Ich habe gerade meine alten, noch vorhandenen Hefte aus der Grundschulzeit in Ba- Wü (in den Mitt60igern) angeschaut. Die Schrift war die LA. Der Eindruck von der Schrift deckt sich mit dem von gingergirl. Die Schrift wurde streng benotet, kann man sich heute schlecht vorstellen. Vor allem, dass man in kurzer Zeit eine schöne Schrift entwickeln kann. Ich bin umgelernte Linkshänderin, dennoch war meine Schrift im 2. Schuljahr sehr schön und auch im 3. Schuljahr. Im 4. Schuljahr habe ich angefangen zu experimentieren und die Schrift meiner Lehrerin nachgemacht, die nicht ganz konform war. Im Schnitt bekam ich eine 2 für meine Schrift, wobei ich heute nicht sagen könnte, was man da hätte noch besser machen können.
Schriftnoten gab es in den Schönschreibheften und bei allen Sorten von Diktaten (geübte und ungeübte). Bei geübten Diktaten hatte man bei 0 Fehlern die Note 2. Vielleicht zählte die Note nicht fürs Zeugnis, denn ich hatte im Rechtschreiben meistens eine sehr gute Note. Bei Aufsätzen, die doch so einige Nacherzählungen beinhalteten, gab es nur die Aufsatznote. An Entwürfe kann ich mich nicht erinnern. Ich meine, dass man eher darauf geachtet hat, dass man möglichst ohne Fehler und schön schreibt. Meine Aufsätze waren, wenn ich das mit heute vergleiche bzw. was ich von guten Schülern erwarte, eher kurz, enthielten aber vom Wortschatz her Wörter, auf die heutige Grundschüler nicht unbedingt standardmäßig kommen.
Was mir auf noch aufgefallen ist: Wir haben viel abgeschrieben. Das, was wir teilweise in Deutsch abgeschrieben haben, war zwar - heute würde man sagen - altbacken, aber sprachlich von den Wörtern her auf höherem Niveau. Auch bei den Heimatkundeheften staune ich, was wir da alles eingetragen haben. Es war allerdings eher Wissensvermittlung mit Schwerpunkt Biologie und Heimatkunde (davon Geschichtliches und Erdkundliches). Wir haben so nicht experimentiert, höchstens mal uns irgendetwas in Natura angeguckt.
Leistungskontrollen (Noten) gab es in Deutsch in Ba-Wü nur in Diktaten (nannte sich Rechtschreiben, waren aber nur Diktate) und Aufsätzen. Ansonsten gab es noch Noten im (Vor)Lesen und in der Schönschrift. An eine Sprachkundearbeit oder eine Heimatkundearbeit kann ich mich nicht erinnern. Vielleicht gab es da mündliche Noten.
Im Zeugnis hat man in Deutsch keine allgemeine Note bekommen, sondern es war ab der 2. Klasse aufgeschlüsselt in Lesen, Aufsatz, Sprachkunde, Rechtschreiben und Schrift. Aufsatz und Sprachkunde wurden erst ab dem 2. Halbjahr der 3. Klasse bei mir erfasst.
Kopien bzw. diese lila Spiritusabzüge gab es in der Grundschule so gut wie nicht.
Am Gymnasium gab es nach meinen Unterlagen von Klasse 5 bei Diktaten zusätzlich Schriftnoten.