringt mir also ein schulischer Notenschlüssel, den ich verwenden muss, wenn ich individuell dafür sorgen kann, ihn quasi auszutricksen? Daher wäre ich bei individueller Aufgabenstellung und klassen-individueller Punktevergabe halt auch für individuelle Schlüssel, die ich dann selbst rechtfertigen muss.

    Es gibt bzw. wir hatten eine Grundregel (jetzt gibt es, glaube ich Varianten dazu, ABs von früher werden zusammengefasst), wie die Anforderungen verteilt werden sollen bzw. war das unsere Richtlinie:

    Mit der vollständigen Lösung der reproduktiven Aufgaben sollte noch eine 4 erreicht werden, mit den reorganisierenden Aufgaben dazu eine 3, kann man die Transferaufgaben lösen, eine 2 und kann man zusätzlich noch problemlösende Aufgaben lösen, dann wird eine 1 erreicht. Wenn man dieses Schema ungefähr umsetzt, dann ähneln sich die Arbeiten im Schwierigkeitsgrad, wenn sie auch einen anderen Stoff abfragen.

    So ganz verstehe ich das Problem nicht. Du hast einen Notenschlüssel. Du stellst die Aufgaben in Bezug darauf, wie du sie in der Klasse behandelt hast. Du überlegst, zu welchem Anforderungsbereich diese Aufgaben bei deiner Klasse gehören. Dann guckst du, dass die Anforderungsbereiche im prozentualen Verhältnis einigermaßen stimmen. Du machst vorher einen Erwartungshorizont, dann weiß du auch, wie viel Punkte du für welche Aufgabe/Antwort vergibst. Du schaust die Gesamtpunktzahl an und überprüfst, ob die Verteilung der AB passt. Wenn nicht, musst du einige Aufgaben ändern in leichter oder schwerer. Man hat ja verschiedene Varianten zur Verfügung, wie man einen Stoff abfragen kann.

    Die mündliche Note dient in erster Linie dazu, die Pünktlichkeit und aktive Mitarbeit der Schüler zu fördern.

    Das ist gerne möglich. Meine Schulleitung unterstützt mich vollumfänglich und schätzt meine Arbeit.

    Komisch, so wie ich nachgelesen habe, zählen auch in Sachsen mündliche Leistungen.

    https://www.recht.sachsen.de/vorschrift_gesamt/2908/31882.pdf

    siehe §15

    (Ich hoffe, das ist noch die aktuelle Vorschrift.)

    Bei uns gibt es in 1 und 2 keine Noten, sondern vom Land vorgegebene Kompetenzrasterzeugnisse, und in 3+4 Noten bzw durch die Schulkonferenz auch festlegbar ergänzend Kompetenzraster oder Berichtszeugnisse nach von den Fachkonferenzen festgelegten Kompetenzen.

    Ich finde, man muss immer hinterfragen, welchem Zweck die Zeugniserstellung dient… Für mich machen Zeugnisse nur wirklich Sinn, wenn sie nicht als abgestempelter Ist-Zustand, sondern als ein im Verlauf des Lernprozesses als Zwischenfeedback zur Absprache von neuen Zielen betrachtetes Tool sind. Deshalb finde ich es völlig ok (weil zeitsparend), wenn auf dem Zeugnis in 3 und 4 eine Zahl steht, wenn aber gleichzeitig Eltern-Lehrer-Schülergespräche stattfinden, die unter Einbezug der Kinder aufzeigen, was der nächste Schritt ist und wenn mit den Kindern dann eine Zielvereinbarungen getroffen wird. Das wäre mein Ziel, wozu wir aber bei uns an der Schule noch kein einheitliches Prozedere haben.

    An meiner Schule läuft es auch so ähnlich ab, wie du schilderst. Lernentwicklungsgespräche mit vorangegangenem Selbsteinschätzungbogen der Schüler und Raster der Lehrkraft als Grundlage zum Gespräch gibt es zum Halbjahr.

    Ich selbst fände es schön, wenn man in der Grundschule dahin käme, dass man das Lernen nur noch über schriftliche und mündliche Rückmeldungen und vor allem über Lernentwicklungsgespräche regeln könnte. Gerade Gespräche mit den Schülern halte ich für sinnvoll zur Selbstreflexion. Allerdings fehlt da wahrscheinlich die Zeit dazu um das vollumfänglich und sinnvoll zu machen. Ich habe das z.B. in der Vorviertelstunde mit einzelnen Schülern gemacht, habe es aber nie so machen können, wie es mir vorschwebte. D.h., da bräuchte man eine Organistationsform, die nicht in unübersichtliche Mehrarbeit ausartet.

    Zauberwald: Ja, man ist auf Noten geprägt. In Englisch, wo es in Bayern an der GS keine Noten gibt, wollten die Schüler wissen, welche Note der Test, bei dem es nur Punkte gab, hätte.

    Ich konstruiere mal eine Aufgabe:

    Ein Bäckereifachverkäufer plaziert Kuchenstücke auf einem Teller: ein Stück Margaretenkuchen, zwei Stücke Zimtschneckenkuchen und drei Stücke Marmorkuchen. Berechne die Anzahl der Kuchenstücke auf dem Teller!


    Wenn jetzt ein Kind als Rechnung 2+3+1=6 rechnet, ist das dann auch falsch?

    Hier ein Link zur Addition zu einer pikas verwandten Seite der TU Dortmund: https://mahiko.dzlm.de/node/47

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